Mit zwei Punkten Rückstand zur Spitze befindet sich der TuS Celle als Tabellendritter in Lauerstellung (Foto: TuS Celle)

Nord: TTC GW Bad Hamm holt sich auf der Zielgeraden den inoffiziellen Herbstmeistertitel

Marco Steinbrenner 26.12.2016

Frankfurt am Main. Drei Mannschaften kämpfen um den Meistertitel, während sich vier Teams in akuter Abstiegsgefahr befinden: Die Rückrunde in der 3. Herren-Bundesliga Nord verspricht sowohl an der Spitze als auch im Keller sehr viel Spannung. Der TTC GW Bad Hamm ist als einziger Verein noch ungeschlagen und hat aktuell die besten Chancen auf den Sprung in die Zweitklassigkeit. Im Kampf um den Ligaverbleib finden sich zur Saison-Halbzeit der TTC 1957 Lampertheim und der TTC Schwalbe Bergneustadt II auf den letzten beiden Rängen wieder.

Nur der TTC GW Bad Hamm ist nach neun Spieltagen noch ohne Niederlagen

Bernd Ahrens, Trainer des TTC GW Bad Hamm, bezeichnet den Verlauf der Hinrunde als „phänomenal“. Acht Siege und nur ein 5:5-Unentschieden gegen den Tabellenzweiten Hertha BSC Berlin bescherten den Grün-Weißen die inoffizielle Herbstmeisterschaft. In der letzten Partie vor der Weihnachtspause gewannen die Grün-Weißen gegen den bis dahin ebenfalls noch ungeschlagenen TuS Celle mit 6:4. „Dass wir mit nur einen Verlustpunkt die Tabelle anführen würden, war vorher nicht zu erwarten“, sagt Ahrens und liefert die drei wesentlichen Gründe für die Erfolge. „Die Mannschaft ist eine super Truppe. Jeder freut sich für den anderen und gibt im Training sowie auf der Bank alles.“ Einen, so der Coach weiter, „Riesensprung“ hat Henning Zeptner gemacht, der im unteren Paarkreuz nur zwei seiner zehn Begegnungen verlor. „8:2 ist eine Wahnsinnsbilanz!“ Die zwischenzeitliche Verletzung von Gerrit Engemann habe sich nicht „so stark ausgewirkt“, da mit Masaki Takami in dieser Phase ein sehr guter Ersatzspieler (6:1) zur Verfügung stand. Zum Ende der Hinrunde, als Engemann wieder im Vollbesitz seiner Kräfte war, habe der Jugend-Nationalspieler den Eindruck erweckt, „dass er stabiler geworden und auch in kritischen Situationen voll da ist“. Da die Liga im Vergleich zur vergangenen Saison nach Einschätzung von Bernd Ahrens „deutlich stärker geworden ist“, dürfe sich keinesfalls ausgeruht werden. Gegen die Konkurrenten Hertha BSC Berlin, TuS Celle und TTC Ruhrstadt Herne hätte es „mit etwas mehr Pech durchaus in der Hinrunde auch Niederlagen geben können“.

Mit zwei Punkten Rückstand auf den Liga-Primus aus Hamm folgt das Team aus der Bundeshauptstadt auf dem zweiten Platz. „Wir haben Celle unterschätzt“, begründete Abteilungsleiter Gerd Welker die 2:6-Heimniederlage. Trotz der drei Verlustpunkte hat die Hertha den Meistertitel unverändert fest im Blick. Eine überragende Hinrunde spielte Arne Hölter. Die Nummer drei kam auf eine 11:1-Bilanz und verlor lediglich gegen Gerrit Engemann.

Aufgrund des schlechteren Spielverhältnisses gegenüber Hertha BSC Berlin belegt der TuS Celle mit 15:3 Zählern die dritte Position. Das Team aus Niedersachsen war mit sieben Siegen gestartet, kam dann jedoch daheim gegen den TTC Ruhrstadt Herne über ein 5:5-Remis nicht hinaus und verlor nur einen Tag später beim TTC GW Bad Hamm mit 4:6. „Gegen Hamm hat uns das notwendige Quäntchen Glück gefehlt“, berichtet TuS-Kapitän Nils Hohmeier und gibt gleichzeitig die Hoffnung auf Platz eins und den damit verbundenen Aufstieg nicht auf. „Es kann noch viel passieren. Unsere Ausgangsposition ist gut.“ Mit einem gesunden Cedric Meissner an Position vier sei das Team aus Niedersachsen, so Hohmeier, „schwer auszurechnen“.

Mit 9:1 Punkten startete der Absteiger TTC Ruhrstadt Herne in die erste Saisonhälfte. Dann jedoch folgten die Niederlagen gegen den TTC GW Bad Hamm (4:6) und Hertha BSC Berlin (3:6). Außerdem gab es nach dem Unentschieden am zweiten Spieltag gegen den SV Siek eine weitere Punkteteilung beim TuS Celle. Das Team hat aktuell einen Rückstand von fünf Zählern zum Liga-Primus aus Hamm, befindet sich aber immer noch im Soll. Der Vorsitzende Arthur Schemp hatte schließlich im Vorfeld einen Platz im oberen Tabellendrittel als Ziel ausgegeben.

SV Siek und SV Brackwede bilden das dünne Mittelfeld der Tabelle

Mit jeweils 8:10 Punkten finden sich der SV Siek und der SV Brackwede auf den Plätzen fünf sowie sechs wieder. Stefan Zilz, Abteilungsleiter in Siek, ist mit dem Verlauf der Vorrunde sowie dem Tabellenrang „im Großen und ganzen zufrieden“. Ärgerlich seien die beiden 5:5-Unentschieden gegen den TTC Ruhrstadt Herne und den TTC Seligenstadt gewesen, da jeweils 5:2-Führungen nicht ins Ziel gebracht wurden. Als Negativerlebnis führt Zilz die 3:6-Auswärtsniederlage im Derby gegen den TSV Schwarzenbek an. Positiv seien auf der anderen Seite der Sieg gegen den SV Brackwede (6:2) sowie die Punkteteilung gegen das Team aus Herne gewesen. Mit zwölf Siegen und nur sechs Niederlagen besitzt der Tabellenfünfte eine gute Doppel-Bilanz.

„Mit unseren acht Punkten und Position sechs haben wir unser Vorhaben, nicht in die Nähe der Abstiegsränge zu rutschen, erreicht“, freut sich Stephan Abke, Teamsprecher des SV Brackwede. Das Team aus dem Bielefelder Stadtteil wird von Abke als „sehr homogen, jung und erfolgshungrig bezeichnet. Balazs Hutter, Maximilian Dierks und Dwain Schwarzer spielten sich trotz der 2:6-Heimniederlage am letzten Hinrunden-Spieltag gegen den TTC Ruhrstadt Herne in die Herzen der Fans. „Die Drei haben trotz des Fehlens von Lei Yang die Begegnung lange Zeit offen gehalten“, berichtet Abke und weiß aber, „dass dieses Trio altersbedingt noch Leistungsschwankungen zeigt. An einem guten Tag kann unsere Mannschaft aber viele Konkurrenten ärgern.“

Vier Mannschaften befinden sich in akuter Abstiegsgefahr / Reserve aus Bergneustadt holt erst zwei Punkte

Zwei Teams müssen nach dem 18. Spieltag den bitteren Gang zurück in die Regionalliga bestreiten. Nach der Hinrunde befinden sich vier Vereine in akuter Abstiegsgefahr. Mit 5:13 Punkten belegt der TSV Schwarzenbek den siebten Platz. Der Vorsprung zu einem Abstiegsrang beträgt allerdings nur einen Zähler. „Wir sind holprig in die Saison gestartet und in Seligenstadt beim 0:6 verhältnismäßig hoch unter die Räder gekommen“, sagt Mannschaftsführer Achim Spreckelsen. Der Aufsteiger habe die beste Leistung daheim vor 250 Zuschauern gegen den SV Siek (6:3) gezeigt. „Dieser Höhepunkt hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Mannschaft zur Halbzeit im Soll liegt.“ Dementsprechend groß ist die Hoffnung, nicht den direkten Gang zurück in die Regionalliga Nord gehen zu müssen.

Vier Zähler hat der TTC Seligenstadt auf Position acht bislang eingefahren. Nur das bessere Spielverhältnis im Vergleich zum TTC 1957 Lampertheim trennt das Team von Kapitän Matthias Bomsdorf von einem Abstiegsrang. „Der Höhepunkt war sicherlich unser 6:0-Erfolg gegen Schwarzenbek. Auf der anderen Seite war das Negativerlebnis die 1:6-Niederlage in Bergneustadt.“ Das Team aus Seligenstadt möchte auch weiterhin die Spielklasse halten. „Dazu haben wir weiterhin alle Möglichkeiten“, weiß Bomsdorf. „Wir müssen allerdings die Doppel optimieren und unsere Chancen besser nutzen.“

Uwe van gen Hassend, erster Vorsitzender des TTC 1957 Lampertheim, muss gar nicht lange überlegen, um die Hinrunde zu analysieren. „Wir hätten einige Punkte mehr haben können. Die Doppelschwäche und das Vergeben klarer Führungen verhinderte das allerdings.“ So reichte es bislang erst zu einem 6:2-Erfolg gegen den TTC Schwalbe Bergneustadt II sowie zwei Remis gegen den TSV Schwarzenbek und den TTC Seligenstadt. „Wir wussten, dass es vom ersten Spieltag für uns nur gegen den Abstieg gehen würde. Wir haben noch alle Chancen, die Liga zu halten.“

Ein 6:1-Heimsieg gegen den TTC Seligenstadt und acht Niederlagen sind das Ergebnis des Schlusslichtes TTC Schwalbe Bergneustadt II. „Die Hinrunde ist für uns sehr unglücklich gelaufen“, stellt Kapitän Markus Grothe fest und bezeichnet die 4:6-Niederlage gegen den TSV Schwarzenbek als „besonders bitter“. Dennis Nawratek musste als Ersatzspieler beide Einzel und das Doppel mit Grothe verletzungsbedingt kampflos abgeben. Spitzenspieler Florian Schreiner stand lange Zeit aufgrund eines Schambeinastsyndroms nicht zur Verfügung. „Zur Rückrunde wird Florian aber wieder mitwirken. Wir können den Klassenerhalt noch aus eigener Kraft schaffen“, blickt Markus Grothe positiv in die Zukunft. 

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