Dimitrij Ovtcharov steht in der dritten Runde (Foto: Erik Thomas)
Kristin Silbereisen ist morgen im Achtelfinale gefordert

Herren-Trio im Einzel noch dabei

Marco Steinbrenner 01.06.2017

Bei den LIEBHERR Weltmeisterschaften in Düsseldorf hat der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) noch ein Quartett in den Einzel-Konkurrenzen am Freitag vertreten. Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll und Ruwen Filus haben sich für die dritte Runde qualifiziert. Dagegen schieden Bastian Steger, Patrick Franziska und Ricardo Walther unter den letzten 64 Spielern aus. Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf bezeichnete die Bilanz als „in Ordnung“. Im Damen-Achtelfinale hält einzig Kristin Silbereisen die deutsche Fahne hoch.

Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov feiern mühelose Erfolge in der zweiten Runde

„Mit meiner Leistung bin ich extrem zufrieden“; sagte Timo Boll nach seinem ungefährdeten 11:7, 11:8, 11:8 und 11:8-Erfolg gegen den Polen Jakub Dyjas. Knapp 120 Minuten vor dieser Partie der zweiten Runde hatte Boll das Doppel-Achtelfinale mit Ma Long gegen Fan Zhendong und Xu Xin (alle China) verloren. Im Vergleich zu dieser Begegnung habe sich die Dyjas-Partie wie „Zeitlupen-Tischtennis“ angefühlt. „Und das, obwohl Jakub ein Topspieler in Europa ist.“ In der dritten Runde wartet am Freitag Jang Woojin aus Korea, der im Jahr 2013 Jugend-Weltmeister wurde. „Ich habe großen Respekt vor Jang Woojin. Aber auch ich bin gut drauf.“

Durch einen souveränen 4:1-Sieg gegen Paul Drinkhall (England) hat sich auch Dimitrij Ovtcharov für die Runde der letzten 32 Spieler qualifiziert. Nächster Gegner ist am Freitag Hunor Szocs (Rumänien). „Ich bin in der dritten Runde. Das ist einzig und allein das was zählt“, sagte Ovtcharov nach seinem ungefährdeten Erfolg. Im Vergleich zum Vortag seien dem Weltranglistenfünften weniger leichte Fehler unterlaufen. „Ich wusste, dass Paul sehr schnelle Bälle spielt. Darauf habe ich mich eingestellt, variabel agiert und gut platziert.“

Großer Jubel bei Ruwen Filus nach dem Fünf-Satz-Sieg gegen Joao Geraldo aus Portugal. „Ich habe in den entscheidenden Phasen die wichtigen Punkte gemacht“, sagte der Abwehrspieler und sprach von einem „guten Kopf. Das Selbstvertrauen ist da.“ Der Bundesligaspieler aus Fulda weiß aber auch ganz genau, dass eine spielerische Steigerung notwendig ist, um in das Achtelfinale einzuziehen. Vorher wartet am Freitag aber noch NG Pak Nam (Hongkong), der nach seinem Sieg gegen Tiago Apolonia (Portugal) auch Chen Weixing (Österreich) nach sieben Sätzen bezwang. Bundestrainer Jörg Roßkopf macht gar kein Geheimnis daraus, „dass Ruwen besser spielen kann. Der Sieg gibt ihm Selbstvertrauen.“

Ricardo Walther trauert vergebenen Chancen im fünften Satz nach

Große Enttäuschung bei Ricardo Walther nach der 2:4-Niederlage gegen Alexander Shibaev aus Russland: Der 25-Jährige trauerte der vergebenen 8:4-Führung im fünften Durchgang nach. Außerdem vergab Walther anschließend beim Stand von 10:9 noch einen Satzball und verlor diesen Abschnitt mit 10:12. „Das war sehr ärgerlich. Ich habe noch keine Erklärung dafür, warum ich den Vorsprung verspielt habe.“ Der Neuzugang des ASV Grünwettersbach sparte nicht mit Selbstkritik. „Irgendwie hätte ich den Satz nach Hause bringen müssen.“ Insgesamt habe Walther außerdem zu wechselhaft gespielt. „Teilweise waren richtig gute Bälle von mir dabei. Allerdings sind mir auch zu oft leichte Fehler passiert.“

Obwohl Patrick Franziska als Nummer 47 der Weltrangliste gegen den acht Plätze vor ihm zu findenden Jang Woojin (Korea) ohne Satzgewinn blieb, war der 24-Jährige „gar nicht so unzufrieden. Im zweiten, dritten und zu Beginn des vierten Satzes habe ich gut gespielt“. Allerdings sei Jang Woojin an diesem Tag „unglaublich stark“ gewesen. „Um gegen ihn eine Chance zu haben, muss ich am Limit spielen. Ein paar Prozent haben dazu heute gefehlt.“ Die Enttäuschung war dementsprechend groß. „Es tut schon weh, wenn du denkst gut zu spielen und du dann mit 0:4 verlierst.“

Von einem „sehr zerfahrenen Spiel“ sprach Bastian Steger nach Sechs-Satz-Niederlage gegen den Ungar Tamas Lakatos in der Mixed-Zone. Beide Akteure standen sich das erste Mal überhaupt gegenüber. „Tamas variierte gut, während ich überhaupt keinen Rhythmus fand. Somit fehlte auch der Spielfluss. Ich habe es nicht geschafft, die Partie in den Griff zu bekommen.“

Kristin Silbereisen: „Ich habe sehr variabel gespielt“

Nach ihrem 4:2-Sieg gegen Lee Zion aus Korea und dem damit verbundenen Einzug in das Achtelfinale musste Kristin Silbereisen gar nicht lange überlegen, um den entscheidenden Grund für den Drittrunden-Erfolg auszumachen. „Ich habe sehr variabel gespielt und immer wieder versucht, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Daran habe ich in den vergangenen Monaten sehr intensiv im Training gearbeitet.“ Um so größer war bei der deutschen Meisterin die Freude darüber, „dass dies auch im Spiel so gut geklappt hat“. Bundestrainerin Jie Schöpp verriet, „dass ich Lee vor einiger Zeit schon einmal bei einem Turnier gesehen habe“. In der Zwischenzeit habe sich die Koreanerin aber „deutlich verbessert“. Trotzdem reichte es für die deutsche Meisterin zu einem ungefährdeten Sieg. „Kristin hat einen guten Tempowechsel hinbekommen und die Aufgabe perfekt gelöst.“ Die 32-Jährige freut sich nun auf das morgige Duell um 11.15 Uhr mit der Weltranglistenvierten Feng Tianwei aus Singapur. Bislang gewann Silbereisen keine der drei Vergleiche. „Der Druck liegt bei Feng. Sie ist die Favoritin. Ich habe bislang eine super WM gespielt. Deshalb gibt es auch keinen Grund zu denken, dass ich gegen sie keine Chance haben würde.“

Die DTTB-Einzel am Donnerstag und Freitag

Herren-Einzel, 2. Runde (beste 64)
Patrick Franziska GER - Jang Woojin KOR 0:4 (-5,-8,-9,-5)
Timo Boll GER - Jakub Dyjas POL 4:0 (7,8,8,8)
Bastian Steger GER - Tamas Lakatos HUN 2:4 (-8,-12,8,8,-6,-9)
Dimitrij Ovtcharov GER - Paul Drinkhall ENG 4:1 (3,-5,4,5,5)
Ruwen Filus GER - Joao Geraldo POR 4:1 (8,-7,10,10,9)
Ricardo Walther GER - Alexander Shibaev RUS 2:4 (7,-5,3,-5,-10,-7)

Herren-Einzel, 3. Runde (beste 32)
Freitag 14.30 Uhr, Tisch 1: Timo Boll GER - Jang Woojin KOR
Freitag 19.30 Uhr, Tisch 2: Dimitrij Ovtcharov GER - Hunor Szocs ROU
Freitag 20.30 Uhr, Tisch 4: Ruwen Filus GER - NG Pak Nam HKG

Damen-Einzel, 3. Runde (beste 32)
Kristin Silbereisen GER - Lee Zion KOR 4:2 (-8,5,6,7,-7,8)

Damen-Einzel, Achtelfinale
Freitag 11.15 Uhr, Tisch 2: Kristin Silbereisen GER - Feng Tianwei SIN

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