Thomas Brüchle, Thomas Schmidberger (Fotos: Hannes Doesseler)
Deutsches Team mit 5 Medaillen bei Para-Team-WM in Bratislava

Brüchle/Schmidberger verteidigen Weltmeister-Titel

Sonja Scholten 23.05.2017

Bratislava. Die erste separate Para-Team-WM in Bratislava ging für die deutsche Mannschaft unerwartet mit ganzen fünf statt den von Bundestrainer Volker Ziegler erhofften zwei Medaillen zu Ende. Thomas Brüchle und Thomas Schmidberger verteidigten ihren Titel ohne Spielverlust, das junge Team Sandra Mikolaschek/Lisa Hentig wurde Vize-Weltmeister, dazu kamen noch drei Bronzemedaillen durch Kramm/Reeg, Baus/Gürtler und Kalb/Rüddenklau.

Brüchle/Schmidberger dominant

In der Wettkampfklasse 3 demonstrierten die Titelverteidiger Brüchle/Schmidberger in Abwesenheit der Chinesen große Dominanz. Das Duo verlor im Turnierverlauf gerade einmal drei Sätze, kein einziges Spiel und auch die Finalgegner aus der Ukraine durften nur ganz kurz am Titel schnuppern. Petruniv/Yetzyk holten direkt den ersten Durchgang im Doppel, doch einen weiteren Satzgewinn ließen die Deutschen weder in diesem Spiel zu, noch Schmidberger in seinem Einzel gegen Oleksandr Yezyk.

Starkes Duo Mikolaschek/Hentig

Auch das junge deutsche Damen-Team in den WKs 4-5 beeindruckte. Hier ging es in einer Fünfergruppe um den Titel und Mikolaschek/Hentig verloren als an Position 4 gesetztes Team lediglich gegen die Top-Favoriten und späteren Weltmeisterinnen aus Serbien. Sie ließen sowohl die starken Britinnen als auch die Taipeh-Chinesinnen und die Lokalmatadorinnen aus der Slowakei hinter sich. Besonders Sandra Mikolaschek zeigte sich in Top-Form und gewann alle Einzel – dabei nahm sie bei Sue Gilroy aus Großbritannien auch noch Revanche für das Viertelfinal-Aus in Rio.

Wiedergutmachung für das Paralympic-Viertelfinal-Aus

Ebenfalls Wiedergutmachung für ein Viertelfinal-Aus bei den Paralympics leisteten Valentin Baus und Jan Gürtler in der WK 5. Sie mussten als Gruppenzweite ins Viertelfinale und trafen dort ausgerechnet auf die Paralympics-Sieger aus Korea, die in der Gruppe gegen Frankreich ebenfalls gepatzt hatten. Der Start in die Partie misslang auch gründlich – nach einem klaren 0:3 im Doppel sah es zunächst gar nicht gut aus. Dann jedoch zeigte Baus gegen Kim Jung-Gil eine fantastische Leistung und glich mit einem 3:1 –Sieg den Spielstand aus. Nun kam alles auf das letzte Einzel von Jan Gürtler an, der als Weltranglisten-Elfter der WK 3 gegen den amtierenden Vize-Weltmeister der WK 5, Kim Ki-Young, antreten musste. Unterstützt von der gesamten deutschen Mannschaft zeigte Gürtler das Spiel seines Lebens und bezwang den Koreaner in fünf Sätzen – der Einzug ins Halbfinale war perfekt. Dort trafen Baus/Gürtler mit Taipeh auf die Silbermedaillen-Gewinner von Rio, und gegen die Nr. 2 und Nr. 9 der Welt in der WK 5 mussten sich die Deutschen dann in einem umkämpften Spiel geschlagen geben. Die hart erarbeitete Bronzemedaille konnte den Bochumer und den Berliner aber über diese Niederlage hinweg trösten.

Erste große Medaille für Kramm/Reeg 

Überhaupt nicht getröstet werden mussten Lena Kramm und Marlene Reeg. Die 19-jährige Bayerin und die 16-jährige Hessin zogen mit Siegen über Russland und Kasachstan sensationell ins Halbfinale des Damenwettbewerbs in den WKs 9-10 ein und sicherten sich damit Bronze und die erste ganz große Medaille ihrer Karriere. Die glatte Niederlage im Halbfinale gegen die Türkei trotz einer guten Leistung der Deutschen schmerzte da kaum.

Kalb/Rüddenklau freuen sich 

Genauso ging es Christian Kalb und Yannik Rüddenklau in der WK 9 der Herren. Kalb, für den die Weltmeisterschaften erst das dritte internationale Turnier im Para-TT waren, und Rüddenklau, der zuletzt lange mit Verletzungen zu kämpfen hatte, zogen ebenfalls als Gruppenzweite ins Halbfinale ein. Dort unterlagen sie den Schweden Gustafsson/Andersson mit 0:2, jedoch nicht ohne Kampf: Das Doppel konnte die schwedische Kombination erst im fünften Satz für sich entscheiden. Die Freude über Bronze war auch bei Kalb/Rüddenklau riesengroß.

Deutsches Team übertraf die Erwartungen
„Fünf Medaillen bei sieben gestarteten Teams übertreffen einfach alle Erwartungen“, ist Bundestrainer Volker Ziegler begeistert. „Es wäre sogar eine sechste Medaille in den WKs 6-7 der Damen möglich gewesen, aber leider ist Steffi Grebe erkrankt und ein Start des Teams Grebe/Hochdörfer war nicht möglich. Ich wünsche Steffi an dieser Stelle gute Besserung!“

Besonders glücklich ist Ziegler, dass die Nominierung von vielen jungen Spielern belohnt wurde. „Man muss Nachwuchsspielern Vertrauen geben, denn nur so haben sie die Möglichkeit, sich zu beweisen und weiterzuentwickeln“, erklärt der Bundestrainer seine Entscheidung, so eine junge Mannschaft mit nach Bratislava zu nehmen.

Für die beiden weiteren deutschen Teams reichte es am Ende zu einem guten fünften und einem neunten Platz. Tim Laue und Thomas Rau gingen in der WK  6 als Gruppendritte in die Platzierungsspiele und gewannen dort sowohl gegen das slowakische Team als auch gegen die Chilenen. Somit entschieden sie das kleine Finale für sich und belegten den fünften Platz.

Für Johannes Urban und Joshua Wagner lief es in der WK 8 nicht ganz so optimal: Die beiden mussten ebenfalls als Gruppendritte in die Platzierungsspiele und trafen dort im Spiel um den Einzug ins kleine Finale auf die starken Briten, denen sie sich knapp mit 1:2 geschlagen geben mussten. Diese Niederlage bedeutete am Ende einen mit den Japanern geteilten neunten Rang.

„Wir hatten bei dieser Team-WM ein sehr harmonisches Gesamt-Team“, hebt Ziegler hervor. „Besonders möchte ich mich bei unserer "Physio-Institution" Angelika Lütkenhorst-Weibrig, unserem Teampsychologen Dr. Thorsten Leber und  unserem Video- und Spielanalysten Michael Fuchs für ihre hervorragende Unterstützung bedanken!“

Alle Ergebnisse im Detail auf der Seite des Ausrichters


Die Platzierungen der Deutsche im Überblick

Gold
WK 3 Schmidberger/Brüchle
Silber
WK 4-5 Mikolaschek/Hentig
Bronze
WK 5 Baus/Gürtler
WK 9-10 Reeg/Kramm
WK 9 Rüddenklau/Kalb
Platz 5
WK 6 Rau/Laue   
Platz 9
WK 8 Urban/Wagner 

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