Kölns Nummer vier Gianluca Walther steht vor dem letzten Spieltag 18:0 (Foto Roscher).

Die Nordgruppe kurz vor der Ziellinie

Dr. Stephan Roscher 07.04.2016

Einer ist bereits durch und hat seine kompletten 16 Matches absolviert – Ex-Erstligist TTC GW Bad Hamm hat für einen Aufsteiger mit 21:11 Zählern und dem jetzt schon feststehenden vierten Platz ein grandioses Ergebnis erzielt. 

Seit Wochen steht der Meister fest. Anders als im Süden, wo Grünwettersbach II die Grenzauer TTBL-Reserve noch abfangen könnte, ging es ganz oben mehr als eindeutig zu. Der 1. FC Köln hat die Liga nach Belieben beherrscht und mit 30:0 Punkten und einer Spieldifferenz von +70 den Betriebsunfall Abstieg in imponierender Weise korrigiert. Herzlichen Glückwunsch an die „Geißböcke“!

Lennart Wehking, auch im Doppel an der Seite von Robin Malessa Spitze (11:1), steht mit seiner 21:2-Einzelbilanz schon jetzt als bester Akteur des vorderen Paarkreuzes fest – zu Null zu spielen war ihm jedoch nicht vergönnt, wohl aber, zumindest bis dato, seinem Teamkollegen Gianluca Walther, der hinten sage und schreibe 18:0 steht.

Die Berliner Hertha (22:8 Punkte), die auch gerne mal wieder zweitklassig wäre, hat mit 12:2 Punkten eine starke Rückrunde gespielt, muss aber noch zum bedeutungslosen Spitzenspiel nach Köln fahren. Acht Punkte Rückstand des Zweiten auf den Ersten – das ist schon eine Menge Holz. Zuletzt glänzten die Hauptstädter mit einem klaren 6:2 über Siek.

Knapp dahinter rangiert mit jenem SV Siek ein weiterer langjähriger Zweitligist auf dem dritten Rang, der mit einem Zuschauerschnitt von 122 pro Spiel die meisten Fans im Rücken hat. Sollte Hertha BSC in Köln verlieren und Siek beim Tabellensechsten TTC Seligenstadt punkten, könnten die Holsteiner noch die Vizemeisterschaft erringen. Mit dem zum Zweitligisten Ober-Erlenbach wechselnden jungen Niederländer Laurens Tromer wird Siek allerdings den drittbesten Spieler der Liga verlieren.

Auf Platz vier folgt der TTC GW Bad Hamm, der sich nicht nur locker als ligatauglich, sondern auch als äußert ausgeglichenes Team mit guter Moral entpuppte.

Vom Fünften SV Brackwede (18:12) ist man nicht mehr zu verdrängen. Die Bielefelder erlebten Höhen und Tiefen, enttäuschten insgesamt jedoch ein wenig angesichts ihres vorzüglichen vorderen Paarkreuzes mit Frantisek Placek und Lei Yang – letzterer sorgte bekanntlich bei den NDM in der Seidensticker-Halle als Lokalmatador für Furore –, die zusammen in der Rückrunde eine 23:5-Bilanz erspielten. Lei selbst ist mit einer Gesamtbilanz von 21:6 zweitbester Akteur der Liga. Eigentich hätte auf dieser Basis eine bessere Platzierung herausspringen müssen.

Bis zu Brackwede reicht die Spitzengruppe, danach verzeichnen wir einen radikalen Bruch. Der Sechste TTC Seligenstadt liegt mit 8:20 volle zehn Pluspunkte hinter dem Fünften und blieb meilenweit von der Beletage des Liga entfernt. Allerdings trat der Ex-Zweitligist aus der schmucken hessischen Fachwerkstadt oft nicht in Bestbesetzung an – Topspieler Sanil Shetty (Indien) kam in der Rückrunde zu keinem einzigen Einsatz. Eine richtig gute zweite Halbserie spielte Matthias Bomsdorf (5:1 hinten, 2:0 vorne), der in der Vorrunde mit 4:9 noch eher bescheiden agiert hatte.

Seligenstadts Matthias Bomsdorf konnte in der Rückrunde überzeugen (Foto Roscher).

Seligenstadt war in Sachen Klassenverbleib frühzeitig aus dem Schneider, was - sportlich gesehen - auch für den Siebten TTC Düppel Dentalsplace (8:22 Punkte) galt. Man konnte in der Rückrunde lediglich Celle bezwingen – doch das reichte auch schon, um auf keinen sportlichen Abstiegsrang mehr rutschen zu können. Mehr hatte man sich im Berlin-Derby gegen die Hertha erhofft, das sang- und klanglos mit 0:6 in die Hosen ging.

Auf den Plätzen acht und neun wäre es zumindest noch richtig spannend, wenn der Abstieg sportlich entschieden würde. 

Mit TuS Xanten stand rückzugsbedingt der erste Absteiger schon vor Beginn der Runde fest. Doch ein weiterer Abstiegsplatz wäre dann noch zu vergeben gewesen – und um den rettenden achten Rang würden sich der TuS Celle (3:25 Punkte) und der TTC Schwalbe Bergneustadt II (3:27) streiten, wobei die Niedersachsen, die in der Rückrunde noch nicht einen Zähler verbuchen konnten, das deutlich bessere Spielverhältnis aufweisen.

Nach einer gruseligen Vorrunde hat sich die Erstliga-Reserve aus dem Bergischen Land, die zunächst in der Klasse komplett überfordert schien, stabilisiert und immerhin Düppel geschlagen sowie sich in Seligenstadt eine Punkteteilung erkämpft.

In der Liga bleiben beide, da Düppel nicht mehr teilnimmt, Zweitliga-Aufsteiger Köln durch Zweitliga-Absteiger Herne ersetzt wird, und die restlichen beiden Plätze vermutlich durch Aufsteiger aus der Regionalliga eingenommen werden.

Folglich geht es für alle Beteiligten am 16. und 17. April "nur" noch um die Ehre und gegegebenfalls um eine bessere Platzierung in der Schlusstabelle.

 

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