Mit dem TuS Uentrop an der Spitze: Alexandra Scheld (Foto: Steinbrenner)
TuS Uentrop verteidigt die Spitzenposition knapp vor dem TSV Schwabhausen

Ein Vierkampf um den Meistertitel

Marco Steinbrenner 01.01.2019

Frankfurt am Main. Einen Dreikampf um den Meistertitel in der 2. Damen-Bundesliga hatten die Vereinsvertreter vorhergesagt. Falsch, denn gleich vier Teams sind in der Spitzengruppe zu finden. Der vor Saisonbeginn hoch eingestufte ESV Weil muss aus personellen Gründen um den Klassenerhalt kämpfen.

Spannung pur im Kampf um die beiden Aufstiegsplätze

„Wir haben eine exzellente Hinrunde gespielt“, strahlt Alexander Daun, Trainer und Manager des Spitzenreiters TuS Uentrop, bei einem Blick auf die Tabelle zur Saisonhalbzeit. Sechs Siege, zwei 5:5-Unentschieden gegen den TTC 1946 Weinheim zum Saisonstart und im letzten Hinrundenspiel gegen den MTV Tostedt sowie eine 2:6-Niederlage beim TSV Schwabhausen sind das bisherige Ergebnis. „Für uns war der eine Punkt gegen Tostedt überraschend, da unser Gegner nur in dieser Partie mit den Spielerinnen von Position eins bis vier angetrat“, so Daun. Neuzugang Airi Avameri überzeugte als Spitzenspielerin mit einer 12:6-Bilanz. Nadine Sillus rutschte für Elena Shapovalova (Schwangerschaft) in das vordere Paarkreuz und wusste mit acht Erfolgen ebenfalls zu gefallen. Nachdem das TuS-Team im Vorfeld „mindestens Platz fünf“ erreichen wollte, haben sich die Vorzeichen aufgrund der inoffiziellen Herbstmeisterschaft nun geändert. „Wir sind jetzt die Gejagten und diese Rolle nehmen wir auch so an“, verrät Alexander Daun. „Wir wollen deshalb versuchen, uns bis zum Ende der Saison oben festzubeißen. Da die Liga aber sehr stark und ausgeglichen besetzt ist, wird dies schwer werden“.

„Wir haben holprig angefangen und uns zum Ende gesteigert“, fasst Alexander Yahmed, Trainer des Tabellenzweiten TSV Schwabhausen, die Hinrunde kurz und treffend zusammen. Das Team aus dem Landkreis Dachau konnte den Rückstand zum Liga-Primus TuS Uentrop auf der Zielgeraden noch auf einen Punkt verkürzen. Das lag unter anderem auch daran, dass die Westfalen in eigener Halle mit 6:2 besiegt wurden. „Dieses Spiel war sicherlich der Höhepunkt bislang.“ Auf der anderen Seite kam die Niederlage beim TTK Großburgwedel (4:6) überraschend. Beim TTC 1946 Weinheim wurde ebenfalls verloren (3:6). Außerdem gab es ein 5:5-Unentschieden in Tostedt. In der heimischen Heinrich-Loder-Sporthalle wurde dagegen noch kein Zähler abgegeben „Zwischenzeitlich sah es nicht danach aus, dass wir noch in das Titelrennen eingreifen könnten“, so Yahmed. „Einige Sachen haben nicht gepasst.“ Der Coach spielt auf die Einstellung und die Vorbereitung auf ein Match an. Die kroatische Nationalspielerin Mateja Jeger überzeugte einmal mehr mit einer starken 14:3-Bilanz an Position eins. Neuzugang Laura Tiefenbrunner (2:9) musste im vorderen Paarkreuz dagegen noch Lehrgeld bezahlen.

TTC 1946 Weinheim und MTV Tostedt wollen Platzierungen erfolgreich verteidigen

Nur aufgrund des schlechteren Spielverhältnisses belegt der TTC 1946 Weinheim hinter dem TSV Schwabhausen Tabellenplatz drei. Nur eine Begegnung wurde verloren. Die 2:6-Auswärtsniederlage beim Vorletzten LTTV Leutzscher Füchse 1990 war allerdings nicht eingeplant. Hinzu kommen fünf Erfolge sowie gleich drei Unentschieden gegen den TuS Uentrop, MTV Tostedt und den TTC GW Staffel 1953. „Die Hinrunde verlief richtig gut“, berichtet der Vorsitzende Christian Säger und freut sich, dass Neuzugang Iryna Motsyk im hinteren Paarkreuz noch ungeschlagen ist (5:0-Bilanz) und die Mannschaft „sehr gut zusammen harmoniert“. In der Rückrunde soll der dritte Rang erfolgreich verteidigt werden.

Mit dem MTV Tostedt, die Norddeutschen haben als Vierter nur zwei Zähler Rückstand auf den Liga-Primus TuS Uentrop, endet die Spitzengruppe. Lediglich am zweiten Spieltag wurde daheim gegen den TTC GW Staffel 1953 verloren (4:6). Mit Yvonne Kaiser und Laura Matzke standen jedoch zwei der besten drei Spielerinnen in dieser Begegnung nicht zur Verfügung. Gegen die Mitkonkurrenten im Kampf um den Titel, TuS Uentrop, TSV Schwabhausen und TTC 1946 Weinheim, gab es jeweils eine Punkteteilung. Auch gegen den ATSV Saarbrücken wurde Remis gespielt. „Wir sind sehr zufrieden und konnten die vielen Ausfälle gut kompensieren“, verrät Betreuer Michael Bannehr. Laura Matzke kehrte zum Hinrunden-Finale nach ihrer Schwangerschaft wieder in das Team zurück und siegte gegen den TuS Uentrop sowohl gegen Alexandra Scheld als auch gegen Guo Pengpeng. Dass beim ESV Weil mit 6:4 gewonnen und ein Tag später aus Weinheim ein Zähler mitgenommen wurde, lag nach Ansicht von Bannehr auch an der starken Vorstellung von Lotta Rose. Die Linkshänderin entschied in beiden Partien ihre insgesamt vier Einzel im hinteren Paarkreuz für sich. Im zweiten Saisonabschnitt soll die aktuelle Platzierung gehalten werden.

Drei Mannschaften im vermeintlich sicheren Mittelfeld der Tabelle angesiedelt

Auf Platz fünf führt der TTC GW Staffel 1953 das dreiköpfige Tabellenmittelfeld an. Der Aufsteiger fand sich während der Hinrunde lange Zeit deutlich weiter unten im Ranking wieder, doch aufgrund eines starken Schlussspurts mit Siegen gegen die LTTV Leutzscher Füchse 1990 (6:2) und den ATSV Saarbrücken (6:3) sowie einem 5:5-Unentschieden gegen bei der NSU Neckarsulm konnten noch einige Positionen gut gemacht werden. Wenling Tan-Monfardini kommt im vorderen Paarkreuz auf eine 14:4-Bilanz und verlor nicht eines ihrer neun Duelle mit der gegnerischen Spitzenspielerin. Das vor der Saison von Betreuer Andre Tamochus ausgegebene Ziel mit Rang sechs konnte bislang sogar, wenn auch nur knapp, überboten werden.

„Der Saisonbeginn verlief für uns überaus erfreulich“, erinnert sich Michael Junker, Vorsitzender des Tabellensechsten TTK Großburgwedel, zurück. Auf dem Weg zur Vorgabe Klassenerhalt wurden schnell die notwendigen Zähler eingefahren. Positiv überraschten die Niedersachsen beim 6:4-Heimerfolg gegen den TSV Schwabhausen. Die Zwischenbilanz von 8:4 Punkten habe sich „super gelesen“. Doch aufgrund der 4:6-Niederlagen gegen den ATSV Saarbrücken, ESV Weil und TTC 1946 Weinheim ging es in der Tabelle noch ein wenig abwärts. Ein deutliches Steigerungspotential sieht Junker in den Doppeln. „Wir haben nur drei Partien gewonnen und sind damit das Schlusslicht der Liga. Eine Verbesserung ist notwendig, um frühzeitig den Klassenerhalt zu realisieren.“

Ebenfalls acht Punkte hat der Siebte ATSV Saarbrücken aus den bisherigen neun Partien gesammelt. Das vom sportlichen Leiter Wolfgang Scholer vor Saisonstart ausgegebene Ziel Klassenerhalt wäre bei einem Vorsprung von vier Punkten zum Abstiegsplatz aktuell erreicht. Fünf der acht Zähler wurden gegen die Mitkonkurrenten im Kampf um den Liga-Verbleib, ESV Weil (6:4), LTTV Leutzscher Füchse 1990 (6:0) und NSU Neckarsulm (5:5), geholt. Hinzu kommt ein überraschendes 5:5-Unentschieden beim MTV Tostedt. Allerdings traten die Gastgeberinnen nicht komplett an, sodass Theresa Adams und Ann-Kathrin Herges mit Sarah Textor sowie Tanja Bannehr deutlich leichtere Gegnerinnen im hinteren Paarkreuz hatten. Die beiden ATSV-Damen waren allein an vier der fünf Punkte direkt beteiligt.

Drei Teams kämpfen um den Klassenerhalt / ESV Weil bleibt hinter den Erwartungen zurück

Als Mitfavorit auf den Titelgewinn wurde der ESV Weil von vielen Vereinsvertretern vor dem ersten Spieltag genannt. Mit nur zwei Siegen gegen die LTTV Leutzscher Füchse 1990 (6:3) und den TTK Großburgwedel (6:4) sowie einem Remis gegen den TTC GW Staffel 1953 findet sich das Team aus dem Drei-Länder-Eck auf Position acht wieder. „Die Hinrunde verlief enttäuschend“, sagt Abteilungsleiterin Doris Spiess. Der Fernbleiben von Spitzenspielerin Ievgeniia Vasylieva (Schwangerschaft) konnte nicht kompensiert werden. „Wir liefen von Beginn an den Punkten nach, da es auch noch krankheitsbedingte Ausfälle gab.“ Lediglich im letzten Hinrundenspiel gegen den TTK Großburgwedel habe „das ganze Team überzeugt“. Besonders schmerzlich sei die 2:6-Heimniederlage gegen die NSU Neckarsulm gewesen, „als erstmals unser vorderes Paarkreuz leer ausging“. Auf der anderen Seite überraschte Vivien Scholz mit einem Erfolg gegen Wenling Tan-Monfardini (TTC GW Staffel 1953). Für den weiteren Saisonverlauf geht es nach Ansicht von Spiess einzig und allein darum, „im Kampf um den Klassenerhalt weiter zu punkten. Hoffentlich kann die Mannschaft zeigen, was in ihr steckt.“

„Bislang lief es noch nicht sehr rund. Wir hatten mehr Tiefen als Höhen“, so Huong Do Thi, Mannschaftsführerin des Tabellenvorletzten LTTV Leutzscher Füchse 1990. Nach einem Fehlstart von vier Niederlagen in Serie wurde erstmals beim 6:3-Heimerfolg gegen die NSU Neckarsulm gepunktet. Der zweite Sieg resultiert aus dem 6:2 gegen den TTC 1946 Weinheim. Besonders ärgerlich seien, so die Kapitänin, die 4:6-Niederlagen gegen den MTV Tostedt und TTK Großburgwedel gewesen. „In beiden Partien lagen wir zwischenzeitlich mit 4:1 vorne.“ Der überraschende Sieg gegen den Dritten aus Weinheim stimmt das Leipziger Team aber optimistisch, „dass wir in der Rückrunde noch ein paar Mannschaften schlagen können“. Soraya Domdey konnte aufgrund ihrer Schwangerschaft nur in zwei Partien mitwirken. Spitzenspielerin Marina Shavyrina hatte mit privaten Problemen zu kämpfen und befand sich nicht in Bestform.

Wie die Füchse holte auch die NSU Neckarsulm als Schlusslicht der Tabelle bislang erst vier Zähler. Nach sechs Niederlagen in Serie punktete der Aufsteiger in den letzten drei Begegnungen der Hinrunde. Nach den 5:5-Unentschieden gegen gegen den ATSV Saarbrücken und TTC GW Staffel 1953 wurde zum Abschluss der ersten Saisonhälfte beim ESV Weil mit 6:2 gewonnen. Der Rückstand zum rettenden achten Platz beträgt damit nur einen Zähler. „Wir hatten Startschwierigkeiten. Die letzten drei Begegnungen waren gut“, fasst Betreuer Frank Hessenthaler den bisherigen Saisonverlauf treffend zusammen. Neuzugang Yuki Tsutsui gefiel mit einer 6:1-Bilanz im hinteren Paarkreuz und verlor lediglich gegen die Saarbrückerin Theresa Adams. Auch weiterhin wird das Saisonziel Nichtabstieg verfolgt.

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