Die eastside-Asse hatten nach Spielende allen Grund, mit den Fans zu feiern (Bild: Verein).
ttc berlin eastside – Dr. Casl 3:2

Champions-League-Krimi in Berlin: eastside schlägt den Titelverteidiger

Dr. Stephan Roscher 09.03.2019

Ein Wahnsinnsspiel erlebten die Fans am Freitagabend im Berliner Sportkomplex an der Paul-Heyse-Straße. Die Hauptstädterinnen wollten am Weltfrauentag ihren Gegner mit Frauen-Power beeindrucken und ließen ihrer Ankündigung Taten folgen. Sie begannen im Halbfinal-Hinspiel der europäischen Königsklasse gegen Titelverteidiger Dr. Casl furios und schienen den favorisierten Gegner in Grund und Boden spielen zu wollen. Doch das Team aus Kroatien legte einen fulminanten Zwischenspurt hin, ehe die überragende Matilda Ekholm doch noch den Sieg in trockene Tücher packte.

Zunächst ließ Shan Xiaona der niederländischen Defensivkünstlerin Li Jie keinen Stich und Matilda Ekholm legte durch ein 3:0 gegen die favorisierte Chinesin Liu Gaoyang – Dr. Casl hatte sich für die Linkshänderin entschieden und Doo Hoi Kem (Hongkong) pausieren lassen – nach.

Im Anschluss musste die frischgebackene zweifache Deutsche Meisterin Nina Mittelham trotz einer recht ansprechenden Leistung der Penholder-Portugiesin Fu Yu zum Sieg gratulieren. Und nach Liu Gaoyangs 3:1-Erfolg über Shan Xiaona schien das Topteam aus Kroatien am Drücker zu sein, hatte jedoch die Rechnung ohne Matilda Ekholm gemacht.

Die Schwedin holte gegen Abwehr-Bollwerk Li Jie nochmals alles aus sich heraus, brachte den so wichtigen zweiten Satz mit 15:13 nach Hause und münzte im vierten Durchgang einen 2:7-Rückstand in ein 11:9 um. Nach insgesamt dreieinviertel Stunden durfte Berlin diesen extrem wichtigen Sieg in einem packenden, ja dramatischen Champions-League-Spiel bejubeln.

Die Chancen auf den Einzug ins Finale stehen nicht schlecht, entschieden ist aber noch gar nichts. Bei dem sehr passablen Satzverhältnis der Berlinerinnen (11:7) muss Dr. Casl das Rückspiel am 24. März vermutlich mit 3:1 oder 3:0 gewinnen, um noch ins Endspiel einzuziehen. Eine einfache Übung dürfte allerdings auch die zweite Halbfinal-Partie für den ttc eastside nicht werden. Wahrscheinlich muss man in Zagreb erneut "120 Prozent" abrufen, um den Coup erfolgreich zu Ende zu bringen.

Im Berliner Lager freute man sich natürlich über den Sieg und Ekholms tolle Aufholjagd, sieht aber keinen Anlass zur Euphorie. „Das Ergebnis klingt nach Vorteil für Zagreb, aber noch ist alles offen. Bis zum 2:0 war es wohl unser bestes Match in dieser Saison, danach waren wir zu ungeduldig und standen uns damit ein bisschen selbst im Wege“, sagte TTC-Präsident Alexander Teichmann. „Damit wissen wir aber auch, was wir in zwei Wochen besser machen können.“

 

DAS SPIEL IM ÜBERBLICK

ttc berlin eastside - Dr. Casl 3:2

Shan Xiaona – Li Jie 3:0 (11:3, 11:3, 11:8)

Matilda Ekholm – Liu Gaoyang 3:0 (11:5, 11:8, 13:11)

Nina Mittelham – Yu Fu 1:3 (7:11, 10:12, 11:9, 7:11)

Shan Xiaona – Liu Gaoyang 1:3 (11:8, 4:11, 6:11, 9:11)

Matilda Ekholm – Li Jie 3:1 (11:9, 15:13, 5:11, 11:9)

 

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