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Andreas Andel im blau-schwarzen Dress. Foto: Höfer
Fahrer des 1. FC Saarbrücken-TT im Porträt

Andreas Andel: "Es ist der Umgang mit den Spielern, der mich motiviert"

Julian Hörndlein 29.03.2025

Saarbrücken. Ein Profi-Verein ohne Ehrenamt, das wäre im Tischtennis gar nicht möglich. Menschen wie Andreas Andel vom 1. FC Saarbrücken-TT halten den Verein am Laufen. Der langjährige Fahrer der zweiten Mannschaft des FCS hat viele Tausend Kilometer auf deutschen Autobahnen hinter sich. Ein Porträt.

„Ich fahre unheimlich gerne Auto“, sagt Andreas Andel lachend. Das dürfte die Voraussetzung für die Tätigkeit sein, die den 67-Jährigen quer durch die Bundesrepublik bringt. Der Wahl-Saarländer ist seit der Saison 2010/2011 im blau-schwarzen Dienst unterwegs. „Ursprünglich war ich als Zuschauer dabei“, erinnert sich Andel, der schon seit jeher vor allem für das Geschehen in der 2. Bundesliga brennt. Andel übernahm zuerst den Liveticker in einer Liga, die abseits der großen TTBL-Strahlkraft mit geringem Zuschauerinteresse zu rechnen hatte. „Da war der Tenor: Das ist ja nur die Zweite“, erinnert sich Andel. Dennoch lagen ihm die Sorgen und Herausforderungen des Unterhaus-Teams immer am Herzen. Als er sah, dass die Mannschaft einmal ganz allein nach Passau fahren musste, bot er sich als Fahrer an – und ist seitdem eine feste Größe beim FCS. „Es wurde eben immer ein bisschen mehr an Aufgaben“, sagt er.

Dabei war Andel auch zuvor im saarländischen Tischtennis kein Unbekannter gewesen. Beruflich in der IT-Branche zuhause, schlug er dem Organisationsbüro des STTB schon vor einem Vierteljahrhundert die Schaffung einer Webseite vor. Der Verband winkte erst ab, schließlich hatte Andel aber doch Erfolg und baute just auch noch einen Ergebnisdienst im Saarland auf. Sportlich beheimatet ist Andel bei den TTF Homburg-Erbach, greift nach wie vor ab und zu im Ligaspielbetrieb zum Schläger – unter anderem auch dann, wenn es gegen den FCS geht. Andel brennt für beide Vereine, da fällt auch sein ehrenamtliches Engagement nicht schwer. „Für mich ist das einfach schöne Zeit“, sagt der Fahrer.

Viel Zeit für persönliche Gespräche

Am Steuer bleibt Zeit, um die Spieler kennenzulernen, mit ihnen auch mal ein persönliches Gespräch zu führen. Andel erfährt von Problemen und Ambitionen, tauscht sich aber auch mal über die Weltanschauung oder persönliche Schicksalsschläge aus. Dass es dem 67-Jährigen vor allem die zweite Bundesliga angetan hat, hat einen besonderen Grund: „Ich mag das Spielsystem.“ Zwei Tische, Doppel und im Vergleich zur TTBL viele Spiele, das sieht Andel gerne. Und dann wäre da noch der Austausch mit den oft jungen Spielern. „Ich weiß den Umgang zu schätzen“, meint der Funktionär. Denn als Fahrer kommt Andel mit jungen Talenten in Kontakt, die später vielleicht einmal in der TTBL spielen oder gar nationale und internationale Titel gewinnen. Da ist es nicht verwunderlich, dass er seinen „Schützlingen“ aus der zweiten Mannschaft nur das Beste wünscht. „Lange Zeit war es nicht gelungen, Spieler aus der zweiten Mannschaft zu Stammspielern in der Ersten zu machen“, sagt er. Mit Eduard Ionescu sei das nun gelungen, sehr zur Freude von Andreas Andel. Der Ehrenamtliche hat Einblicke in die Wirkweisen der 2. Bundesliga wie kaum ein anderer. Ihm ist immer sehr wichtig, frühzeitig in der Saison Punkte zu sammeln, um dann in der Rückrunde Luft zu haben. Allerdings ist er keinesfalls auf die 2. Bundesliga beschränkt. Als die zweite Garde des FCS zur Saison 2023/24 abgestiegen war, fuhr Andel die Truppe auch gerne zu den Kontrahenten in der 3. Bundesliga Süd. Besonders eine Region hat es dem gebürtigen Zweibrücker besonders angetan: „Ich fahre sehr gerne nach Bayern.“

Faible für Bayern

Eine besondere Freundschaft verbindet Andel nach all den Jahren deshalb vor allem mit dem TV Hilpoltstein und dem TTC Fortuna Passau. Selbst die Fans der gegnerischen Teams wissen inzwischen, dass sie mit Andel einen absoluten Insider in der Halle sitzen haben. Wobei er auch ein feines Gespür dafür hat, was man erzählen kann – und welche Information vertraulich bleibt. Mit seinen ehemaligen Fahrgästen steht Andel nach wie vor häufig in Kontakt. Als Beispiel nennt der Unermüdliche Cedric Nuytinck, dem er vor kurzem zur belgischen Meisterschaft gratuliert hat. Bei ihm im Auto saßen schon die „Großen“ der Tischtennisszene. Unter anderem hat er bereits Omar Assar vom Flughafen abgeholt, auch ITTF-Präsidentin Petra Sörling hat er chauffiert – und sich sehr gut mit ihr unterhalten.

Als Fahrer des 1. FC Saarbrücken-TT hat Andreas Andel eine wahre Leidenschaft gefunden und wird auch weiterhin eine wichtige Stütze des Profi-Vereins sein. Dennoch geht der Blick in die Zukunft: Andel versucht sich gerade daran, einen Nachfolger aufzubauen.

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