Oberboihinigen. Wo kommt der Honig her? Welche Funktion hat eigentlich eine Bienenkönigin? Diese und noch viele weitere Fragen haben die Teilnehmenden des Bundesfinales der mini-Meisterschaften am Samstagmorgen beantwortet bekommen. Als Teil des Rahmenprogramms waren sie zu Gast im Hofgut Tachenhausen, dem Lehr- und Versuchsgarten der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen.
„Ganz schon heiß in dem Anzug!“ Das sagt Matti Zabel über seine jüngsten Imker-Erfahrungen. Als Teilnehmer des mini-Bundesfinales ist er aus Hamburg angereist, vertritt den Stadtstaat zusammen mit Eva Wimmer. Bevor es um 14 Uhr mit den Spielen in der Ballspielhalle im Warnenberg losgeht, hat sich Matti aufgemacht zum Hofgut Tachenhausen. Wie die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist er dort in einen Imkeranzug geschlüpft, um den wichtigen Insekten ganz nahe zu kommen. Bienen zählen zu den wichtigsten Nutztieren nach Schwein und Rind. „Früher war die Bienenhaltung fester Bestandteil auf jedem Bauernhof“, weiß Prof. Dr. Barbara Benz, Professorin im Studiengang Agrarwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU). Sie ist Expertin für alles, was Bienen betrifft, bringt den Kindern das Leben der Insekten nahe.
Keine Angst vor einem Stich
Das kommt gut an, denn wann hat man schon einmal den (fast) hautnahen Kontakt zu den Tieren? Im Imkeranzug sind die Mädchen und Jungs vollständig geschützt, das Bienenvolk ist aber sowieso sehr friedlich. Die jungen Tischtennisasse haben daher keine Angst vor der Lehrstunde. „Es war richtig cool“, sagt Matti Zabel im Anschluss.
Dass die Insekten den Bann auf sich ziehen, ist für Barbara Benz nicht neu: „Bienen faszinieren, da gibt es keine Altersgrenze“, sagt die Wissenschaftlerin. Orte wie das Hofgut Tachenhausen würden es möglich machen, anschaulich die Bedeutung der Bienen begreifbar zu machen. Denn Bienen sind stark vom Klimawandel betroffen, stehen immer mehr vor der Herausforderung Nahrungssuche. Dabei erfüllen sie wichtige Funktionen im Ökosystem. Benz führt nicht nur Schulklassen zu den Bienenvölkern, sie informiert auch Landwirte und Unternehmen. „Wir freuen uns über jeden, der sich für Bienen interessiert“, erklärt sie.
"Alle super dabei!"
Für die Nachwuchstalente ist der Termin ganz besonders: Sie lernen die Königin kennen, sehen sogar, wie eine Biene schlüpft, lernen, dass eine Königin 2.000 Eier pro Tag legt. Insgesamt 40.000 Bienen schwirren auf dem Hofgut herum. Barbara Benz stellt den Tischtennisassen ein positives Zeugnis aus. „Sie waren super dabei!“, erklärt sie.
Glücklich verlassen die über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Hofgut Tachenhausen wieder. Auf dem Weg schweifen die Gedanken langsam von den Bienen zu dem, was am Nachmittag ansteht: dem ersten Spieltag beim Bundesfinale der 42. mini-Meisterschaften.