Der Bundestag 2017 an selber Stelle in der Landessportschule Hessen (Foto: Probst)
Unter anderem geht es um die Abschaffung des nationalen Endranglistenturniers und die Verringerung der Teilnehmerzahl bei Deutschen Meisterschaften der Damen und Herren

DTTB-Bundestag, Vorschau: Rund 80 Anträge und drei zukunftsweisende Projekte

SH 23.11.2018

Frankfurt/Main. Beim 13. Bundestag des Deutschen Tischtennis-Bundes am Samstag, 24. November, in Frankfurt am Main stehen keine Wahlen, aber zahlreiche Anträge sowie die Genehmigung von Jahresabschluss 2017 und Haushalt 2019 auf dem Programm. Die Delegierten aus Landesverbänden und DTTB-Gremien sowie das DTTB-Präsidium befinden über 77 Anträge, darunter vor allem Änderungsvorschläge und Ergänzungen zu Wettspielordnung und Satzung.

Mögliche Modifikationen der Wettspielordnung

Nachdem sich die Sportwarte der Landesverbände einstimmig dafür ausgesprochen hatten, beantragen der Ausschuss für Leistungssport und das Ressort Erwachsenensport ab dem kommenden Jahr die Abschaffung des Top-48-Bundesranglistenturniers der Damen und Herren, der nationalen Endrangliste, die sportlich in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren hat. Dies soll zu einer Aufwertung der Landes- und Regions-Einzelmeisterschaften führen, weil über diese Turniere die Qualifikation zu den Deutschen Einzel-Meisterschaften erfolgt. Darüber hinaus soll die Vorrunde bei der DM der Damen und Herren ab 2020 entfallen und das Turnier mit nur noch je 32 Spielerinnen und Spielern statt 48 sowie mit 16 statt 24 Doppeln bzw. Mixed ausgetragen werden. Die DM könnte so trotz der Wiedereinführung des Mixed-Wettbewerbs innerhalb von zwei statt zuvor drei Tagen durchgeführt werden.

Ab der neuen Saison sollen die Erstligisten bei den Play-offs um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Damen nur noch Spielerinnen einsetzen dürfen, die an mindestens zwei Punktspielen der Rückrunde im Einzel teilgenommen haben. Wie in der ETTU Champions League würde es damit unmöglich, dass Klubs Topspielerinnen lediglich für die Play-offs unter Vertrag nehmen und damit den Wettbewerb verzerren.

Niedersachsen beantragt die Einführung der Seniorenklassen 45, 55 und 85 bei der Ü40-DM

Der Tischtennis-Verband Niedersachsen beantragt die Einführung weiterer Altersklassen bei den Deutschen Einzel-Meisterschaften der Senioren. Ab der neuen Spielzeit soll es neben der 40er- und 50er-Klasse auch die Senioren 45 und 55 geben. Grund sei der relativ gleichmäßige Verlust der Spielstärke bereits in diesen Altersklassen. Neu hinzukommen soll auch die Altersklasse Senioren 85, deren Teilnehmer bislang in der nach oben offenen 80er-Klasse starten. Durch die gleichzeitige Reduzierung der Teilnehmerzahlen auf maximal je 32 Starterinnen und Starter soll die Gesamtgröße des Feldes bei 500 Aktiven bleiben, um das Turnier in gewohnter Form am langen Pfingstwochenende mit allen Altersklassen durchführen zu können.

Wartezeit beim Punktspiel bei Mangel an Halle definiert

Der Ausschuss für Leistungssport und das Ressort Erwachsenensport beantragen die Klärung einer zurzeit noch rechtlichen Grauzone in der Wettspielordnung. Gibt es einen Mangel an einer Austragungsstätte, die die Fortsetzung eines Mannschaftskampfs unmöglich macht, soll ab Januar 2019 der Heimmannschaft eine Frist von 30 Minuten zur Beseitigung des Problems eingeräumt werden. Hintergrund war der knapp 45-minütige Lichtausfall in der Halle des hessischen Oberligisten TTC Hofgeismar. Die Gießener Gegner, die zunächst auf das schnelle Beheben gehofft hatten, blieben in der Halle. Als das Licht wieder funktionierte, reisten sie jedoch ab mit dem Hinweis, es habe nach der langen Wartezeit einen zu großen Bruch im Spielfluss gegeben. Der Fall landete schließlich vor dem DTTB-Sportgericht. Um für Rechtssicherheit zu sorgen, soll in der Wettspielordnung künftig eine konkrete Frist vorgegeben sein, nach deren Ablauf ein Spiel abgebrochen werden darf.

Zentrale Themen bei den Vorschlägen zu Satzungsänderungen

Der Bayerische Tischtennis-Verband möchte den DTTB-Beirat als reines Beratungs- und Diskussionsgremium durch den „Bundesrat“ ersetzen, der dann neben dem Bundestag als zweites Legislativorgan fungiert und in dem ergänzend zum am Jahresende stattfindenden Bundestag Entscheidungen über Änderungen von Ordnungen und Bestimmungen im Frühjahr gefällt werden können.

Insgesamt sieben von 20 Verbänden schlagen die Einsetzung eines Vizepräsidenten Verbandskommunikation mit Sitz und Stimme im DTTB-Präsidium vor. Durch diese Position sollen zusätzliche Kontaktmöglichkeiten zwischen Präsidium und Landesverbänden geschaffen werden, heißt es in der schriftlichen Begründung. Bei Annahme des Antrags mit mindestens einer Zwei-Drittel-Mehrheit würde die Position im Rahmen der Wahlen beim Bundestag 2019 erstmals besetzt.

In Vorbereitung der Übernahme der Standards der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ empfiehlt das DTTB-Präsidium dem Bundestag zu genehmigen, dass dessen Protokolle nicht erst beim kommenden Bundestag, sondern zeitnah per E-Mail genehmigt werden können. Im Anschluss würde das Protokoll für alle Interessierten einsehbar auf tischtennis.de veröffentlicht.

Sonderumlage für Sonderprojekte

In Zeiten sinkender Mitgliederzahlen gibt es außerdem vier Anträge auf zusätzliche Umlagen für Sonderprojekte. Dazu gehören ein nationaler Talent-Lehrgang für Nachwuchsasse unter zwölf Jahren in Kooperation von Bundes- und Landestrainer-Teams, des Weiteren eine Initiative zur Findung und Qualifizierung von ehrenamtlichem Personal für Vereine und die Beschleunigung des so genannten „Ein-Portal-Projekts“, bei dem es zukünftig im deutschen Tischtennissport eine einzige gemeinsame, personalisierte Online-Anlaufstelle geben soll, bei der Aktive, Fans und Interessierte alle Informationen finden können.

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