Altes Eisen? Von wegen! Bastian Steger hat sich für Budapest sein 15. WM-Ticket erspielt - ein Kurz-Interview

Bastian Steger: „Der Druck ist schon sehr hoch“

SH 18.04.2019

Düsseldorf. Er war vorbereitet auf den Showdown gegen Ruwen Filus am Montag. Nur ein Sieg hätte Bastian Steger definitiv das letzte Herren-Ticket nach Budapest gesichert. Doch zum Showdown kam es nicht. Abwehrcrack Filus fiel wegen einer Verletzung des Sprunggelenks kurzfristig aus, Steger war letztlich kampflos qualifiziert – mit drei Siegen und einer Niederlage beim internen Qualifikationsturnier der DTTB-Herren kurz vor Beginn der Individual-Weltmeisterschaften in Ungarn (21. bis 28. April).

Im Interview sagt der Noch-Bremer und demnächst 15-fache WM-Teilnehmer – der dreimal Silber und einmal Bronze mit der Mannschaft gewann –, dass er sich nicht nur selbst beweisen wollte, dass er mit seinen 38 Jahren „noch auf hohem Niveau spielen kann“.

Am Freitag geht es für Steger und seinen Doppelpartner Dang Qiu zusammen mit Sportdirektor Richard Prause mit dem Flugzeug nach Budapest, wo am Sonntag die 55. Welttitelkämpfe beginnen. Der Großteil der deutschen Delegation reist am Samstag an.

Quali geschafft, WM-Ticket für Budapest gesichert. Wie zufrieden bist zu mit dem Verlauf eurer internen Qualifikation?
Bastian Steger:
Natürlich lief es am Ende anders als erwartet, dadurch dass Ruwen nicht hat spielen können. So sind die letzten Spiele ausgefallen. Es war nicht so, wie man es sich wünscht, aber so ist es eben. Ich bin jetzt erst einmal froh, die Quali geschafft zu haben und bei der WM dabei zu sein.

Was sind deine Ziele bei der WM im Einzel und im Doppel an der Seite von Dang Qiu?
Steger:
Ich hoffe bei der WM, dass ich die Qualifikation überstehe und ins Hauptfeld komme. Das ist das primäre Ziel. Weiter möchte ich noch gar nicht schauen. Ich hoffe einfach, dass ich gut spiele und dass das Ergebnis dann auch stimmen wird, aber eine genaue Prognose ist schwer abzugeben. Es hängt auch von der Auslosung ab. Doppel mit Dangi habe ich noch nicht gespielt. Ich kann mir vorstellen, dass es vom System her ganz gut funktionieren könnte. Dangi ist ja auch ein sehr guter Doppelspieler. Das kriegen wir auf jeden Fall hin. Ich freue mich darauf.

Wie empfindest du so eine interne Qualifikation?
Steger:
Ganz angenehm ist so ein internes Quali-Turnier nicht. Es kann viel passieren, viel ist möglich. Der Druck ist schon sehr hoch, aber das ist genau, worauf es ankommt. Da muss man zur Stelle sein. Ich wusste, wenn ich mich gut vorbereite, habe ich gute Chancen, mich für die WM zu qualifizieren. Und das hat ja auch geklappt.

Hat es etwas für dich verändert, weil es bei dir als „altem Hasen“ um die 15. WM-Teilnahme ging?
Steger: Die 15. WM-Teilnahme – ich hatte gar nicht auf dem Schirm, dass es so viele sind. Umso schöner, dass es geklappt hat.
Ich wollte natürlich beweisen, dass man im höheren Alter noch gute Leistungen bringen kann, wo die Leute schnell sagen, er gehört zum alten Eisen und da geht nicht mehr viel – denn so fühle ich mich eigentlich gar nicht. Ich hoffe, dass es schon noch ein paar Jährchen geht. Ich fühle mich vom Körper noch ziemlich gut, aber trotzdem wird mal schnell als „alt“ abgestempelt. Ich wollte mir auch selbst beweisen, dass das noch nicht so ist und man da schon noch auf hohem Niveau spielen kann. Das habe ich in der laufenden Bundesliga-Saison mit einer guten Bilanz gezeigt (Anmerkung: 23:10 an Position eins). Ich hoffe, in Budapest bei der WM bestätigen zu können, dass meine Form ganz gut ist, und ich im höheren Alter noch gute Ergebnisse erzielen kann.

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