Als Meister und Mitfavorit auf den Titelgewinn startet der TSV Bad Königshofen in die Saison (Foto: TSV Bad Königshofen)

Kommt der Meister aus Bayern? Bad Königshofen und Passau starten als Titelkandidaten

Marco Steinbrenner 02.09.2016

Frankfurt am Main. Das Warten hat ein Ende: Am Samstag startet die 2. Herren-Bundesliga in die Saison 2016/17. Im Vergleich zur abgelaufenen Spielzeit gibt es zwei neue Vereine. Der TuS Fürstenfeldbruck und der TTC Ruhrstadt Herne mussten die Klasse verlassen. Dafür sind die beiden Meister der 3. Bundesliga, 1. FC Köln (Nord) und TTC Zugbrücke Grenzau (Süd), mit von der Partie. Im Kampf um Platz eins erwarten die Vereinsvertreter einen Zweikampf zwischen dem Titelverteidiger TSV Bad Königshofen und dem Vorjahressechsten TTC Fortuna Passau.

Experten erwarten Zweikampf zwischen dem TSV Bad Königshofen und TTC Fortuna Passau

 

Es war ein packender Dreikampf, den sich der TSV Bad Königshofen, TTC indeland Jülich und TV 1879 Hilpoltstein in der abgelaufenen Spielzeit lieferten. Am Ende entschied aufgrund der Punktgleichheit des Trios (jeweils 23:13 Zähler) das Spielverhältnis. Das Team aus Bad Königshofen gewann den Meistertitel und zählt auch in der morgen beginnenden neuen Saison zu den Topfavoriten auf Platz eins. Und das nicht ohne Grund, denn mit Kazuhiro Yoshimura, Filip Zeljko (beide vom Liga-Konkurrenten TTC Frickenhausen) und Koudai Hiraya (direkt aus Japan) konnte das Team nochmals verstärkt werden. „Die Mannschaft besitzt eine gute Mischung aus jugendlicher Frische und Erfahrung“, sagt Abteilungsleiter Josef Ort. Der Teamgeist und die eingespielten Doppel seien weitere Pluspunkte. Da auch Eigengewächs Kilian Ort nach monatelanger Verletzungspause (Schulterprobleme) wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist, kann sich der Titelverteidiger nicht von der Favoritenrolle freisprechen. Trotzdem bleibt Josef Ort bescheiden. „Wir wollen vorne mitspielen.“ Meisterkandidat ist für Ort der TTC Fortuna Passau. Der Tabellensechste der abgelaufenen Runde hielt nicht nur seine Mannschaft zusammen, sondern verpflichtete mit Tamas Lakatos vom 1. FC Saarbrücken TT II auch noch einen neuen Spitzenspieler. „Passau ist mit Lakatos noch stärker geworden.“ Fortuna-Pressesprecher Thomas Saller gibt als Saisonziel einen „Platz unter den ersten vier Teams aus. Wir haben eine junge Mannschaft mit viel Potential, die allerdings kaum gemeinsame Trainingseinheiten absolvieren wird.“

 

Spannung im Mittelfeld und Abstiegskampf garantiert

 

Was passiert hinter den bayerischen Teams aus Bad Königshofen und Passau? Der Vizemeister TTC indeland Jülich hat mit Peter Sereda (Tschechien) und Martin Allegro (Frankreich) zwei neue Spieler unter Vertrag genommen. Dafür wechselte Ewout Oostwouder nach Dänemark. Pressesprecher Jörg Sauer macht gar kein Geheimnis daraus, „dass wir Platz zwei belegen wollen“. Mit der vorhandenen mannschaftlichen Geschlossenheit und zwei möglichen Links-Rechts-Doppel-Kombinationen soll dieses Ziel in die Tat umgesetzt werden. Für Sauer heißt der Meisterschaftsfavorit BV Borussia 09 Dortmund. Die Schwarz-Gelben kamen zuletzt nur auf den achten Platz, verstärkten sich jedoch mit Adam Szudi (TTC Ruhrstadt Herne) und Bence Majoros (TTC Weinheim). Björn Helbing wechselte dafür zum 1. FC Köln. BVB-Vorstandsmitglied Ariane Brandt wünscht sich, „dass das Team so früh wie möglich den Klassenerhalt erreicht und dann nach oben blicken kann“. Die gesunde Mischung, Routiniers gepaart mit jungen, erfolgshungrigen Spielern, soll am Ende den Ausschlag geben.

Als, so Manager Bernd Beringer, „virtueller Absteiger“ war der TV 1879 Hilpoltstein in die Saison 21015/16 gestartet. Am Ende reichte es zum sensationellen dritten Tabellenplatz. „Die Liga hat sich noch einmal verstärkt, sodass für uns nur der Klassenerhalt zählt.“ Die Mannschaft bleibt unverändert. Da sich gleich drei Arbeitnehmer in der Mannschaft befinden, „hat unser Amateur-Team deutlich weniger Trainingsmöglichkeiten als die Konkurrenz“. Trotzdem wird der Liga-Verbleib angestrebt. Dazu beitragen sollen auch die zuletzt sehr überzeugenden Doppel. Einen Platz im gesicherten Mittelfeld strebt der TTC OE Bad Homburg an. Aus dem Team der abgelaufenen Saison ist nur Dominik Scheja übrig geblieben. Kohei Sambe (TTC Zugbrücke Grenzau), Jens Schabacker (NSU Neckarsulm) und Dang Qiu (ASV Grünwettersbach) haben den Klub verlassen. Auf der anderen Seite dürfen sich die heimischen Fans auf die Neulinge Tomislav Pucar (Kroatien), Nandor Ecseki (Ungarn), Laurens Tromer (SV Siek) und Sanil Shetty (TTC Seligenstadt) freuen. Beim TTC Frickenhausen hat sich die Mannschaft personell mit Ausnahme von Alfredas Udra komplett verändert. Kazuhiro Yoshimura, Filip Zeljko (beide TSV Bad Königshofen), Martin Szita (Ungarn) und Tadakatsu Ikeda (Ziel unbekannt) haben den einstigen Verein aus der Tischtennis Bundesliga (TTBL) verlassen. Dafür wurden mit Jesper Hedlund (Schweden), Ryotaro Ogata (Japan), Yuki Matsuyama (TV Leiselheim) und Tobias Rasmussen (TTC 1946 Weinheim) hoffnungsvolle Talente unter Vertrag genommen. Diese junge Mannschaft sorgte bereits bei der Pokal-Vorrunde am vergangenen Wochenende mit einem Sieg gegen den TTC Fortuna Passau für Positivschlagzeilen, verlor anschließend jedoch gegen den Drittligisten SV Schott Jena. „Unsere jungen, ehrgeizigen und hungrigen Spieler können gegen Spitzenmannschaften mithalten, allerdings noch nicht auf konstant hohem Niveau spielen“, stellt die sportliche Leiterin, Doris Schmid, klar. Für den 1. FC Saarbrücken TT II geht es nach dem zuletzt erreichten fünften Tabellenplatz diesmal einzig und allein um den Klassenerhalt. Mit Tamas Lakatos (TTC Fortuna Passau) und Marcus Hilker (TTS Borsum) hat die TTBL-Reserve zwei Abgänge zu beklagen. Neu hinzu kommt Tomas Polansky (Tschechien).

 

Ehrgeizige Ziele verfolgen die Spieler des 1. FC Köln (Foto: 1. FC Köln)Was machen die Aufsteiger 1. FC Köln und TTC Zugbrücke Grenzau II?

 

„Wenn alles ordentlich läuft, können wir sicherlich im oberen Mittelfeld landen“, prognostiziert Dirk Huber, Trainer des 1. FC Köln, zuversichtlich. Die ausschließlich mit deutschen Spielern besetzte Mannschaft ist in das Bundesliga-Unterhaus zurückgekehrt und möchte, so Kapitän Thomas Brosig, „mit mannschaftlicher Geschlossenheit überzeugen“. Björn Helbing (BV 09 Borussia Dortmund) verstärkt die Geißböcke an der vierten Position. Mit Thomas Brosig, Lennart Wehking und Robin Malessa stehen gleich drei Linkshänder zur Verfügung. „Uns bieten sich deshalb einige interessante Doppel-Konstellationen“, merkte Brosig mit einem Augenzwinkern an. Mit dem TTC Zugbrücke Grenzau II hat es eine weitere TTBL-Zweitvertretung in die 2. Bundesliga geschafft. Der erfahrene Jörg Schlichter (1. FSV Mainz 05) soll dazu beitragen, dass das von Frank Knopf (1. Vorsitzender) ausgegebene Saisonziel Klassenerhalt auch in die Tat umgesetzt werden kann. Aus der Meistermannschaft steht Frederick Jost (TTC 1946 Weinheim) nicht mehr zur Verfügung.

 

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