Gerd Huß (Foto: Probst)
Nach 26 Jahren geht der DTTB-Finanzreferent in den Ruhestand

Auf Wiedersehen, Gerd Huß!

SH 10.01.2019

Frankfurt/Frankenthal. Wir werden ihn vermissen. In der Regel ist dies ein Satz, mit dem man einen solchen Artikel beendet, doch in diesem Fall ist er so zentral, dass er an den Anfang gehört. Gerd Huß hat am Freitag, den 11. Januar, seinen letzten Arbeitstag vor dem Ruhestand. 26 Jahre war er als Finanzreferent des DTTB im Generalsekretariat tätig.

Finanz- und Lohnbuchhaltung, Reisekostenabrechnungen, Zahlungsverkehr, Haushaltsplanung und Jahresabschluss, Liquiditätsplanung und Forderungsverwaltung, betriebswirtschaftliche Auswertungen, Zuwendungs- und Vertragsmanagement – das klingt nach trockenen Themen für Nicht-Betriebswirtschaftler. Dabei ist Gerd Huß ein ganz und gar nicht dröger Typ. Der studierte BWLer mit Fachgebiet Personalwesen und Marketing ist gesellig, freundlich, lustig und hat für jeden, der will, ein gutes Wort übrig. Gerd Huß ist jemand, der die Arbeit sieht und dann einfach erledigt – ob es sich um den Job handelt oder um allgemein Organisatorisches in einem 20-Personen-Büro. „Er erledigt viele Dinge, ohne dass sie anderen aufgefallen sind“, erklärt eine langjährige Kollegin und nennt das den „Allround-Blick“, den er hat.

„Launen und Eigenheiten“ – na, welche denn?

In seiner Mail zum Ausstand schreibt er, seine DTTB-Teamgefährten hätten ihm, dem Nicht-Tischtennisspieler, immer das Gefühl der Mannschaftszugehörigkeit gegeben und – jetzt kommt’s – seine „Launen und Eigenheiten akzeptiert“. Vielleicht sind wir dafür zu oberflächlich, Herr Huß, aber Launen und Eigenheiten, zumindest schlechte, sind uns an Ihnen nicht aufgefallen. Ganz im Gegenteil. In all den Jahren haben wir Ihren Arbeitsstress nicht mal beim immer aufwendigen Jahresabschluss zu spüren bekommen.

Er war froh, nach der Renovierung des Generalsekretariats an der Otto-Fleck-Schneise endlich nicht mehr in einem Einzelbüro zu arbeiten. Vertrauliche Zahlen und Daten, die über seinen Schreibtisch gingen, hin oder her, Gerd Huß ist einfach nicht gemacht für die Isolation. Das Zweierbüro war dann auch bei heiklen beruflichen Themen kein Problem, auch weil er diskret ist wie kaum ein Zweiter.

Heimatverbundener Pfälzer mit internationalem Job

Er hat viel erlebt in seinen Jahren beim DTTB. Unter fünf verschiedenen Vizepräsidenten Finanzen, fünf Präsidenten und vier Generalsekretären hat er gearbeitet. Auf den Bundestagen war Gerd Huß der DTTB-Mitarbeiter, der mit Abstand am häufigsten vor dem Plenum für seine vorzügliche Arbeit gelobt wurde. Bei drei Welt- und zwei Europameisterschaften im eigenen Land hat er den Geldfluss gesteuert und unmittelbar zum finanziellen Erfolg beigetragen. Quittungen aus Katar auf Arabisch schockten ihn ebenso wenig wie eine lose Bon-Sammlung aus China.

Seinen letzten Betriebsausflug mit dem DTTB im Herbst organisierte er selbst als kleine Abschiedsveranstaltung und begeisterte auf einer anspruchsvollen Radtour Kolleginnen und Kollegen bei strahlendem Sonnenschein für seine wunderschöne pfälzische Heimat.

Sein Zuhause und seine Familie standen für ihn immer im Mittelpunkt. Für sie nahm er die weite Autofahrt zur Arbeit Tag für Tag in Kauf. 160 Kilometer von Frankenthal bei Mannheim nach Frankfurt am Main sind das insgesamt, die er am Freitag zum letzten Mal zurücklegen wird. Auch wenn er beruflich ein Mann der Zahlen war: Die Zeit, die er beim täglichen Pendeln auf der Autobahn verbracht hat, hat er lieber nicht ausgerechnet.

Wohnmobilist und Großvater

Wandern und Fahrradfahren sind seine Hobbys. Zusammen mit seiner Frau Gudrun erkundet er in jedem Urlaub Europa mit dem Wohnmobil. Viele Wochenenden verbringen die beiden auf einem festen Camping-Platz in der Pfalz.

Langweilig war es Gerd Huß nie und wird es auch im Ruhestand nicht werden. Schon gar nicht, seit Enkelkind Linus auf der Welt ist und in der Nähe der Großeltern lebt.

Machen Sie es gut, Herr Huß! Und lassen Sie ab und zu von sich hören!

 

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