Mit dem bewährten Personal und einem guten Schuss Optimismus geht der MTV Tostedt in die Runde (Foto: Verein).

Neun Teams wollen etwas erreichen ? Kurze Saisonvorschau

Dr. Stephan Roscher 04.09.2015

Lediglich die Truppe von NSU Neckarsulm musste, obwohl mit Talenten gespickt, den Gang in die 3. Liga antreten. Nicht mehr dabei ist auch der TTC Wendelstein, der nach 24 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit seine Mannschaft in die Regionalliga zurückzog. Nach einer beeindruckenden Saison verließ man das Unterhaus als Vizemeister 2014/15.

Sechs Mannschaften der letztjährigen Besetzung sind dabei geblieben, nämlich TTK Anröchte, ATSV Saarbrücken, MTV Tostedt, TTVg WRW Kleve, DJK Offenburg und TuS Uentrop. Zu ihnen gesellen sich drei Aufsteiger, nämlich Drittliga-Nordmeister TSV Schwarzenbek, der TSV Langstadt, der in derselben Staffel mit nur einem Punkt weniger Platz drei erreichte, sowie der ESV Weil, Dritter der 3. Bundesliga Süd.

Recht stark eingeschätzt wird der TTK Anröchte. Das Team aus der nordrhein-westfälischen 10.000-Einwohner-Gemeinde lief in der Vorsaison auf Rang drei ins Ziel ein. Der Kader blieb so gut wie unverändert, mit Marta Golota, Elena Timina, Yang Henrich und Li Wen Wen sollte man in den oberen Regionen des Unterhauses mitspielen.

Nach einer tollen Saison, die mit ausgeglichenem Punktverhältnis auf Rang vier abgeschlossen wurde, möchte der MTV Tostedt mit dem bewährten Personal erneut eine gute Rolle in der Liga spielen. Besonders das Spitzenpaarkreuz des Ex-Erstligisten mit Laura Matzke und Toptalent Caroline Hajok verspricht einiges.

Der Fünfte der Saison 2014/15, ATSV Saarbrücken, musste Spitzenspielerin Anna Rossikhina ersetzen, was freilich mit der 24-jährigen slowenischen Einzelmeisterin Manca Fajmut, die reichlich internationale Erfahrung aufweist, gut gelungen sein dürfte. Der Stamm des alten Teams blieb den Saarländern mit Tessy Gonderinger, Theresa Adams und Ann-Kathrin Herges erhalten, hinzu stieß das saarländische Talent Ann-Sophie Daub. Auf der Vereins-Homepage lesen wir: „Wir sind sicher, wieder eine Mannschaft beisammen zu haben, die dem ATSV auch im neunten Jahr die 2. Bundesliga erhalten wird.“

Die DJK Offenburg hatte sich – nach durchwachsenem Start – im Lauf der letzten Runde gut stabilisiert und als Sechster der Abschlusstabelle souverän den angestrebten Klassenerhalt geschafft. Da man sämtliche Spielerinnen halten konnte, auch die überzeugende israelische Spitzenspielerin Nicole Trosmann, und mit Toptalent Luisa Säger vom letztjährigen Ligarivalen Neckarsulm eine ambitionierte neue Nummer zwei verpflichten konnte, stehen die Chancen nicht schlecht, diese Saison weiter oben mitzuspielen.

Nur Rang sieben sprang 2014/15 für Traditionsverein TTVg WRW Kleve heraus – den Damen vom Niederrhein fehlte es an Konstanz und nur Tischtennis-Ikone Aya Umemura, unbestrittene Nummer eins des Teams, konnte mit 13:3 eine überzeugende Bilanz einfahren. Man hat den Kader beisammen gehalten und sich vorgenommen, diesmal eine bessere Rolle in der ausgeglichenen Liga zu spielen.

Lange sah es in der Vorsaison – nicht zuletzt aufgrund von Verletzungspech – düster für die TuS Uentrop aus. In der Rückrunde erhöhte man allerdings die Schlagzahl deutlich und schaffte den Klassenerhalt doch noch relativ ungefährdet, da man mit fünf Punkten Vorsprung auf Neckarsulm ins Ziel einlief. Der Klub aus Hamm hat zwar Ying Ni Zhan abgegeben, dafür aber auf dem Transfermarkt erfolgversprechend zugeschlagen: Mit der Ex-Berlinerin Guo Pengpeng kam eine neue Nummer zwei mit Erstliga-Erfahrung zur TuS und auf Position vier der Meldeliste finden wir mit der von Aufsteiger Hövelhof verpflichteten Elena Shapovalova eine Spielerin, die hinten für hochpositive Bilanzen bürgt. Insgesamt sollte man diesmal ein gutes Stück weiter nach oben blicken können als in der Vorsaison.

Auch Aufsteiger TSV Schwarzenbek, ein Jahr vorher gerade erst von der Regionalliga in die 3. Bundesliga aufgestiegen, möchte auch in der zweithöchsten deutschen Spielklasse eine ordentliche Rolle spielen. Zwar steht die letztjährige Spitzenspielerin Olga Adamcic nicht mehr zur Verfügung, dafür hat man mit der Ukrainerin Polina Trifonova die bisherige Nummer eins des TTC Wendelstein nach Schleswig-Holstein geholt, die zuletzt mit einer 19:11-Bilanz überzeugte. Update 06.09.: Der Zuschauerzuspruch in Schwarzenbek scheint enorm, so durfte man sich bei der Zweitliga Premiere am Samstag gegen Offenburg über mehr als 260 Besucher freuen.

Auch der TSV 1909 Langstadt war 2013/14 noch Regionalligist und spielt nun zwei Klassen höher. Boten die Südhessen letzte Saison noch zwei Tischtennis-Teenager im Alter von 15 beziehungsweise 16 Jahren aus dem HTTV-Kader und mit Cornelia Reckziegel-Neumann eine erfahrene „Leitwölfin“ auf, ist man nun bei 50:50, um das Risiko zu minimieren. Deshalb verpflichtete man mit Sonja Busemann noch eine routinierte Zweitligaspielerin für die Position zwei. Wenn die „jungen Wilden“ Janina Kämmerer und Anna Bundesmann, beide 17 Jahre alt, ihren Aufwärtstrend bestätigen, sollte dem Team der Klassenerhalt gelingen können. Trainer Horst Heckwolf gibt zu Protokoll: „Das wird eine sehr interessante und spannende Saison, die Spielerinnen werden auf Augenhöhe mit allen Teams mithalten, viel dazu lernen und mit aller Macht versuchen, die Klasse zu erhalten!“

HTTV-Talent Anne Bundesmann ist die Nummer drei bei Aufsteiger TSV Langstadt (Foto: Roscher).

Last not least Aufsteiger ESV Weil: Zwar war der Klub aus Südbaden in Liga drei erst hinter Meister Langweid und Süßen ins Ziel gekommen, doch verspürte man Lust, sich dem Abenteuer 2. Liga zu stellen. Und damit es nicht in die Hose geht, hat man sich die Dienste der Ukrainerin Ievgeniia Vasylieva vom letztjährigen Zweitliga-Vize Wendelstein gesichert. Mit den eine Klasse tiefer absolut überzeugenden Schweizer Nationalspielerinnen Monika Führer und Laura Schärrer sowie Lilli Eise und Dajana Kovac verfügt der Liganeuling über vier Spielerinnen hinter Vasylieva, denen man allesamt wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt zutrauen kann.

Am Samstag beginnt die vermutlich spannende Runde mit Heimauftritten der Aufsteiger Langstadt (gegen Tostedt) und Schwarzenbek (gegen Offenburg) – wichtige erste Standortbestimmungen für die Liganeulinge. Tags darauf muss der dritte Aufsteiger Weil in Kleve zeigen, ob er in der neuen Klasse mithalten kann. In Uentrop könnte bereits ein erstes Spitzenspiel auf dem Programm stehen, wenn Anröchte anreist. Und wenn sich Tostedt und Offenburg am Sonntag in einem interessanten Nord-Süd-Vergleich duellieren, bekommen die Fans ebenfalls zwei ambitionierte Teams zu Gesicht, denen einiges zugetraut werden kann.

Eine ausführlichere Vorschau mit Stimmen aus allen Vereinen folgt zeitnah.

 

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