Auch der Bundestrainer musste im Biathlon ran: Roßkopf mit Baum, Walther und Hielscher beim Start (Foto: Birgit Schmidt, OSP Hessen)

Beste Biathleten spielen in Bergneustadts TTBL-Team

SH 31.07.2015

Hinterzarten/Düsseldorf. "Laufen kann ich noch, aber man merkt die Knochen und Muskeln schon." Ricardo Walther hat gerade Teil zwei des Lehrgangs-Doppelschlags beendet. Auf das Trainingslager mit dem Schwerpunkt auf Kondition und Athletik in Hinterzarten folgte Düsseldorf mit einem ebenfalls hohen Athletik-Anteil, aber längeren Tischtennis-Einheiten. "Nach Hinterzarten tat es noch ein bisschen mehr weh, weil es andere Belastungen waren, mehr laufen und radfahren als sonst. Da war der Muskelkater größer", beschreibt Walther.

Von null auf 100 ging es dabei nicht für den A/B-Kader des Bundestrainer-Duos Jörg Roßkopf/Zhu Xiaoyong und Athletiktrainer Ralph Färber vom Olympiastützpunkt Hessen in Frankfurt am Main. "Einige der Jungs hatten zwar durch die World-Tour-Turniere in Japan und Südkorea und ein paar Schaukämpfe eine etwas andere Planung mit dem Urlaub näher dran an den Lehrgängen, aber das war kein Problem", erkärt Jörg Roßkopf. Bewegungsfan Walther zum Beispiel ist ohnehin immer im Training, auch ohne Tischtennisschläger in der Hand. Mit dem TC Oedt ist der 23-jährige gebürtige Brühler in der Sommerrunde ungeschlagen in die Tennis-Bezirksklasse A aufgestiegen, hält sich daneben mit Fußball und Laufen in Form.

Roßkopf: "Sie geben richtig Gas"

Der mehrfache Biathlon-Junioren-Weltmeister Benedikt Doll gibt Walther Tipps (Foto: Schmidt)Nach Abschluss der Lehrgänge in Hinterzarten und am Deutschen Tischtennis-Zentrum ist Roßkopf zufrieden mit seinen Kader-Cracks Patrick Baum, Benedikt Duda, Ruwen Filus, Patrick Franziska, Steffen Mengel, Bastian Steger und Ricardo Walther. "Sie sind konditionell schon auf einem hohen Niveau. Sie haben eine gute Einstellung und geben richtig Gas", so der Herren-Bundestrainer, und er erklärt: "Sie wissen eben, dass es um viel geht ein Jahr vor Olympia." Neben der Qualifikation für Rio geht es auch um die Setzpositionen bei den Sommerspielen 2016: "Gerade mit Japan wird es ein großer Kampf um die Position zwei."

In Hinterzarten gab es erst einmal interne Duelle - in einer ganz anderen Sportart. Im Trainingsplan hatten Roßkopf, Zhu und Färber "Überraschung" in einer Zeile des Nachmittagsprogramms vermerkt. Es wurde Biathlon, wenn auch nicht die Sommervariante auf Roll-Ski, sondern laufend (Roßkopf: "Schließlich wollten wir sichergehen, dass alle überleben."). Die DTTB-Herren und drei schwedische Gäste um Spitzenspieler Kristian Karlsson maßen sich in vier Dreier-Teams. Die Siegermannschaft: das Bergneustädter-Trio Duda, Mengel und Walther. "Wir sind läuferisch sehr gut, haben, wenn es darauf ankam, die Ziele getroffen, und hatten einen guten Team-Spirit", nennt Croatian-Open-Sieger Walther den Schlüssel zum Erfolg. Die alte Winter-Biathlon-Weisheit kann er ebenfalls bestätigen: "Laufen ist so wichtig wie Schießen, denn Strafrunden kosten richtig Zeit und Kraft." Biathlon kam gut an bei den deutschen und schwedischen Herren. Im kommenden Jahr steht die Revanche an. "Bis dahin üben wir alle noch ein bisschen Schießen auf dem Jahrmarkt", flachst Jörg Roßkopf.

Neuer Ort, neue Trainingspartner: Ab Montag weitere Vorbereitung in Österreich / Boll, Steger und Ovtcharov in China

Von Montag bis Donnerstag folgt der nächste Teil des Saisonvorbereitungsprogramms, dann mit einem noch höheren Tischtennis-Anteil: Es geht an die Werner Schlager Academy nach Schwechat bei Wien. "Die Jungs haben jetzt viel unter sich trainiert. Andere Trainingspartner und ein anderer Ort setzen noch einmal neue Reize", sagt Coach Roßkopf.

Das Programm in Deutschland nicht absolviert haben Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov wegen ihres Engagements in der Chinese Super League und ihrer Teilnahme an den China Open. Bastian Steger ist bereits am Donnerstag ebenfalls nach China aufgebrochen. Er vertritt den alten Kontinent beim Euro-Asia-Vergleich in Zhangjiagang. 

 

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