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Der TV Leiselheim setzte sich am Ende der Saison an die Spitze und steigt in die 2. Bundesliga auf. Foto: Verein
Leiselheim und Stuttgart lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen

3. Bundesliga Süd: „Bitterer geht’s gar nicht“

Julian Hörndlein 15.04.2022

Frankfurt/Main. Es war ein enger Kampf um die Spitze der 3. Bundesliga Süd. Der TV Leiselheim und der Sportbund Stuttgart haben sich bis zuletzt duelliert. Am Ende hat sich Leiselheim die Meisterschaft gesichert, Stuttgart muss nach einem Herzschlagfinale im Entscheidungsspiel gegen Fortuna Passau in der Liga bleiben.

„Bitterer geht’s gar nicht“, sagt Thomas Walter. Der Stuttgarter hat nervenaufreibende Wochen mit seiner Mannschaft hinter sich. Zuerst landete das Team mit der gleichen Punktebilanz von 34:6 Punkten auf dem zweiten Platz der Liga, schließlich fehlten noch zwei Bälle im Entscheidungsspiel gegen Passau zum Aufstieg ins Unterhaus. Am Ende ging das Spiel 5:5 aus, bei einem Satzverhältnis von 20:19 für Passau triumphierten die Niederbayern. Walter ist unglücklich mit der Ansetzung des Entscheidungsspiels, da laut ihm nicht im Rahmenterminplan gestanden habe. „Zwei Flüge und ein Urlaub mussten storniert werden“, sagt er. Dem Verein sei so ein Schaden von 3500 Euro entstanden. In der Saison zuvor hatte die Mannschaft bereits mit dem Meniskusriss von Spitzenspieler Daaud Cheaib kämpfen müssen. Die nächste Saison ist noch in der Planung. „Wir überlegen grundsätzlich, wie die Ausrichtung sein wird“, meint Thomas Walter.

Bei Meister und Aufsteiger Leiselheim überwiegt die Freude über das Saisonresultat. „Das war ein unglaublich knappes Finale“, sagt Trainer Andreas Cipu. Mit dem Aufstieg steht jetzt auch die Planung an. „Das hat gerade angefangen“, sagt Cipu. Ziel wird im Unterhaus der Klassenerhalt sein.

Auf den dritten Platz hat sich der TTC Wöschbach gesetzt. „Das hätten wir eigentlich nicht gedacht“, sagt Sportvorstand Michael Burg. Guilherme Teodoro wird zur nächsten Saison nach Kaiserslautern wechseln, das Ziel ist zuvorderst wieder der Klassenerhalt. Beim Viertplatzierten in Hohenstein-Ernstthal hatte man mit Corona und dem Lockdown in Sachsen zu kämpfen. „Wir hatten einen schweren Start auswärts“, sagt Teammanager Christian Hornbogen. Die Mannschaft hatte 14 Spiele in neun Wochen zu absolvieren. „Von der Endplatzierung her sind wir super zufrieden“, sagt Hornbogen. Spitzenspieler Kazhua Nakamura geht zurück in sein Heimatland Japan, Michal Benes wechselt nach Tschechien. Die Planungen für die kommende Saison laufen noch, Kernziel ist der Klassenerhalt.

Drei Absteiger wegen elf Teams

Die 3. Bundesliga Süd wies in dieser Saison eine Besonderheit auf: Die SpVgg Effeltrich hatte gegen den Abstieg in der abgebrochenen Corona-Saison geklagt und Recht bekommen, weshalb in dieser Saison elf Mannschaften in der Liga antraten. Wegen dieser Situation steigen auch drei Mannschaften ab, das sind der TTC Wohlbach, der SB Versbach und der TTC 1946 Weinheim.

Effeltrich selbst hat sich mit dem achten Platz vom Abstieg befreit. Auch die Spielvereinigung hatte ein volles Programm. „Am Ende war jeder einfach platt“, sagt Teammanager Jürgen Weninger. Spitzenspieler Martin Guman hatte sich während der Saison verletzt. „Deswegen ist es nochmal eng gewesen“, erklärt Weninger. Die Mannschaft bleibt im kommenden Jahr bestehen, Effeltrich hat mit dem 16-jährigen Akito Itagaki noch einen fünften Spieler verpflichtet.

Bei Absteiger Wohlbach ist man mit dem Saisonverlauf durch Corona unzufrieden. „Das war keine runde Saison“, sagt Hubert Becker. Die Mannschaft habe einige entscheidende Spiele verloren. DDas Team bleibt in der kommenden Saison in der Regionalliga zusammen, der Wiederaufstieg ist das Ziel.

Auch Hubert Uhl vom SB Versbach spricht Corona an, allerdings hat das Team früh auf Andreas Ball verzichten müssen. „So einen Ausfall kann man im Tischtennis nicht ersetzen“, meint er. Vom TTBL-Verein Grünwettersbach wechselt Dillon Chambers nach Versbach, bis auf Ball bleibt die Mannschaft auch in der kommenden Saison gleich.

Schlusslicht Weinheim hatte Personalprobleme, Topspieler Payas Jain aus Indien konnte nicht für den Verein aufschlagen. „Ohne Nummer Eins war es für uns sehr schwer“, sagt Spieler Björn Baum. Er spricht von einem verdienten Abstieg. Baum wird den Verein in Richtung Wallertheim verlassen, auch Tom Eise und Oliver Both verlassen die Mannschaft.

Saisonziel knapp verpasst

Knapp das Saisonziel verfehlt hat die TSG Kaiserslautern. Die Pfälzer hatten vor der Saison verlauten lassen, im vorderen Tabellendrittel landen zu wollen. Jetzt ist es mit einer Punktebilanz von 25:15 der vierte Platz geworden. „Es war ein schwieriges Jahr für uns“, sagt Manager Bijan Kalhorifar. Den beiden Spitzenreitern gratuliert er. „Stuttgart und Leiselheim sind zu Recht ganz oben“, meint er. In der nächsten Saison möchte Kaiserslautern wieder oben mitmischen.

Kaiserslauterns Tabellennachbar ist der FC Bayern München. „Mit der Vorrunde sind wir topzufrieden“, erklärt Ulrich Metzker. In der Rückrunde habe man dann Abstriche machen müssen, die Mannschaft hatte oft nicht vollständig antreten können. „Das kann man in der Liga nicht ausgleichen“, meint Metzker. Mit der Leistung seiner Spieler ist er zufrieden. Zur nächsten Saison wird Daniel Rinderer das Team verlassen.

Im Soll ist der SV SCHOTT Jena. Der Verein hatte gleich zu Beginn den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben. „Das haben wir auch frühzeitig erreicht“, erklärt Vereinsvertreter Andreas Amend. Er geht davon aus, dass das Team auch im Herbst wieder so zur Verfügung steht. Das Ziel wird dann wie in diesem Jahr auch wieder der Klassenerhalt sein.

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