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Foto: ITTF
Damen treffen um 3 Uhr auf Südkorea / Herren um 7.30 Uhr auf Taiwan

50:50-Spiele für deutsche Teams im Viertelfinale

02.08.2021

Tokio. Wer löst das Ticket für zwei weitere Spiele um Medaillen? Nach den souveränen Auftritten der DTTB-Mannschaften im Achtelfinale warten in der Runde der besten acht zwei schwierige Gegner. Um 3 Uhr deutscher Zeit spielen die Schützlinge von Jie Schöpp gegen Südkorea. Um 7.30 Uhr folgen die Herren gegen Taiwan.

Ein erster Blick auf die Bilanz der deutschen Tischtennis-Damen gegen Südkorea verheißt nichts Gutes. Bei acht Begegnungen stehen nur zwei Siege für die Deutschen zu Buche. Zuletzt trafen die beiden Nationen in der Vorrunde der Team-Weltmeisterschaften 2018 in Halmstad aufeinander. Die Südkoreaner gewannen damals in einem dramatischen Duell mit 3:2, jedoch ohne die bei Weltmeisterschaften damals noch nicht spielberechtigten Han Ying und Shan Xiaona auf deutscher Seite. Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp erwartet morgen im "Tokyo Taiikukan" aber ein ausgeglichenes Spiel: „Südkorea kann gute Doppel stellen und hat drei sehr starke Einzelspielerinnen. Wir werden um jeden Punkt kämpfen, aber es ist ein 50:50-Spiel.“ Am Montagmorgen konnten sich Jeon Jihee, Choi Hyojoo und Shin Yubin mit 3:0 gegen Polen durchsetzen. Ein deutliches Ergebnis, auch wenn die Koreanerinnen zwei Spiele erst im Entscheidungssatz gewinnen konnten. Die klare Nummer eins des Teams ist Jeon Jihee. Die Weltranglistenvierzehnte musste sich in der Olympia-Einzelkonkurrenz erst im Viertelfinale der späteren Bronzemedaillengewinnerin Mima Ito geschlagen geben. Gegen Polen hatte sie keine Mühe gegen Abwehrspezialistin Li Quian (3:0) – der letzte Vergleich gegen Deutschlands Defensivkünstlerin Han Ying beim Women’s World Cup 2020 ging jedoch mit 0:4-Sätzen verloren. Das Team wird ergänzt von der 23-jährigen Choi Hyojoo (Weltrangliste 64) und der Nachwuchshoffnung Shin Yubin (Weltrangliste 85). Im Einzel besiegte die 17-Jährige die 41 Jahre ältere Ni Xialian aus Luxemburg nervenstark in sieben Sätzen. 

Für das Schöpp-Team war Australien sicher kein Gradmesser, Petrissa Solja ist aber zuversichtlich, dass die Mannschaft gegen die Südkoreanerinnen in Topform in die Box gehen werden: “Mit besseren Gegnern werden wir unsere Leistung weiter steigern. Wir gehen selbstbewusst in das Spiel gegen Südkorea.“

Herren gegen Taiwan: Ein Youngster und zwei Doppelweltmeister

Hätte man vor den Olympischen Spielen gefragt, welches Los man im Viertelfinale nicht haben möchte, so wäre mit großer Wahrscheinlichkeit im deutschen Team öfters das Land Taiwan gefallen. „Mit Lin Yun-Ju haben sie einen Spieler, der natürlich zwei Punkte machen kann. Nicht zu unterschätzen ist außerdem das Weltmeisterdoppel mit Chuang Chih-Yuan und Chen Chien-An. Aber: Wir haben lange für diese Spiele trainiert, sind absolut fit und haben das Potenzial, ins Halbfinale einzuziehen“, gibt sich Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf optimistisch. Im Jahr 2013 in Paris gewann Chuang und Chen Gold im Doppel - damals mit einem 4:2-Sieg im Finale gegen die Chinesen Ma Lin und Hao Shuai. Chuang Chih-Yuan ist wahrscheinlich jedem Tischtennisfan ein Begriff. Mit 40 Jahren ist er so etwas wie das taiwanesische Pendant zu Timo Boll. „Chuangi“, wie die ehemalige Nummer drei der Welt auch genannt wird, ist bekannt für seine beidseitige Offensivpower mit der er unter anderem die TTF Liebherr Ochsenhausen (2004) und den SV Werder Bremen (2013) zur Deutschen Meisterschaft führte. Unvergessen bleibt auch das Spiel um Bronze bei den Olympischen Spielen 2012 in London, als er am Ende Dimitrij Ovtcharov zur Medaille gratulieren musste.

Angeführt wird das Team natürlich vom 19-jährigen Nachwuchsstar Lin Yun-Ju, der sich morgen  für das Spiel um Bronze gegen Dimitrij Ovtcharov revanchieren will. Nicht zuletzt wegen Lin gehört der Inselstaat für Dimitrij Ovtcharov mittlerweile zu den besten Tischtennisnationen der Welt: "Taiwan ist auf Augenhöhe mit Korea oder Japan, wenn nicht sogar stärker. Gegen Lin muss ich wieder am absoluten Limit spielen, wenn ich gegen ihn noch einmal gewinnen will."

Damen-Viertelfinale für Frühaufsteher

Die Damen werden am Tokioter Morgen um 10 Uhr Ortszeit spielen. Für alle Fans in Deutschland heißt das früh aufstehen, nämlich um 3 Uhr. Die Herren spielen erst um 7.30 Uhr deutscher Zeit. Die Spiele werden in den Livestreams von ARD/ZDF und Eurosport übertragen und in Ausschnitten auch im Hauptprogramm.

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Das deutsche Aufgebot bei den Tischtenniswettbewerbe in Tokio

Herren-Team: Dimitrij Ovtcharov (Fakel Gazprom Orenburg, Russland), Timo Boll (Borussia Düsseldorf), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT), Ergänzungsspieler: Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt)
Damen-Team: Petrissa Solja (TSV Langstadt), Han Ying (KTS Enea Siarka Tarnobrzeg, Polen), Shan Xiaona (ttc berlin eastside), Ergänzungsspielerin: Nina Mittelham (ttc berlin eastside)
Herren-Einzel: Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll
Damen-Einzel: Petrissa Solja, Han Ying
Gemischtes Doppel: Patrick Franziska/Petrissa Solja
Teilmannschaftsleiter: Richard Prause (Sportdirektor)
Trainer-Team: Jörg Roßkopf (Bundestrainer Herren), Jie Schöpp (Bundestrainerin Damen), Lars Hielscher (Assistenztrainer)
Physiotherapeut: Peter Heckert (OSP Hessen)
Arzt: Dr. Antonius Kass (Düsseldorf)
Schiedsrichterin: Anja Gersdorf (Düsseldorf)
Öffentlichkeitsarbeit: Benedikt Probst (Frankfurt/Main)

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