Die Teilnehmer am DTTB FINAL FOUR: I. Plüderhausen, Düsseldorf

21.12.2009

Foto: Pokalsieger 2008 SV Plüderhausen. Am 27.12.2008 gelang den Schwaben in der TUI-Arena der große Coup, das - neben drei ETTU-Cup-Siegen - größte Highlight der bisherigen Vereinsgeschichte. Von den Spielern sind heute noch Jakub Kosowski (ganz links) und Aleksandar Karakasevic (rechts außen) dabei, die auch in der Westfalenhalle Akzente setzen wollen.

 

 

SV Plüderhausen: Nach der Traumsaison erneut Cupgeschichte schreiben?

 

Die Schwaben aus dem Remstal waren der Senkrechtstarter der Saison 2008/09. Nach sensationellen Leistungen holte man bereits zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte den Europacup (ETTU-Pokal) und erstmals auch den Ligacup ins ?Ländle?. Folglich tritt man in der Westfalenhalle als Titelverteidiger an, also als Gejagter, nicht als Jäger.

 

Der Kultklub der letzten Spielzeit - unvergessen die vielen SVP-Fans in den gelben Shirts, die ihre Helden in Hannovers TUI-Arena zum Pokalsieg getrieben haben - stellt eine klassische Turniermannschaft mit herausragenden Einzelkönnern, die an einem guten Tag Jedem gefährlich werden kann. In der Liga läuft es bislang eher bescheiden - Tabellenplatz sieben ist nicht das, wovon Aleksandar Karakasevic und seine Mitstreiter träumen - doch gerade in einer Pokalendrunde muss man die Truppe des SVP-Chefs und -Managers Geritt Albrecht immer auf der Rechnung haben.

 

Mit Ex-Weltmeister Jörgen Persson, derzeit auf Weltranglistenposition 21, der auch mit 43 Jahren noch großes Tischtennis spielt, haben die Württemberger ein echtes Aushängeschild vorzuweisen. Der als Halbfinalist beste Europäer bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking spielt nun schon zum dritten Mal in seiner abwechslungsreichen Karriere im Remstal und beweist dort, dass er noch lange nicht zum alten Eisen zählt.

 

Doch auch der begnadete, launische ?Händchenspieler? Karakasevic, ein Mann mit einem Ballgefühl, vom dem 99,9 Prozent aller hochklassigen Tischtennisspieler nur träumen können, der immens verbesserte Pole Jakub Kosowski sowie der 19-jährige Engländer Paul Drinkhall, eines der größten Talente des Kontinents, sind echte Größen im europäischen Tischtennis.

 

Publikumsliebling "King Kara" Karakasevic mit dem leichten Bauchansatz, dem Faible für Coca Cola und der fast göttlichen Hand blieb - trotz guter Angebote im Ausland - den ?Gelbhemden" ebenso treu wie der polnische Nationalspieler Kosowski. Sportkoordinator Ulrich Engele ist stolz darauf, dass die beiden bis auf weiteres Wahl-Schwaben geblieben sind: "Aleksandar Karakasevic ist unsere absolute Konstante. 'Kara' startet nun schon im zehnten Jahr für 'seinen Club', wie er immer sagt. Und Kosowski hat bei uns so hervorragend eingeschlagen, dass wir froh sind, ihn weiter bei uns zu haben." ?Kara? schwächelte zwar im ersten Saisondrittel 2009/10, steigerte sich dann aber zusehends und dürfte pünktlich zum FINAL FOUR wieder seine Bestform erreicht haben.

 

Erstmals in der Champions League am Start, lief es dort für Plüderhausen nicht optimal - wenigstens aber konnte man sich als Gruppendritter für den Seiteneinstieg in das Viertelfinale des ETTU-Cups qualifizieren.

 

Ulrich Engele spricht auch über den größten Pluspunkt der Truppe: ?Unsere Stärken liegen, wie in der letzten Saison, darin, dass wir eine recht ausgeglichene Mannschaft haben, die für die Gegner schwer einzuschätzen ist. Schwächen verraten wir nicht."

 

Manager Geritt Albrecht freut sich auf die Westfalenhalle: ?Wir werden wieder mit mindestens 80 Fans in gelben T-Shirts vertreten sein und auf jeden Fall unseren Spaß haben, auch wenn der Halbfinalgegner Düsseldorf heißt.?

 

Das attraktive Team des serbischen Trainers Momcilo Bojic ist auch beim DTTB FINAL FOUR eine ernst zu nehmende Größe, wenngleich der Halbfinalgegner Düsseldorf mit seinem Star Timo Boll natürlich eine ganz hohe Hürde darstellt. Aber wer weiß, was die Schwaben, deren Markenzeichen ihre Unberechenbarkeit ist, aus ihrer Außenseiterchance in Dortmund machen werden. Ein Überraschungscoup ist immer möglich. Wer ?King Kara? und Kollegen nicht auf der Rechnung hat, bewegt sich fraglos auf dünnem Eis.

 

 

Borussia Düsseldorf: Tischtennis-"Bayern" hungrig nach weiteren Titeln

 

Rekordmeister und Titelverteidiger Borusssia Düsseldorf (Foto) tanzt auf drei Hochzeiten und hat mit Weltstar Timo Boll gute Aussichten, seine Titel in der Meisterschaft und der europäischen Königsklasse zu verteidigen. Soeben hat man die inoffizielle Herbstmeisterschaft der DTTL unter Dach und Fach gebracht und als Gruppenerster ungeschlagen das Viertelfinale der Champions League erreicht.

 

Auf den Ligapokal, den man zuletzt in der Saison 2007/08 gewann, ist man diesmal besonders heiß bei den rheinischen Trophäensammlern - 22-facher Deutscher Meister, 18-facher nationaler Pokalsieger und mit insgesamt 51 Titeln einer der herausragenden Klubs des deutschen Sports überhaupt -, war man doch vor einem Jahr in Bestbesetzung überraschend im Halbfinale von Hannover an Werder Bremen gescheitert. Man hat also Einiges gutzumachen und will in der Westfalenhalle demonstrieren, dass man national und sogar europaweit eine Klasse für sich verkörpert.

 

Das Gerüst der Borussia besteht aus bewährten Kräften: Topkönner Timo Boll, der kürzlich seinen Vertrag bis 2014 verlängert hat, und sein Nationalmannschaftskollege und Lieblingsdoppelpartner Christian Süß sind die Stützen des erfolgsgewohnten Teams. Für die Abgänge Dimitrij Ovtcharov (Charleroi) und Marcos Freitas (Jülich) sind die aus Bremen gekommenen Seiya Kishikawa und Trinko Keen ins Team des ?FC Bayern des Tischtennissports? gerückt. Zwar wird man künftig nicht mehr von "Borussia Deutschland" sprechen können, schwächer aufgestellt als in der zurückliegenden Saison scheint der Champions-League-Sieger jedoch nicht. Gerade Kishikawa glänzt derzeit in der DTTL und ist nur ganz schwer zu besiegen. Manche meinen allerdings, dass "Dima" Ovtcharovs unbestreitbare Fähigkeit, in entscheidenden Spielen alles aus sich herauszuholen und "ansteckendes" Adrenalin in höchster Dosis zu produzieren, dem Düsseldorfer Erfolgsklub irgendwann einmal fehlen könnte.

 

Macher und Manager Andreas Preuß setzt auf Siege und Pokale: "Es wird eine aufregende Saison. Ich glaube, dass wir in allen Wettbewerben eine gute Chance haben. Den Ligapokal wollen wir diesmal unbedingt nach Düsseldorf holen.? Trainer Dirk Wagner beschrieb als Saisonziele der Borussia unter anderem: "Kampf um alle drei Titel und Gewinn mindestens eines Titels sowie Präsentation von Spitzensport niveauvoll organisiert und verpackt." Nun könnte der erste Titel der laufenden Saison errungen werden - und das in einem herausragenden Ambiente bei einem Eventcharakter, wie er haargenau zum Saisonziel der innovativen Präsentation passt. Die Pluspunkte seiner Truppe skizziert Wagner so: "Die individuelle Klasse unserer einzelnen Spieler ist unsere größte Stärke. Mit einem Timo Boll in Normalform haben wir den Garanten für Titelkämpfe auf allen Ebenen, mit Christian Süß und Seiya Kishikawa junge Leute, die den nächsten Schritt gemacht haben und Timo unterstützen können. Zudem sind unsere Doppelkombinationen von außergewöhnlicher Qualität." Der Coach verschweigt aber auch die vielleicht einzige Schwachstelle nicht: "Der enge Terminplan mit zu vielen Veranstaltungen und damit die Gefahr des Konzentrationsverlustes ist ein Problem für uns."

 

Wenige Tage vor der Pokalendrunde in Dortmund äußert sich Dirk Wagner optimistisch, macht aber Einschränkungen: ?Unter normalen Umständen wären wir Topfavorit. Jetzt, mit dem Ende der Hinrunde, den Weihnachtsfeiertagen und der beginnenden Vorbereitung auf die Rückrunde, muss man das etwas relativieren. Wir können uns auch noch gut an das letzte Jahr erinnern, wobei die Vorzeichen dieses Mal wesentlich günstiger sind. Ich denke wir sind gut dabei und unser Ziel ist natürlich der Titelgewinn.?  Und Andreas Preuß schlägt in die gleiche Kerbe: ?Natürlich sind wir Favorit, so wie wir auch letztes Jahr Favorit waren..... ?Schaun mer mal? würde der Kaiser sagen, ob alle gesund das Weihnachtsfest überstehen - Christian Süß hat zur Zeit noch eine Ohrenentzündung - und dann freuen wir uns auf das erste für uns wichtige Event der laufenden Saison.?

 

Es führt kein Weg daran vorbei: Die Borussia mit Weltstar Timo Boll ist der große Cupfavorit am 27.12. - immer mit der Einschränkung, dass gerade der Pokalwettbewerb bisweilen ganz eigenen Gesetzen gehorcht und sämtliche Gegner nur darauf warten, dem ?FC Bayern des Tischtennissports? ein Bein zu stellen.

 

Foto unten: Borussia Düsseldorf 2009/10: v.l. Timo Boll, Christian Süß, Seiya Kishikawa, Trinko Keen, Trainer Dirk Wagner.

 

DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher

Fotos: Roscher (Team Plüderhausen 2008), Borussia Düsseldorf

 

Pokal-Links

 

 

 

  

 

 

 

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