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Martin Adomeit im Einsatz für Nigeria, hier mit Quadri Aruna beim World Cup (Foto: ms)

Abenteuer Nigeria: Martin Adomeits Einblicke in eine andere Tischtennis-Welt, Teil 1

Aufgezeichnet von ms 09.09.2015

Lagos. Als Trainer der DTTB-Damen gewann er 1997 bei den Weltmeisterschaften in Manchester die Bronzemedaille, ein Jahr später folgte Gold bei den Europameisterschaften in Eindhoven, 1999 wählten ihn die Leser des Fachmagazins tischtennis zum "Trainer des Jahres". Den Tischtennis-Fans ist A-Lizenz-Trainer Martin Adomeit aus jüngster Vergangenheit noch bestens Erinnerung, als er Publikumsliebling Quadri Aruna beim LIEBHERR Men's World Cup 2014 in Düsseldorf ins Viertelfinale coachte.

Derzeit ist Adomeit seit einigen Wochen auf Honorarbasis für Nigeria als sogenannter "Technical Adviser" im Einsatz und soll helfen, Afrikas erfolgreichste Tischtennisnation in Lagos bei den All African Games in Brazzaville (Kongo) zum Erfolg zu führen. Der in Lippstadt lebende, gebürtige Dortmunder berichtet für tischtennis.de über seine Eindrücke und gibt interessante Einblicke in Nigerias Tischtennis-Welt, die sich so gänzlich von der in Europa und Asien unterscheidet.

Martin Adomeits Nigeria-Tagebuch, Teil 1

"Mein Engagement als Technical Adviser kam durch den Kontakt mit Quadri Aruna und über den persönlichen Einsatz des Verbandspräsidenten Wahid Oshodo zustande, nachdem zuvor Projekte wie Betreuung bei der WM und beim African Top 16 an organisatorischen Kleinigkeiten gescheitert waren. Oshodo will Tischtennis in Nigeria langfristig massiv nach vorne bringen. Mein Engagement ist zunächst bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland am 22. September befristet, ist aber als längerfristiges Engagement bis zu den Olympischen Spielen in Rio angedacht mit punktuellen Maßnahmen in Nigeria. Die Entscheidung darüber wird aber erst im Rahmen oder nach den All African Games fallen, nachdem der in London lebende Oshodo erst im Kongo zum Team stoßen wird. Eines steht jedenfalls für mich schon nach kurzer fest fest: Machbar ist in Nigeria so einiges.

Der Stellenwert: Tischtennis in Nigeria, eine Sportart mit Standing

Martin Adomeit bei der Pressekonferenz in Lagos (Foto: privat)Die Perspektiven für eine Verbesserung Nigerias im Tischtennis sind grundsätzlich gut. Der Sport hat in Nigeria nicht nur eine gewisse Tradition, sondern durchaus auch Stellenwert, wie ich selbst bereits kurz nach meiner Ankunft erfahren konnte. Ich muss zugeben, ich war überrascht, als zu meiner Vorstellung bei einer Pressekonferenz rund dreißig schreibende Journalisten und drei Fernsehteams anwesend waren. Ein Info-Event mit allen Nationalspielern war einen Fernsehbericht mit zahlreichen Interviews wert. Vor der Halle stehen nach jedem Training rund 20-30 Tischtennisinteressierte mit Nationaltrikots, um kurz mit den Spielern zu sprechen oder ein Foto oder ein Video mit ihren Idolen zu ergattern. Interessant übrigens auch: Im Gegensatz zu Europa ist, ähnlich wie in Asien, beim Medieninteresse keinerlei Unterschied im Stellenwert zwischen Damen und Herren zu erkennen. Die Spielerinnen hatten nicht weniger Fragen zu beantworten und Interviewwünsche zu erfüllen als ihre männlichen Kollegen.

Die Gastarbeiter: Nigerias Asse seit Jahrzehnten in Europa beliebt

Die Gründe für die öffentliche Anerkennung liegen in vielen Erfolgen bei All African Games, Afrikameisterschaften und African Cup begründet. Außerdem: Seit Jahrzehnten tauchen nigerianische Spieler in den oberen Ligen Europas auf. Als Trainer der Soester Erstligamannschaft habe ich Olawumni Majekodunmi bei ihrem Gastspiel in Deutschland kennengelernt, in Lippstadt hatte ich Kontakt zu Sunday Eboh, den ich bei meinem Aufenthalt in Nigeria nun wiedergetroffen haben, und Ramon Shitta. Aktuell spielen zwei Damen und sieben Herren in Deutschland, Portugal, Italien und Frankreich, darunter die mehrfache Afrikameisterin und Olympia-Teilnehmerin Funke Oshonaike in Poppenbüttel sowie der derzeitige Superstar Quadri Aruna, der für Morez (Frankreich) aufläuft. Sein Erfolg beim World Cup hat Nigeria sicherlich nicht verändert, aber motiviert: Die Frage jedenfalls, ob man so gut werden könne wie er, habe ich bis zur Abreise zu den All African Games im Training immer wieder gehört.

 

Die Teile 2 und 3 folgen am Donnerstag und Freitag.

 

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