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Dang Qiu: Mit vollem Einsatz auf Rang 10 der Welt (Foto: WTT)
Interview mit Dang Qiu, der bei den Deutschen Meisterschaften in Saarbrücken Geschichte schreiben kann

Dang Qius nächstes Ziel ist die DM: „Die Weltranglistenposition allein gewinnt keine Spiele“

MS 21.06.2022

Frankfurt. Mit einem spektakulären 4:3-Finalerfolg über Dimitrij Ovtcharov beim WTT Contender in Lima sicherte sich der Düsseldorfer Dang Qiu am Sonntag in Peru seinen zweiten internationalen Einzeltriumph nach dem Sieg bei den Portugal Open 2020. In der Weltrangliste katapultierten die 400 gewonnenen Punkte den bislang auf Position 14 notierten Düsseldorfer erstmals unter die Top 10 dieser Welt. tischtennis.de sprach mit dem 25 Jahre alten Weltranglistenzehnten über den neuen Karrieresprung und die bevorstehenden Deutschen Meisterschaften (25./26. Juni) in Saarbrücken (DM-Tickets unter www.tt-dm.de).

Seit vier Jahren verläuft Deine Entwicklung nur in eine Richtung: steil nach oben. Durch Deinen ersten WTT-Sieg in Lima am Sonntag bist du seit heute die Nummer 10 in der Welt. Dang Qiu in den Top 10 - klingt gut, oder?
Ja, das klingt wirklich super, wenn man sagen kann, man ist unter den Top 10 der Welt. Rang 10 ist eine unglaubliche Platzierung und ich freue mich sehr, dass ich das erreicht habe. Darüber hinaus messe ich dem aber keine allzu große Bedeutung zu: Denn die Weltranglistenposition allein gewinnt ja keine Spiele, das muss man schon selbst machen. Und trainieren muss man auch ganz unabhängig von jeder Platzierung weiterhin sehr hart. vor allem ich mein Spiel weiter verbessern. Am Sonntag hat man ja ganz gut gesehen, wie eng alles beisammen ist. Wenn Dima bei seinem tollen Turnier-Comeback im Finale einen seiner drei Satzbälle zur 3:0-Führung genutzt hätte, wäre das Spiel vielleicht anders ausgegangen.

Von Rang 14 unter die Top 10: Wieviel Luft hat Dang Qiu noch nach oben?
Nun, die Luft nach oben wird in diesen Regionen immer dünner. Ich versuche immer, meinen Körper fit zu halten und gesund zu bleiben. Das ist das Wichtigste und das ist mir bislang in meiner Karriere ganz gut gelungen, so dass ich konstant und viel durchtrainieren konnte. Das ist für einen jungen Spieler sehr wichtig.

Dein Spielaufbau, mit exakten und variantenreichen Platzierungen, bewussten Tempo- und Rotationswechseln wirkt ungemein strukturiert. Dazu hast Du eine exzellente Beinarbeit, wirkst stets am Tisch wie die Ruhe selbst, bist ungemein diszipliniert und trainingsbeflissen. Woran musst Du vor allem noch arbeiten, damit es noch weiter nach oben geht?
Ich glaube, wenn ich selbst noch ein bis zwei Prozent an Durchschlagskraft und auch etwas an Kraft allgemein gewinnen und noch an ein oder zwei weiteren Stellschrauben drehen könnte, dann kann ich mich auf jeden Fall verbessern. Aber Tischtennis ist so ein detaillierter Sport, da reicht es auch schon, wenn Du einen guten Tag erwischst oder Du ein, zwei neue Lösungen findest, die Dein Spiel auf einmal nach oben katapultieren – da hoffe ich noch auf eine neue Entdeckung. Aber ich werde einfach konstant weiter an mir arbeiten, damit die Schwächen irgendwann keine Schwächen mehr sind und die Stärken noch etwas sicherer und noch etwas besser werden.

Themawechsel: Am Samstag und Sonntag greifst bei den Deutschen Meisterschaften in Saarbrücken mit Benedikt Duda im Doppel nach dem fünften nationalen Titel in Folge. Ihr könnt Euch damit in der Bestenliste vor die Doppel-Weltmeister Jörg Roßkopf/Steffen Fetzner setzen. Ist das eine besondere Motivation für diese DM?
Rekorde in Deutschland sind angesichts der vielen exzellenten Spieler schon vor unserer Zeit nur ungemein schwer zu brechen. Wenn man dann wie Bene und ich die einmalige ganz kleine Chance hat, zumindest im Doppel einen davon brechen zu können, dann ist das für uns natürlich eine kleine Zusatzmotivation. Wir wären aber auch ohne die Chance auf diese Bestmarke ehrgeizig genug, das Ding noch einmal zu gewinnen.

Holt sich Dang Qiu in Saarbrücken erstmals den Titel im Einzel?
Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn ich in Saarbrücken den Titel holen könnte. Ich mache mir aber selbst das Leben nicht zu schwer und mir keinen allzu großen Druck, weil ich weiß, dass meine Konkurrenten genauso stark sind und ebenso auf den Titel brennen wie ich. Da muss man einfach die Situation akzeptieren, dass es in Deutschland sehr viele Weltklassespieler gibt, die zum engeren Kreis der Titelanwärter gehören. Ich hoffe, ich kann bei der Deutschen Meisterschaft mein bestes Tischtennis zeigen, denn das ist auf jeden Fall nötig, um überhaupt weit nach vorne zu kommen.

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