Freude, Erleichterung, Erschöpfung: Han Ying und Coach Jie Schöpp (Foto: MS)
Nervenkitzel in Überlänge: Nach anderthalb Stunden besiegt Han Ying die Monegassin Yang Xiaoxin

Nach echtem Krimi: Han Ying steht im Finale von Minsk

SH / MS 26.06.2019

Minsk. Han Ying ist nach einem wahren Krimi in der Vorschlussrunde ins Einzel-Finale der European Games eingezogen. Sie besiegte die Monegassin Yang Xiaoxin in sieben Sätzen. Im Endspiel heute Abend ab 17 Uhr steht sie Peti-Solja-Bezwingerin Yu Fu aus Portugal gegenüber. Egal wie diese Partie endet: Den Einzel-Startplatz bei Olympia 2020 hat die in Düsseldorf lebende aktuelle Nummer 14 der Europarangliste bereits jetzt sicher - vorbehaltlich der Nominierung durch den DOSB. Im Einzel erhalten die ersten Drei Tickets für die Sommerspiele im kommenden Jahr in Tokio.

Nach knappem und ausgeglichenem Spielverlauf wurde die insgesamt anderthalb Stunden dauernde Partie spätestens durch das Greifen der Wechselmethode beim Stand von 8:9 im fünften Durchgang vollends zum Nervenkitzel. Dieser Satz ging an Yang, im Anschluss aber zeigte sich Han Ying unbeeindruckt von der nun nötigen Änderung der Taktik. Denn als Abwehrerin musste sie zumindest bei eigenem Aufschlag nun zwingend noch mehr auf den Angriff setzen. Eine 5:1- und 7:3-Führung im Sechsten konnte sie jedoch nicht nach Hause bringen.

Han: "Ich bin jetzt erst einmal fertig"

"Das war ein so unglaubliches intensives Match. Ich bin jetzt erst einmal fertig", erklärte Han Ying. "Ich hatte so viele Führungen und lag dann doch mit 2:5 im Entscheidungssatz hinten. Ich habe mir gedacht, jetzt ist es eh egal. Ich gebe noch einmal alles, egal wie es jetzt ausgeht. Ich habe sehr gut gespielt und gekämpft und bin jetzt erst einmal nur glücklich und erleichtert, die Fahrkarte für Tokio in der Tasche zu haben."

Im siebten Durchgang kämpfte sich die Deutsche nach dem 2:5-Rückstand wieder heran, erspielte sich sogar ein 7:5. Ein "Verhörer" Hans kostete sie den nächsten Punkt, aber nicht die Konzentration. Zur Erklärung: Gelingt es im Zeitspiel dem rückschlagenden Akteur, den Ball 13 Mal erfolgreich zurückzuspielen, dann erhält dieser den Punkt. Han Ying brach den Ballwechsel jedoch zu früh ab, weil sie dachte, sie als Rückschlägerin hätte den Punkt bereits erzielt. Sie zeigte Unverständnis für die Entscheidung der Schiedsrichter, die den Punkt ihrer Gegnerin zusprachen, blieb aber fokussiert und sagte später: "Ist jetzt auch egal, am Ende habe ich ja gewonnen." Mit 11:9 im Siebten.

Boll-Partie begann mit halbstündiger Verspätung

Im Spiel um Bronze und das letzte Olympia-Ticket des Einzelwettbewerbs trifft Yang auf Luxemburgs Altmeisterin Ni Xialian, die Yu in sechs Durchgängen unterlegen war.

Durch die Überlänge der Sieben-Satz-Schlacht hat Timos Bolls Einzel gegen Tomislav Pucar aus Kroatien mit rund 30 Minuten Verspätung begonnen.

 

Mittwoch, 26. Juni

Damen-Einzel, Halbfinale
Han Ying - Yang Xiaoxin MON 4:3 (-7,9,8,10,-8,-9,9)
Ni Xialian LUX - Yu Fu POR 2:4 (-6,-5,5,6,-6,-8)

Herren-Einzel, Halbfinale
Timo Boll - Tomislav Pucar CRO, 11 Uhr
Jonathan Groth DEN - Kou Lei UKR Cedric Nuytinck BEL 12 Uhr

Damen-Einzel, Spiel um Bronze um 15 Uhr
Ni Xialian LUX - Yang Xiaoxin MON

Herren-Einzel, Spiel um Bronze um 16 Uhr

Damen-Einzel, Finale um 17 Uhr
Han Ying - Yu Fu POR

Herren-Einzel, Finale um 18 Uhr

 

Links

Das deutsche Aufgebot

Herren
Timo Boll (Weltrangliste: 6, Borussia Düsseldorf)
Dimitrij Ovtcharov (Nr. 12, Fakel Gazprom Orenburg/Russland)
Patrick Franziska (Nr. 16, 1. FC Saarbrücken TT)
Ersatz für den Team-Wettbewerb: Ricardo Walther (Nr. 38, ASV Grünwettersbach)

Damen
Petrissa Solja (Weltrangliste: 26, TSV 1909 Langstadt)
Han Ying (Nr. 45, KTS Zamek Tarnobrzeg/Polen)
Nina Mittelham (Nr. 50, ttc berlin eastside)
Ersatz für den Team-Wettbewerb: Shan Xiaona (Nr. 165, ttc berlin eastside)

Trainer
Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer)
Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin)
Lars Hielscher (Assistenztrainer)

Delegationsleiter
Richard Prause (Sportdirektor)

Medizinische Abteilung
Peter Heckert (Physiotherapeut, OSP Hessen)
Dr. Antonius Kass (Mannschaftsarzt)

Schiedsrichter
Christoph Geiger

 

Der Zeitplan

Freitag, 21. Juni
Auslosung
ab 10 Uhr (deutscher Zeit)
Samstag, 22. Juni
Damen- und Herren-Einzel, 1. und 2. Runde
ab 9 Uhr (ohne deutsche Beteiligung)

Sonntag, 23. Juni
Gemischtes Doppel, Achtelfinale
9 Uhr/9.45 Uhr (mit Patrick Franziska/Petrissa Solja)
Damen-Einzel, 3. Runde (beste 32)
12 / 13 / 14 / 15 Uhr (mit Petrissa Solja, Han Ying)
Herren-Einzel, 3. Runde (beste 32)
16 / 17 / 18 / 19 Uhr (mit Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov)

Montag, 24. Juni
Gemischtes Doppel, Viertelfinale
9 Uhr/9.45 Uhr
Damen-Einzel, Achtelfinale
12 / 13 / 14 / 15 Uhr
Herren-Einzel, Achtelfinale
16 / 17 / 18 / 19 Uhr

Dienstag, 25. Juni
Gemischtes Doppel, Halbfinale
9 Uhr/9.45 Uhr
Damen-Einzel, Viertelfinale
12 / 13 Uhr
Herren-Einzel, Viertelfinale
14 / 15 Uhr
Gemischtes Doppel, Spiel um Bronze
17 Uhr
Gemischtes Doppel, Finale
18 Uhr
Siegerehrung
anschließend, ca. 19 Uhr

Mittwoch, 26. Juni
Damen-Einzel, Halbfinale
9 / 10 Uhr
Herren-Einzel, Halbfinale
11 / 12 Uhr
Damen-Einzel, Spiel um Bronze
15 Uhr
Herren-Einzel, Spiel um Bronze
16 Uhr
Damen-Einzel, Finale
17 Uhr
Herren-Einzel, Finale
18 Uhr
Siegerehrung
anschließend, ca. 19 Uhr

Donnerstag, 27. Juni
Damen- / Herren-Mannschaft, Achtelfinale
9 / 12 Uhr (ohne deutsche Beteiligung)
Damen-Mannschaft, Viertelfinale
15 Uhr (mit Deutschland)
Herren-Mannschaft, Viertelfinale
18 Uhr (mit Deutschland)

Freitag. 28. Juni
Damen-Mannschaft, Halbfinale
9 / 12 Uhr
Herren-Mannschaft, Halbfinale
15 / 18 Uhr

Samstag, 29. Juni
Damen-Mannschaft, Spiel um Bronze
9 Uhr
Damen-Mannschaft, Finale
12 Uhr
Siegerehrung
anschließend, ca. 15 Uhr
Herren-Mannschaft, Spiel um Bronze
16 Uhr
Herren-Mannschaft, Finale
19 Uhr
Siegerehrung
anschließend, ca. 22 Uhr

 

Die Setzlisten

Herren-Einzel

1 Timo Boll (Deutschland), 2 Mattias Falck (Schweden), 3 Dimitrij Ovtcharov (Deutschland), 4 Liam Pitchford (England), 5 Vladimir Samsonov (Weißrussland), 6 Simon Gauzy (Frankreich), 7 Kristian Karlsson (Schweden), 8 Daniel Habesohn (Österreich), 9 Emmanuel Lebesson (Frankreich), 10 Jonathan Groth (Dänemark), 11 Marcos Freitas (Portugal), 12 Tomislav Pucar (Kroatien), 13 Tiago Apolonia (Portugal), 14 Cedric Nuytinck (Belgien), 15 Darko Jorgic (Slowenien), 16 Alvaro Robles Martinez (Spanien)

Damen-Einzel

1 Bernadette Szocs (Rumänien), 2 Sofia Polcanova (Österreich), 3 Matilda Ekholm (Schweden), 4 Petrissa Solja (Deutschland), 5 Elizabeta Samara (Rumänien), 6 Georgina Pota (Ungarn), 7 Li Jie (Niederlande), 8 Fu Yu (Portugal), 9 Britt Eerland (Niederlande), 10 Margaryta Pesotska (Ukraine), 11 Barbora Balazova (Slowakei), 12 Polina Mikhailova (Russland), 13 Han Ying (Deutschland), 14 Li Qian (Polen), 15 Ni Xia Lian (Luxemburg), 16 Hana Matelova (Tschechien)

Gemischtes Doppel

1 Lubomir Pistej/Barbora Balazova (Slowakei), 2 Stefan Fegerl/Sofia Polcanova (Österreich), 3 Patrick Franziska/Petrissa Solja (Deutschland), 4 Tristan Flore/Laura Gasnier (Frankreich), 5 Adam Szudi/Szandra Pergel (Ungarn), 6 Ovidiu Ionescu/Bernadette Szocs (Rumänien), 7 Alvaro Robles Martinez/Galia Dvorak (Spanien), 8 Laurens Tromer/Britt Eerland (Niederlande), 9 Aleksandr Shibaev/Polina Mikhailova (Russland), 10 Mattias Falck/Matilda Ekholm (Schweden), 11 Aleksandar Karakasevic/Izabel Lupulesku (Serbien), 12 Niagol Stoyanov/Giorgia Piccolin (Italien), 13 Cedric Nuytinck/Lisa Lung (Belgien), 13 Jakub Dyjas/Natalia Partyka (Polen), 15 Luka Mladenovic/Ni Xialian (Luxemburg), 16 Pavel Platonov/Nadezhda Bogdanova (Weißrussland)

Damen-Mannschaft

1 Deutschland, 2 Rumänien, 3 Ungarn, 4 Österreich, 5 Holland, 6 Ukraine, 7 Polen, 8 Spanien, 8 Luxemburg, 8 Russland, 11 Schweden, 12 Weißrussland

Herren-Mannschaft

1 Deutschland, 2 Schweden. 3 Österreich, 4 Großbritannien, 5 Frankreich, 6 Slowenien, 7 Kroatien, 8 Weißrussland, 9 Portugal, 10 Belgien, 11 Rumänien, 12 Dänemark

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