Maßgeblichen Anteil am inoffiziellen Herbstmeistertitel des TSV Schwabhausen hat Spitzenspielerin Ting Yang (Foto: Steinbrenner)

TSV Schwabhausen und TTK Anröchte dominieren die Liga nach Belieben

Marco Steinbrenner 23.12.2016

Frankfurt am Main. Der TSV Schwabhausen marschiert in der Saison eins nach dem freiwilligen Rückzug aus der Erstklassigkeit geradeaus und souverän in Richtung Meisterschaft in der 2. Bundesliga. Das Team aus dem Landkreis Dachau gab in den zehn Hinrundenspielen keinen Punkt ab. Der ärgste Verfolger TTK Anröchte folgt mit einem Rückstand von vier Zählern. Deutlich mehr Spannung herrscht am Tabellenende, denn ein Quartett befindet sich in akuter Abstiegsgefahr.

Meistersekt kann in Schwabhausen bereits kaltgestellt werden / Vier 6:0-Siege bedeuten Platz eins

Die Bilanz spricht für sich: Zehn Spiele – zehn Siege. Mit 60:13 Partien und 20:0 Punkten bestimmt der TSV Schwabhausen die Liga nach Belieben. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so souverän auf Platz eins stehen würden“, verrät Abteilungsleiter Helmut Pfeil. Bei den Erfolgen gegen den TSV 1909 Langstadt (6:1), TTK Anröchte (6:3) und TuS Uentrop (6:3) fehlte allerdings jeweils eine Stammspielerin in Reihen des Gegners. „Deshalb ist auch noch lange nichts in Sachen Meisterschaft entschieden“, drückt Pfeil auf die Euphoriebremse und hebt mahnend den Zeigefinger. „Ich gehe davon aus, dass wir gegen diese drei Teams in der Rückrunde noch lange nicht gewonnen haben.“ Ting Yang, die mit ihrer 15:1-Bilanz und lediglich einer Niederlage gegen Ievgeniia Vasylieva (ESV Weil) die stärkste Spielerin des oberen Paarkreuzes ist, Mateja Jeger, Christina Feierabend und die immer noch ungeschlagene Eva-Maria Maier (8:0) wollen sich Platz eins nicht mehr nehmen lassen. „Wir sind mit den Leistungen unserer Mannschaft sehr zufrieden und haben deshalb auch schon vorzeitig alle Verträge um ein weiteres Jahr verlängert.“ Die Liga-Zugehörigkeit ist davon nicht betroffen. Aktuell kann der Abteilungsboss noch keine verbindliche Aussage darüber machen, ob das Team von Trainer Alexander Yahmed auch einen Platz in der 1. Bundesliga wahrnehmen würde. Im Januar werden erste interne Gespräche geführten, „in denen die erste grobe Richtung festgelegt wird“. Mit einer endgültigen Entscheidung rechnet Pfeil Mitte März.

Vier Punkte hinter dem TSV Schwabhausen und fünf Zähler vor dem Drittplatzierten ESV Weil ist der TTK Anröchte auf Position zwei zu finden. „Wir sind mit unserem Abschneiden zufrieden“, sagt der TTK-Vorsitzende Manfred Vogel und sieht sich in seiner vor der Saison getätigten Aussage bestätigt, „dass die Liga gegenüber der vergangenen Spielzeit stärker besetzt ist. Im Prinzip kann, Schwabhausen einmal ausgenommen, Jeder gegen Jeden gewinnen.“ Die leidvolle Erfahrung musste das Quartett aus Ostwestfalen am letzten Hinrundenspieltag machen und eine überraschende 4:6-Auswärtsniederlage gegen den TSV 1909 Langstadt einstecken. Gegen den TSV Schwabhausen wurde ebenfalls verloren (3:6). „Wir freuen uns, trotz der Ausgeglichenheit in der Liga bereits einen kleinen Vorsprung auf Position drei zu besitzen“, ergänzt Vogel und stellt klar, „dass unser Team den zweiten Platz verteidigen möchte“. Dieser Rang würde ebenfalls zum Sprung in das Bundesliga-Oberhaus berechtigten. „Wir würden sehr gerne aufsteigen. Derzeit sind wir intensiv auf der Suche nach weiteren Sponsoren.“

Fünf Mannschaften finden sich im breiten Mittelfeld der Tabelle wieder

Ein breites Tabellenfeld mit fünf Teams, die nur einen Zähler auseinander liegen, folgt von Rang drei bis sieben. „Die Hinrunde ist für uns sehr positiv verlaufen“, freut sich Doris Spiess, Abteilungsleiterin des ESV Weil und liefert direkt die Begründung. Ievgeniia Vasylieva verlor an Position eins nur drei ihrer 20 Partien. Neuzugang Charlotte Carey überzeugte ebenso (13:7). Mit dem 6:3-Auswärtssieg gegen den noch amtierenden Meister TuS Uentrop sorgte das ESV-Quartett gleich am zweiten Spieltag für ein Ausrufezeichen. Der Vergleich mit dem TSV Schwabhausen wurde „nur“ 4:6 verloren. Somit ist der ESV Weil auf einem sehr guten Weg, das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen. „Wir müssen aufgrund der Leistungsdichte in der Liga auch in der zweiten Serie genauso kämpferisch und konzentriert zur Sachen gehen“, ergänzt Spiess.

Mit großen Verletzungssorgen hatte der TuS Uentrop zu kämpfen. Spitzenspielerin Alexandra Scheld hat sich einen schweren Bandscheibenvorfall zugezogen und wird, so Coach Alex Daun, auch zu Beginn der Rückrunde noch nicht wieder am Tisch stehen können. Positiv sei jedoch anzumerken, „dass sich die anderen Spielerinnen in den Dienst des Teams stellten“. Deshalb bezeichnet Daun die aktuelle Tabellenposition als einen „guten vierten Platz“. Das Vorhaben, unter die Top 3 der Liga zu kommen, liegt trotzdem noch in Reichweite. Schließlich hat Uentrop ebenso wie Weil 11:9 Punkte auf dem Konto. „Wir haben uns sehr gut gefangen und sind somit noch auf Kurs.“

Ebenfalls fünf Siege, ein Unentschieden sowie vier Niederlagen und damit 11:9 Zähler sind das Zwischenergebnis des Fünftplatzierten MTV Tostedt. „Wir wollen wieder auf das Podium und befinden uns in Schlagweite“, sagt Fachwart Michael Bannehr. „Die Konkurrenz ist allerdings in dieser Saison noch größer und härter.“ Das untere Paarkreuz mit Svenja Koch (13:2) und Anne Sewöster (9:3) überzeugte. Deshalb fielen die lediglich drei Siege von Caroline Hajok an Position zwei nicht so stark ins Gewicht. „In den Doppeln müssen wir uns noch verbessern“, sagt Bannehr bei einem Blick auf die 7:13-Bilanz.

Manfred Kämmerer, sportlicher Leiter in Diensten des TSV 1909 Langstadt, strahlt. „Wir haben im Vergleich zur Vorsaison schon jetzt zehn Punkte mehr geholt.“ 10:10 Zähler sind das Ergebnis des Tabellensechsten. Die indische Jugend-Nationalspielerin Archana Girish Kamath überzeugte an Position eins mit 9:7 Spielen. „Archana hat sich sehr schnell an das hohe Niveau der Liga gewöhnt“, freut sich Kämmerer. „Das hatten wir uns zwar erhofft, aber nicht unbedingt erwartet.“ Der Höhepunkt folgte im letzten Hinrunden-Heimspiel mit dem überraschenden 6:4-Sieg gegen den TTK Anröchte. „Die Halle hat gewackelt. Alle haben sich in den Armen gelegen – einmalig!“ Nach der Zittersaison zuletzt sind die Hessen bestrebt, so früh wie möglich den Klassenerhalt unter Dach und Fach zu bringen. Außerdem sollen sich die jungen Spielerinnen weiterentwickeln. „Vielleicht gelingt es uns ja wieder, dem einen oder anderen Favoriten ein Bein zu stellen“, merkt Manfred Kämmerer mit einem Augenzwinkern an.

Das Rotationsprinzip beim ATSV Saarbrücken hat gegriffen. Der Siebte weist ebenfalls ein ausgeglichenes Punktekonto (10:10) auf. Abteilungsleiter Wolfgang Scholer ist zufrieden. Besonders wichtig seien die Auswärtssiege gegen die direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, TSV Schwarzenbek (6:2), Kieler TTK GW (6:4) und TTC Langweid (6:3) gewesen. Die größte Überraschung war aber der 6:3-Erfolg zum Abschluss der ersten Saisonhälfte gegen den MTV Tostedt. „Den schwächsten Tag erwischte die Mannschaft beim 1:6 gegen Langstadt.“ Im Kampf um den Ligaverbleib sei aber noch nichts entschieden. „Am besten gewinnen wir die Heimspiele gegen die hinter uns platzierten Mannschaften“, stellt Scholer klar.

Vier Teams sind nach der Hinrunde in akuter Abstiegsgefahr / Spannung bis zum Schluss ist garantiert

Langeweile kommt in der Rückrunde auf gar keinen Fall auf, wenn es um die Frage nach den drei Absteigern in die 3. Bundesliga geht. Aktuell müssen vier Mannschaften zittern. Die besten Karten besitzt der Achte DJK Offenburg mit einem Vorsprung von zwei Zählern zum letzten Abstiegsrang. „Bislang sind wir auf Kurs“, sagt die Nummer vier, Petra Heuberger, bei einem Blick auf die aktuelle Tabelle. Als negatives Erlebnis führt Heuberger die 0:6-Niederlage gegen den Kieler TTK GW an. Auf der anderen Seite sei der 6:3-Erfolg gegen den ESV Weil als „positiv“ zu bewerten. „Ich erwarte bis zuletzt einen heißen Kampf um die drei letzten Plätze.“

Ein 6:0-Kantersieg gegen die DJK Offenburg sowie drei 5:5-Unentschieden gegen den ESV Weil, MTV Tostedt und TSV Schwarzenbek sind die bisherigen Erfolgserlebnisse des Aufsteigers Kieler TTK GW. Die letzten vier Hinrundenpartien wurden allerdings verloren. Die Grün-Weißen nehmen Position neun ein und wären damit zum jetzigen Zeitpunkt abgestiegen. „Ich hoffe, dass sich die Mannschaft in der Liga etwas zurecht gefunden hat und in der Rückrunde den einen oder anderen Punkt mehr erspielen wird“, blickt Mannschaftsführerin Martina Wirlmann voraus. Aufgrund der „sehr engen Ergebnisse in der Hinrunde“ werde das Team aus dem hohen Norden noch einmal alles geben, um doch die Liga zu halten.

„Eigentlich dachten wir, ein sicherer Abstiegskandidat zu sein“, verrät Katharina Schneider, Nummer eins des zweiten Neulings TTC Langweid. Doch bislang wurden die Partien gegen den TuS Uentrop (6:4) und Kieler TTK GW (6:3) gewonnen. Hinzu kommt ein 5:5-Remis zum Abschluss der ersten Serie bei der DJK Offenburg. „Wir stehen zwar mit unseren fünf Zählern dennoch auf einem Abstiegsplatz, haben den Anschluss an den rettenden achten Rang aufgrund des Rückstandes von lediglich zwei Punkten noch nicht verloren.“ Besonders in den Doppeln (11:9 Bilanz) überzeugte das Team aus der Nähe von Augsburg. „Auch wenn es sich ambitioniert anhört und mit viel Arbeit verbunden ist: Mit dem einen oder anderen Überraschungssieg ist es durchaus für uns möglich, den Klassenerhalt zu schaffen“, hat Schneider die Hoffnung noch lange nicht aufgegeben.

Erst am letzten Spieltag der Saison 2015/16 hielt sich der TSV Schwarzenbek in der 2. Bundesliga. Auch diesmal muss der Tabellenletzte aufgrund seiner lediglich erst vier Punkte gewaltig um den Verbleib zittern. Der einzige Saisonsieg resultiert aus dem 6:0 gegen den TTC Langweid. Hinzu kommen die beiden 5:5-Unentschieden gegen den Kieler TTK GW sowie TSV 1909 Langstadt. „Wir haben unser Saisonziel, einen Nichtabstiegsplatz zu belegen, bislang nicht erreicht“, verrät Mannschaftsführer Wolfgang Weber. Doch getreu dem Motto „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ soll es noch zum Sprung auf die rettende achte Position reichen. Vielleicht gelingt dies durch die personelle Umstellung, dass Vivien Scholz an die zweite Position rückt und Sejla Fazlic (0:10) ersetzt.

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