Beitragsbild oben: Gehören zu den stärksten Doppeln der Liga: Chantal Mantz und Yuan Wan (Bild: Dr. Stephan Roscher).
Zwei Sonntagsspiele in der 1. Bundesliga Damen

Berlin klarer Favorit in Langstadt, spannendes Duell in Bingen erwartet

Dr. Stephan Roscher 30.11.2018

Zwei Partien stehen am Sonntag in der bisher so interessanten, spannenden 1. Bundesliga Damen auf dem Programm, in der mehr als die Hälfte der Spiele über die volle Distanz ging. Solches zu schaffen traut man dem starken Aufsteiger Langstadt diesmal nicht zu, da er gegen Spitzenreiter berlin eastside ohne seine beiden Asse Solja und Cheng auskommen muss. Wohl aber könnte es zwischen Bingen/Münster-Sarmsheim und Anröchte auf ein enges, umkämpftes Duell hinauslaufen.

 

Sonntag, 14 Uhr: TSV Langstadt – ttc berlin eastside

Der Spitzenreiter und erfolgreichste deutsche Klub der letzten Jahre, der unter anderem viermal Europas Königsklasse und dreimal das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League gewann, reist zum Punktspiel nach Langstadt. Das hätte man sich in der südhessischen 1.500-Einwohner-Gemeinde, Ortsteil des Städtchens Babenhausen, vor zwei oder drei Jahren in den kühnsten Träumen nicht vorstellen können.

Am Sonntag gibt der Ex-Verein von Petrissa Solja seine Visitenkarte in der Eckehard-Colmar-Halle ab, doch Langstadts Spitzenspielerin wird ebenso fehlen wie die Nummer zwei aus Taiwan, Cheng Hsien-Tzu. Folglich dürfte es für den Gastgeber, der gegenwärtig mit 5:5 Punkten auf Tabellenplatz fünf zu finden ist, schwer werden, keine „Klatsche“ zu beziehen.

Die eastside-Asse Xiaona Shan, Georgina Pota, Matilda Ekholm und Nina Mittelham sind glasklarer Favorit, selbst wenn aus diesem hochkarätigen Quartett vermutlich nur drei spielen werden. Da Berlin auf jeden Fall in starker Aufstellung auflaufen wird, ist aus Langstädter Sicht Schadensbegrenzung angesagt, um dann im letzten Vorrundenspiel beim TV Busenbach (15.12.) nochmals richtig anzugreifen.

„Leider hat es bei Petrissa und Cheng mit diesem Spieltermin überhaupt nicht gepasst“, erläutert Team-Manager Manfred Kämmerer. „Somit sind wir natürlich krasser Außenseiter und müssen aufpassen, dass wir nicht schnell unter die Räder geraten. Trotzdem wird unsere Meistermannschaft aus der letzten Zweitliga-Saison alles versuchen, den Zuschauern ein gutes Match mit schönen Ballwechseln zu liefern.“

Berlins Manager Andreas Hain macht deutlich: „Wir wollen in Langstadt gewinnen, um uns in der Tabelle etwas abzusetzen. Unser Ziel ist es, uns so früh wie möglich für die Play-offs zu qualifizieren.“ Sein Team hat am letzten Wochenende erstmals die Poleposition in der Liga übernommen und möchte diese nicht mehr hergeben. 

 

Sonntag, 14 Uhr: TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – TTK Anröchte

Beim neu formierten, radikal verjüngten Vizemeister der Saison 2017/18 läuft es bisher wirklich einwandfrei. Man zählt zur Spitzengruppe der Liga und steht momentan mit 7:3 Zählern auf Platz drei, nach Minuspunkten ist man aktuell sogar zweitbestes Team. Zuletzt hat man mit 6:3 in Böblingen die Oberhand behalten.

Auch der Gast aus Anröchte wird sich sicher nicht beklagen. Man befindet sich mit ausgeglichenem Punktekonto aussichtsreich im Rennen um die Play-offs und hat schon einige gute Spiele gezeigt, wie etwa beim 6:2-Erfolg in Bad Driburg oder beim 6:4 gegen Busenbach. Auch in Langstadt (5:5) hat man recht gut ausgesehen.

So könnte es am Sonntag in der Mehrzweckhalle der Grundschule „Am Mäuseturm“ in Bingerbrück eine interessante Partie auf Augenhöhe geben, zumal der Gastgeber eine junge Mannschaft in den Ring schickt und der Gast einige Spielerinnen im Kader hat, die gerade gegen junge, ungestüme Angriffsspielerinnen oft gut aussehen. Besonders gegen die Defensivkünstlerinnen Aimei Wang und Jing Tian-Zörner könnte es für die Bingenerinnen schwer werden.

Davon geht auch Joachim Lautebach aus. „Wenn Anröchte komplett ist, wird es ein schwieriges Spiel für uns, denn es ist ein unangenehmer Gegner mit starken Abwehrspielerinnen“, sagt der TTG-Vorsitzende. „Da ist durchaus eine enge Partie zu erwarten, die auch für die Zuschauer interessant werden dürfte.“ Zwar hat man die Ostwestfälinnen beim Pokalturnier in Seligenstadt klar geschlagen, „doch da waren sie ohne die beiden Abwehrspielerinnen.“ Insgesamt ist Lautebach sehr zufrieden: „Der Umbruch hat uns gutgetan, die junge Mannschaft hat sich bisher gut verkauft.“ Die Aufstellung ist klar. „Wir werden mit Chantal Mantz, Yuan Wan, Marie Migot und Giorgia Piccolin spielen – Lily Zhang ist zurzeit in ihrer Heimat und macht Examen, wird aber in der Rückrunde sicher noch einige Spiele für uns machen“, so Lautebach. „Wir hoffen gegen Anröchte auf viele Fans und ein gutes Ergebnis.“

„Auch wenn wir beim Qualifikationsturnier zum „Final Four“  klar gegen Bingen verloren haben, fahren wir mit viel Selbstvertrauen und Optimismus dorthin“, erklärt TTK-Vorsitzender Manfred Vogel. „Wir gehen mal davon aus, dass wir mit unserer stärksten Mannschaft antreten werden. Qi Shi, Aimei Wang und Yang Henrich sind gesetzt. Ob nun Jing Tian-Zörner oder Marta Golota spielen wird, werden wir kurzfristig entscheiden.“

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