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Tadellose Leistung: Sabina Surjan (Bild: Dr. Stephan Roscher).
ttc berlin eastside – SV DJK Kolbermoor 6:3

berlin eastside schlägt auch Kolbermoor und steht vorzeitig als Punktrunden-Sieger fest

Dr. Stephan Roscher 02.03.2026

Berlin. Ein gutes Wochenende für den ttc berlin eastside. Die Hauptstädterinnen bezwangen nach Langstadt auch Kolbermoor mit 6:3 und setzten sich somit gegen zwei Play-off-Anwärter durch. Ein Punkt gegen die Oberbayern hätte bereits genügt, um nach zehn von zwölf Partien als Punktrundengewinner festzustehen, doch so ist es aus Berliner Perspektive natürlich noch besser, da man mit nun 20:0 Punkten seine tadellos weiße Weste behält.

Der Gastgeber verzichtete diesmal sogar auf den Einsatz von Yuka Kaneyoshi in den Einzeln und ließ sein in dieser Saison noch ungeschlagenes Defensiv-Ass aus Fernost lediglich im Doppel mit Mia Griesel an den Tisch gehen. Dafür wurde die Polin Natalia Bajor auf der Spitzenposition aufgeboten, der erneut Mia Griesel sowie Sabina Surjan und Josi Neumann „assistierten“.

Auch Kolbermoor war zu fünft in der „Heyse25“ erschienen und setzte auf Annett Kaufmann, die Japanerin Manami Imaeda, die ihr Bundesliga-Debüt gab, die Russin Alina Zavarykina und Lisa Wang – die Serbin Tijana Jokic kam lediglich im Doppel an der Seite von Zavarykina zum Einsatz.

Tja, und es wurde nichts mit dem für die Liga so typischen 1:1 nach den Doppeln. Die Gäste trafen die Berliner Doppelaufstellung nicht optimal und mussten früh ein wegweisendes 0:2 hinnehmen. Zavarykina/Jokic blieben ohne Chance beim 0:3 gegen Surjan/Neumann, während Kaufmann/Imaeda zwar den ersten Satz gegen das Berliner Duo Kaneyoshi/Griesel gewinnen konnten, danach aber ziemlich chancenlos blieben.

In einem sehr Rückhand-orientierten Match setzte sich Natalia Bajor ohne Satzverlust gegen eine etwas nervös wirkende Manami Imaeda durch, während Annett Kaufmann am Nachbartisch souverän gegen Mia Griesel punktete (11:5, 11:4, 11:7). Das erste Lebenszeichen der Gäste. Sabina Surjan, diesmal besser in Tritt als am Vortag gegen Langstadt, ließ der jungen Lisa Wang beim 11:6, 11:8, 11:3 keine Chance, doch Kolbermoor blieb dran, da Alina Zavarykina im vier Sätze lang spannendsten Match des Tages Josi Neumann niederrang – die ersten drei Durchgänge gingen alle in die Verlängerung, Neumann führte danach mit 2:1, konnte den vierten Satz aber nicht ins Ziel bringen und verlor im fünften die Übersicht und agierte zu hektisch.

4:2 für den Hauptstadtklub, würden die Gäste nun eine Aufholjagd starten oder Berlin den Sack zumachen? Nun, Annett Kaufmann punktete mit einem erneut tadellosen Auftritt zwar im Spitzeneinzel für die Oberbayern (3:1 gegen Natalia Bajor), Mia Griesel zeigte sich gegen Manami Imaeda jedoch hellwach und ließ nur einen Satzgewinn der Japanerin zu, die somit bei ihrer Bundesligapremiere leer ausging. Sabina Surjan hatte es anschließend in der Hand, den zehnten Berliner Sieg im zehnten Ligaspiel in trockene Tücher zu packen und ließ sich nicht zweimal bitten. Ihr Auftritt gegen Alina Zavarykina war vom Feinsten, ein souveränes 3:0 für die Serbin. Nach einer Gesamtspieldauer von 167 Minuten durften sich die Berlinerinnen mit den allermeisten der 147 Tischtennis-Fans in der Halle über ihren Erfolg freuen.

eastside-Manager Andreas Hain hatte allen Anlass zur Zufriedenheit: „Es war ein entspanntes Wochenende. Wir wurden nie ernsthaft gefordert und kamen nie in Gefahr, eine Niederlage zu kassieren. Wir sind so stark besetzt, dass wir allen Spielerin vertrauen können und sie es mit starken Leistungen bestätigen. Jetzt schauen wir mal, wen wir in den Play-offs bekommen und dann wollen wir den Titel wieder nach Berlin holen.“

„Ein schweres Spiel für uns heute“, räumte Kolbermoors Cheftrainer Dr. Michael Fuchs ein. „Es ging damit los, dass ich die Doppel gerne anders getroffen hätte, was einfach Lospech ist.“ An Annett Kaufmann hatte es nicht gelegen, während ihre japanische Kollegin im Spitzenpaarkreuz deutliche Anlaufschwierigkeiten hatte: „Annett wieder überzeugend, das war echt stark, wie sie auch die kritischen Situationen gemeistert hat. Manami war bei ihrem ersten Einsatz in der Bundesliga sichtlich nervös und hat gerade im ersten Einzel gegen Natalia ihre Chancen nicht nutzen können. Am Ende hat sie 0:3 verloren, hat jedoch Satzball im ersten Satz gehabt und im zweiten und dritten Satz teilweise größere Führungen verspielt. Das war mit einem notwendigen Doppel wohl der Punkt in den Einzeln, der noch möglich war.“ Das hintere Paarkreuz mühte sich nach Kräften, konnte aber nur einen Punkt beisteuern: „Alina hat gegen Josi eine starke kämpferische Leistung gezeigt. Gegen Sabina waren jedoch sowohl Alina als auch Lisa ehrlicherweise chancenlos.“ Das Fazit aus Kolbermoorer Sicht: „Am Ende stehen wir nach einem Wochenende mit vielen gefahrenen/geflogenen Kilometern leider ohne Punkte da, müssen das aber akzeptieren - Berlin steht nicht ohne Grund bisher verlustpunktfrei an der Spitze.“ Und der Ausblick: „Die zwei entscheidenden Spiele um die Play-offs kommen erst noch, wobei das am 15.03. gegen Weinheim sozusagen ein Vier-Punkte-Spiel ist und es sich da wahrscheinlich schon entscheiden kann.“

Der ttc berlin eastside ist am kommenden Sonntag wieder gefordert, man tritt in Weinheim an in einem brisanten Duell, der Neuauflage des letztjährigen Finales. Der Tabellenfünfte Weinheim steht unter Zugzwang und braucht die Punkte im Kampf um einen Play-off-Platz. Auf Platz vier steht derzeit mit 9:11 Punkten der SV DJK Kolbermoor, der am 15.03. nach Weinheim muss – eine mit Sicherheit vorentscheidende Begegnung.

 

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