(Foto: TTBL)
Vereinsvertreter der Final-Four-Teilnehmer stehen Rede und Antwort

Eine Hand am Pokal

TTBL Sport GmbH 03.12.2018

Neu-Ulm. Rund einen Monat vor dem Liebherr Pokal-Finale 2018/19 in der ratiopharm arena Ulm/Neu-Ulm gingen die Vereinsvertreter der Final-Four-Teilnehmer am Montagmittag bereits auf Tuchfühlung mit dem Objekt der Begierde – und wollten den Pokal am liebsten gar nicht mehr hergeben. Schließlich wittern am 5. Januar nicht nur die TTF Liebherr Ochsenhausen ihre große Chance, die Nachfolge des ausgeschiedenen Titelverteidigers Borussia Düsseldorf anzutreten.

Eine nicht ganz unwichtige Frage galt es am Montagmittag im Business Club der ratiopharm arena gleich zu Beginn zu klären: Wo soll der Pokal stehen? Seinen Platz fand er schließlich in der Mitte des Tisches, gleich zwischen Dirk Wagner, dem Trainer des TTC Zugbrücke Grenzau, und dem 1. Vorsitzenden des Westerwälder Traditionsvereins Frank Knopf. Ein Fingerzeig? Neben Lokalmatador und Titelfavorit TTF Liebherr Ochsenhausen wollte ihn während des Pressegesprächs anlässlich des Liebherr Pokal-Finales 2018/19 zumindest niemand so recht stehen lassen.

Pejinovic: „Favorit auf dem Papier reicht nicht“

Dabei können die Oberschwaben mit der ihnen zugesprochenen Rolle recht wenig anfangen. „Wir haben gestern selbst gesehen, wie stark beispielsweise Grünwettersbach ist“, führte TTF-Trainer Dmitrij Mazunov an. „Ich sehe uns nicht als Favoriten. Zwar haben wir einen kleinen Vorteil dadurch, dass wir praktisch zu Hause spielen, aber am Ende wird die Tagesform entscheidend sein.“ Und darüber entscheiden, wer am 5. Januar Timo Boll und Co. beerbt, nachdem der Titelverteidiger und Seriensieger der letzten sechs Jahre Borussia Düsseldorf nicht dabei ist. Für Ochsenhausens Präsident Kristijan Pejinovic ein wichtiger Faktor für das Final-Four-Turnier: „Die anderen Mannschaften haben in dieser Konstellation nichts zu verlieren, wir müssen vor allem einen kühlen Kopf bewahren. Denn auf dem Papier der Favorit zu sein, reicht nicht.“

Dort allerdings liegt Ochsenhausen klar vorne. Hugo Calderano etwa wird in der Dezember-Weltrangliste auf Platz sechs geführt, Simon Gauzy gehört als 23. zu den Top 25 der Welt. Von Platzierungen wie diesen können Knopf und Wagner von Halbfinalgegner Grenzau nur träumen, setzen am 5. Januar jedoch auf die aufsteigende Formkurve ihrer Mannschaft. „Für uns war es bereits eine Riesen-Überraschung, in Saarbrücken zu gewinnen“, so Knopf. „Dort hat die Mannschaft gezeigt, dass sie Potential hat. Das zeigt nicht zuletzt der Tabellenstand.“ Auch Wagner sieht sein Team nach den jüngsten Ergebnissen in Pokal und Liga auf einem guten Weg, und macht klar: „Wir fahren nicht als Touristen für einen netten Ausflug nach Neu-Ulm. Wenn wir an einem solchen Event teilnehmen, wollen wir auch gewinnen.“

Grünwettersbach will genießen

Eine Riesen-Überraschung gelang im Viertelfinale auch dem ASV Grünwettersbach, der Düsseldorf mit 3:2 niederringen konnte und sich so die erste Halbfinalteilnehme der Vereinsgeschichte sicherte. „Das war ein unfassbarer Abend. Gerade angesichts des Saisonverlaufs waren wir der klare Underdog“, erinnert sich ASV-Manager Martin Werner. „Aber die Mannschaft hat sich in die Partie reingekämpft und sich im Schlussdoppel von der Kulisse zum Sieg tragen lassen.“ Chancenlos sieht Werner seine Mannschaft auch am 5. Januar nicht: „Gegen Bremen stehen die Chancen an einem guten Tag 50 zu 50, und gegen Ochsenhausen haben wir zuletzt zweimal nur knapp verloren. Wir wollen das Event vor allem genießen und die verkorkste Saison etwas beiseiteschieben.“

TTBL-Geschäftsführer Nico Stehle erwartet ein völlig offenes Final Four: „Wir sehen derzeit in der Liga, wie ausgeglichen die Kräfteverhältnisse sind und haben schon viele Überraschungen erlebt. Daher bin ich sehr gespannt. Alle vier Teams brennen darauf, Pokalsieger zu werden.“ Der Vorverkauf laufe weiterhin gut, das Interesse habe auch nach Düsseldorfs Aus nicht nachgelassen: „Das zeigt, dass die Sportfans wissen, dass sie am 5. Januar Tischtennis auf Weltklasse-Niveau erleben werden – egal, ob Düsseldorf dabei ist oder nicht.“ Und dass der Kampf um den Standort des Pokals dann nicht mehr nur verbal ausgetragen wird.

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