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Die Mannschaften des SV Uniom Velbert feierten die Meisterschaft der ersten Mannschaft. Foto: Verein
Velbert gleich mit zwei Mannschaften erfolgreich

3. Bundesliga Nord: Corona und der Krieg stellen die Teams vor Herausforderungen

Julian Hörndlein 18.04.2022

Frankfurt/Main. Der SV Union Velbert hat in dieser Saison ein Ausrufezeichen gesetzt. Mit gleich zwei Mannschaften war der Verein in der 3. Bundesliga Nord der Herren vertreten. Beide werden auch im kommenden Jahr wieder in der Liga antreten, die erste Mannschaft hat auf den Aufstieg verzichtet.

„Die Saison verlief für uns fast makellos“, meint Thomas Brosig. Sein Verein vom SV Union Velbert hatte es fast geschafft, gleich beide Mannschaften ganz vorne zu positionieren. Die erste Mannschaft schloss die Saison ungeschlagen mit einer Punktebilanz von 35:1 ab, die zweite Mannschaft steht kurz hinter dem Zweitplatzierten TTC 1957 Lampertheim. Die Spieler haben die Möglichkeit zum Aufstieg ins Unterhaus jedoch nicht wahrgenommen. Die jüngeren Spieler sollen in der 3. Bundesliga noch lernen, auch die Spieler mit viel Erfahrung sind in der 3. Liga zufrieden. Für die kommende Saison hat der Verein zwei ukrainische Spieler verpflichtet, Anton Limonov und Leonid Yakyntchuk. Limonov darf bisher nicht aus der Ukraine ausreisen, der Jugendliche Yakyntchuk ist bereits in Deutschland. Für die kommende Saison setzt Brosig im Grunde das gleiche Ziel wie in dieser Saison an: Die erste Mannschaft soll oben mitspielen, die zweite Mannschaft nicht in den Abstiegskampf verwickelt sein.

Auf den Abstiegsplätzen finden sich wiederum der TSV Bargteheide und der VfR Fehlheim 1929. In Fehlheim hat der Ukraine-Krieg dem Klassenerhalt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Vier Spieler aus dem Verein stammen aus der Ukraine, Olexandr Tuzhylin, Dmytro Yaremchuk und Oleksi Sarmatov konnten seit Kriegsbeginn nicht mehr spielen. „Wir haben das Beste draus gemacht“, sagt Spieler Timo Freund. Kurz vor Ende der Saison hatte das Team ein 5:5-Unentschieden gegen den SC Buschhausen erspielt. In der nächsten Saison in der Regionalliga West soll die Mannschaft in gleicher Formation auftreten, was auch von der Entwicklung in der Ukraine abhängt.

Schützenhilfe blieb aus

Der TSV Bargteheide hatte bis zum letzten Spieltag gehofft. Mit einer Punktebilanz von 9:27 fehlt der Mannschaft aus Schleswig-Holstein nur ein Punkt ans rettende Ufer. Das eigene letzte Spiel gegen Velbert II ging mit 3:6 verloren, Bargteheide hätte Schützenhilfe aus Borsum im Spiel gegen Kassel benötigt. Borsum musste ersatzgeschwächt antreten, Kassel gewann 6:1 und liegt damit auf dem achten Platz der Liga. „Wir haben es aber selbst nicht regeln können“, sagt Bargteheides Teammanager Thomas Grätsch. Zur kommenden Saison wurde Philipp Flörke vom SC Poppenbüttel verpflichtet. „Wir wollen auf jeden Fall wieder aufsteigen“, sagt Grätsch.

In Borsum ist man sich über die Rolle im Abstiegskampf bewusst. Mit der eigenen Platzierung auf dem sechsten Platz ist Teammanager Olaf Sprung zwar zufrieden. „So richtig Freude aufkommen lässt es bei mir aber nicht, weil Bargteheide abgestiegen ist“, sagt er. Die Mannschaft war in der Rückrunde gebeutelt von Corona und von Verletzungen. In der kommenden Saison soll die Mannschaft zusammen bleiben, der Klassenerhalt ist das Ziel.

Vor Borsum befinden sich der TSV Schwarzenbek und der SC Buschhausen. In Schwarzenbek ist Achim Spreckelsen zufrieden. „Am Ende sind wir früh gesichert gewesen“, sagt er. In sechs Jahren Bundesliga sei das die beste Platzierung gewesen. Das Team setzt weiterhin auf seinen Kern aus Frederik und Moritz Spreckelsen sowie Sören Wegner. Jonatan Mcdonald und Lleyton Ullmann verlassen den Verein. Dafür wurde aus Kassel Maximilian Dierks verpflichtet, vom MTV Jever kommt Adrian Dugiel. „Nächste Saison haben wir wieder den Anspruch, im Mittelfeld zu landen“, sagt Spreckelsen.

Corona auch in der Rückrunde ein Thema

In Buschhausen lief die Rückrunde anders als geplant, die Mannschaft hatte mit vielen Coronafällen zu kämpfen. „Wir hätten uns gewünscht, dass wir ein Endspiel um die Meisterschaft in Velbert bekommen“, sagt Vorsitzender Michael Lange. Ende Januar sei die Mannschaft komplett auseinander gefallen, zur nächsten Saison wird sie komplett umstrukturiert. Heye Koepke, Michael Servaty und Thomas Pellny verlassen den Verein, einzig Ewgenij Milchin bleibt. Er wird ergänzt durch Carlos Ishida, Vincent Senkbeil und Vallott Vainula. „Mit Velbert hat sich nun der Topfavorit durchgesetzt“, meint Lange.

Auf dem siebten Platz stehen die Füchse Berlin. Sie haben damit ihr Saisonziel Klassenerhalt erreicht. Die Mannschaft tritt mit einer lokalen Truppe in der Liga an, die Spieler kommen aus Berlin und Brandenburg. „Mit dieser Strategie bewerten wir den Platz als Erfolg“, sagt Trainer Jens Ruland. Dieses Konzept soll auch in der kommenden Saison wieder ganz vorne stehen.

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