Britt Eerland peilt mit dem TuS Bad Driburg am Sonntag den ersten Heimsieg an (Bild: Dr. Stephan Roscher).
Topspiel: Triple-Sieger berlin eastside empfängt Spitzenreiter Bingen/Münster-Sarmsheim

Drei prickelnde Bundesliga-Duelle am Wochenende

Dr. Stephan Roscher 09.11.2018

Direkt im Anschluss an die Austrian Open, bei denen in diesen Tagen zahlreiche Bundesligaspielerinnen im Einsatz sind, steht wieder Toptischtennis in der deutschen Eliteliga auf dem Spielplan. Drei Partien stehen am Sonntag an, in denen unter anderem die vier bestplatzierten Mannschaften der aktuellen Tabelle gefordert sind. Der dreimalige Triple-Sieger berlin eastside empfängt Spitzenreiter Bingen/Münster-Sarmsheim zum Topspiel. Bad Driburg duelliert sich mit dem bisher bärenstarken Aufsteiger Langstadt. Und - last, but not least – möchte sich der amtierende Champion Kolbermoor vor heimischer Kulisse gegen Böblingen für die Niederlage in Bingen rehabilitieren. Spannung ist angesagt. 

Sonntag, 13 Uhr: ttc berlin eastside – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim

Der Zug des Meisterschaftsfavoriten ist noch nicht richtig ins Rollen gekommen. Zwei unerwarteten Punkteteilungen – zu Hause gegen Bad Driburg sowie in Böblingen – steht ein deutlicher Erfolg in Busenbach gegenüber. Auch wenn man die Leistung der Gegnerinnen anerkennen muss, ist das zu wenig für einen Titelaspiranten in Liga, Pokal und Champions League. Folglich soll dem ambitionierten Hauptstadtklub kein weiterer Ausrutscher passieren und die Truppe hoch konzentriert und fokussiert gegen den Vizemeister der Vorsaison zu Werke gehen.  

Der Gast aus Rheinhessen hat es psychologisch etwas leichter. Die radikal verjüngte Mannschaft mit ihren drei Neuzugängen hat bisher absolut überzeugt und die 5:1 Punkte sind nicht per Zufall zustande gekommen. Man fährt als Außenseiter nach Berlin, hat trotz des ersten Tabellenplatzes nicht viel zu verlieren und kann einfach mal schauen, ob vielleicht etwas gehen könnte.  

„Ich erwarte von der Mannschaft ein klares Zeichen und einen Sieg am Sonntag“ so eastside-Manager Andreas Hain vor dem Match gegen den derzeitigen Ligaprimus. „In den letzten Spielen gegen Busenbach und Böblingen zeigte unser Team zwei ganz schwache Leistungen und wir erwarten hier eine klare Steigerung. Alles andere als ein Erfolg gegen die Rheinhessinnen wäre nicht zu akzeptieren.“ Man kündigt „eine Top-Besetzung“ an. „Wir gehen mit Respekt und voller Konzentration an diese Aufgabe“, gibt Hain zu Protokoll. „Bingen hat eine ausgeglichene, junge und hungrige Truppe, die zuletzt auch den Deutschen Meister Kolbermoor bezwungen hat“, so die Analyse von Trainerin Irina Palina. „Ein Gegner, der nichts zu verlieren hat und nur positiv überraschen kann. Wir müssen auf der Hut sein.“  

TTK-Vorsitzender Joachim Lautebach sieht es recht entspannt und rechnet sich nicht allzu viel aus. „Ich gehe davon aus, dass Berlin sich gegen uns keine Blöße geben und mit einer sehr starken Mannschaft auflaufen wird“, so Lautebach. „Sie haben bisher ja nicht so überragend gespielt, sind aber am Sonntag klar favorisiert. Unsere junge Mannschaft, die uns bisher viel Freude gemacht hat, wird aber alles geben, will sich gut aus der Affäre ziehen und das Bestmögliche erreichen.“

 

Sonntag, 14 Uhr: TuS Bad Driburg – TSV Langstadt 

Bislang ist der aktuelle TuS noch schwer einzuschätzen. Einem sensationellen Remis in Berlin steht eine ebenso überraschende 2:6-Heimniederlage gegen Anröchte gegenüber. Das machte man wieder halbwegs wett mit einem 6:4-Erfolg in Böblingen, das man auch in der Pokal-Qualifikation ausschalten konnte. Bei der Niederländerin Britt Eerland lief es bisher recht passabel, bei der routinierten Nadine Bollmeier sogar sehr gut und bei „Nesthäkchen“ Sophia Klee nicht übel, während Sarah de Nutte noch nicht richtig in Tritt gekommen ist. Bei den hochkarätig besetzten Austrian Open in Linz war nur Britt Eerland am Start, die die Qualifikation nicht überstanden hat. 

Der Liganeuling aus Südhessen steht mit 4:2 Punkten auf Tabellenplatz vier, nicht zuletzt deshalb, weil bisher immer das renommierte Spitzenpaarkreuz mit Petrissa Solja und Cheng Hsien-Tzu gespielt hat. Ob dies auch am Sonntag der Fall sein wird, lässt der Verein im Vorfeld offen. Solja hat bei den Austrian Open einen sehr guten Eindruck hinterlassen und konnte – trotz ihrer Niederlage in der 1. Hauptrunde – auch der chinesischen Weltranglistenfünften Wang Manyu fast auf Augenhöhe begegnen. Cheng hat dagegen die Qualifikation nicht gemeistert.  

„Das Spiel hängt sehr von der Aufstellung Langstadts ab“, sagt TuS-Manager Franz-Josef Lingens. „Kommen sie mit beiden Spitzen, sind sie eindeutiger Favorit. Nicht nur wegen der beiden starken Spitzenspielerinnen, sondern weil dann Alena Lemmer unten spielen kann. Fehlt aber oben eine Spielerin, werden die Karten völlig neu gemischt, so dass wir uns dann als leichter Favorit einschätzen dürfen.“ Man will auf jeden Fall etwas Zählbares herausholen. „Bei uns sind alle vier Stammspielerinnen fit und werden alles versuchen, dass zumindest ein Punkt in Bad Driburg bleibt“, so Lingens.  

„Es versteht sich von selbst, dass wir es ganz schwer haben werden, etwas aus Bad Driburg mitzunehmen“, so TSV-Team-Manager Manfred Kämmerer, der die Qualität der Truppe aus Ostwestfalen sehr hoch einschätzt. „Das Spiel scheint völlig offen. Bei uns wird wieder kurzfristig entschieden, wer zum Einsatz kommt.“

 

Sonntag, 14 Uhr: SV DJK Kolbermoor – SV Böblingen

Der amtierende Deutsche Meister hat bereits drei Punkte abgegeben und zuletzt bei bärenstarken Bingenerinnen eine knappe Niederlage einstecken müssen. Bei den Austrian Open verfehlten die Topspielerinnen Sabine Winter und Kristin Lang, letztere bisher mit einer 7:1-Bilanz in der Liga überragend, das Hauptfeld. Im Doppel erreichten beide mit ihren Partnerinnen das Achtelfinale. Schlüsse auf die Bundesliga lassen sich daraus aber kaum ziehen. Kolbermoor ist eindeutiger Favorit und will die beiden Punkte – ohne Wenn und Aber.

Die von Verletzungspech gebeutelte SV Böblingen konnte – nach drei unglücklichen Niederlagen – zuletzt mit dem in einem wahren Thriller erkämpften 5:5 gegen berlin eastside ein Glanzlicht setzen. In vorzüglicher Form präsentiert sich bisher die 50-jährige Defensiv-Ikone „Hongi“ Gotsch, deren 8:0-Bilanz Bände spricht. Dennoch reist man als klarer Außenseiter in den Landkreis Rosenheim, zumal sich die Personalsituation noch nicht wieder entspannt hat.

„Wir freuen uns auf das Team aus Böblingen, da die bisherigen Begegnungen, vor allem natürlich die Spiele gegen Qianhong Gotsch, in den letzten Jahren immer sehr sehenswert für unsere Zuschauer waren und die Partien häufig erst im zehnten Spiel entschieden wurden“, sagt Kolbermoors Trainer Michael Fuchs. Der Böblinger Spitzenspielerin zollt er besonderen Respekt. „Kristin konnte in der Saison 2015/2016 einmal gegen Gotsch gewinnen, Sabine hat in der Saison 2014/2015 beide Male gegen sie gewonnen. Seitdem hat Gotsch alles gegen uns gewonnen.“ Und wenn es sein musste sogar mit beherztem Offensivspiel: „In der Saison 16/17 hat Gotsch gegen Sabine in Kolbermoor ausschließlich Angriff gespielt und klar gewonnen. Sie ist sehr variabel und deshalb nur schwer auszurechnen und noch schwerer zu besiegen, selbst wenn man gut gegen Abwehr spielt.“ Gegen "Hongi" kalkuliert Fuchs folglich nichts Zählbares ein. „Das heißt für uns, dass hinten mindestens drei Punkte kommen müssen, sonst wird es schwer. Da Svetlana Ganina wieder gesund ist, bin ich aber zuversichtlich, dass wir im hinteren Paarkreuz die entscheidenden Punkte machen werden.“

„Die SVB überzeugte vor zwei Wochen gegen Berlin, obwohl nur drei Spielerinnen einsatzfähig waren“, so Böblingens Pressewart Manfred Schneider. „Xu Yanhua konnte wegen Meniskusproblemen nicht eingreifen, Rosalia Stähr hatte eine Entzündung am Zehgelenk. Wenig deutet darauf hin, dass diese Verletzungen bis Sonntag auskuriert sind.“ Wie man das Personalproblem löse, sei noch offen. „Eventuell fährt eine der beiden nach Kolbermoor mit ohne zu spielen, eventuell kommt mit Sarah Wagner eine Ersatzspielerin zum Einsatz.“ An Kolbermoor hat man keine schlechten Erinnerungen, da man sich dort letzte Saison über ein Remis freuen durfte. Gecoacht wird die Truppe aus Württemberg im Süd-Derby von Andrzej Kaim, den Vater von Julia, die in Kolbermoor das SVB-Trikot tragen wird. Kurios: Seine zweite Tochter Laura schlägt für Kolbermoor II in der 3. Liga auf.

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