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Von Weltmeistern, Paraden und dem kleinen Timo

Eine kleine Tischtennis-Weihnachtsgeschichte

23.12.2018

Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine kleine Tischtennis-Weihnachtsgeschichte, die dieses Mal von einem schönen Traum in ferner Zukunft handelt.

Von André König

Ein lautes Klingeln ließ Timo erwachen. Erschrocken fuhr er hoch und setzte sich aufrecht ins Bett. Vorsichtig tastete er mit seinen Augen die Umrisse seines Zimmers ab. Alles  stand noch auf seinem angestammten Platz. Der Kleiderschrank mit den vielen Aufklebern aus Hanuta-Packungen. Der Fernseher, den er aber nur am Wochenende benutzen durfte und dann auch nur, um sinnvolle Sachen zu schauen, wie seine Mutter immer sagte. Der Schreibtisch, auf dem ein kleiner, mit LED Lichtern versehenen Weihnachtsbaum aus Plastik leuchtete.

Aber wo kam das Klingeln her? Timo schob die Decke zur Seite, deren Überzug wie ein blauer Tischtennis-Tisch aussah und lugte unter sein Bett. Bis auf ein paar Staubfetzen, einer einzelnen Socke und einem Tischtennisball stand da nur seine Trainingstasche. Er zog sie hervor und öffnete sie. Als er seinen Schläger aus der Hülle nehmen wollte, klingelt es erneut. Das muss irgendwo von draußen kommen, dachte er und zog die Rollläden hoch. Er konnte kaum glauben, was er da sah. Eine riesige Parade ging direkt vor seinem Fenster vorbei. Tausende Menschen waren auf den Straßen unterwegs, sangen, tanzten und machten Krach. Hupenden Autos mit Fahnen auf dem Dach zogen langsam Spuren in den Schnee

Im Licht der Weihnachtsbeleuchtung vom Geschäft gegenüber waren Plakate zu lesen: „Wir begrüßen unsere Weltmeister 2080 in Berlin!“ Timo riss die Fenster auf und rief herunter zu den Leuten. „Hab` ich etwas verpasst? Sind wir endlich wieder Fußball-Weltmeister?“ Die Leute lachten nur laut. „Wieso lacht ihr?“, wollte Timo wissen. „ Mein Junge“, rief ein älterer Herr mit grauem Mantel. „Wen interessiert denn heute Fußball? Wir warten auf die Tischtennis-Weltmeister! Hast du denn die letzten Wochen kein Fernsehen gesehen? Tischtennis lief doch auf allen Kanälen rauf und runter. Und die kleinen Bilder? Hast du denn diese kleinen Bilder von Tischtennis-Stars nicht gesammelt, so wie es alle anderen Kinder deines Alters getan haben?“

Timo drehte sich verdutzt um. Tatsächlich. Lauter Sticker von Tischtennisstars aus aller Welt klebten an seinem Kleiderschrank. Und ein riesiges Poster des deutschen Nationalteams mit der Überschrift „Die MannschafTT“. Wie war das möglich? Er griff zum Ball unter seinem Bett. Aber was war das? Er war viel größer, als er es gewohnt war. 45+ stand ganz groß darauf – eine Hälfte weiß, die andere schwarz. Schnell sprang er auf und knipste den Fernseher an. Und wahrhaftig. Auf allen Kanälen liefen Berichte über Tischtennis – über das WM-Finale Deutschland gegen Indien. Nur auf einem Kanal lief Der kleine Lord. Timo blieb bei den Nachrichten hängen. Ganz Tischtennis-Deutschland feiert seine WM-Helden. Deutschlands größter Sportverband wieder auf dem Tischtennis-Thron. Timo war völlig baff. Das war ja großartig. Er verspürte eine Vorfreude, wie er es sonst nur vor der Bescherung hatte.

Da klingelte es erneut. Diesmal energischer: „Timo! Timo!“ Seine Mutter rief nach ihm. Peng. Die Zimmertür flog auf und Timo erwachte aus seinem Traum. „Sag mal“, fing seine Mutter an, „hörst du denn nichts? Wenn wir mit dem Glöckchen klingeln, darfst du doch zur Bescherung kommen. Bist du etwa eingeschlafen?" „Ich glaube schon“, entgegnet er er etwas benommen. Er stand auf und folgte seiner Mutter. Nicht aber, ohne einen Blick auf die Bilder an seinen Schrank geworfen zu haben: Müller, Kimmich, Boateng. „Mutter? Welches Jahr haben wir eigentlich?“ „Na, hör aber auf. Geht’s dir gut? 2018 natürlich!"

„2018. Ach wirklich?! Schade“, nuschelte Timo in sich hinein. Dann freue ich mich eben auf Weihnachten in 62 Jahren.“ „Was? Wieso das denn?“, fragte seine Mama verblüfft. „Vielleicht passiert ja da einmal ein Weihnachtswunder und träumst nicht wieder den ganzen Tag vor dich her“, lachte sie. „Wohl eher ein Tischtennis-Wunder“, antwortete er und hielt den schwarz-weißen Ball in seiner Hosentasche ganz fest in der Hand.

Hier geht es zu Tischtennis-Weihnachtsgeschichte 2017

 

 

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