Die Luxemburgerin Sarah de Nutte war mit zwei Siegen in den Einzeln und einem Erfolg im Doppel entscheidend am neunten Saisonsieg des TuS Bad Driburg beteiligt (Bild: Dr. Stephan Roscher).
TuS Bad Driburg – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim 6:4

Bad Driburg bleibt in der Erfolgsspur

Dr. Stephan Roscher 02.02.2020

Am Samstagabend gelang dem TuS Bad Driburg durch ein schwer erkämpftes 6:4 gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim bereits der neunte Saisonsieg. Damit haben die Ostwestfalen sogar vorübergehend die Tabellenführung im Damen-Oberhaus übernommen, die sich Titelverteidiger und Pokalmeister ttc berlin eastside jedoch vermutlich am Sonntag zurückholen wird.  

Aus dem Herbstmärchen des TuS Bad Driburg ist längst auch ein Wintermärchen geworden. Das Team um die Niederländerin Britt Eerland spielt seine bisher beste Saison in der deutschen Eliteliga. Mit stolzen 18:2 Punkten steht man weit besser da, als selbst von kühnsten Optimisten vor der Saison erwartet. Man will versuchen, auf Platz zwei ins Ziel einzulaufen, also noch vor dem personell erstklassig besetzten SV DJK Kolbermoor. Die Chancen dafür sind am Samstag nochmals gestiegen.  

Gegen das äußerst homogene Team aus Bingen war einmal mehr eine Energieleistung erforderlich, um die Punkte in Ostwestfalen zu behalten. Am Ende stand dasselbe Resultat auf dem Bogen wie beim Hinspiel. Waren die Driburger am 29. September in Bingen noch mit 5:0 vorgeprescht und wären dann durch einen fulminanten Schlussspurt der TTG fast noch auf der Ziellinie abgefangen worden, erlebten die 110 Fans diesmal eine spannende, umkämpfte Begegnung, in der der TuS zwischenzeitlich mit 4:1 in Führung gehen konnte. Doch die Rheinhessinnen kamen diesmal früher zurück und waren bei 3:4 und 4:5 nicht weit von einem Punktgewinn entfernt. 

 In den Doppeln trennte man sich nicht unerwartet 1:1. Mantz/Wan (3:2 gegen Klee/Bollmeier) punkteten für die Gäste, Eerland/de Nutte (3:1 gegen Piccolin/Tomanovska) für den Gastgeber. Vorne dominierte der TuS im ersten Durchgang: Britt Eerland fertigte Yuan Wan ebenso in drei Sätzen ab wie Sarah de Nutte ihre Gegnerin Chantal Mantz, wobei zwei der drei Durchgänge erst in der Verlängerung entschieden wurden. Die 16-jährige Sophia Klee konnte gegen die Tschechin Katerina Tomanovska nachlegen (3:1), doch eine äußerst gut aufgelegte Giorgia Piccolin brachte Bingen zurück ins Spiel – ihr Viersatz-Sieg gegen die routinierte Nadine Bollmeier war nie wirklich in Gefahr. Chantal Mantz verkürzte nach einer Klasseleistung gegen Britt Eerland (3:1), doch die überragende Sarah de Nutte erhöhte auf 5:3 durch ein 3:2 über DTTB-Nationalspielerin Yuan Wan nach 0:2-Satzrückstand. Zwar bekam Sophia Klee gegen die Italiens Topspielerin Giorgia Piccolin beim 7:11, 3:11, 7:11 kein Bein auf den Boden, doch Nadine Bollmeier warf beim 3:1 gegen Katerina Tomanovska ihre ganze Erfahrung in die Waagschale und bescherte dem TuS nach einer Gesamtspieldauer von fast dreieinhalb Stunden den heiß ersehnten Sieg.

„Wieder ein Sieg. Unglaublich!“, so ein erfreuter Franz-Josef Lingens. „Wir haben wieder gewackelt, aber sind wieder nicht gefallen. Eine tolle Mannschaftsleistung mit einer diesmal überragenden Sarah De Nutte.“ Der TuS-Manager lobte auch den Gegner: „Tolle Leistungen auch von Bingen, die eigentlich ein Unentschieden verdient gehabt hätten. Lingens fügte hinzu: "Die Zuschauer waren begeistert von den Spielen. Durch den Sieg bleibt uns die Chance auf die Vizemeisterschaft erhalten."

Bingens Vorsitzender Joachim Lautebach war nicht ganz so glücklich: „Die Möglichkeiten waren diesmal da, ein Unentschieden zu erreichen. Aber leider haben wir die Chancen nicht genutzt. Trotzdem eine gute Mannschaftsleistung. Ein Unentschieden wäre verdient gewesen.“

 

Die Spiele am Sonntag

ttc berlin eastside – SV Böblingen (13.00 Uhr)

TSV Langstadt – TV Busenbach (14.00 Uhr)

TTK Anröchte – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim (14.30 Uhr)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bingens Vorsitzender Joachim Lautebach war nicht ganz so glücklich: „Die Möglichkeiten waren diesmal da, ein Unentschieden zu erreichen. Aber leider haben wir die Chancen nicht genutzt. Trotzdem eine gute Mannschaftsleistung. Ein Unentschieden wäre verdient gewesen.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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