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Fan, Ma, Ovtcharov (v.l., Foto ITTF)
Chinas Ma Long ist der erste, der bei den Olympischen Spielen zweimal die Goldmedaille im Herren-Einzel gewonnen hat

Außerirdisch auch im Finale

SH 30.07.2021

Tokio. Ma Long ist bei den Olympischen Spielen das Maß aller Dinge im Herren-Einzel. Das Finale im Tokyo Metropolitan Gymnasium gewinnt der dreifache Einzel-Weltmeister gegen seinen chinesischen Landsmann Fan Zhendong mit 4:2. Damit ist der Halbfinal-Bezwinger von Dimitrij Ovtcharov der erste, der bei den Olympischen Spielen zweimal die Goldmedaille im Herren-Einzel (2016, 2021) gewonnen hat. Bei den Damen ist das lediglich Deng Yaping (1992, 1996) und Zhang Yining (2004, 2008) gelungen.

"Fan Zhendong und ich haben unser Ziel erreicht, ein rein chinesisches Finale zu erreichen", klärte der "Außerirdischer", "Diktator" und "Drache" genannte Ma Long auf ITTF.com darüber auf, warum das Schlimmste schon nach dem Halbfinale für ihn vorbei war. "Ich hatte heute Spaß und habe mir nicht zu viel Druck gemacht. Man muss einfach da rausgehen und sein Bestes geben." Sein Rezept: "Wenn dein Gegner einen Fehler macht, musst du ihn ausnutzen. Wenn man gegen einen Topspieler wie Fan spielt, muss man in Bestform sein und darf sich nicht zu viele Fehler leisten. Ich habe die Erfahrung, auf der größten Bühne zu gewinnen,eben  auch bei den Olympischen Spielen, und das hat mir heute wahrscheinlich einen Vorteil ihm gegenüber verschafft."

Ma Long: "Für Mannschaftswettkampf neu formieren"

Chinesische Medien mutmaßten schon vor Tokio, dass es die letzten Olympischen Spiele von "Käpt'n Long" seien. Er selbst sagte in der Pressekonferenz, er wolle so lange spielen, wie er könne. Sein Kronprinz steht schon bereit, auch wenn er das zweite große Finale gegen Ma - nach dem WM-Endspiel 2017 in Düsseldorf - verlor. "Ich hatte meine Chancen, aber ich konnte sie heute einfach nicht nutzen", kommentierte Fan seine Niederlage. "Auch wenn ich keine Goldmedaille gewinnen konnte, so habe ich doch bei meinem Olympia-Debüt eine Silbermedaille gewonnen, und darauf kann ich stolz sein. Es kann eben nur einen Sieger in einem Wettbewerb geben."

Mit Gold und Silber im Einzelwettbewerb unterstreicht China seinen Führungsanspruch auch für die am Sonntag beginnende Teamkonkurrenz. "Für den Mannschaftswettkampf müssen wir uns neu formieren, uns neu einstellen, denn es geht nicht mehr um eine individuelle Leistung. Wir müssen die Stärken der anderen ausspielen und den unseren Team-Schlachtplan befolgen", so Ma Long.

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Das deutsche Aufgebot bei den Tischtenniswettbewerbe in Tokio

Herren-Team: Dimitrij Ovtcharov (Fakel Gazprom Orenburg, Russland), Timo Boll (Borussia Düsseldorf), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT), Ergänzungsspieler: Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt)
Damen-Team: Petrissa Solja (TSV Langstadt), Han Ying (KTS Enea Siarka Tarnobrzeg, Polen), Shan Xiaona (ttc berlin eastside), Ergänzungsspielerin: Nina Mittelham (ttc berlin eastside)
Herren-Einzel: Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll
Damen-Einzel: Petrissa Solja, Han Ying
Gemischtes Doppel: Patrick Franziska/Petrissa Solja
Teilmannschaftsleiter: Richard Prause (Sportdirektor)
Trainer-Team: Jörg Roßkopf (Bundestrainer Herren), Jie Schöpp (Bundestrainerin Damen), Lars Hielscher (Assistenztrainer)
Physiotherapeut: Peter Heckert (OSP Hessen)
Arzt: Dr. Antonius Kass (Düsseldorf)
Schiedsrichterin: Anja Gersdorf (Düsseldorf)
Öffentlichkeitsarbeit: Benedikt Probst (Frankfurt/Main)

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