Anzeige
Wolf, Mikolaschek, Grebe, Schmidberger (v. l., Foto: Hannes Doesseler / DBS)
Vier Goldmedaillen in den Einzelwettbewerben machen den Finaltag der Para-EM in Helsingborg zu einem historischen Erfolg für das deutsche Team

Deutsche Para-Asse feiern vier EM-Titel

DBS / SH 24.11.2025

Helsingborg. Goldener Sonntag in Helsingborg: Bei den Para-Europameisterschaften (20. – 25. November) feierte das deutsche Aufgebot einen historischen Erfolg: vier Goldmedaillen in den Einzelwettbewerben. Paralympicssiegerin Sandra Mikolaschek krönte sich erstmals zur Europameisterin (WK4-5). Thomas Schmidberger (WK3) verteidigte souverän seinen Titel von 2023. In den stehenden Klassen jubelten Juliane Wolf (WK8) und Stephanie Grebe (WK6) über ihre ersten Einzel-Goldmedaillen. Alle vier sicherten sich damit das Ticket für die WM 2026 in Thailand.

Der Finaltag in den Einzel-Wettbewerben der Europameisterschaften hätte aus deutscher Sicht nicht besser laufen können: vier Finals, vier Siege. Den Anfang machte Sandra Mikolaschek, die ihre Gegnerin Irem Oluk aus der Türkei in nur 27 Minuten besiegte. Ein souveränes 3:1 (11:5, 11:4, 6:11, 11:2) bescherte der 28-Jährigen nach Gold in Paris nun auch den ersehnten ersten EM-Erfolg. „Ich freue mich sehr. Der Titel hat mir noch gefehlt und ist definitiv etwas Besonderes. Dass ich nach den Paralympics beim nächsten großen Turnier weiter so erfolgreich spielen kann, fühlt sich gerade mega gut an und ist ein tolles Gefühl“, sagte die strahlende Siegerin nach ihrem Triumph.

Insbesondere in den ersten beiden Sätzen habe sie „sehr gutes Tischtennis“ gespielt, „da bin ich konsequent auf dem Gaspedal geblieben, konnte sehr kreativ sein und habe meine Gegnerin nicht ins Spiel kommen lassen“. Eine taktische Änderung der Türkin im dritten Satz brachte den Spielfluss kurzzeitig ins Stocken. „Darauf konnte ich mich nicht direkt einstellen, somit ging der Satz verloren. In der Pause haben mein Trainer Hannes Doesseler und ich das aber entsprechend analysiert und angepasst“, erklärte Mikolaschek, die mit dem folgenden 11:2 spielerisch die passende Antwort gab.

Wolf ohne Satzverlust, Grebe über die volle Distanz

Fast zeitgleich und nur wenige Tische entfernt setzte Juliane Wolf gegen die Britin Grace Williams das nächste deutsche Ausrufezeichen. Wolf, die sich am Vortag über fünf Sätze gegen die Niederländerin Frederique van Hoof ins Finale gekämpft hatte, blieb ohne Satzverlust und setzte sich mit 3:0 (13:11, 11:5, 11:6) durch. „Das Finale lief besser als erwartet. Mir ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen“, freute sich Wolf, die erstmals überhaupt einen Einzeltitel gewann.

Deutlich mehr Mühe hatte Stephanie Grebe, die in ihrem Endspiel über die volle Distanz gehen musste, sich aber auch vom zwischenzeitlichem 1:2-Satzrückstand gegen die Polin Katarzyna Marszal nicht aus der Ruhe bringen ließ. Die 38-Jährige zeigte sich nervenstark und setzte mit starken Aktionen in den entscheidenden Momenten die Akzente. Grebe gewann 3:2 (12:14, 11:7, 10:12, 11:5, 11:9) und jubelte über ihr erstes Einzelgold.

Fünftes Einzel-Gold für Schmidberger

Den goldenen Schlusspunkt setzte Thomas Schmidberger, der sich zum insgesamt fünften Mal die EM-Krone aufsetzte. Der 34-Jährige brauchte für sein Match und seinen 3:0 (11:7, 11:3, 11:5)-Erfolg gegen den Spanier Eder Rodriguez nur 16 Minuten und blieb damit in allen Einzelpartien ohne Satzverlust.

Bundestrainer Volker Ziegler zieht ein positives Zwischenfazit: „Natürlich sind wir heute hellauf begeistert von der Maximalausbeute von vier Europameistertiteln aus vier Finals, doch ebenso wichtig ist die dadurch erreichte Direktqualifikation zur WM 2026 in Thailand. Nun können wir losgelöst vom Qualifikationsstress unsere Planung auf das nächste große Event abstimmen“, erklärte Ziegler. „Dass wir darüber hinaus nach dem Einzel schon acht Medaillen gewinnen konnten, stellt sogar die Rekord-EM 2019 in Helsingborg in den Schatten. Damals hatten wir das beste Ergebnis seit 2004 mit sieben Einzelmedaillen erreicht, davon zwei goldene.“

Viermal Einzel-Bronze am Samstag

Bereits am Vortag hatten Thomas Brüchle (WK4-5), Jana Spegel (WK1-2), Marlene Reeg (WK10) und Kyra Liepach (WK4-5) Bronze gewonnen. Bestenfalls kommen in den Doppeln noch weitere deutsche Medaillen hinzu.

Links

weitere Artikel aus der Rubrik
Para-TT 25.11.2025

„Können sehr stolz sein“: 13 EM-Medaillen für deutsches Para-Team

Zum Abschluss der Europameisterschaften im schwedischen Helsingborg hat das deutsche Para-Nationalteam mit fünf weiteren Medaillen noch einmal richtig abgeräumt. Erfolgreichste Akteurin war Paralympicssiegerin Sandra Mikolaschek.
weiterlesen...
Para-TT 23.11.2025

Starker Auftritt bei der Para-EM: Vier deutsche Finalisten und mehrere Medaillen in Helsingborg

Die deutschen Para-Asse präsentieren sich bei den Europameisterschaften im schwedischen Helsingborg in hervorragender Form. Nach den ersten Wettkampftagen stehen bereits vier Finalteilnahmen, mehrere Bronzemedaillen und starke Leistungen der Nachwuchsathletinnen zu Buche – ein Zwischenfazit, das Bundestrainer Volker Ziegler als „herausragend“ bewertet.
weiterlesen...
Para-TT 19.11.2025

Para Tischtennis-EM: „Gut vorbereitet, um Medaillen zu gewinnen“

Mit 19 Athletinnen und Athleten startet die deutsche Nationalmannschaft bei den Para Tischtennis-Europameisterschaften im schwedischen Helsingborg (20. bis 25. November). Mit Thomas Schmidberger und Valentin Baus wollen zwei Europameister dabei ihren Einzel-Titel verteidigen.
weiterlesen...
Para-TT 29.10.2025

Deutsches Para-Tischtennis-Team dominiert bei Elite-Turnier in Frankreich

Das deutsche Para-Tischtennisteam hat beim ITTF World Para Elite Turnier in Yvelines (Frankreich) ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Mit drei Goldmedaillen durch Paralympics-Siegerin Sandra Mikolaschek, Valentin Baus und Thomas Schmidberger, Silber durch Björn Schnake und dem Bronzegewinn von Juliane Wolf unterstrich die Mannschaft von Bundestrainer Volker Ziegler ihre internationale Spitzenposition.
weiterlesen...
Para-TT 02.10.2025

Para Elite Turnier: Mikolaschek führt deutsches Team in Sao Paulo an

Vom 3. bis 7. Oktober 2025 trifft sich die internationale Para Tischtennis-Elite in São Paulo (Brasilien), um beim World Para Elite Turnier um Platzierungen und wichtige Weltranglistenpunkte zu kämpfen
weiterlesen...
Para-TT 16.09.2025

Handicap Open 2025 in Düsseldorf: Jetzt anmelden!

Am 5. Oktober richtet der Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen (BRSNW) die Handicap Open 2025 im Deutschen Tischtennis Zentrum (DTTZ) in Düsseldorf aus. In der Heimstätte des wohl bekanntesten deutschen Tischtennisvereins, Borussia Düsseldorf, können Tischtennisspieler*innen mit Handicap an einem spannenden Turnier teilnehmen und so den Einstieg in den paralympischen Tischtennissport finden.
weiterlesen...
© Deutscher Tischtennis-Bund e.V. - DTTB - Alle Rechte vorbehalten

Datenschutz | Impressum | Erklärung zur Barrierefreiheit auf tischtennis.de