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Dieser Doppel-Erfolg ist auch im Hintergrund Teamwork: Wan und Winter mit dem Bundestrainer-Duo Boros und Batorfi (Foto: MS)
Wan/Winter werfen in Doha ein chinesisches Top-Duo aus dem Turnier. Einzel: Qiu und Walther scheitern – Duda stabil, Winter souverän

Duo Wan/Winter gelingt gegen China die Sensation, Rückschläge im Einzel

SH 19.05.2025

Doha. Es war der erste echte Paukenschlag aus deutscher Sicht – und er kam aus dem Doppel: Yuan Wan und Sabine Winter besiegten in der zweiten Runde die bei der WM in Doha an Position drei gesetzten Chinesinnen Chen Xingtong und Qian Tianyi mit 3:2. Die deutsche Kombination, die erst seit der EM 2024 gemeinsam im Einsatz ist, zeigte eine starke taktische Leistung, spielte variantenreich und ließ sich auch von zwei Satzrückständen (0:1, 1:2) nicht aus dem Konzept bringen.

„Wir hatten schon vor drei Wochen eine ähnliche Situation gegen die Weltranglisten-Ersten Satsuki Odo und Sakura Yokoi. Im Nachhinein war dieses Match sehr, sehr, sehr wichtig für uns, weil wir da schon gesehen haben, dass wir auch gegen die Allerbesten etwas ausrichten können“, sagte Winter nach dem Spiel. Gegen die Weltranglisten-Ersten aus Japan waren Wan/Winter beim WTT Contender Tunis nach eigenem Matchball im Achtelfinale ausgeschieden. In Katar behielt das Duo im Entscheidungssatz die Nerven. "In Tunsien habe ich zu Yuan gesagt: Völlig egal jetzt, bei der WM werden wir es schaffen! Daran habe ich heute bei 9:9 und 10:9 tatsächlich gedacht", erzählte die 32-jährige zweifache WM-Dritte ium Team. 

Dass Winter und Wan beide exzellente Doppelspielerinnen sind, zeigt die Bilanz: Winter ist zweifache Europameisterin und siebenfache Deutsche Meisterin im Doppel, Wan gewann dreimal Gold bei den nationalen Titelkämpfen und holte bei Olympia in Paris an der Seite von Xiaona Shan wichtige Zähler auf dem Weg ins Team-Halbfinale. Gegen die Chinesinnen harmonierte das Duo auffällig gut – auch deshalb, weil sie sich im Training nach der knappen Niederlage in Tunis auf neue Varianten verständigt hatten. "Wir harmonieren gut, aber haben leider noch zu wenig gespielt", so Yuan Wan. "Von Spiel zu Spiel stelle ich mich besser auf Sabines Anti ein und weiß, was für den Ball zurückkommt, und Sabine weiß besser, wie ich den Rückschlag spiele oder wie sie nach meinem Aufschlag weiterspielen kann." Die Achtelfinalgegnerinnen von Wan/Winter entscheiden sich am Abend in einem Duell zwischen Frankreich und Taiwan.

Nach 0:3 und Satzausgleich doch noch Niederlage für Qiu

Im vorangegangen Einzel am Morgen hatte Sabine Winter zuvor erwartungsgemäß gegen die Außenseiterin Hanitra Raharimanana aus Madagaskar mit 4:0 gewonnen. Eine Enttäuschung erlebte hingegen der Einzel-Europameister von 2022, Dang Qiu. Der Weltranglisten-Elfte verlor in sieben Sätzen gegen den Engländer Tom Jarvis – vor allem dessen Aufschläge bereiteten ihm große Probleme. „Am Ende war ich zu nervös und bin gar nicht in mein Spiel gekommen“, resümierte Qiu, der einen 0:3-Satzrückstand gegen den 25-jährigen zweifachen englischen Einzel-Meister. Auch Ricardo Walther musste nach einem engen Match dem Belgier Adrien Rassenfosse zum Sieg gratulieren – bei 9:10 im Entscheidungssatz fehlten dem 33-jährigen Grünwettersbacher nur Millimeter. "Es ist sehr ärgerlich", kommentierte Walther. "Mein Ziel war, die dritte Runde zu erreichen. Das habe ich verfehlt. Grundsätzlich habe ich ganz gut gespielt. Nur was ich gestern in den knappen Situationen gut gemacht habe, da war ich heute unterlegen."

Benedikt Duda zeigte eine konzentrierte Vorstellung gegen den 33-jährigen "Mr. Backhand", den Iraner Noshad Alamiyan. Der 4:0-Sieg war ungefährdet, auch dank akribischer Vorbereitung zusammen mit Sascha Nimtz, dem Experten für Videoanalysen und Wissenschaftskoordinator am IAT Leipzig. „Ich wusste genau, was ich zu tun habe und habe seine Aufschläge gut gelesen", erklärt der EM-Zweite von Linz. "Taktisch war das eine sehr gute Leistung, so kann es weitergehen."

Montag, 19. Mai

Sabine Winter/Yuan Wan - Chen Xingtong/Qian Tianyi CHN 3:2 (-5,8,-9,6,9)
Sabine Winter Hanitra Raharimanana MDG 4:0 (2,8,2,4)
Dang Qiu - Tom Jarvis ENG 3:4 (-9,-9,-8,9,1,6,-8)
Ricardo Walther - Adrien Rassenfosse BEL 3:4 (-4,11,8,-9,-6,10,-9)
Benedikt Duda - Noshad Alamiyan IRN 4:0 (7,6,6,3)
Ying Han - Hana Arapovic CRO 15:40 Uhr, T8
Patrick Franziska - Samuel Kulczycki POL 16:20, T4
Annett Kaufmann/Xiaona Shan - Ayhika Mukherjee/Sutirtha Mukherjee IND 17 Uhr, T1
Benedikt Duda/Dang Qiu - Manav Thakkar/Manush Shah IND 17:40 Uhr, T1

 

Das WM-Aufgebot des DTTB

Herren
Dang Qiu (Borussia Düsseldorf, WR: 11), Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt, WR: 13), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT, WR: 14), Dimitrij Ovtcharov (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, WR: 20), Ricardo Walther (ASV Grünwettersbach, WR: 35)
Damen
Sabine Winter (TSV Dachau, WR: 45), Ying Han (KTS Tarnobrzeg/Polen, WR: 47), Xiaona Shan (ttc berlin eastside, WR: 50), Yuan Wan (TTC Weinheim, WR: 62). Annett Kaufmann (SV DJK Kolbermoor, WR: 111)
Herren-Doppel
Benedikt Duda/Dang Qiu, Patrick Franziska/Dimitrij Ovtcharov
Damen-Doppel
Annett Kaufmann/Xiaona Shan, Yuan Wan/Sabine Winter
Gemischtes Doppel
Annett Kaufmann/Patrick Franziska, Yuan Wan/Benedikt Duda
Sportliche Leitung
Richard Prause (DTTB Vorstand Sport)
Trainerteam
Jörg Roßkopf (Bundestrainer Herren), Lars Hielscher (Cheftrainer Düsseldorf), Tamara Boros (Bundestrainerin Damen), Zoltan Batorfi (Assistenz-Bundestrainer Damen), Sascha Nimtz (Experte für Videoanalysen, Wissenschaftskoordinator IAT Leipzig)
Medizinische Abteilung
Dr. Thomas Garn (Teamarzt), Dr. Christian Zepp (Sportpsychologischer Experte), Annette Zischka, Christian Bressau-Krabbe (Physiotherapeuten, OSP Hessen in Frankfurt/Main)
Organisationsleiter
Rainer Kruschel (Leiter Referat Leistungssport)
Schiedsrichter
Melanie Timke (Sielmingen)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Manfred Schillings (DTTB)

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