Jubel: Kilian Ort führt mit dem TSV Bad Königshofen zur Saison-Halbzeit die Tabelle an (Foto: TSV Bad Königshofen)

Dreikampf an der Tabellenspitze verspricht viel Spannung für die Rückrunde

Marco Steinbrenner 24.12.2016

Frankfurt am Main. Ein Dreikampf im Titelrennen verspricht in der 2. Herren-Bundesliga Spannung für die Rückrunde: Der TSV Bad Königshofen gewann zwar die inoffizielle Herbstmeisterschaft, doch mit nur einem Punkt Rückstand folgen der 1. FC Saarbrücken TT II und der TTC indeland Jülich auf den beiden Verfolgerplätzen. Auch im Kampf um die beiden Abstiegsplätze ist zur Saison-Halbzeit noch überhaupt gar nichts entschieden. Der TTC Frickenhausen, 1. FC Köln und TTC Zugbrücke Grenzau II finden sich am Tabellenende wieder.

TSV Bad Königshofen kassiert bislang einzige Niederlage am letzten Hinrunden-Spieltag

Mit sieben Siegen und nur einem Unentschieden (5:5 beim Schlusslicht TTC Zugbrücke Grenzau II) ging der TSV Bad Königshofen in das letzte Heimspiel des Jahres gegen den TTC indeland Jülich. Vor 457 Zuschauern verloren die Franken mit 4:6 und kassierten ihre bislang einzige Niederlage. „Jülich war an diesem Tag sehr gut aufgelegt“, berichtet TSV-Manager Andy Albert und zeigt sich besonders erfreut über das „gelungene Comeback“ von Kilian Ort. Der 20-Jährige hat seine langwierige Schulterverletzung auskuriert und kam im unteren Paarkreuz auf eine 11:1-Bilanz. Lediglich gegen den Jülicher Martin Allegro verlor das Eigengewächs im Entscheidungsdurchgang 11:13. Mit dem fünfmal eingesetzten Kazuhiro Yoshimura trägt der aktuell stärkste Spieler der Liga das Trikot der Franken (9:1). Neuzugang Filip Zeljko verlor dagegen seine letzten sechs Einzel. „Für ihn ist die 5:11-Bilanz sicherlich unbefriedrigend.“ Die Frage, ob die Badestädter als Erster oder Zweiter auch den Sprung in die Tischtennis Bundesliga (TTBL) wahrnehmen würden, ließ Andy Albert unbeantwortet.

Große Freude herrscht bei den Verantwortlichen des 1. FC Saarbrücken TT II. Die TTBL-Reserve belegt mit nur einem Punkt Rückstand auf den Spitzenreiter Platz zwei. Das direkte Duell wurde in eigener Halle mit 4:6 verloren. Hinzu kommen neben sechs Erfolgen zwei 5:5-Remis gegen den TTC Frickenhausen und Borussia Dortmund. „Wir sind mit den Ergebnissen mehr als zufrieden“, strahlt Pressesprecher Nicolas Barrois und hebt die Bilanzen von Dennis Klein (11:2) und Tomas Polansky (11:1) heraus. Das Saisonziel Klassenerhalt scheint bei einem aktuellen Vorsprung von zehn Punkten so gut wie erreicht zu sein. „Das nimmt natürlich den Druck von der Mannschaft“, ergänzt Barrois. Aber auf die bisherigen Leistungen will sich das Team nicht ausruhen. „Die Jungs sind heiß auf mehr. Wenn Leonoardo Mutti wieder in Form kommt, ist sogar der Angriff auf die Meisterschaft möglich.“ Voraussetzung sei jedoch, dass die übrigen Akteure ihre Form halten würden. Ein Aufstieg in das Bundesliga-Oberhaus ist für die Saarländer nicht möglich, da in der deutschen Eliteklasse bereits die erste Mannschaft beheimatet ist.

Der ebenfalls mit vier Minuspunkten auf Position drei zu findende TTC indeland Jülich kann sich den sportlich durchaus möglichen Sprung in die TTBL vorstellen. „Das Spielsystem und einige Lizenzauflagen spielen uns aber nicht unbedingt in die Karten“, verrät TTC-Pressesprecher Jörg Sauer. „Bei sinnvoller Anpassung dieser Modalitäten halten wir uns offen, den Wiederaufstieg in nächster Zeit zu realisieren.“ Wie der TSV Bad Königshofen und der 1. FC Saarbrücken TT II auch, verlor das Team von Manager Arnold Beginn erst eine Partie. Bereits am zweiten Spieltag gab es in Saarbrücken eine 1:6-Klatsche. Hinzu kommen zwei Unentschieden gegen den TTC Frickenhausen und TTC OE Bad Homburg. „Unsere Mannschaft hat sich von Spiel zu Spiel gesteigert“, erzählt Sauer und nennt die 6:4-Erfolge gegen Borussia Dortmund und beim TSV Bad Königshofen als die „Höhepunkte der Hinrunde“. Als negatives Ereignis bezeichnet der Pressesprecher die Verletzung von Yoshihiro Ozawa. Der Japaner fehlte in drei Partien und kassierte bei neun Siegen seine bislang einzige Saisonniederlage gegen Kilian Ort. „Ohne Yoshihiro fand unser Team nur schwer seine Stabilität. Das Fehlen kostete in der Frühphase der Saison einige wertvolle Punkte.“ Das Saisonziel, um die Aufstiegsplätze mitzuspielen, hat der TTC indeland Jülich erreicht. „Wir erwarten eine spannende Rückrunde“, so Sauer.

Vier Mannschaften bilden das Mittelfeld / TTC OE Bad Homburg zu Hause noch ungeschlagen

„Die Hinrunde ist super verlaufen. Wir stehen auf Rang vier und können uns nicht beschweren“, sagt BVB-Vorstsandsmitglied Ariane Brandt. In der Rückrunde bestreiten die Schwarz-Gelben sechs Heimspiele. „Davon erhoffen wir uns einen kleinen Vorteil. Auf jeden Fall wollen wir an die Erfolge aus der ersten Serie anknüpfen und uns in der oberen Tabellenhälfte wiederfinden.“ Ein Aufstieg in die TTBL, der Rückstand auf den zweiten Platz beträgt schließlich nur drei Zähler, kommt für den BVB jedoch nicht in Frage. „Wir würden zwar gerne mal die Luft in der 1. Bundesliga schnuppern, doch unsere aktuelle Halle entspricht nicht dem Standard.“

Sieben der insgesamt neun Punkte holte der Fünftplatzierte TTC OE Bad Homburg vor eigenem Publikum. „Der Wingert Dome bleibt nach wie vor uneinnehmbar“, freut sich Manager Johannes Herrmann. Allerdings geben die Mannschaften auf den Tabellenplätzen eins und zwei, TSV Bad Königshofen und 1. FC Saarbrücken TT II, erst in der Rückrunde ihre Visitenkarte dort ab. Spitzenspieler Tomislav Pucar sei, so Herrmann, „eine tolle Nummer eins. Er strebt in Richtung TTBL.“ Nandor Ecseki komme immer besser in Fahrt. Dagegen erwartet der Manager von Laurens Tromer an Position drei „insgesamt mehr. Es sollte eine Leistungssteigerung bei ihm möglich sein.“ Als Senkrechtstarter schlechthin bezeichnet Herrmann Sanil Shetty, der noch keines seiner sechs Einzel verloren hat. „Mit seinen Leistungen und seiner positiven Art ist Sanil unser Publikumsliebling.“ Dominik Scheja wartet noch auf seinen ersten Sieg (0:9). „Er muss den Umbruch in seiner Laufbahnplanung und dem damit verbundenen Beginn einer Ausbildung zunächst verdauen“, stellt Johannes Herrmann fest und erinnert an das Saisonziel: „Wir wollen auch weiterhin unter den besten fünf Teams am Ende landen.“

Als Mitfavorit auf den Gewinn des Meistertitels ging der TTC Fortuna Passau in die Saison. Nach neun Spieltagen hat der Vorjahressechste allerdings nur sein Abschneiden aus der vergangenen Saison bestätigt. Und das, obwohl mit Tamas Lakatos eine neue Nummer eins vom 1. FC Saarbrücken TT II unter Vertrag genommen wurde. „Wir wollten unter den Top 3 der Liga mitspielen und sind deshalb mit dem Verlauf der Vorrunde nicht zufrieden“, stellt TTC-Pressesprecher Thomas Saller klar. „Aufgrund einiger unnötiger Niederlagen wird dieses Ziel allerdings nur sehr schwer noch zu erreichen sein.“ Dazu käme wieder einmal die Doppel-Schwäche (8:10), die anschließend in den Einzeln nicht kompensiert werden konnte.

So schnell kann es gehen: Nach dem dritten Platz in der Saison 2015/16 ist der TV 1879 Hilpoltstein als Tabellensiebter nur drei Punkte von einem Abstiegsrang entfernt. „Die Saison verlief für uns durchwachsen, aber nicht überraschend“, verrät Manager Bernd Beringer. In sämtlichen neun Begegnungen trat das TV-Team in gleicher Aufstellung an. „Trotzdem haben unsere Doppel nicht mehr so gut funktioniert wie noch in der Vorsaison. Das ist für mich überraschend und auch ein wenig enttäuschend.“ Von Nico Christ/Alexander Flemming (4:5) und Petr David/Dennis Dickhardt (3:6) erwartet der Manager eine Steigerung. „Wenn den Spielern das gelingt, werden wir auch den Klassenerhalt schaffen.“

Ein Trio kämpft um den Klassenerhalt / 1. FC Köln vor richtungsweisenden Heimspielen

Nur einen Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hat der TTC Frickenhausen als Achter. „Bislang haben wir unser Ziel, wenn auch nicht eindeutig, erreicht“, stellt die sportliche Leiterin, Doris Schmidt, klar. Nach dem überraschenden 5:5-Unentschieden gegen den TTC indeland Jülich wurde erst in den vergangenen zwei Rückrundenspielen wieder gepunktet. Beim TTC OE Bad Homburg gab es ebenfalls ein Remis. Der einzige Sieg resultiert aus dem Vergleich mit dem TTC Zugbrücke Grenzau II (6:2). Als „besonders ärgerlich“ bezeichnet Schmidt die 4:6-Niederlage gegen den 1. FC Köln, denn in dieser Begegnung konnte eine zwischenzeitliche 4:1-Führung nicht nach Hause gebracht werden. „Wenn wir an die Leistungen aus den Partien gegen Bad Homburg und Grenzau in der Rückrunde anknüpfen, müsste auch das Saisonvorhaben Klassenerhalt erreicht werden.“

Gianluca Walther, Nummer drei des Tabellenvorletzten 1. FC Köln, muss nicht lange überlegen, um den Höhepunkt der ersten neun Spieltage aus Sicht der Geißböcke zu nennen: Mit dem 6:4-Heimsieg gegen den TTC Fortuna Passau konnte im Vorfeld nun wirklich nicht gerechnet werden. Der zweite Erfolg stammt aus dem Vergleich mit dem TTC Frickenhausen (6:4). Tiefpunkt der Vorrunde sei, so Walther, die 3:6-Auswärtsniederlage gegen den TTC Zugbrücke Grenzau II gewesen. „Das war rückblickend auch die schwächste Leistung der laufenden Saison.“ Durch die zuletzt erlittenen 1:6-Niederlagen gegen den TTC indeland Jülich und TTC OE Bad Homburg rutschte der FC auf den neunten Rang ab. „Zufriedenheit kommt in der Winterpause damit nicht auf“, sagt Walther. Trainer Dirk Huber erhofft sich durch die Umstellung, dass Björn Helbing für Robin Malessa in das obere Paarkreuz rückt, einen „sportlichen Vorteil“. Gleich im Januar stehen für den Aufsteiger drei richtungsweisende Heimspiele gegen den TV 1879 Hilpoltstein, TTC Zugbrücke Grenzau II und TTC Frickenhausen auf dem Programm. „Wir wollen gut ins Jahr starten und den Abstiegsplatz verlassen.“

Ein 6:3-Erfolg gegen den 1. FC Köln und ein 5:5-Unentschieden gegen den TSV Bad Königshofen: Mit nur drei Punkten besitzt der zweite Neuling, TTC Zugbrücke Grenzau II, die rote Laterne als Schlusslicht der Tabelle. „Wir wussten, dass es eine schwere Saison für uns wird“, sagt der Vorsitzende Frank Knopf. „Mit dem letzten Platz hatten wir allerdings nicht gerechnet.“ Spitzenspieler Alberto Mino (11:3) ragt aus dem Team heraus. Die Hoffnung im Westerwald, den rettenden achten Rang zu erreichen, besteht weiterhin. Dazu müsse aber nach Meinung von Knopf „unsere Nummer vier anfangen zu punkten.“ Gemeint ist Maikel Sauer, der bislang eine 0:11-Bilanz aufweist.

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