Dimitrij Ovtcharov (Foto: Thomas)
German Open: Ruwen Filus sowie Bastian Steger geben den Sieg in der ersten Hauptrunde noch aus der Hand

Ovtcharov und Boll erreichen das Achtelfinale

Marco Steinbrenner 10.11.2017

Magdeburg. Wenn am Samstag bei den German Open in Magdeburg das Achtelfinale im Herren-Einzel durchgeführt wird, gehen auch zwei Spieler des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) in die Box. Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll haben sich durch Erfolge zu Beginn der Hauptrunde für den vorletzten Tag qualifiziert. Patrick Franziska, Ruwen Filus, Bastian Steger, Shan Xiaona und Han Ying verpassten dagegen den Sprung unter die letzten 16.

Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll geben zu Beginn der Hauptrunde nur einen Satz ab

„Das war ein klassischer Start von Dimitrij, wenn er einen Gegner nicht kennt“, merkte Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf nach dem 4:1-Sieg des Weltranglistendritten gegen die Turnierüberraschung, Bence Majoros aus Ungarn, an. „Am Ende war der Erfolg aber souverän.“ Ovtcharov selbst bilanzierte, „dass es für mich kein leichtes Spiel war. Mein Gegner hat mit viel Risiko gespielt.“ Im Achtelfinale am Samstag um 14 Uhr wartet nun der Chinese Yan An.

Timo Boll benötigte im Duell mit seinem Düsseldorfer Mannschaftskameraden Kristian Karlsson (Schweden) einen Satz, um seinen Rhythmus zu finden. „Zu Beginn habe ich ein schlechtes Gefühl gehabt. Es ist unangenehm, gegen einen Teamkollegen zu spielen.“ Nach Durchgang eins habe sich der 36-Jährige aber gefangen und die nachfolgenden Abschnitte souverän mit 11:11, 11:9, 11:3 und 11:6 für sich entschieden. „Kristian Karlsson hat direkt Vollgas gegeben“, beobachtete Roßkopf und sah den Schlüssel zum Erfolg unter anderem darin, „dass Timo im Aufschlag-Rückschlag-Bereich sehr präzise gespielt hat“. Boll, in Magdeburg an Position vier gesetzt, trifft am Sonnabend um 12.20 Uhr auf den Franzosen Simon Gauzy.

Die Enttäuschung nach der 2:4-Niederlage gegen den an Position eins gesetzten Fan Zhendong (China) hielt sich bei Patrick Franziska in Grenzen. „Patrick hat eine sehr, sehr gute Leistung gezeigt“, erhielt der Bundesligaspieler aus Saarbrücken lobende Worte vom Bundestrainer. „Besser kann er zur Zeit nicht spielen. Fan musste ans Limit gehen.“ Franziska verriet nach der Begegnung, „dass ich ein hohes Risiko gehen musste, weil Fan sehr präzise spielt. Mit seiner Vorhand hat er heute nicht einen Fehler gemacht.“ Auf der anderen Seite sparte die Nummer eins der Setzliste nicht mit Lob in Richtung des Deutschen. „Patrick hat stärker und aggressiver gespielt, als bei unserem letzten Duell. Ich war überrascht, wie gut er heute war.“

Ruwen Filus und Bastian Steger vergeben Führungen im siebten Satz

Anders als bei Patrick Franziska stand Ruwen Filus die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Der Abwehrspezialist konnte gegen Chuang Chih-Yuan aus Taiwan vier Matchbälle nicht zum Einzug in das Achtelfinale nutzen und verlor den letzten Durchgang mit 11:13. „Ich habe gut gespielt. Aufgrund der vielen Chancen hätte ich den Sieg verdient gehabt“, merkte der 29-Jährige an und verriet: „Zum Schluss bin ich ein wenig nervös geworden. In den letzten fünf Ballwechseln kamen meine Abwehrbälle zu hoch auf den Tisch.“

Mit 4:1 und 7:5 lag Bastian Steger gegen den Japaner Jun Mizutani im siebten Durchgang vorne. Zum Sieg und dem damit verbundenen Sprung unter die letzten 16 reichte es für den zweifachen Bronzemediallen-Gewinner bei Olympischen Spielen jedoch nicht. Mizutani drehte die Partie noch und setzte sich im siebten Satz mit 11:7 durch. „Beim Stand von 4:1 hat Bastian einen einfachen Ball liegen gelassen“, erinnert sich Jörg Roßkopf. „Ein 5:1-Vorsprung beim Seitenwechsel wäre überragend gewesen.“ So aber unterliefen Steger in der Schlussphase ein Aufschlag- und zwei Rückschlagfehler. „Ich wollte in der Endphase zu viel auf einmal.“

Damen-Achtelfinale am Samstag ohne deutsche Beteiligung

Die beiden für das Hauptfeld gesetzten Shan Xiaona und Han Ying blieben in Magdeburg ohne Sieg und schieden direkt aus. Shan unterlag Liu Xi aus China mit 0:4, während sich Han trotz eines zwischenzeitlichen 2:1-Vorsprungs nach sechs Sätzen Suh Hyowon (Korea) geschlagen geben musste. Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp hatte Erklärungen für das frühe Ausscheiden ihrer besten Schützlinge parat: „Natürlich haben wir uns gewünscht, länger im Turnier vertreten zu sein. Ying hat sich im Angriff verbessert und war im Zeitspiel zu sehr darauf fokussiert. In den Abwehrschlägen hat es ihr an Sicherheit gefehlt. Nana war in den letzten drei Wochen für ihr Masters-Studium in China und konnte nicht wie gewohnt trainieren.“ Shan Xianona musste die Überlegenheit ihrer Gegnerin aus dem Reich der Mitte neidlos anerkennen. „Sie hatte mit meinem Spielsystem keine Probleme.“ Dagegen trauerte Han Ying ihren beiden Satzführungen ein wenig nach. „In den letzten drei Sätzen lag ich immer mit 8:6 vorne und konnte die Führung nicht nutzen.“

Die Spiele der Deutschen am Freitag und Samstag

Herren-Einzel
Achtelfinale

Dimitrij Ovtcharov - Yan An CHN, Samstag 14 Uhr
Timo Boll - Simon Gauzy FRA, Samstag 12.20 Uhr

1. Hauptrunde
Patrick Franziska – Fan Zhendong CHN 2:4 (-7,-9,5,-6,11,-2)
Dimitrij Ovtcharov – Bence Majoros HUN 4:1 (7,-13,5,3,10)
Timo Boll – Kristian Karlsson SWE 4:1 (-4,1,9,3,6)
Ruwen Filus – Chuang Chih-Yuan TPE 3:4 (4,-8,9,5,-10,-11-11)
Bastian Steger – Jun Mizutani JPN 3:4 (5,-8,-3,9,3,-4,-7)

Damen-Einzel
1. Hauptrunde
Shan Xiaona – Liu Xi CHN 0:4 (-7,-10,-4,-7)
Han Ying – Suh Hyowon KOR 2:4 (5,-7,9,-9,-9,-12)

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