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Das Jungen-Team, hier mit Trainer Zhu Xiaoyong, ist an Position 3 gesetzt (Foto: Schiefer)
Jugend-EM in zwei Teilen: Mädchen und Jungen machen ab Sonntag den Auftakt

DTTB reist mit Medaillen-Hoffnungen nach Varazdin

MS 16.07.2021

Frankfurt. Die Vorbereitungen des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) auf die 63. Jugend-Europameisterschaften in Varazdin (18. Juli bis 2. August) laufen auf Hochtouren. Es sind die ersten kontinentalen Titelkämpfe nach der coronabedingten EM-Zwangspause im Jahr 2020. Bei der letzten Ausrichtung 2019 in Ostrava hatte Deutschland sieben Medaillen gewonnen, darunter Gold mit dem Mädchen-Team. In Kroatien wirft die Talentschmiede des DTTB bei der in zwei Turnierabschnitte aufgeteilten EM auch diesmal wieder in allen Altersklassen heiße Eisen ins Medaillenfeuer. Deutschlands Jungen und Mädchen starten am Sonntag mit den Gruppenspielen in den Team-Wettbewerb.

EM in zwei Turnierabschnitte gesplittet

Mehrfaches Testen, auch bereits vor der Abreise, gehört bei den Jugend-Europameisterschaften 2021 ebenso zu den Schutz- und Hygienemaßnahmen wie die organisatorische Splittung der Veranstaltung. Am heutigen Freitag treffen zunächst die deutschen U19-Teams zum ersten Turnierabschnitt der Mädchen und Jungen (18. bis 24. Juli) in Kroatien ein. Am Sonntag der kommenden Woche erfolgt dann innerhalb einer zweitägigen Turnierpause der fliegende Wechsel mit den Nationalteams der Schüler:innen (U15), die vom 27. Juli bis 2. August ihre kontinentalen Champions in den Wettbewerben Mannschaft, Einzel, Doppel und Mixed küren.

Die am Sonntag beginnende EM wird an bis zu 22 Tischten ausgetragen. Die Begegnungen auf den Tischen 1 und 2 sind im Livestream auf ETTU.tv zu. Im ersten Turnierabschnitt gehen bei den Mädchen 35 Teams und bei den Jungen 38 Nationen an den Start, für die ab Mittwoch beginnenden Individual-Wettbewerbe wurden 144 Spielerinnen und 159 Spieler gemeldet. Die Auslosung für die Wettbewerbe Einzel, Doppel und Mixed erfolgt erst nach der Anreise aller Teilnehmer:innen in Varazdin.

Erstmals wird die U19-Altersklasse ausgetragen (bisher U18). Von der Erweiterung der ältesten Turnierklasse um ein Jahr profitieren mit Anastasia Bondareva und Europe-Youth-Top-10-Sieger Kay Stumper sowie Daniel Rinderer auch drei Deutsche. Eine ausführliche Vorschau auf die am 27. Juli beginnende EM der Schüler:innen, bei der die Deutschen ebenfalls mit mehrfachen Medaillenchancen antreten, erfolgt unmittelbar vor dem zweiten Turnierabschnitt.

DTTB-Mädchen reisen mit zwei Golden Girls an

Den Auftakt bei Jugend-Europameisterschaften machen traditionell die Mannschaftswettbewerbe, die vor zwei Jahren nach einem dramatischen Finale gegen Russland mit einem Triumph für die DTTB-Mädchen zu Ende gingen. Zwar reist das Team als Titelverteidiger zur EM, die Bürde des Favoriten lastet aber nicht auf den Schultern der inzwischen auch personell veränderten Mannschaft. Mit den Bundesligaspielerinnen Sophia Klee (Weil) und Anastasia Bondareva (Kolbermoor, nächste Saison Bingen) gehören noch zwei der Golden Girls von 2019 zum Aufgebot. Komplettiert wird die Mannschaft durch Naomi Pranjkovic (Kolbermoor), die vor zwei Jahren bei den Schülerinnen Bronze im Team sowie im Mixed gewann, von der ebenfalls EM-erfahrenen Leonie Berger (Steffel) und Debütantin Sarah Rau (Niestetal).

Deutschland peilt mit Selbstvertrauen in der „Materialgruppe“ das Achtelfinale an

Als Vierter der Setzungsliste bekommt es Deutschland als Favorit der Gruppe D am Sonntag zunächst mit den Mannschaften Ungarns (9 Uhr), Italiens (13.20 Uhr) und Polens (17.40 Uhr) zu tun. Erstes Etappenziel ist die Qualifikation für das Achtelfinale, das die Gewinner und Zweitplatzierten der Gruppen A bis D direkt und ohne den möglichen Umweg über die Play-off-Runde erreichen. Der erfahrene Trainer Jaroslav Kunz, verantwortlich für die Betreuung und Vorbereitung der DTTB-Auswahl, weiß um die Qualitäten der Konkurrenz schon in der Vorrunde, vor allem aber auch um die Stärken des eigenen Teams: „Wir haben eine Gruppe mit guten Gegnern erwischt, die noch dazu einige Materialspielerinnen in ihren Reihen haben. Aber darauf sind wir vorbereitet. Wir gehen mit viel Selbstvertrauen in das Turnier und sind uns sicher, dass unsere Mädchen gute Leistungen zeigen werden.“

Russland und Rumänien sind die Topfavoriten

Die von den Europe-Youth-Top-10-Starterinnen Klee und Bondareva angeführte DTTB-Mannschaft will auch diesmal bei der Vergabe der Medaillen ein Wort mitreden, die Favoritenrolle schreibt der gebürtige Tscheche und ehemalige EM-Zweite im Doppel aber eindeutig anderen Nationen zu: „Titelfavoriten sind die topgesetzten Russinnen und die Rumäninnen. Frankreich als Nummer drei ist diesmal etwas geschwächt, weil sich Spitzenspielerin Pavade für die Olympischen Spiele qualifiziert hat. Aber die Französinnen sind dennoch nicht zu unterschätzen.“ Kunz macht seinem Team für das Medaillenrennen keinen Druck: „Unsere Vorbereitung lief sehr gut, nachdem Sofia und Anastasia in diesem Jahr ihr Abitur gemacht haben und auf die Schule fokussiert waren. Inzwischen konzentrieren sich beide wieder voll auf Tischtennis. Alle fünf Spielerinnen sind in guter Form und haben die Lehrgänge gut gemeistert. Schauen wir einfach mal, was am Ende dabei herauskommt.“

Selbstvertrauen aus dem Team-Wettbewerb mitnehmen

Ein gutes Abschneiden im Mannschaftsturnier wäre für den routinierten DTTB-Coach auch eine exzellente Basis für das am Mittwoch beginnende Individualturnier. Nochmals Kunz: „Wie es im Einzelturnier läuft, kommt auch sicherlich auf den Verlauf des Teamwettbewerbs an. Wenn man dort gut spielt, nimmt man entsprechendes Selbstvertrauen mit und kann vielleicht auch um Plätze im Vorderfeld spielen. Aber dafür müssen alle Zahnräder reibungslos ineinandergreifen. Nach über einem Jahr ohne regelmäßige Turniervergleiche wird es sicherlich bei dieser EM die eine oder andere Überraschung geben.“

Deutschlands Jungen zählen nicht zum Favoritenkreis

Hinter Belgien und Russland ist die Jungen-Mannschaft des DTTB in Varazdin noch vor Polen an Position drei gesetzt. Bundestrainer Zhu Xiaoyong, der 2017 Deutschlands Team zum Europameister-Titel führte, sieht diesmal aber andere Konkurrenten aussichtsreicher im Medaillenrennen als das eigene Team: „Wir zählen in diesem Jahr nicht zu den Favoriten. Unsere gute Setzung ist in erster Linie das Resultat der vielen Ranglistenpunkte, die unser Spitzenspieler Kay Stumper mit seinem guten Abschneiden bei den WTT-Turnieren im Mai und Juni gesammelt hat.“ Gegenüber den Vorjahren muss Zhu auf zwei schlagkräftige Akteure diesmal verzichten: Mike Hollo wird im Juli an der Hüfte operiert, außerdem entschied sich der 2018 und 2019 an den Bronzemedaillengewinnen des Jungen-Teams beteiligte Felix Wetzel Mitte des letzten Jahres zum Wechsel nach Österreich. Zum DTTB-Team 2019 gehören neben Stumper (Neu-Ulm) noch Daniel Rinderer, Tom Schweiger (beide München), Hannes Hörmann (Hilpoltstein) und Heye Koepke (Oldenburg). Gegner am Sonntag in der Vorrunde beim Kampf um den Einzug in das Achtelfinale sind Frankreich (11.10 Uhr), die Slowakei (15.30 Uhr) und Serbien (19.50 Uhr).

Zhu Xiaoyong lässt sich überraschen

Im Kampf um Edelmetall sieht Zhu Xiaoyong in Varazdin andere Nationen im Vorteil: „Favoriten sind die starken Mannschaften von Russland und Polen, die deutlich besser sind als wir. Auch ein komplettes Belgien hat ein sehr gutes Team, zudem sollte man die jungen Rumänen und natürlich Frankreich nicht vergessen.“ Die Prognose Zhus fällt für 2021 zurückhaltend aus: „Ich sehe uns in diesem Jahr realistisch eher um die Plätze fünf bis acht als um die Medaillen spielen. Schweden, das auf den Jugend-Europameister 2019 Moregard verzichten muss, Tschechien, Portugal, Ungarn, Italien und die Schweiz sind etwa so stark wie wir. Es gibt viele gute und ausgeglichene Mannschaften, deshalb kann es bei den Platzierungen in alle Richtungen gehen.“ Zhu ist sich aber sicher: „Wir haben bei unseren beiden Vorbereitungs-Lehrgängen sehr gut trainiert. Nun versuchen wir einfach, unser bestes Tischtennis zu spielen und lassen uns diesem Jahr einmal überraschen. Es wird nach der langen Coronapause im Turnier sicherlich einige unerwartete Ergebnisse geben.“

Kay Stumper ein Kandidat für das Medaillenpodest

Deutschlands Spitzenspieler Kay Stumper profitiert bei der Jugend-EM von seinen erfolgreichen Auftritten bei der WTT-Turnierserie im Mai und Juni. Als aktuelle Nummer 2 der U19-Weltrangliste hinter Tomokazu Harimoto (Japan) wird der Neu-Ulmer an Position eins gesetzt das Rennen um eine Medaille aufnehmen. Bundestrainer Zhu Xiaoyong hält seinen Schützling für einen heißen Kandidaten auf Edelmetall, warnt aber auch: „Im Einzelturnier ist der Erfolg auch von der Auslosung abhängig. Kay ist topgesetzt, aber damit nicht automatisch der Titelfavorit. Wenn er gut spielt, traue ich ihm in jedem Fall eine Medaille zu, aber der Weg zu Gold ist für alle sehr steinig. Die starke Spitze ist sehr breit, und Titelanwärter sind besonders auch der Russe Sidorenko, der Pole Kulczycki und der Belgier Rassenfosse. Neben anderen starken Konkurrenten ist auch dem Norweger Haug und dem brandgefährlichen Franzosen Lebrun mit seinem risikoreichen Spielsystem alles zuzutrauen.“

Sportdirektor Prause: „Erst einmal den Rhythmus finden“

DTTB-Sportdirektor Richard Prause hofft nach der langen, pandemiebedingten Wettkampfpause im Jugendbereich, bei den Matches um die Podestplätze auch deutsche Trikots zu sehen. Erfolgsdruck bedeute dies aber nicht: „Wir haben mit der einen oder anderen Mannschaft ganz gute Voraussetzungen. Wir hoffen deshalb, dass wir, abgestuft nach unseren Setzungen, in einigen Wettbewerben bei der Medaillenvergabe ein Wort mitreden können. Nach der langen internationalen Pause müssen aber alle Spieler:innen erst einmal ihren Rhythmus finden, dann schauen wir weiter. Bei dem dichten Leistungsniveau wird auch die Tagesform eine große Rolle spielen.“

Links

Der Zeitplan für die Mannschafts-Wettbewerbe U19

Sonntag, 18. Juli

Vorrunde Mädchen-Mannschaft, Gruppe D*
09.00 Uhr: Deutschland – Ungarn
13.20 Uhr: Deutschland - Italien
17.40 Uhr: Tisch 5: Deutschland – Polen
*Die Erst- und Zweitplatzierten sowie der beste Vorrundendritte der Gruppen  A, B, C und D sind direkt für das Achtelfinale qualifiziert.

Vorrunde Jungen-Mannschaft, Gruppe C*

11.10 Uhr: Deutschland - Frankreich - Livestream Tisch 1 -
15.30 Uhr: Deutschland - Slowakei
19.50 Uhr: Deutschland – Serbien
*Die Erst- und Zweitplatzierten sowie die zwei besten Vorrundendritten der Gruppen  A, B, C und D sind direkt für das Achtelfinale qualifiziert.

Montag, 19. Juli

Play-Off-Spiele Mädchen-Mannschaft (6) um den Einzug in das Achtelfinale*
10.00 Uhr
*Die zwei schlechteren Gruppendritten der Level-1-Gruppen (A bis D) spielen gegen die Sieger der Level-2-Gruppen I und J. Die Vorrundenvierten der Gruppen A, B, C und D spielen gegen die Sieger der Level-2-Gruppen E, F, G und H.

Play-Off-Spiele (7) Jungen-Mannschaft um den Einzug in das Achtelfinale*
12.30 Uhr
*Die drei schlechteren Gruppendritten der Level-1-Gruppen (A bis D) spielen gegen die Sieger der Level-2-Gruppen I, J und K. Die Vorrundenvierten der Gruppen A, B, C und D spielen gegen die Sieger der Level-2-Gruppen E, F, G und H.

Achtelfinale Mädchen-Mannschaft
17.00 Uhr
Achtelfinale Jungen-Mannschaft
19.30 Uhr

Dienstag, 20. Juli

Viertelfinale Mädchen-Mannschaft / Platzierungsspiele 9-16
10.00 Uhr
Viertelfinale Jungen-Mannschaft / Platzierungsspiele 9-16
12.30 Uhr

Halbfinale Mädchen-Mannschaft / Platzierungsspiele 9-12 und 13-16
16.30 Uhr
Halbfinale Jungen-Mannschaft / Platzierungsspiele 9-12 und 13-16
19.00 Uhr

Mittwoch, 21. Juli

Auftakt Individualkonkurrenzen Einzel, Doppel, Mixed
09.00-19.45 Uhr

Finale Mädchen-Mannschaft / Spiel um Platz 3
20.15 Uhr
Finale Jungen-Mannschaft / Spiel um Platz 3
20.15 Uhr

Das JEM-Aufgebot des DTTB

Spieler:innen*
Mädchen (U19): Sophia Klee (ESV Weil), Anastasia Bondareva (SV DJK Kolbermoor), Naomi Pranjkovic (SV DJK Kolbermoor), Leonie Berger (TTC Staffel), Sarah Rau (SC Niestetal)
Jungen (U19): Kay Stumper (TTC Neu-Ulm), Daniel Rinderer (FC Bayern München), Tom Schweiger (FC Bayern München), Hannes Hörmann (TV 1879 Hilpoltstein), Heye Koepke (Oldenburger TB)
Schülerinnen (U15): Annett Kaufmann (SV Böblingen), Mia Griesel (MTV Tostedt), Jele Stortz (DJK Offenburg), Josephina Neumann (TTC Staffel)
Schüler (U15): Lleyton Ullmann (TSV Sasel), Manuel Prohaska (SC Staig), Pavel Sokolov (TTG Marpingen-Alsweiler), Luis Kraus (SV DJK Kolbermoor)
*Die Vereinsnamen beziehen sich auf die Spielberechtigung für die Saison 2020/2021. 

Trainer:innen
U19 
Zhu Xiaoyong (Bundestrainer NK1 männlich)
Jaroslav Kunz (verantwortlicher Trainer NK1 weiblich)
Gianluca Walther (Assistenztrainer NK1 männlich)
Krisztina Toth (Referentin Leistungssport Bayern)
U15
Lara Broich (Bundestrainerin NK2 weiblich)
Chris Pfeiffer (Bundestrainer NK2 männlich)
Jessica Böhm (Assistenztrainerin NK2 weiblich)
Oliver Alke (compass Coach)

Physiotherapeutinnen
Maria Först
Annette Zischka

Organisationsleitung
Carina Beck 

Vertreter des Präsidiums
Ralf Tresselt (Vizepräsident Jugendsport)

Schiedsrichter:innen
Michael Zwipp (Oberschiedsrichter)
Ana Beja-Pütz (Schiedsrichterin)
Michaela Hübener (Schiedsrichterin)

Die Auslosung der DTTB-Mannschaften für die Teamwettbewerbe

Mädchen (U19)
Gruppe D: Deutschland, Italien, Ungarn, Polen
Jungen (U19)
Gruppe C: Deutschland, Slowakei, Frankreich, Serbien
Schülerinnen (U15)
Gruppe A: Deutschland, Portugal, Ungarn, Schweden
Schüler (U15)
Gruppe D: Tschechien, Russland, Deutschland, Italien


Rückblick

Die 7 DTTB-Medaillen in Ostrava 2019

Mädchen-Mannschaft (U18): Gold
Jungen-Mannschaft (U18): Bronze
Schülerinnen-Mannschaft (U15): Bronze:
Schüler-Mannschaft (U15): Bronze
Schüler-Doppel (U15): Bronze (Tom Schweiger/Vincent Senkbeil)
Schüler, Gemischtes Doppel (U15): Silber (Mike Hollo/Annett Kaufmann)
Schüler, Gemischtes Doppel /U15): Bronze (Felix Köhler/Naomi Pranjkovic)

Die Europameister von Ostrava 2019

Mädchen-Mannschaft: Deutschland
Jungen-Mannschaft: Russland
Mädchen-Einzel: Anna Wegrzyn POL
Jungen-Einzel: Truls Moregard SWE
Mädchen-Doppel: Kristina Kazantseva/Mariia Tailakova RUS
Jungen-Doppel: Maxim Grebnev/Lev Katsman RUS
Mixed: Samuel Kulczycki/Katarzyna Wegrzyn POL

 

 

 

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