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In Feierlaune: Pokalsieger ttc berlin eastside bei der Siegerehrung, v.l. Coach Mika Kaneyoshi, Natalia Bajor, Yuka Kaneyoshi, Sabina Surjan, Mia Griesel, Nina Mittelham, Josi Neumann, Xiaona Shan (Bild: Erik Thomas).
Berlin zum elften Mal ganz oben auf dem Treppchen

B2X Finals: Serienpokalsieger ttc berlin eastside auch in Kolbermoor erfolgreich

Dr. Stephan Roscher 11.01.2026

Kolbermoor. Um 17.04 Uhr war es vollbracht. Nina Mittelham verwandelte in der Kolbermoorer B2X Arena ihren ersten Matchball gegen Veronika Matiunina zum 3:0-Finalsieg des ttc berlin eastside gegen den TTC 1946 Weinheim. Der erste Damen-Titel des Jahres 2026 war damit vergeben. Für den Hauptstadtklub war es der elfte Pokalsieg seit der Wiedereinführung des Wettbewerbs im Jahr 2014 und der sechste in Serie. Damit ging ein grandioses Pokalturnier im verschneiten Oberbayern würdig zu Ende.

 

TTC 1946 Weinheim - ttc berlin eastside 0:3

Nur einmal, nämlich 2019, hatte der im heutigen Halbfinale so knapp gescheiterte SV DJK Kolbermoor die imposante Berliner Siegesserie durchbrechen können, doch diesmal gelang es auch den stärksten Konkurrenten nicht. Im Vergleich zu den unfassbar dramatischen Halbfinals ging es im Endspiel in der B2X Arena vor rund 500 Zuschauern aber eher ruhig zu, da Berlin klar dominierte und bei Weinheim schon nach dem Auftakteinzel ein wenig die Luft heraus war.

Ein personeller Schachzug der mit großem Kader angereisten Hauptstädter lenkte das Finale früh in deren Richtung. Die Champions-League-erprobte Polin Natalia Bajor, die im Halbfinale beim 3:2 gegen Kolbermoor auf der Bank sitzen musste und bis dahin nur im Gruppenspiel gegen den Zweitligisten Fürstenfeldbruck eingesetzt worden war, stand nämlich im Aufgebot für das Finale. Man könnte auch sagen: Wer es sich leisten kann, eine Spielerin von solcher Qualität im Halbfinale zu schonen, hat den Titel gewiss verdient. Bajor musste gleich zum Auftakt gegen Weinheims Nummer eins Chien Tung-Chuan an den Tisch und besiegte die Taiwanerin mit 15:13, 11:4, 3:11 und 11:5 letztlich doch recht deutlich.

Ein früher Matchgewinn, der den Boden bereitete für den neuerlichen Berliner Pokalerfolg, denn danach spürte man einen kleinen Knick bei den Nordbadenerinnen, deren Selbstvertrauen durch den missglückten Auftakt geringer geworden war, während die Asse des ttc eastside souverän ihr Ding durchzogen und sich nicht die geringste Blöße gaben.

Defensivstrategin Yuka Kaneyoshi, die Berlins Matchwinnerin im Halbfinalkrimi gegen Kolbermoor war, legte sogleich nach und überließ Yuan Wan keinen Satz. Da konnte auch Weinheims Winterneuzugang Veronika Matiunina nichts mehr aus dem Feuer reißen. Gegen Nina Mittelham konnte die Ukrainerin zwar den ersten Durchgang gewinnen, doch dann setzte sich die Klasse der 29-jährigen deutschen Nationalspielerin durch, die nachfolgend nicht mehr in Gefahr geriet.

Damit hat der ttc berlin eastside den ersten Schritt gemacht auf dem Weg zum angestrebten Triple – das Saisonziel besteht erklärtermaßen darin, zusätzlich zum Pokalsieg auch den nationalen Meistertitel zurückzuerobern sowie erneut Europas Königsklasse zu gewinnen.

Stimmen zum Spiel

Berlins Manager Andreas Hain beginnt sein Statement mit einem Lob für den Gastgeber sowie die Fans: "Zunächst einmal muss man sagen, dass das Event von Kolbermoor exzellent organisiert war. Kompliment und vielen Dank! Auch die Zuschauer haben alle Teams mit Respekt behandelt und bei guten Ballwechseln allen applaudiert." Hain räumte ein: "Das Match gegen Kolbermoor war physisch sehr anstrengend und man muss sagen, jede Schwäche, die wir angeboten haben, wurde gnadenlos von Kolbermoor genutzt. Deshalb mussten wir kämpfen wie seit Jahren nicht, um den Pokal zu gewinnen." Zwei Spielerinnen wurden von Hain besonders lobend erwähnt: "Yuka Kaneyoshi überragte natürlich, aber auch ein großes Kompliment an Natalia Bajor, die gezeigt hat, warum wir sie geholt haben. Sie hat diese Endspiel-Erfahrung aus Tarnobrzeg und hat dies dann im Finale gezeigt." Doch gewonnen hat natürlich die ganze Mannschaft: "Kompliment an unser Team, das einen famosen Teamspirit gezeigt hat und als  echte Einheit aufgetreten ist!".

Weinheims Macher und Manager Christian Säger war trotz der Final-Niederlage bester Stimmung und freute sich darüber, endlich wieder eine komplette Mannschaft an den Start bringen zu können. "Wir sind super zufrieden", erklärte Säger. "Yuan Wan spielte erstmals nach ihrer Verletzung wieder. Veronika Matiunina feierte ein tolles Debüt. Mehr war nicht drin. Der 2. Platz ist für uns nach der Bundesliga-Vorrunde überragend. Gratulation an Berlin zum verdienten Titel." 

Verabschiedung einer Bundesliga-Ikone

Vor dem Finale erlebten die Zuschauer gewissermaßen ein Stück Sportgeschichte in Form eines auch emotional berührenden Ereignisses: Mit der 57-jährigen Qianhong "Hongi" Gotsch, die ihre Karriere unlängst beendet hat und - nach vielen Jahren in Böblingen - zuletzt für den SV DJK Kolbermoor aufgeschlagen hatte, wurde eine, vielleicht sogar DIE Ikone der Tischtennis-Bundesliga geehrt und feierlich verabschiedet, die das Gesicht der deutschen Topliga über Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt hat. 

 

POKALFINALE B2X Arena 11.01.2026:

TTC 1946 Weinheim – ttc berlin eastside 0:3

Chien Tung-Chuan – Natalia Bajor 1:3 (13:15, 4:11, 11:3, 5:11)

Wan Yuan – Yuka Kaneyoshi 0:3 (9:11, 8:11, 4:11)

Veronika Matiunina – Nina Mittelham 1:3 (11:7, 7:11, 9:11, 5:11)

 

FINAL FOUR (Sonntag, den 11.01.)

Halbfinale

SV DJK Kolbermoor – ttc berlin eastside 2:3

TTC 1946 Weinheim – TSV Langstadt 3:2

Finale

TTC 1946 Weinheim - ttc berlin eastside 0:3
 

GRUPPENPHASE (Samstag, den 10.01.)

Gruppe A
11 Uhr: TSV Dachau 65 – SV Friedrichsgabe 3:0
13.30 Uhr: TTC 1946 Weinheim – SV Friedrichsgabe 3:0
16 Uhr: TTC 1946 Weinheim – TSV Dachau 65 3:0

Gruppe B
11 Uhr: TTG Bingen /Münster-Sarmsheim – SU Neckarsulm 3:0
13.30 Uhr: TSV 1909 Langstadt – SU Neckarsulm 3:0
16 Uhr: TSV 1909 Langstadt – TTG Bingen /Münster-Sarmsheim 3:2

Gruppe C
11 Uhr: ttc berlin eastside – TuS Fürstenfeldbruck 3:0
13.30 Uhr: ESV Weil – TuS Fürstenfeldbruck 3:1
16 Uhr: ESV Weil – ttc berlin eastside 0:3

Gruppe D
11 Uhr: SV DJK Kolbermoor – TTF Rastatt 3:0
13.30 Uhr: TTC Langweid – TTF Rastatt 2:3
16 Uhr: TTC Langweid – SV DJK Kolbermoor 0:3
 

LINKS

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Damen-Pokalmeisterschaften 2026 hier im Livestream

Alle Informationen zum Turnier (Ablauf, Anfahrt, etc.) auf der Webseite des SV DJK Kolbermoor: https://pokal2026.svdjkkolbermoor.de

Live-Ticker

Livestream-Links:

Halbfinale Tisch 1: https://www.youtube.com/live/qigZJx2KS1A?si=FiU2wotQygx_JLmU

Halbfinale Tisch 2: https://www.youtube.com/live/aJRRioe2euk?si=PhpOo2DLXRLINm9H

Finale: https://www.youtube.com/live/x6EmxATJs-s?si=C0_3I6yIcPsdCDXO

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