Eva Jeler (Cheftrainerin Jugend) blickt auf eine erfolgreiche Jugend-EM in Guimaraes zurück

Sieben Medaillen im Handgepäck

Marco Steinbrenner 24.07.2017

Guimaraes. Mit sieben Medaillen im Gepäck kehrten die Talente des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) am Montagnachmittag von den 60. Jugend-Europameisterschaften aus dem portugiesischen Guimaraes in die Heimat zurück. Auch zwei EM-Titel waren dabei: Das Jungen-Team gewann ebenso Gold wie Sophia Klee und Anastasia Bondareva im Schülerinnen-Doppel. „Die Mannschaft hat sich nicht nur sportlich super geschlagen“, freute sich die DTTB-Vizepräsidentin Leistungssport, Heike Ahlert, die als ETTU-Präsidiumsmitglied das Turnier verfolgte. „Die Jungen und Mädchen haben sich auch als eine Einheit präsentiert.“
Vor dem Abflug nach Frankfurt am Main zog Eva Jeler, Cheftrainerin Jugend, ihr ganz persönliches EM-Fazit.

Nach elf Jahren hat eine DTTB-Jungen-Mannschaft wieder die Goldmedaille gewonnen. Wie überraschend kommt für Sie der EM-Titel?

Eva Jeler: Das Team hat sich von Spiel zu Spiel gesteigert. Der Erfolg in der Vorrunde gegen Spanien war ein Sieg des Willens. Nach diesem gewonnenen Spiel hatte ich mir gedacht, dass die Jungs weit kommen können. Für mich waren sie zu diesem Zeitpunkt ein heißer Final-Kandidat.

Welche Spiele oder Momente bewegten Sie zu diesem Optimismus?

Jeler: Bis zum Achtelfinale hatte das Team noch nicht super gespielt, aber sich als Einheit präsentiert. Später haben die Jungs in vielen Situationen Nervenstärke bewiesen und knappe Spiele gewonnen. Dies ist unter anderem das Resultat einer guten Vorbereitung.

Wie ordnen Sie diesen EM-Titel ein?

Jeler: Für mich ist es einer der schönsten Mannschaftssiege, den ich in meiner Karriere bislang gesehen habe. Vom ersten bis zum letzten Spiel ist das Team geschlossen aufgetreten und wurde dafür belohnt. Zhu Xiaoyong ist als Bundestrainer neu hinzugekommen und hat die Jungs souverän geführt.

Wie schon im vergangenen Jahr belegten die Mädchen nur den neunten Platz. Welche Gründe sind für Sie maßgebend gewesen, dass die WM-Qualifikation nicht geschafft wurde?

Jeler: Luisa Säger, die unangefochten beste Spielerin, konnte aufgrund ihres Abiturs in den vergangenen sechs Monaten nur wenig trainieren. Dass Luisa im Mannschafts-Wettbewerb noch nicht voll präsent war, ist objektiv zu erklären und zu akzeptieren. Es fehlten ein paar Bälle zur Topform. Wenn die Nummer eins wackelt, ist es natürlich für das gesamte Team schwierig, erfolgreich zu sein. Im Einzel haben alle Fünf aber deutlich besser gespielt.

Mit nur einer Niederlage landeten die Schülerinnen auf dem neunten Platz. Blieb das Quartett hinter den Erwartungen zurück?

Jeler: Lediglich ein Spiel im gesamten Wettbewerb zu verlieren, ist schon ein hervorragendes Ergebnis. Das zunächst einmal vorweg. Die Vier haben sich im vergangenen halben Jahr spielerisch deutlich verbessert. Der Knackpunkt war das Achtelfinale gegen Weißrussland, die gegen uns mit zwei Defensivspielerinnen antraten. Anastasia Bondareva hatte sich einen Tag zuvor verletzt und konnte im Einzel nicht antreten. Es war zu sehen, dass Sophia Klee noch lange nicht gut genug ist, um gegen Abwehr zu spielen. Sie muss noch sehr viel lernen.

Aber dann kam noch die Einzel-Konkurrenz...

Jeler: In der zweiten Turnierhälfte war sichtbar, wie gut sie spielen können. Dass Zwei das Halbfinale erreicht haben, ist für mich keine so große Überraschung. Ich hatte zwar nicht daran gedacht, aber auf zwei Medaillen gehofft. Die Ergebnisse während der Saison deuteten auf dieses gute Abschneiden nämlich hin.

Die Schüler blieben in Guimaraes ohne Medaille. Was hat gefehlt?

Jeler: Die internationale Erfahrung – ganz einfach. Dieser Faktor war für die Niederlagen im Team-Wettbewerb gegen Belgien und Ungarn mit ausschlaggebend. Trotzdem muss ich sagen, dass es mir phänomenal Spaß und unglaublich viel Freude gemacht hat, mit diesen Spielern zu arbeiten. Die Jungs haben sich sehr gut entwickelt. Natürlich ist noch Luft nach oben. Mehr war allerdings nicht zu erwarten. Die Entwicklung in den vergangenen Monaten ist schon sehr, sehr gut gewesen. Medaillen und Turniere zu gewinnen, muss schließlich erst gelernt sein.

Die sehr gute Medaillen-Ausbeute hat bekanntlich viele Väter. Auf der Tribüne hat der deutsche Block stets für sehr viel Stimmung gesorgt. Wie haben Sie die Atmosphäre erlebt?

Jeler: Wir sind in Portugal als Mannschaft aufgetreten. Um bei einer Jugend-EM erfolgreich zu sein, bedarf es aber nicht nur die Arbeit der Bundestrainer bei Lehrgängen und den internationalen Turnieren. Alle Heimtrainer haben mitgeholfen, dass wir dieses sehr gute Ergebnis erzielt haben. Wir können bei einer Jugend-Europameisterschaft absolut nichts ausrichten, wenn die tägliche Trainingsarbeit zu Hause nicht funktioniert. Dafür möchte ich mich bei den Kollegen sehr herzlich bedanken.

Sämtliche DTTB-Medaillengewinner trainieren außerdem in den fünf Bundesstützpunkten.

Jeler: Das ist richtig. Die Zusammenarbeit zwischen den Bundestrainern und den dortigen Verbandstrainern ist von Jahr zu Jahr besser geworden. Das spielt sich in den Ergebnissen wieder. Aus dem Bundesstützpunkt Baden-Württemberg kommen Wenna Tu, Luisa Säger und Jennie Wolf, aus Hessen Anastasia Bondareva, Sophia Klee und Fanbo Meng, aus Niedersachsen Cedric Meissner und Tobias Hippler, aus Bayern Daniel Rinderer und schließlich aus Nordrhein-Westfalen Gerrit Engemann.

Die DTTB-Medaillen in Guimaraes

Gold: Jungen-Mannschaft, Sophia Klee/Anastasia Bondareva (Schülerinnen-Doppel)

Silber: Wenna Tu (Schülerinnen-Einzel), Cedric Meissner/Simon Soderlund (Schweden/Jungen-Doppel)

Bronze: Anastasia Bondareva (Schülerinnen-Einzel), Jennie Wolf/Luisa Säger (Mädchen-Doppel), Anastasia Bondareva/Daniel Rinderer (Schüler-Mixed)

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