In Flörsheim wird wieder Tischtennis gespielt: Mit viel Abstand und offener Tür zum Luftaustausch (Foto: Roth)
Ein Stück Normalität im Vordertaunus: Training ohne Tischbuchungssystem

BSC Flörsheim: Die Langbank als Abstandshalter

MS 26.08.2020

Flörsheim. Covid-19 hat die Welt verändert. Zwar sorgen die Maße des Tisches automatisch für einen idealen Distanzhalter und machen Tischtennis zu einer der risikofreiesten Sportarten. Doch ohne maßgeschneiderte Schutz- und Hygienekonzepte öffnen sich auch nach dem Lockdown keine Hallen. Wir präsentieren Ihnen Vereine, in denen wieder Tischtennis gespielt wird. Heute: Die Tischtennis-Abteilung des BSC Flörsheim 1985.

Wir stellen Ihren Verein vor! Mit Ihrem Text! Mit Ihren Fotos! Mit Ihrem Video!

Falls auch bei Ihnen die Bälle wieder über die Netze fliegen, dann erzählen Sie uns doch auch die Geschichte Ihrer Wiedereröffnung. Welchen organisatorischen und bürokratischen Hürden standen Sie auf dem Weg zur Wiedereröffnung gegenüber? Welches Tischbuchungssystem setzen Sie im Training ein? Wie haben Ihre Mitglieder die Öffnung nach monatelanger Schließung angenommen? Hat Ihr Verein neue Strukturen für den Umgang mit der Pandemie geschaffen? Wir freuen uns auf Ihre ganz persönliche Story: Mit Infos zu Ihrem Verein! Mit Ihrem Text! Mit Ihren Fotos aus dem Corona-Training und vielleicht ja sogar mit Ihrem Video! Unsere Kontaktadresse lautet: schillings.dttb@tischtennis.de.

Heute: Der BSC Flörsheim 1895

Der Ball-Sport-Club (BSC) Flörsheim 1985, dem neben der Tischtennis-Abteilung auch noch die Sparte Badminton angehört, ist ein Verein des Hessischen Verbandes (HeTTV). In der neuen Spielzeit geht der BSC mit vier anstelle von bisher zwei Mannschaften an den Start – und darf darauf überaus stolz sein. Denn zusätzlich zu seinen beiden Herren-Teams in der 2. und 3. Kreisklasse melden die Hessen zwei Jugend-Mannschaften zum Spielbetrieb an. Dank großem Engagement in der Nachwuchsarbeit, u.a. durch Schnupperkurs-Angebote des DTTB, wandelte der BSC in 15 Monaten permanenten Mitgliederschwund in einen anhaltenden Aufwärtstrend um. Mit der Meldung einer Mädchen-Mannschaft und eines Jungen-Teams erntet der Verein aus dem Vordertaunus nun die Früchte seiner kontinuierlichen Arbeit. Den Wiedereinstieg der Flörsheimer ins Training nach coronabedingter Hallen-Schließung im Frühjahr beschreibt Harald Roth, Initiator des Wiederaufschwungs und Mitgliederwart des BSC.

Freies Training ohne Tischbuchungssystem

„Die Freude war bei allen Mitgliedern riesengroß, als am 22. Mai nach rund neun Wochen Zwangspause vom Tischtennis endlich wieder die Tür zu unserer Riedhalle geöffnet wurde. Wir haben mit Erwachsenentraining begonnen, bevor am 5. Juni erstmals auch die Kinder wieder in die Halle durften. Ich hatte zwar versucht, die tischtennislose Zeit mit ein paar Ball-Übungen als Trockentraining zu überbrücken, die ich den Mädchen und Jungen per E-Mail zugesandt hatte. Aber das ist natürlich kein Vergleich zum richtigen Tischtennis! Es geht eben doch nichts über Tischtennisspielen in der Halle mit den Freunden!

Wir haben uns für unsere Trainingsabende entschieden, auf den Einsatz eines Tischbuchungssystems komplett zu verzichten. Dies ist bei unserem kleinen Verein mit relativ wenigen Trainierenden auch problemlos möglich. Als angenehmen Nebeneffekt beschert uns dies außerdem ein Stück Normalität, ohne jede Voranmeldung ins Training gehen zu können.

Nachbarschaftshilfe beim Sommertraining

Aktuell haben wir, sowohl bei den Kindern als auch bei den Erwachsenen, jeweils etwa zwölf Spieler im Training. Etwa ein Drittel fehlt aus den verschiedensten Gründen noch: Einige wollten die Sommerferien abwarten, die nun in Hessen seit etwas mehr als einer Woche beendet sind, andere gehören zu Risikogruppen und reagieren auf die Covid-19-Situation an sich beziehungsweise auf aktuell derzeit erhöhte Fallzahlen im Rhein-Main-Gebiet.

Wir hatten in den Sommerferien mit einer offenen Halle geplant: Bauarbeiten an den Wasserleitungen haben dies aber dann verhindert. Dies hat uns aber nicht davon abgehalten, unseren Jugendlichen trotzdem regelmäßiges Training zu ermöglichen. Nach einer Anfrage bei der TG Weilbach, dessen Halle geöffnet war, hat sich unser Nachbarverein gerne und unbürokratisch bereit erklärt, sein Sommerangebot auch für unsere Mädchen und Jungen zu öffnen. Über diese Unterstützung haben wir uns sehr gefreut, denn in der jetzt beginnenden neuen Saison ernten wir die Früchte aus unseren Schnupperkurs-Angeboten vom Frühjahr 2019. Sowohl die Jungen- als auch die Mädchenmannschaft, die in den Ferien in Weilbach trainieren durften, sind aus den Teilnehmern an den Schnupperkursen gebildet worden, die an Tischtennis und unserem Verein Gefallen gefunden haben.

Wir sind zu klein für einen eigenen Hygienebeauftragen

Glücklicherweise wurden uns im Mai bei unserem Antrag auf Wiedereröffnung keine Steine in den Weg gelegt. Unser Neustart verlief reibungslos. Es handelt sich um eine Kreishalle, und nachvollziehbarerweise mussten wir zwar ein Hygienekonzept vorlegen, das auf den Vorgaben der Handlungs- und Schutzkonzepte von DTTB und HeTTV unter Berücksichtigung der behördlichen Vorschriften basiert. Es wurde jedoch problemlos genehmigt und wir durften schnell wieder an die Tische.

Auf das Einsetzen eines eigenen Hygienebeauftragen haben wir von Anfang an verzichtet, dafür sind wir als Verein viel zu klein. Für die Einhaltung der Bestimmungen sorge ich selbst, da ich ohnehin beim Training immer vor Ort bin. Es haben sich in der gesamten Zeit seit der Wiederöffnung keine Probleme aufgetan, es ziehen alle sehr gut an einem Strang. Wir haben auch sehr verständige und vernünftige Leute in unserem Verein. Die Kinder verhalten sich zudem sehr diszipliniert, sie sind die entsprechenden Hygienemaßnahmen ohnehin von der Schule gewöhnt.

Die Langbank als Abstandshalter

An den Trainingsabenden ist alles bestens vorbereitet. Reinigungs- und Desinfektionsmaterialien stehen in der Halle der Riedschule, die wir uns mit Badminton teilen, stets ausreichend bereit. Die Umkleiden dürfen derzeit maximal von vier Spielern genutzt werden. Diese lassen wir deshalb für jene Spieler reserviert, die anschließend duschen möchten. Für alle anderen, die schon in Sportkleidung zum Training kommen, nutzen wir zur leichteren Orientierung für den richtigen Abstand die Langbänke, die sonst als Sitzgelegenheit dienen. Die sind praktisch, weil sie genau 4,50 Meter messen. Somit können jeweils drei Spieler pro Bank, zwei an den Enden und einer in der Mitte, gleichzeitig einen schnellen Schuh- oder Trikotwechsel vornehmen, ohne sich zu nahe zu kommen. Eine Tür nach außen steht zudem immer sperrangelweit offen, das sorgt für permanenten Luftaustausch.

Wir achten genauestens auf alles. Es weiß zudem inzwischen ja auch  jeder sehr gut, wie er sich und andere schützen muss. Es ist gut, dass wieder Sport möglich ist, denn wir wollen ja nicht die nächsten 30 Jahre unter einer Käseglocke leben. Andererseits darf das Virus nicht unterschätzt werden. Im Moment geht es im Rhein-Main-Gebiet richtig rund, was die Zahl der Infektionsfälle angeht. Indirekt sind auch wir davon betroffen beziehungsweise bekommen es zu spüren, denn aktuell in Flörsheim gibt es zwei Covid-19-Fälle an der Realschule und einen auf der Riedschule. Es ist nur zu verständlich, dass dann auch Eltern ihre Kinder vorsichtshalber einmal nicht zum Training schicken. Auch dies haben wir in diesen Wochen erlebt.

Aktuelle Verunsicherung ja, Mitgliederschwund nein

Etwas Verunsicherung ist durch die momentane Situation vorhanden, das ist unvermeidlich. Wir hoffen aber, dass die Möglichkeit, Tischtennis zu spielen, nicht wieder auf null heruntergefahren wird. Das wäre sehr schade, auch für die neue Saison, die vor der Tür steht. Die Gefahr für einen Mitgliederverlust sehen wir durch die Covid-19-Pandemie aber nicht. Schließlich sind von der Situation, bei der damaligen Schließung oder auch jetzt, flächendeckend alle Vereine betroffen. Es herrscht, zumindest bei unseren Mitgliedern, eine hohe Akzeptanz für die notwendigen Einschränkungen vor.

Es ist sicherlich ratsam und angebracht, sich auf allen Ebenen individuelle Lösungen zu überlegen, auch für die Durchführung des Spielbetriebes. Interessant ist beispielsweise der Modus, in der die Mädchen-Liga in unserem Kreis ausgetragen werden soll. Statt permanenter Spieltage wird es etwa einmal am Monat an einem Tag zusammengefasste Gruppenspieltage in unterschiedlichen Konstellationen geben. Auf diese Art und Weise haben dann am Ende, bei wenigen Spieltagen, auch alle Mannschaften gegeneinander gespielt.

Trotz Covid-19: Zwei Neulinge im Training

Mit dem Beginn des neuen Schuljahres wäre im Normalfall wohl auch wieder die Tischtennis-AG zustande gekommen, die unser Verein in Kooperation mit der Riedschule durchführt. Wann es wieder dazu kommt, ist ungewiss. Die Schule braucht jetzt nach ihrem Re-Start mindestens drei Wochen, bis sie sich organisiert hat, dazu kommt die aktuelle Corona-Situation in der Region. Sie haben im Moment erst einmal noch anderes im Kopf als eine Tischtennis-AG, ist meine Vermutung.

Aber worüber ich mich sehr gefreut habe: Es waren zuletzt zwei Neulinge im Training. Deren Interesse hatten wir noch vor der Corona-Pause mit unserem Angebot an verschiedenen Aktionen geweckt. Es zeigt, dass immer etwas möglich ist, wenn sich Vereine engagieren.“

Zur Homepage der Tischtennis-Abteilung des BSC Flörsheim

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