Das Team des freiwilligen Absteigers TTC Langweid in aufsteigender Reihung: Maria Krazelova, Barbara Barasso, Krisztina Toth, Betreuerin Katrin Meyerhöfer, Martina Erhardsberger und Katharina Schneider. Aufnahme: Hilmar Glatter

Vorschau 3. Bundesliga Damen Süd: "Titelkandidat? - Wir doch nicht"

Barbara Jungbauer / FL 05.09.2014

Neu-Isenburg. Wer sich mit den Vertretern der neu-geschaffenen 3. Damen-Bundesliga/Süd unterhält, der stellt schnell fest: Große Töne sind nicht das „Ding“ der Liga-Pioniere, die sich aus der einstigen 2. Bundesliga/Süd sowie den Regionalliga-Staffeln Süd und Südwest zusammengefunden haben. Eher schüchtern, ein wenig orientierungslos und doch voller Vorfreude betreten die zehn Teams aus Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland das unbekannte Terrain. Machthungrige Imperialisten sind unter ihnen nicht auszumachen, vielmehr scheint man es größtenteils mit mutigen Abenteurern zu tun zu haben, die einen spannenden Überlebenskampf auf sich zukommen sehen. Jedenfalls ist der Klassenerhalt beinahe aller Klubs (primäres) Saisonziel. Einzig die TTF Frankenthal und der TTC Langweid formulieren ihre Hoffnungen und Erwartungen ein wenig anders. Auf die Anmeldung einer Titelkandidatur wartet man allerdings auch aus ihrem Munde vergeblich. Dass formale Best- und Realbesetzung bei beiden Teams oft bis öfter zweierlei sein werden, kann als Grund dafür gelten. TTF-Coach Ralf Weber wünscht seinen Spielerinnen nach zwei stressigen Zweitliga-Spielzeiten mit raren Erfolgsmomenten jedenfalls in erster Linie einen ruhigen Saisonverlauf und Langweids spielende Managerin Martina Erhardsberger äußert die Zielformulierung „Top drei“ eher in der Tonalität einer Fragestellung als einer selbstbewussten Kampfansage. So recht scheint keiner zu wissen, wie hoch die Messlatte in dieser Liga liegt. Lassen wir uns von nachstehend portraitierten Klubs also einfach überraschen! An diesem Wochenende geht es los!


TTC Langweid: Mit dem vierten Rang in der Abschlusstabelle der 2. Bundesliga/Süd und der damit verbundenen Qualifikation für die eingleisige 2. Bundesliga haben die bayerischen Schwäbinnen in der Spielzeit 2013/14 erreicht, was sie sich vorgenommen hatten: Sie verschafften dem ehemaligen Deutschen Serien-Meister Entscheidungsfreiheit in der „Gretchenfrage“ nach der künftigen Ligenzugehörigkeit. Zu dem Entschluss mit unverändertem Personal den Weg in die 3. Bundesliga zu gehen, führte letztlich v.a. das in Liga zwei erwartete Plus an Reisekilometern in Kombination mit der hohen beruflichen Beanspruchung der Spielerinnen und Betreuerin Katrin Meyerhöfer. Die mittlerweile 40-jährige Nummer eins, Krisztina Toth, arbeitet als Leistungssportreferentin für den Bayerischen Tischtennis-Verband, Katharina Schneider (Position 2) ist Staatsanwältin, Betriebswirtin Martina Erhardsberger (4) verdient ihr Geld als Projektmanagerin bei einem großen Automobilhersteller und auch Barbara Barasso (3) und die Slowakin Maria Krazelova sind voll berufstätig. „Wir haben diesen Entschluss im Vorstand einstimmig getroffen und uns dabei an das Votum der Spielerinnen gehalten. Sie haben unser vollstes Verständnis dafür, dass sie sich die eingleisige 2. Liga auf Grund ihrer beruflichen Situation nicht zumuten wollten. Am Wochenende quer durch ganz Deutschland zu reisen und ab Montagmorgen auch im Job wieder Höchstleistungen bringen zu müssen, wäre schon eine enorme Strapaze“, erläutert Klubchef Gert Jungbauer und ergänzt: „Eine zusätzliche Rolle spielte, dass sich das sportliche Niveau der 2. Liga als so hoch abzeichnete, dass wir uns auswärts ohne Kriszti wohl überwiegend Klatschen eingefangen hätten, was die langen Auswärtstouren mit der Zeit erst Recht zu Tortouren gemacht hätte.“ Wie in der Vorsaison wird die 7-malige Europameisterin Toth, deren Job viele Wochenendeinsätze mit sich bringt, „nur“ etwa die Hälfte der Spiele für den TTC bestreiten und sich dabei auf die Heimspiele konzentrieren. In Liga drei sollte Langweid aber auch ohne seinen ungarischen Superstar zu vielen Erfolgen in der Lage sein. Erhardsberger, die das Amt als spielende Managerin bekleidet, hält eine „Top 3-Platzierung“ für realistisch. Ein Plus gegenüber anderen Teams sieht Jungbauer in dem Umstand, „dass mit Ausnahme der schon zum festen Inventar gehörenden Budapesterin Barasso alle Spielerinnen in Langweid oder der näheren Umgebung wohnen und gemeinsam trainieren. Das ist uns wichtig und sportlich gerade auch im Hinblick auf die Doppel ein Vorteil.“


Hinter dem Einsatz von Yu Chun Hammes-Zimmermann (2. v.l.) steht bei den TTF Frankenthal ein dickes Fragezeichen. Aufnahme: TTF FrankenthalTTF Frankenthal: Yu Chun Hammes-Zimmermann, Julia Lutz, Sonja Busemann und Yuliya Simeonova-Schaar plus Elisabeth Bittner und Jana Schneider. Dass die Konkurrenz in den Tischtennisfreunden aus Frankenthal einen Titelkandidaten ausmacht, kann TTF-Coach Ralf Weber durchaus nachvollziehen. Nicht minder plausibel erklärt der ausgewiesene Tischtennisexperte jedoch, weshalb man sich in der Pfalz weder in der Favoritenrolle sieht noch sehen will. „Zunächst muss man die Aufstellung relativieren. Auf Grund ihrer Rückenbeschwerden wissen wir im Moment nicht, ob Yu Chun in dieser Saison überhaupt zum Einsatz kommen kann und auch berufsbedingt werden unsere sechs Damen rotieren.“ Entschärft wird Zimmermanns möglicher „Totalausfall“ durch die Verpflichtung von Sonja Busemann. Die amtierende hessische Vizemeisterin und etatmäßige Nummer drei der Mannschaft dürfte auch im Spitzenpaarkreuz der Liga eine klar positive Rolle spielen können. Nach vielen Jahren in der 2. Bundesliga (zuletzt beim TV Busenbach) schlug die 33-jährige Grundschullehrerin in der vergangenen Saison für die TT-Abteilung der hessischen Turnerschaft 1860 Großauheim in der 2. Herren-Kreisliga auf. An deren Gründung war Busemann selbst beteiligt und fühlt(e) sich dort menschlich auch pudelwohl. Allein die sportliche Herausforderung ging ihr angesichts einer Einzelbilanz von 43:0 bei nur vier Satzverlusten auf die Dauer doch ab. Ihre neuen Teamkolleginnen hatten in jüngster Vergangenheit derweil ganz andere Sorgen. Fast eineinhalb Spielzeiten mühten sich die Spielerinnen der TTF nach ihrem Aufstieg in die 2. Bundesliga dort vergeblich um einen Punktgewinn, ehe Ende der Vorrunde 2013/14 endlich der erste Sieg gelang. Drei weitere Siege kamen in der Rückrunde dazu, was mit 8:24-Punkten Platz acht im Abschlusstableau bedeutete. „Hinter uns liegen zwei harte Zweitliga-Spielzeiten geprägt von Verletzungssorgen, dem hohen Druck des Abstiegskampfes und vielen, vielen Niederlagen. Wochenende für Wochenende auf die Mütze zu bekommen, ist auf die Dauer schwer zu verkraften. Erfolgserlebnisse sind wichtig. Ohne sie geht der Spaß an der Sache verloren“, sagt Weber und wünscht seinem Team deshalb in erster Linie eine ruhige Saison ohne Druck und Abstiegssorgen: „Wir wollen es einfach laufen lassen ohne uns mit einem konkreten Saisonziel zu belasten.“


BSC Rapid Chemnitz: Fünf Spielzeiten war die Südstaffel der 2. Bundesliga die sportliche Heimat des BSC Rapid Chemnitz. Nun steht den Sächsinnen, die in der abgelaufenen Spielzeit weitgehend ohne ihre formalen Führungskräfte Nicole Delle und Anna Krieghoff auskommen mussten, ein Neubeginn in`s Haus. Dass sie sich mit 6:26 Punkten als Vorletzter aus der zweithöchsten Spielklasse verabschieden mussten, sieht man im Stadtteil Kappel gelassen: "Wir hatten von vornherein gesagt, dass wir künftig in der dritten Liga an den Start gehen wollen. Wir wollen unsere teils erst 13/14-jährigen Nachwuchskräfte aus der 2. Mannschaft durch regelmäßige Einsätze verstärkt in die 1. Mannschaft integrieren und dazu wäre die eingleisige 2. Bundesliga einfach zu stark", sagt Teamleiterin Kirstin Neubert. Bei der Formulierung des Saisonziels 2014/15 gibt sich Neubert auch aus anderen Gründen zurückhaltend: „Wir wollen erst einmal die Klasse halten. Wir können die Konkurrenz nur schwer einschätzen und müssen auch abwarten wie unsere neue Nummer eins einschlägt.“ Neue Nummer eins? Diese Aussage verwundert mit Blick auf die offizielle Mannschaftsaufstellung: Der zufolge ist Nicole Delle die Nummer eins der Mannschaft und die inzwischen 37-jährige Ex-Nationalspielerin ist nun beileibe weder neu in Chemnitz noch ein unbeschriebenes Blatt im Bundesliga-Zirkus. „Nicole wird Ende September Mama und kann wohl erst in der Rückrunde wieder ein paar Heimspiele für uns bestreiten. Unser Neuzugang Charlotte Carey wird deshalb überwiegend auf der Spitzenposition agieren und zusammen mit Hana Valentova, Franziska Lasch und Doreen Beckert unsere Bestformation bilden“, klärt Neubert auf. Die 18-jährige Carey ist walisische Nationalspielerin und trug zuletzt das Trikot des neuen Liga-Konkurrenten TTSV Saarlouis-Fraulautern, auf den die Linkshänderin mit ihrer neuen Mannschaft gleich im ersten Saisonspiel treffen wird. Mit einer Einzelbilanz von 27:10 hatte der ambitionierte Jung-Profi von der britischen Insel entscheidenden Anteil an Fraulauterns Drittliga-Aufstieg, doch der Wechsel nach Chemnitz lag durch ihren gut einjährigen Trainingsaufenthalt im sächsischen Eilenburg buchstäblich nahe. „Mit ihrem Nationaltrainer hat sich Charlotte nun zwar entschieden ihren Haupt-Trainingsstandort nach Schweden zu verlagern, doch sie wird während der Saison weiterhin wochenweise bei uns bzw. in Eilenburg sein.“ Aus dem BSC-Kader verabschiedet hat sich dagegen Ex-Jugendnationalspielerin Anna Krieghoff, die nach vielen Chemnitzer Jahren zu ihrem Heimverein und Regionalliga-Aufsteiger ESV Lok Pirna zurückkehrte. „Bei Anna waren Motivation und Ehrgeiz schon seit ihrem Abschied aus dem Nationalkader nicht mehr so groß. Zudem plagte sie eine langwierige Handverletzung. Nachdem sie zwischenzeitlich sogar ein Jahr ganz pausierte, will sie nun Pirna und speziell ihre ebenfalls dort spielende Schwester Julia, Sachsens aktuelle Nummer eins im Nachwuchsbereich, unterstützen.“


Mit großer Vorfreude geht das Sextett aus Schwarza in die neue Saison. Aufnahme: TTSC HS SchwarzaTTC HS Schwarza: Große Vorfreude versprüht Jacqueline Schneider, Nummer eins und Mannschaftsführerin des TTC HS Schwarza, vor dem Start in die neue Spielzeit. Zusammen mit Annika Fischer, Janina Ciepluch, Laura Volkmann, Marie Rost und Anja Pohl bildet die Defensiv-Strategin den sechsköpfigen Mannschaftskader des ehemaligen Zweitligisten aus Thüringen. In der 2. Bundesliga/Süd war die Mannschaft in der vergangenen Spielzeit in identischer Besetzung sportlich überfordert: Mit 0:32-Punkten landete der TTC HS abgeschlagen am Tabellenende. Von einer frustrierenden Saison kann jedoch keine Rede sein: „Wir haben das alle gut verkraftet. Wir waren darauf eingestellt und sind eine eingeschworene Truppe, die sich so schnell nicht unterkriegen lässt. Mit dieser Mannschaft machen auch die langen Reisewege nichts aus. Im Gegenteil. Unsere Auswärtsspiele sind auf Grund der großen Entfernungen, die wir aus Thüringen zu den meisten Gegnern zurückzulegen haben, meist als Koppelspiele gestaltet und unabhängig von den sportlichen Resultaten immer tolle Erlebnisse.“ Dennoch erhofft sich Schneider für die kommende Saison freilich auch eine Zunahme der Erfolgserlebnisse: „Ich glaube in dieser Liga sind wir genau richtig. Das entspricht unserem Spielniveau. Auch hier wird es nicht leicht werden die Klasse zu halten, doch unsere Chancen stehen deutlich besser. Angesichts der Ausgeglichenheit der Liga rechne ich mit einer äußerst spannenden Saison, in der Titel- und Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag offen bleiben könnten. Darauf freue ich mich.“


Eva-Maria Maier führt Schwabhausens Zweite in der 3. Bundesliga an. Aufnahme: Norbert PauschTSV Schwabhausen II: Helmut Pfeil, rühriger Vorsitzender und gute Seele des TSV Schwabhausen, muss zweimal ausholen, um die Frage nach dem Saisonziel „seiner“ 2. Mannschaft, die sich in der vergangenen Spielzeit ganz souverän den Meistertitel in der Regionalliga/Süd sicherte, zu beantworten. „Gesichertes Mittelfeld“, sagt er spontan, um es Sekunden später doch lieber anders zu formulieren: „Lassen wir die Kirche im Dorf und sprechen besser vom Klassenerhalt als vorrangiges Ziel.“ Geht es nach Ansicht der Konkurrenz, dann stapelt Pfeil so oder so ein bisschen tief, denn das Gros der Mitbewerber sieht im jungen Ensemble der Oberbayern eher ein Spitzenteam als eine Mannschaft, die in mehr oder weniger große Abstiegsnöte geraten könnte. Gespannt darf man auf alle Fälle sein, wie sich die einzig „Neue“ im TSV-Kader, die erst 12-jährige Schülerinnen-Nationalspielerin Natalia Mozler, als Nummer zwei im Spitzenpaarkreuz der Liga zurechtfindet. Schon seit vielen Monaten trainiert Mozler, die in Ochsenhausen wohnt und vom Regionalligisten TSV Herrlingen kommt, an drei Tagen pro Woche im über 130 Kilometer entfernten Schwabhausen, um sich in der starken TSV-Trainingsgruppe unter der Leitung von Cheftrainer Alexander Yahmed weiterzuentwickeln. Ihre neuen Teamkolleginnen Eva-Maria Maier, Andrea Welz, Cristina Tugui, Patricia Heiß und Sophia Kahler kennt sie also schon bestens.


Beim ESV Weil vertraut man auf seine Regionalliga-Meisterinnen v.l. Rahel Aschwanden, Laura Schärrer, Dajana Kovac und Monika Führer. ESV Weil: Hopp, Schwiiz! Hinter Deutschland und Ungarn ist die Schweiz die am stärksten vertretene Nation der Liga. Dafür sorgt der ESV Weil ganz allein. Die Eidgenossinnen Rahel Aschwanden, Monika Führer und Laura Schärrer führten den im Dreiländereck Deutschland/Schweiz/Frankreich beheimateten Klub zusammen mit ESV-Eigengewächs Dajana Kovac in der vergangenen Saison zur souveränen Meisterschaft in der Regionalliga/Südwest. Warum die Weiler nach dem Aufstieg an diesem Quartett festhalten, versteht sich mit Blick auf deren Bilanzen von selbst: Die Schweizer Meisterin Aschwanden, die als Profi überwiegend an der Werner Schlager Academy im österreichischen Schwechat trainiert, war mit 38:5-Siegen die Topscorerin der Liga und auch die Ex-Nationalspielerinnen Führer (28:9) und Schärrer (26:9) sowie Kovac (20:10) erzielten hoch positive Statistikwerte. Was diese in der neuen Saison und in der neuen Liga wert sind, wird sich zeigen. Abteilungsleiterin Spiess tut sich mit einer Chancenbewertung jedenfalls schwer: „Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Wir müssen uns erst einmal orientieren. Selbst unsere Mit-Aufsteiger aus der Regionalliga/Südwest können wir nicht so gut einschätzen, da sie sich im Gegensatz zu uns zum Teil personell verstärkt oder zumindest verändert haben.“ Ganz unverändert präsentiert sich allerdings auch das Weiler Team nicht. Mit der Nachwuchsspielerin Celine Reust kam jedoch „nur“ eine Ergänzungsspielerin dazu. Woher? Natürlich aus der Schweiz. „Deutsche Spielerinnen mit entsprechender Spielerstärke wären nur von weit weg zu bekommen, Reust z.B. braucht dagegen nur etwa zehn Minuten zu unserer Halle“, merkt Spiess beinahe entschuldigend an.


Sindelfingens Bundesliga-Abenteurer: Gabriella Zsemlye, Trainer Oliver Appelt, Maria Schuller (hintere Reihe v.l.) sowie Jasmin Lorenz Natalie Bacher und Nathalie Richter (vordere Reihe v.l.). Aufnahme: Volker ArnoldVfL Sindelfingen: Fest steht: Wer gegen Sindelfingen im Spitzenpaarkreuz antritt, sollte für den nächsten Tag einen Muskelkater im Schlagarm einkalkulieren. Mit Gabriella Zsemlye und Jasmin Lorenz führen zwei Abwehrspezialistinnen den Kader der Baden-Württemberger an, gegen die es so leicht kein Durchkommen gibt. Das gilt speziell für die ungarische Ex-Auswahlspielerin Zsemlye. Mit einer sagenhaften 28:2-Bilanz bewies die 45-Jährige in der abgelaufenen Regionalliga-Spielzeit, dass ein fortgeschrittenes Sportleralter nicht vor Topleistungen schützt. Auf Angriff setzen dagegen Natalie Bacher und Nathalie Richter im hinteren Paarkreuz des VfL, während mit Maria Schuller eine weitere Defensivstrategin die Rolle der ersten Ersatzfrau innehat. Bedeutet: Wenn auch in leicht veränderter Reihung, geht Sindelfingen mit exakt jenem Personal in`s „Abenteuer Bundesliga“, das 2013/14 die Vizemeisterschaft in der Regionalliga/Südwest errang. Das Aufstiegsrecht anzunehmen, überlegte man sich nahe Stuttgart gründlich und entschied sich erst auf den letzten Drücker dafür. „Auch wenn wir natürlich wissen, dass wir einen schweren Stand haben werden, wäre es sportlich hart gewesen diese Herausforderung nicht anzunehmen. Wenn man die Chance hat mit einer Mannschaft in die Bundesliga zu gehen, deren Spielerinnen überwiegend in Sindelfingen großgeworden sind oder aus der nächsten Umgebung kommen, dann will man sie natürlich nutzen. Aber der Aufstieg ist eben auch eine finanzielle Frage, denn die Bundesliga ist mit höheren Kosten verbunden. Höhere Fahrkosten, höhere Meldegebühren, notwendige Materialanschaffungen etc..Darum konnten wir erst zusagen, nachdem wir einen Sponsor gefunden hatten“, führt VfL-Trainer Oliver Appelt aus.


In Hofstetten gilt das Motto Jugend forscht. V.l.:  Maike Janitzek, Anna-Luisa Herrmann, Julia Janitzek, Svenja Horlebein, Trainer Timo Link und Franziska Schreiner. Aufnahme: TV HofstettenTV Hofstetten: Gestern noch bei den Kids Open, heute schon in der Bundesliga. Zwischen Hofstettens Erfolgen auf Europas größtem Jugendturnier und dem Saisonstart der 3. Bundesliga liegen genau genommen zwar ein paar Wochen, doch im Kern spiegelt diese Aussage wider, was in Hofstetten gerade gelebte Realität ist. Mit unverändertem Personal gegenüber der Vorsaison, die man auf Platz vier der Regionalliga/Süd beendete, präsentiert sich die Mannschaft als Rasselbande der Liga. Mit gerade einmal 24 bzw. 21 Lenzen sind die Schwestern Julia und Maike Janitzek auf den Positionen zwei und vier bereits die mit Abstand ältesten Spielerinnen der Mannschaft. Die beiden werden umringt von jenen Nachwuchsassen, die Hofstetten in diesem Jahr zum Deutschen Mannschaftsmeister der Schülerinnen machten. Spitzenspielerin Svenja Horlebein ist 15 Jahre alt und Franziska Schreiner - nach Mama Yunli, Papa Ralf und Bruder Florian das vierte und jüngste Mitglied der Familie Schreiner, das Bundesliga-Parkett betritt - gerade einmal 12. Mit Anna-Luisa Herrmann (15 Jahre), Lea Fath (12) und Anna Rothermich (15) ergänzen drei weitere „Kücken“ den Kader von Cheftrainer Timo Link. Dank dessen exzellenter Jugendarbeit hat der nahe Aschaffenburg im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken beheimatete Dorfklub in den vergangenen Jahren einen atemberaubenden Siegeszug hingelegt. Innerhalb von drei Spielzeiten kletterte die 1. Damen-Mannschaft von der Bayernliga bis in die 3. Bundesliga. Und das ganz ohne externe „Einkäufe“. Sämtliche Stamm- und Ergänzungsspielerinnen sind echte Eigengewächse. Dass es schwer werden wird, die Liga zu halten, wissen Abteilungsleiter Lothar Wolz und Co. freilich, „aber die Mädels entwickeln sich von Jahr zu Jahr prächtig und so hoffen wir, dass wir auch in dieser hochklassigen Liga den ein oder anderen Kontrahenten zumindest ärgern können. Sollte wider Erwartens der Klassenerhalt gelingen, wäre das eine Sensation!“


TTG Süßen: Wer als Bahnfahrer auf der ICE-Strecke zwischen Ulm und Stuttgart unterwegs ist, sollte auf etwa halber Strecke künftig aufmerksam aus dem Fenster blicken, denn in Süßen nahe Göppingen ist`s gut möglich die eine oder anderen Drittliga-Spielerin zu sichten. Ein streckenbedingtes Maximaltempo von nur 70 km/h lässt jedenfalls einen guten Blick auf das direkt an der Trasse gelegene Spiellokal der TTG zu, das sich durch die Aufschrift „Sporthalle“ als solche auch gut zu erkennen gibt. In der Halle erhöht sich 2014/15 das Schlagtempo: Als Vierter der Regionalliga/Südwest sprang Süßen auf den Drittliga-Zug auf. Wohin die Reise gehen soll? Mannschaftsführerin Celine Gruber benennt das Ziel „Nicht-Abstieg“. Dabei hat sich die TTG als einziger Regionalliga-Aufsteiger gegenüber dem Vorjahr ganz erheblich verstärkt: Die Ungarin Edina Toth ging als neue Nummer eins an Bord. Die 21- jährige Abwehrspezialistin trug zuletzt das Trikot des SV DJK Kolbermoor, dessen 2. Mannschaft sie mit einer makellosen 17:0-Einzelstatistik zur Meisterschaft in der bayerischen Oberliga und in die Regionalliga führte. Für die Aufnahme in Kolbermoors 1. Mannschaft reichte es nicht ganz, auch wenn sie bei ihren drei Einsätzen als Ersatzfrau in der 1. Bundesliga auf eine ansprechende 2:3-Bilanz kam. Für Süßen bedeutet Toths Verpflichtung derweil die Beseitigung eines bisherigen Mankos: Das Fehlen einer echten Spitzenkraft. Ihre neuen Teamkolleginnen Celine Gruber (24:20), Verena Volz (20:23) und Nachwuchshoffnung Katharina Binder (14:7) erzielten zuletzt zwar allesamt gute, aber eben keine überragenden Bilanzen. Toth ist eine hoch positive Erfolgsstatistik dagegen auch in der 3. Liga zuzutrauen.


Mit v.l. Carolin Freude, Ann-Sophie Daub, Carole Hartmann und Nikola Jäckel sowie Egle Stuckyte (nicht im Bild.) meldet sich Fraulautern zurück im Bundesliga-Zirkus. Aufnahme: TTSV Saarlouis-FraulauternTTSV Saarlouis-Fraulautern: Nach nur einjähriger Abstinenz meldet sich der TTSV Saarlouis-Fraulautern zurück im Bundesliga-Zirkus. Als Deutscher Vizemeister hatten die Saarländer ihr 1. Damen-Team zur vergangenen Saison aus der 1. Bundesliga zurückgezogen. Aus der damaligen „Zweiten“ wurde die „Erste“ und hatte ihre sportliche Heimat in der Regionalliga/Südwest. In der Besetzung Charlotte Carey, der ehemaligen luxemburgischen Nationalspielerin Carole Hartmann sowie den Eigengewächsen Nikola Jäckel, Ann-Sophie Daub und Carolin Freude reichte es dort zwar „nur“ zum 5. Platz, doch durch allerlei Aufstiegsverzichte ergab sich die Chance, die 3. Bundesliga über den Umweg eines Entscheidungsspiels gegen den Süd-Fünften SV Schott Jena doch noch zu erreichen. Obwohl Top-Ass Carey auf Grund ihrer Teilnahme an den internationalen Jugendmeisterschaften von Argentinien fehlte, wusste Fraulautern die Chance zu nutzen und sicherte sich durch einen 8:4-Sieg den letzten freien Platz in der 3. Bundesliga. Problem nur: Um dort eine Überlebenschance zu haben, musste nun dringend eine neue Spitzenspielerin her, denn der Wechsel von Carey nach Chemnitz stand bereits fest. Fündig wurden die Verantwortlichen des TTSV kurz vor Wechselschluss in der 23-jährigen litauischen Nationalspielerin Egle Stuckyte. Die mit langen Noppen etwas unkonventionell agierende Linkshänderin spielte zuletzt zwei Spielzeiten für den bayerischen Zweitligisten TTC Wendelstein, kam dort in der Rückrunde 2013/14 aber nicht mehr zum Einsatz.

 

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