Nicht zuletzt auf Nadine Bollmeier beruhen die Hoffnungen des TuS Bad Driburg am Wochenende (Bild: Dr. Stephan Roscher).
Am kommenden Wochenende sind fünf Bundesligisten in drei Partien gefordert

Bundesliga-Duelle in Anröchte, Sinzheim und Kolbermoor

Dr. Stephan Roscher 23.11.2018

Am kommenden Wochenende sind fünf Bundesligisten in drei Partien gefordert. Die Truppe aus Bad Driburg tourt durch den Südwesten und Süden der Republik und muss sowohl gegen Busenbach als auch in Kolbermoor zeigen, was sie zu leisten imstande ist. Das Duell mit Krämer und Co. steigt übrigens in Sinzheim, wo bis zu 400 Fans erwartet werden. Gewinnt eastside am Samstag in Anröchte, ist der Hauptstadtklub zumindest für 24 Stunden Spitzenreiter.

Samstag, 18.00 Uhr: TTK Anröchte – ttc berlin eastside

Berlin könnte sich – 24 Stunden nach dem letzten Gruppenspiel in der Champions League – in Anröchte zumindest für einen Tag an die Spitze der Tabelle schieben. Im Fall eines Sieges hätte man 8:2 Zähler, während Kolbermoor aktuell bei 7:3 steht und erst am Sonntag nachlegen kann. Auch wenn der TTK bisher überzeugt hat und auf Platz vier steht, reisen die Hauptstädterinnen klar favorisiert nach Ostwestfalen.

Eigentlich hätte der Gastgeber viel lieber einen Tag später gespielt. TTK-Vorsitzender Manfred Vogel erklärt, weshalb es zur Vorverlegung kam: „Leider müssen wir dieses Spiel aufgrund des Spielverbots am Totensonntag in Nordrhein-Westfalen am von uns so ungeliebten Samstag austragen. Wir haben, wenn wir samstags spielen, immer ein Zuschauerproblem.“

Zu den sportlichen Aspekten äußert sich Vogel natürlich auch. „Berlin ist der Favorit und es wäre schön, wenn wir einigermaßen mithalten könnten“, so der TTK-Chef. „Da unser Gegner am Freitagabend ein Champions-League-Spiel bestreitet, gehen wir davon aus, dass er mit einer starken Mannschaft anreisen wird.“ Zur eigenen Personalplanung sagt Vogel: „Marta Golota wird wieder zum Einsatz kommen. Wir hoffen, dass auch Qi Shi und Aimei Wang wieder einsatzbereit sind.“

In Berlin zeigt man durchaus einen gewissen Respekt vor Anröchte: „Die Mannschaft aus Westfalen ist sehr erfahren und kann an einem guten Tag sicherlich auch gegen Berlin punkten“, lesen wir in der aktuellen Pressemitteilung des Vereins. „Daher wird der ttc auch keine Experimente eingehen und gegen den TTK erneut in Topbesetzung antreten.“ „Wir wollen uns bis Weihnachten in der Bundesliga etwas Luft verschaffen und möglichst frühzeitig einen der ersten beiden Plätze klarmachen“, so Manager Andreas Hain. „Deshalb werden wir jetzt auch die letzten drei Spiele der Hinrunde in Topbesetzung antreten.“

  

Samstag, 18.30 Uhr: TV Busenbach – TuS Bad Driburg

Nicht in Waldbronn sondern im 45 Kilometer entfernten Sinzheim wird der TV Busenbach am Samstagabend gegen den TuS Bad Driburg aufschlagen und rechnet mit einer guten Kulisse.

Jessica Göbel erklärt, wie es dazu kam. „Die Anfrage aus Sinzheim aufgrund eines Jubiläums erreichte uns schon sehr früh, so dass wir uns entschlossen haben den Verein mit einem unserer Heimspiele zu unterstützen“, so die Mannschaftsführerin des TVB. „Organisator Patrick Fischer liebäugelt mit 400 Zuschauern. Wir sind gespannt, ob tatsächlich so viele am Samstag den Weg in die Fremersberghalle in Sinzheim finden werden.“

In Hinblick auf den Ausgang der Partie des Tabellensiebten gegen den Fünften hält Göbel so gut wie alles für möglich. „Die Duelle mit Driburg sind bis dato immer eng und hochinteressant gewesen und ich rechne auch am Samstag mit einem engen Verlauf“, so die ehemalige deutsche Nationalspielerin. „Wie schon gegen Anröchte wird auch in diesem Spiel von einem knappen Sieg über ein Unentschieden bis hin zur knappen Niederlage alles drin sein. Ziel ist natürlich, dass wir uns dieses Mal belohnen, denn momentan stimmt die Tabellenbilanz mit den gezeigten Leistungen nicht wirklich überein.“ Man hat personell die Qual der Wahl, auch Spitzenspielerin Tanja Krämer, die gegen Anröchte verletzt ausfiel, ist wieder dabei.

„Uns steht mit diesem Doppelspieltag das anstrengendste Wochenende des Jahres bevor“, gibt Bad Driburgs Manager Franz-Josef Lingens zu Protokoll. „Rund 2.000 Kilometer werden wieder zu bewältigen sein.“ Natürlich möchte man Sinzheim mit zwei Punkten im Gepäck verlassen, doch das dürfte nicht einfach werden. „Sportlich ist das Ziel, unsere gute Position zu behaupten. Wir wissen aber, dass es schwer wird“, so Lingens. „Gegen Busenbach tun wir uns immer schwer. Das Spiel scheint aber wie immer total offen. Alles kann passieren.“ Auch Lingens freut sich auf die ungewohnte Location: „Da Busenbach das Spiel nach Sinzheim vergeben hat, freuen wir uns dort auf viele Zuschauer und eine tolle Stimmung.“

Der Gastgeber bietet den Fans auch die Möglichkeit, die Partie via Livestream zu verfolgen: „Wir werden wieder, wie schon in den Partien zuvor, auf unserer Facebook-Seite eine Liveübertragung schalten“, so Jessica Göbel. „Wir hoffen, dass diejenigen, denen der Weg zu weit ist, so wenigstens ein bisschen Bundesliga-Atmosphäre mitbekommen können.“

 

Sonntag, 14.00 Uhr: SV DJK Kolbermoor – TuS Bad Driburg

Der amtierende Deutsche Meister und aktuelle Tabellenführer geht als Favorit gegen den TuS an die Tische. Doch das heißt nicht, dass die Fans nicht wieder eine der vielen engen Partien zu sehen bekommen könnten – jedes zweite Spiel ging bisher über die volle Distanz, da die Liga so ausgeglichen besetzt ist wie lange nicht mehr. Und schaut man sich die Punkte an, erscheint es längst nicht mehr so eindeutig: Kolbermoor steht bei 7:3, Bad Driburg bei 5:3 und könnte im Fall eines Sieges am Vorabend gegen Busenbach sogar als punktgleicher Rivale anreisen. Zudem haben die Oberbayern bislang ihre Gegner nicht gerade in Grund und Boden gespielt. Gegen Anröchte und Busenbach hat man etwas klarer gewonnen, Böblingen im letzten Heimspiel knapp geschlagen, in Langstadt dagegen einen Punkt eingebüßt und in Bingen sogar knapp verloren. Und der TuS hat sich schon einmal in dieser Saison als Favoritenschreck geoutet, nämlich beim Remis in Berlin am ersten Spieltag.

„In Kolbermoor hängen für uns natürlich die Trauben noch höher als gegen Busenbach“, meint Franz-Josef Lingens. „Aber unser Team ist auch gut besetzt und in guter Verfassung, so dass vielleicht auch eine kleine Überraschung nicht unmöglich ist.“

„Ein schwer einzuschätzendes Spiel für mich“, räumt Kolbermoors Trainer Michael Fuchs ein. „Im vorderen Paarkreuz schätze ich uns stärker ein. Kristin hat diese Woche ja gegen Sarah de Nutte gewonnen, wobei de Nutte und vor allem Britt Eerland an guten Tagen sehr gefährlich sein können. Im hinteren Paarkreuz ist unser Anspruch, dass unsere Spielerinnen mit ihrer Erfahrung gegen Sophia Klee eigentlich zwei Punkte holen müssen. Nadine Bollmeier ist eine starke und erfahrene Nummer drei, die wohl auch weniger Probleme gegen Abwehr haben dürfte.“ Fuchs ist recht zuversichtlich, dass seine Schützlinge im letzten Heimspiel der Vorrunde einen weiteren Sieg einfahren können, auch wenn er "ein Spiel über die volle Distanz nicht ausschließen" möchte.

Man hofft auf eine volle Halle und wird eventuell einen Tisch auf der Facebook-Seite des Klubs streamen.

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