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Fehlheims Duo Andrej Bondarev/Oleksi Sarmatov (Foto: Malte Kirch, Verein)
Aufsteiger VfR Fehlheim freut sich auf das Derby mit Lampertheim / SV Union Velbert ist gleich mit zwei Teams in derselben Liga vertreten

Bescheidenheit zum Saisonauftakt der 3. Bundesliga Nord

Julian Hörndlein 08.09.2021

Frankfurt/Main. Die Erleichterung, dass endlich wieder eine Saison startet, ist bei den Teams der 3. Bundesliga Nord groß – noch größer ist die Hoffnung, die Saison auch zu Ende bringen zu dürfen. Die Corona-Krise stellt die Teams auch dieser Liga vor einige Unwägbarkeiten. „Da ist eine gewisse Unsicherheit da“, sagt Uwe van gen Hassend vom TTC 1957 Lampertheim. Gerade Mannschaften mit vielen ausländischen Spielern stünden vor dem Problem, nicht zu wissen, ob die Spieler auch tatsächlich nach Deutschland einreisen und dort zum Schläger greifen können.

Lampertheim spielt in der Sedanhalle und damit in einer kreiseigenen Halle. Dadurch ist man abhängig von etwaigen Schließungen, wenn die Inzidenz über einen bestimmten Wert steigt. Gleiches gilt für die Zuschauerzahl. „Ohne Zuschauer ist das für uns völlig uninteressant“, erklärt van gen Hassend. Die Hessen streben einen Platz in den Top fünf an. Der Verein wird verstärkt durch Mahmoud Helmy, der vom TTC Wöschbach aus der 3. Bundesliga Süd zu Lampertheim wechselt. Istvan Molnar kehrt wieder zurück. Vladimir Anca als Spitzenspieler der Verbandsliga-Mannschaft gehört eigentlich zum festen Ensemble des Spitzen-Teams. Die Spieler stammen aus Litauen, Ungarn und Russland und leben auch in ihrer Heimat. Insgesamt sechs Spieler stehen deshalb im Aufgebot, um coronabedingten Änderungen standhalten zu können. „Wir würden uns riesig freuen, wenn wir eine vernünftige Saison spielen könnten“, meint van gen Hassend.

Premiere für die Füchse Berlin

Neu in der Liga sind die Füchse Berlin. „Wir gehen mit großer Vorfreude in die Saison und können eigentlich nur gewinnen“, sagt Trainer Jens Ruland, der die Mannschaft zusammen mit Stephan Köpp betreut. Ruland ist bewusst, dass die Mannschaft als Außenseiter gehandelt wird, er peilt deshalb den Klassenerhalt auf Platz acht an. Im Kader setzen die Füchse auf geografische Nähe. Alle sechs Spieler des Teams kommen aus der Umgebung. Mit Ali-Serdar Gözübüyük schlägt ein Ur-Reinickendorfer auf. Für Ruland hat das auch den Vorteil, dass der Klub entsprechend unabhängig von etwaigen Einreiseproblemen wegen Corona ist. „Das sportliche Defizit wird da in Kauf genommen“, sagt er.

Bewusst kein Saisonziel definiert hat der SC Buschhausen. „Wir haben das Ziel, uns vernünftig zu präsentieren“, sagt Vereinsvorsitzender Michael Lange. Christian Strack hat den Verein verlassen, stattdessen hat man in Buschhausen Jugend-Nationalspieler Heye Koepke verpflichtet. In der Vergangenheit hatte der Verein mit Verletzungen zu kämpfen. „Es bleibt abzuwarten, wie weit Thomas Peliny ist“, sagt Lange. Auch Buschhausen hat vor allem Spieler aus Deutschland und behält den Russen Maxim Shmyrev lediglich in der Hinterhand. Für Michael Lange ist die Favoritenfrage schnell geklärt: „Wenn Velbert I wirklich möchte, dürften sie nicht zu schlagen sein“, meint er. Dahinter sieht er den TTC 1957 Lampertheim und das eigene Team.

Mit zwei Mannschaften in der Liga unterwegs

Die Ziele des SV Union Velbert sind bescheidener. „Oberstes Ziel ist es, mit keiner Mannschaft abzusteigen“, sagt Teamkapitän Thomas Brosig. Velbert ist ein Sonderfall in der 3. Bundesliga Nord. Der Verein tritt gleich mit zwei Mannschaften an, entsprechend werde durchgewechselt. „Wir spielen mit zehn Spielern in der 3. Liga“, erklärt Brosig. In der ersten Mannschaft ist ein Einsatz von Christian Süß nicht vorgesehen, Gavin Rumgay und Constantin Cioti „teilen sich einen Platz“, wie Brosig es nennt. Ein Einsatz von Youssef Abdel-Aziz ist nicht vorgesehen. „Wir werden mit der zweiten Mannschaft auffüllen“, ist er sich sicher. Die hat mit Marios Yiangou Verstärkung erhalten: Der Zypriote ist von der SpVgg DJK Effeltrich nach Velbert gewechselt und steht auf Position zwei der zweiten Mannschaft. Geht es um die Titelfrage, gibt Brosig die Einschätzung von Michael Lange zurück und räumt Buschhausen gute Chancen ein.

Aufgestiegen in die 3. Bundesliga ist der VfR Fehlheim 1929. Die Mannschaft war in der Saison 2019/21 auf dem vierten Platz der Regionalliga West gelandet und nahm das Angebot zum Aufstieg wahr, nachdem sich der SV Siek, Fulda-Maberzell II und die Champions Düsseldorf aus der Liga zurückgezogen hatten. Die Mannschaft hat den Inder Saha Sourav sowie Nitin Thiruvengadam, Oleksi Sarmatov, Benjamin Bator und den Ukrainer Andrej Bondarev für die Liga aufgestellt. Als Favoriten für den Titel sieht Mannschaftsführer Timo Freund Velbert I und den TTC 1957 Lampertheim. Besonders ist für Freund die Nähe zu Lampertheim, beide Orte trennt lediglich eine 20-minütige Fahrt. „Wir freuen uns sehr auf das Derby“, erklärt er.

Die Vereine in der 3. Herren-Bundesliga Nord in der Übersicht

TSV Schwarzenbek
SVH 1945 Kassel
SC Buschhausen
SV Union Velbert II
VfR Fehlheim 1929
SV Union Velbert
TTS Borsum
TTC 1957 Lampertheim
Füchse Berlin
TSV Bargteheide

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