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Petrissa Solja und Patrick Franziska sind ausgeschieden (Foto: WTT)
Knappe Niederlage für Dang Qiu / Xiaona Shan bekommt neue Gegnerin vorgesetzt

Budapest Star Contender: Ovtcharov, Boll, Franziska und Han im Achtelfinale

MS 14.07.2022

Budapest. Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll, Patrick Franziska und bei den Damen Ying Han sind die deutschen Asse, die am zweiten Hauptrundentag des mit 250.000 Dollar dotierten Budapest Star Contender den Sprung in das Achtelfinale geschafft haben. Das Quartett spielt nun am Freitagvormittag um den Einzug in die Runde der besten Acht.

Mit starken Vorstellungen und ohne Satzverlust erreichten Ovtcharov, Boll und Franziska das Achtelfinale. Der Olympiadritte Dimitrij Ovtcharov war zufrieden mit seiner Leistung gegen den Inder Sathiyan Gnanasekaran und bekommt es nun Dang-Qiu-Bezwinger Lin Gaoyuan (China) zu tun: "Ergebnis und Leistung gegen Sathi waren okay, zumal hier mit verschiedenen Hallen keine einfachen Bedingungen sind. Ich freue mich nun auf das Duell mit Lin." Ganz klar mit 11:3, 11:7 und 11:7 hielt Timo Boll den Engländer Liam Pitchford in Schach, steht aber nun gegen Europe-Top-16-Sieger Darko Jorgic (Slowenien) vor einer schweren Aufgabe: "Mit meiner Leistung gegen Liam war ich ganz zufrieden, ich habe ganz solide gespielt. Gegen Jorgic wird es natürlich nicht einfach, ich habe ja zuletzt im TTBL-Finale gegen ihn verloren. Da brauche ich einen guten Start, so wie heute, dann geht vielleicht was." Dritter Deutscher im Achtelfinale ist Patrick Franziska. Der Weltranglisten-13. aus Saarbrücken, der nun morgen gegen den von ihm noch nie bezwungenen Weltranglistensechsten Lin Yun-Ju (Taiwan) vor einer hohen Hürde steht, ließ seinem Nationalmannschaftskollegen Benedikt Duda beim 11:9, 11:6 keine Chance. Der Bergneustädter hatte sich gestern gegen Ruwen Filus in einem deutschen Duell durchgesetzt.

Ying Han mit viel Mühe ins Achtelfinale

Wesentlich mehr Arbeit als in den beiden letzten Duellen mit Chen Szu-Yu hatte heute Abwehrass Ying Han zu verrichten. Nach klaren 4:0-Erfolgen in den Jahren 2017 und 2018 geriet die in Diensten des polnischen Champions-League-Gewinners Tarnobrzeg stehende Düsseldorferin heute überraschend gegen die klug spielende Taiwanesin mit 0:2 in Rückstand, zog durch eine Leistungssteigerung ab Durchgang drei jedoch im Endspurt mit 10:12, 8:12, 12:10, 11:9 und 11:5 den Kopf noch einmal aus der Schlinge. Ying Han war nach dem Sieg nicht zufrieden mit sich: "Ich habe wirklich schlecht gespielt und heute weder Rhythmus noch mein Tempo gefunden. Ich hatte allerdings auch nicht erwartet, dass meine Gegnerin so gut und clever spielt, wie sie es heute getan hat. Nach meinem schlechten Start mit vergebener 10:8-Führung im ersten Satz bin ich dazu auch noch etwas nervös geworden. Zum Glück habe ich ja am Ende aber noch gewonnen, das ist das einzig Positive aus der Partie." Die nächste Hürde ist für die Europe-Top-16-Siegerin eine sehr hohe: Gegen die Japanerin Kasumi Ishikawa blieb die Deutsche bisher bei internationalen Turnieren und auch bei ihren Gastspielen in der japanischen Liga ohne Sieg. Ying Han weiß, was sie erwartet: "Gegen Ishikawa wird es natürlich unglaublich schwer. Ich habe nie gegen sie gewonnen, auch wenn es einmal knapp war. Ich werde mich aber gut auf das Match vorbereiten und dann versuchen, aktiver als normal zu sein und häufig einmal anzugreifen. Die Chancen, die sich mir bieten, werde ich zu nutzen versuchen."

Shan muss kurzfristig gegen andere Gegnerin antreten

Die Tür ins Achtelfinale stand bei einer 2:0-Führung auch für die Weltranglisten-19. Xiaona Shan weit offen. Doch die EM-Zweite im Einzel verlor die folgenden drei Sätze gegen die Südkoreanerin Lee Zion deutlich, die kurzfristig als lucky loser der Damen-Qualifikatioin an die Stelle der an der Schulter verletzten Olympiasiegerin Chen Meng (China) in das Feld gerückt war. Nach starkem zwei Sätzen fand die Berlinerin kein probates Rezept mehr, um die Südkoreanerin vom Siegkurs abzubringen. Shan Xiaona ärgerte sich: "Meine Gegnerin hat am Ende sehr gut gespielt. Aber das Problem war heute auch eher mein Kopf. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, spielen zu müssen und wundere mich, dass an die Stelle von Chen Meng eine Spielerin direkt in die zweite Runde rücken kann. Bei Turnieren, die nicht von WTT ausgerichtet werden, gibt es das nicht."

Die Weltranglisten-13. Nina Mittelham spielte zwar gegen die favorisierte Fan Siqi einen guten zweiten Satz, konnte ihre 9:7-Führung aber nicht in einen Erfolgserlebnis umwandeln. Am Ende setzte sich die Chinesin mit 3:0 gegen die Berlinerin durch. Nina Mittelham sagte nach der Niederlage: "Der erste Satz war schwierig, aber der zweite und dritte Durchgang waren ganz okay. Ich spiele aber im Moment einfach noch nicht wieder mein bestes Tischtennis. Nach meinem Sieg beim WTT Contender in Lima hatte ich eine Woche später eine Covid-Infektion, dadurch habe ich nicht so viel trainiert in den letzten Wochen."

Dang Qiu lässt eine Reihe von Satzbällen ungenutzt

Der Deutsche Meister Dang Qiu verlor seinen ersten Vergleich mit Lin Gaoyuan denkbar knapp mit 16:18, 12:10, 11:13, 11:6 und 5:11. Vor allem im ersten Durchgang ließ der 25 Jahre alter Düsseldorfer eine Reihe an Chancen zum Satzgewinn gegen den WM-Dritten im Doppel und Mixed ungenutzt. In Durchgang drei vergab der Lima-Contender-Gewinner außerdem nach 7:10-Rückstand einen Satzball zur 2:1-Führung. Dang Qius Analyse fiel nach der Niederlage selbstkritisch aus: "Wir hatten heute beide unsere Chancen und haben sie teilweise nicht genutzt, er sie aber am Ende leider einen Tick besser als ich. Es war insgesamt ein gutes Spiel von mir - aber gute Spiele bringen wenig, wenn man sie am Ende nicht auch gewinnt. Es war jedenfalls eine Lektion für mich, aus der ich hoffentlich viel für mich herausziehen kann."

Mixed-Duos ohne Chance

Nach sehr starken Auftrittfen in Runde eins blieben die deutschen Mixed-Kombinationen heute im Viertelfinale ohne jede Chance. Die WM-Dritten von 2019 Petrissa Solja/Patrick Franziska unterlagen den Franzosen Prithika Pavade/Simon Gauzy FRA mit 9:11, 5:11 und 5:11. Noch schneller ging es für das Europameister-Duo Nina Mittelham/Dang Qiu, die es gegen die Japaner Hina Hayata/Tomokazu Harimoto in drei Sätzen gerade einmal auf 13 Punkte brachten.

Die Spiele am Freitag

Damen-Einzel, Achtelfinale
Ying Han - Kasumi Ishikawa JPN 0:3 (-3,-8,-7)
Herren-Einzel, Achtelfinale
Dimitrij Ovtcharov - Lin Gaoyuan CHN 0:3 (-9,-8,-8)
Patrick Franziska - Lin Yun-Ju TPE 0:3 (-7,-8,-6)
Timo Boll - Darko Jorgic 12 Uhr 1:3 (-9,6,-5,-9)

Die Ergebnisse vom Donnerstag

Herren-Einzel, 2. Runde (beste 32)
Dang Qiu - Lin Gaoyuan CHN 2:3 (-16,10,-11,6,-5)
Timo Boll - Liam Pitchford ENG 3:0 (3,7,7)
Dimitrij Ovtcharov - Sathiyan Gnanasekaran IND 3:0 (5,10,8)
Patrick Franziska - Benedikt Duda 3:0 (9,4,6)

Damen-Einzel, 2. Runde (beste 32)
Ying Han - Chen Szu-Yu TPE 3:2 (-10,-8,10,9,5)
Nina Mittelham - Fan Siqi CHN 0:3 (-4,-9,-7)
Xiaona Shan - Lee Zion KOR 2:3 (7,7,-5,-8,-6)

Mixed, Viertelfinale
Petrissa Solja/Patrick Franziska - Prithika Pavade/Simon Gauzy FRA 0:3 (-9,-5,-5)
Nina Mittelham/Dang Qiu - Hina Hayata/Tomokazu Harimoto JPN 0:3 (-2,-2,-9)

Links


Die Aufgebote bei der European Summer Series in Budapest (11. bis 23. Juli)

Star Contender (11. bis 17. Juli)
Damen: Ying Han (KTS Enea Siarkopol Tarnobrzeg, Polen), Nina Mittelham (ttc berlin eastside), Xiaona Shan (ttc berlin eastside), Petrissa Solja (TSV Langstadt), Qualifikation: Sabine Winter (TSV Schwabhausen), Chantal Mantz (TSV Langstadt)
Herren: Dimitrij Ovtcharov (TTC Neu-Ulm, Dang Qiu (Borussia Düsseldorf), Timo Boll (Borussia Düsseldorf), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT), Ruwen Filus (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell), Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt)
Damen-Doppel: Nina Mittelham/Sabine Winter, Xiaona Shan /Petrissa Solja
Herren-Doppel: Benedikt Duda/Dang Qiu
Mixed: Nina Mittelham/Dang Qiu, Petrissa Solja/Patrick Franziska

WTT Feeder (18. bis 22. Juli)
Damen: Yuan Wan (TTC Weinheim), Chantal Mantz (TSV Langstadt), Qualifikation: Franziska Schreiner (TSV Langstadt)
Herren: Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt), Ricardo Walther (ASV Grünwettersbach), Fan Bo Meng (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell), Kay Stumper (Borussia Düsseldorf), Qualifikation: Cedric Meissner (TTC OE Bad Homburg), Tobias Hippler (1. FC Köln), Benno Oehme (TTC OE Bad Homburg)
Damen-Doppel: Chantal Mantz/Yuan Wan
Herren-Doppel: Benedikt Duda/Ricardo Walther
Mixed: Franziska Schreiner/Tobias Hippler

WTT Champions (18. bis 23. Juli)
Damen: Ying Han (KTS Enea Siarkopol Tarnobrzeg, Polen), Nina Mittelham (ttc berlin eastside), Xiaona Shan (ttc berlin eastside), Petrissa Solja (TSV Langstadt)
Herren: Dimitrij Ovtcharov (TTC Neu-Ulm, Dang Qiu (Borussia Düsseldorf), Timo Boll (Borussia Düsseldorf), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT)

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