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(Foto: ITTF)
Topgesetzter dreifacher Titelverteidiger Thorsten Flues fehlt wegen Corona | WM 2023 an Griechenland mit Kreta vergeben

Auftakt der Parkinson-WM in Kroatien

SH 12.10.2022

Pula. Wenn am Mittwochnachmittag die 3. Parkinson-Weltmeisterschaften beginnen (12. bis 16. Oktober), sitzt der Turnierfavorit und dreifache Titelverteidiger in der Herren-Klasse eins frustriert im heimischen Verl in Quarantäne. Kurz vor seiner Abreise nach Pula, der Küstenstadt an der Spitze der kroatischen Halbinsel Istrien, hatte sich Thorsten Flues mit COVID infiziert und seinen WM-Start absagen müssen.

Bei den offenen Weltmeisterschaften für an Parkinson erkrankte Menschen ist Deutschland von den insgesamt rund 160 Teilnehmenden mit 39 Herren und 13 Damen die größte Teilnehmernation. Die Spieler und Spielerinnen aus Europa bleiben bei den Welttitelkämpfen weitgehend unter sich. Insgesamt sind Aktive aus 19 Nationen am Start, neben Deutschland sind es Brasilien, Dänemark, England, Frankreich, Israel, Japan, Kroatien, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Schottland, Schweden, Schweiz, Slowenien, Spanien, Tschechien und die USA, darunter der Musiker und Begründer der Bewegung Ping Pong Parkinson, Nenad Bach.

Fuldaerin Silke Kind in der Klasse eins topgesetzt

Für die Parkinson-WM gibt es kein Qualifikationsturnier. Die Teilnahme ist für alle Erkrankten offen. Im Oktober 2019 fanden in Pleasantville, USA, die von Nenad Bach initiierten ersten ITTF Parkinson-Weltmeisterschaften mit 61 Sportlerinnen und Sportlern statt. Im vergangenen Jahr in Berlin waren es schon 130. Bei der Heim-WM in Berlin holten die Deutschen acht der insgesamt 14 zu vergebenen Goldmedaillen.

Eine der diesjährigen Favoritinnen bei den Damen in Klasse eins ist Silke Kind aus Fulda. Die inzwischen für den KSV Niesig in der Kreisliga aktive 56-jährige ehemalige Verbandsligaspielerin war im vergangenen Jahr im September vor einem Jahr in Berlin Weltmeisterin im Doppel und Mixed geworden und hatte Bronze im Einzel gewonnen. Ihre Halbfinalgegnerin im Einzel und Titelverteidigerin, Jan Fuller aus England, ist in Kroatien nicht am Start.

Drei Spielklasse, Vorrunde in Gruppen, Haupt- und Trostrunde

Kind, die Mutter zweier Kinder inzwischen erwachsener Kinder, hat sich intensiv auf die WM vorbereitet. Ohnehin trainiert die Hessin zweimal pro Woche beim KSV Niesig und leitet dort die PingPongParkinson-Gruppe. Zur unmittelbaren Vor­bereitung auf die WM in Kroatien kam eine zusätzliche Einheit mit einer Trainer hinzu, verriet die Sportlerin des Jahres mit Handicap in Fulda der Tageszeitung "taz", "und sonst nutze ich jede freie Minute mit meinem zweiarmigen Ballroboter bei uns im Keller", ihrem Mann. 

Gespielt wird in Pula in drei Kategorien, je nach Grad der Beeinträchtigung. Klasse eins ist die Kategorie für Menschen mit noch wenigen Beeinträchtigungen durch die Krankheit, die Klasse drei die mit den schwersten. In allen drei Klassen werden Einzel und Doppel bei Damen und Herren sowie eine Mixed-Konkurrenz ausgetragen. Das Turnier beginnt mit einer Vorrunde in Dreier- bis Vierer-Gruppen, gefolgt von der Hauptrunde im K.-o.-System. Gruppensieger und -zweiter spielen um die WM-Titel, die Dritten und Vierten jeder Gruppe in der Trostrunde weiter.

Über Parkinson

Parkinson ist ein chronisch fortschreitendes, zur Gruppe der neurodegenerativen Erkrankungen zählendes Syndrom, die bestimmte Nervenzellen im Gehirn betrifft. Zu den typischen Symptomen gehören das Zittern, weitere Bewegungsstörungen wie Steifheit der Muskeln, verlangsamte Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen.

Parkinson ist nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung in Deutschland. Hierzulande sind aktuell rund 400.000 Menschen betroffen, wie die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen berichtet. Meist wird Parkinson zwischen dem 55. und dem 60. Lebensjahr diagnostiziert, bei jedem zehnten Patienten sogar vor dem 40. Lebensjahr.

Die Lebenserwartung von Menschen mit Parkinson ist heute weitgehend normal. Dennoch lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung bislang nicht stoppen, nur verlangsamen. Als einer der Schlüssel dazu gilt Bewegung. Die vielen guten Erfahrungen von Betroffenen und Experten mit dem Tischtennissport werden zurzeit in einer Studie der Deutschen Sporthochschule in Köln untersucht.

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