Freude pur: Dimitrij Ovtcharov steht im Viertelfinale (Foto: MS)
Fan Zhendong besiegt Boll mit 4:2 und trifft nun auf Ovtcharov / Duda unterliegt hauchdünn

Ovtcharov fordert im Viertelfinale die Nummer 1 der Welt heraus

Marco Steinbrenner 31.01.2020

Magdeburg. Bei den herausragend besetzten German Open in Magdeburg hat Dimitrij Ovtcharov als einziger Europäer im Einzel den Sprung in das Viertelfinale geschafft. Der dreimalige Gewinner des Turniers setzte sich in einem nervenaufreibenden Krimi in der Runde der besten 16 gegen den Taiwanesen Chuang Chih-Yuan aus Taiwan in der Verlängerung des Entscheidungssatzes durch. Nächster Gegner am Samstag ist um 12.30 Uhr kein Geringerer als der Weltranglistenerste Fan Zhendong (China), der Timo Boll in einer sehenswerten Partie ausschaltete. Auch Benedikt Duda und Petrissa Sola unterlagen im Achtelfinale.

Erleichterung pur bei Dimitrij Ovtcharov

„Das war ein Spiel mit Höhen und Tiefen“, fasste Dimitrij Ovtcharov seinen Sieben-Satz-Erfolg gegen den 38-jährigen Chuang Chih-Yuan treffend zusammen. „Das Match lief in alle Richtungen. Am Ende bin ich froh, die Partie gewonnen zu haben.“ Die knapp 3.000 Zuschauer in der GETEC-Arena, darunter befanden sich fast 800 Kinder und Jugendliche, sahen einen regelrechten Krimi, in dem Ovtcharov einen 0:2-Satzrückstand wettmachte. Im siebten Durchgang lag Ovtcharov beim Seitenwechsel zwar mit 5:0 in Führung. Entschieden war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nichts, denn Chuang, der zuvor unter anderem Ricardo Walther und Tomokazu Harimoto (Japan) aus dem Turnier geworfen hatte, kämpfte sich ins Match zurück. In einer dramatischen Schlussphase nutzte der Deutsche jedoch seinen zweiten Matchball zum 12:10-Erfolg. „Dima und Chuang kennen sich sehr gut und haben schon oft gegeneinander gespielt“, kommentierte Bundestrainer Jörg Roßkopf. Dimitrij Ovtcharov muss morgen im Viertelfinale gegen den dreimaligen World-Cup-Gewinner Fan Zhendong antreten. Vor drei Jahren trafen Ovtcharov und der Chinese bereits in Magdeburg aufeinander. Der DTTB-Starter gewann nicht nur dieses Spiel, sondern später auch das Turnier. „Auch wenn ich schon einige Male gegen ihn verloren habe: Er liegt er mir von seinem Spielsystem.“

Starker Timo Boll muss weiter auf den ersten Sieg gegen Fan Zhendong warten

„Man muss schon verdammt präzise und mit einer sehr hohen Qualität spielen, um eine Chance haben zu wollen“, erklärte Timo Boll nach seiner 2:4-Niederlage im Achtelfinale gegen den an Position zwei gesetzten Titelverteidiger Fan Zhendong. „Am Anfang fehlen mir immer ein paar Prozent, um mich erst einmal an das Niveau zu gewöhnen.“ So war es auch in der GETEC-Arena, denn Boll lag schnell mit 0:2-Sätzen zurück. „Anschließend hatte ich das Gefühl, dabei zu sein. Wenn ich nach meinem Plan und konsequent spiele, kann ich mithalten“, stellte der Düsseldorfer klar. „Das dauert aber einfach viel zu lange und das ärgert mich ein bisschen.“ Doch Timo Boll wäre nicht Timo Boll, wenn die Nummer zehn der Welt nicht auch aus dieser Begegnung seine Lehren ziehen würde. „Fan Zhendong deckt immer wieder meine Schwächen auf. Das ist eine gute Rückmeldung, auch wenn es irgendwann mal langweilig wird.“ Trotz des Ausscheidens sah der Linkshänder durchaus Möglichkeiten: „Ich hätte pro Satz ein paar Bälle besser spielen müssen.“ Boll machte auch gar kein Geheimnis daraus, „dass es schon frustrierend war, so früh gegen Fan Zhendong antreten zu müssen. Meine Negativbilanz gegen ihn ist im Kopf drin.“ Auch wenn der Rekordeuropameister weiter auf seinen ersten Sieg gegen den Chinesen wartet, Bundestrainer Jörg Roßkopf bleibt zuversichtlich. „Irgendwann wird Timo ihn packen. Die vergangenen Spiele waren alle sehr knapp. Schade, dass es heute nicht gereicht hat, denn Timo hat gut gespielt.“

Benedikt Duda verpasst nur knapp sein erstes Viertelfinale bei einem Platinum-Turnier

Nur haarscharf schrammte der Weltranglisten-48. Benedikt Duda an seinem ersten Einzug in das Viertelfinale eines World-Tour-Turniers der Edelkategorie Platinum vorbei. „Ich war nah dran und bin im Moment noch ein wenig enttäuscht“, verriet Benedikt Duda nach seiner unglücklichen 3:4-Niederlage im Achtelfinale gegen den Chinesen Zhao Zihao. „Aber morgen werde ich sicherlich auf ein gutes Turnier zurückblicken.“ Der 25-Jährige erwischte einen guten Start, doch eine 2:0- und 3:2-Satzführung reichte nicht zum Sieg. „Zhao hat viel druckvoller gespielt als ich. Zwei, drei kleine Chancen habe ich leider nicht nutzen können. Deshalb ist die Niederlage auch verdient.“ Lars Hielscher, Assistent vom Bundestrainer Jörg Roßkopf, sah als Duda-Betreuer einen „mental sehr starken Zhao Zihao. Selbst nach den ersten zwei Sätzen wusste ich, dass der Chinese noch zurückkommen wird. Am Ende haben Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entschieden.“

Petrissa Solja trotz der Achtelfinal-Niederlage zufrieden

Eine frustrierte und niedergeschlagene Petrissa Solja sieht anders aus: Obwohl die 25-Jährige soeben im Einzel-Achtelfinale Zhu Yuling (China) mit 9:11, 9:11, 6:11 und 5:11 unterlag, hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. „Ich habe nicht nur in den ersten zwei Sätzen mitgehalten“, erzählte Solja, „sondern auch im offenen Spiel. Insgesamt bin ich mit meiner Leistung zufrieden, wenngleich man sich über Fehler natürlich ärgert.“ Bundestrainerin Jie Schöpp sah im Vergleich zum letzten Aufeinandertreffen mit der Weltranglistenfünften im Rahmen des World Cups eine deutlich verbesserte Solja. Mitentscheidend für die Niederlage seien, so Schöpp, vor allem Rückschlagfehler der Linkshänderin gewesen. „Zhu Yuling spielt unheimlich präzise. Deshalb ist es sehr schwer, unter Druck gut zu spielen. Insgesamt war meine Gegnerin ein Stück besser als ich“, gab Europe-Top-16-Siegerin Petrissa Solja nach dem verpassten Einzug in das Viertelfinale zu.

Die Einzel mit DTTB-Beteiligung

Herren-Einzel, Viertelfinale (Samstag)
12:30 Uhr, Tisch 1: Dimitrij Ovtcharov - Fan Zhendong CHN

Herren-Einzel, Achtelfinale
Timo Boll - Fan Zhendong CHN 2:4 (-9,-7,8,-7,4,-9)
Benedikt Duda - Zhao Zihao CHN 3:4 (7,9,-6,-5,10,-8,-8)
Dimitrij Ovtcharov - Chuang Chih-Yuan TPE 4:3 (-8,12,-16,9,-3,6,10)

Herren-Einzel, Beste 32
Dimitrij Ovtcharov - Lim Jonghoon KOR 4:0 (11,7,3,9)
Dang Qiu - Ma Long CHN 0:4 (-13,-8,-11,-7)
Benedikt Duda - Mattias Falck SWE 4:3 (-7,-4,6,5,10,-8,3)
Patrick Franziska - Mizuki Oikawa JPN 2:4 (6,-5,-6,6,-10,-1)
Timo Boll - Quadri Aruna NGR 4:2 (5,2,9,-3,-8,8)

Herren-Einzel, Qualifikation, Runde 4 (32er-Feld)         
Benedikt Duda – Zhai Yujia DEN 4:1 (12,6,8,-13,7)
Dang Qiu – Robert Gardos AUT 4:1 (9,5,-8,9,7)
Ricardo Walther – Chuang Chih-Yuan TPE 2:4 (8,10,-8,-13,-8,-6) 

Herren-Einzel, Qualifikation, Runde 3 (64er-Feld)
Benedikt Duda - Khalid Assar EGY 4:0 (7,4,4,2)
Dang Qiu - Jon Persson SWE 4:2 (8,-9,5,-12,5,10)
Bastian Steger - Anders Lind DEN 1:4 (-5,-9,10,-11,-6)
Ricardo Walther - Kirill Gerassimenko KAZ 4:1 (8,-8,7,3,7)

Herren-Einzel, Qualifikation, Runde 2 (128er-Feld)
Benedikt Duda – Kim Minhyeok KOR 4:3 (-8,-10,6,8,9,-5,13)
Gerrit Engemann – Joao Monteiro POR 0:4 (-10,-5,-11,-5)
Dang Qiu – Feng Yi-Hsin TPE 4:1 (7,8,3,-9,10)
Steffen Mengel – Robert Gardos AUT 2:4 (10,-1,-8,-7,5,-7)
Meng Fanbo – Panagiotis Gionis GRE 2:4 (7,-7,-3,-5,11,-7)
Kilian Ort – Lim Jonghoon KOR 1:4 (-7,5,-3,-4,-0)
Tobias Hippler – Anders Lind DEN 2:4 (-8,9,9,-2,-5,-6)
Ricardo Walther – Joao Geraldo POR 4:2 (9,9,-7,8,-9,3)
Bastian Steger – Marcello Aguirre PAR 4:0 (13,5,6,4)
Dennis Klein – Yukiya Uda JPN 1:4 (-4,10,-8,-7,-9)

Herren-Einzel, Qualifikation, Runde 1 (256er-Feld)
Cedric Meissner – Rares Sipos ROU 2:4 (-10,-6,-7,6,8,-11)
Steffen Mengel – Hiroto Shunozuka JPN 4:3 (11,4,-11,11,-9,-7,4)
Nils Hohmeier – Alexandre Cassin FRA 3:4 (-6,-6,7,8,-4,6,-9)
Benno Oehme – Kwan Man Ho HKG 2:4 (-10,-9,8,-9,5,-11)
Fanbo Meng – Nicolas Burgos CHI 4:3 (-8,2,10,-10,6,-9,7)
Kilian Ort – Aleksa Gacev SRB 4:0 (6,10,9,2)
Dennis Klein – Daniel Gonzalez PUR 4:1 (5,10,-6,9,5)
Bastian Steger – Francisco Sanchi ARG 4:0 (3,4,8,4)
Kirill Fadeev – Kakeru Sone JPN 0:4 (-6,-7,-4,-9)

Damen-Einzel, Achtelfinale
Petrissa Solja - Zhu Yuling CHN 0:4 (-9,-9,-6,-5)

Damen-Einzel, Beste 32
Shan Xiaona - Liu Shiwen CHN 0:4 (-8,-10,-5,-5)
Petrissa Solja - Zeng Jian SGP 4:1 (-9,5,9,8,8)
Han Ying - Saki Shibata JPN 1:4 (10,-11,-9,-8,-10)

Damen-Einzel, Qualifikation, Runde 3 (32er-Feld)
Sabine Winter – Wang Yidi CHN 0:4 (-7,-9,-6,-5)
Shan Xiaona – Soo Wai Yam Minnie HKG 4:1 (9,-7,5,2,5)

Damen-Einzel, Qualifikation, Runde 2 (64er-Feld)
Nina Mittelham - Laura Gasnier FRA 3:4 (4,-5,-9,-7,9,4,-3)
Sabine Winter - Hana Matelova CZE 4:2 (6,-7,5,-6,3,7)
Shan Xiaona - Yana Noskova RUS 4:3 (-9,6,5,-9,0,-12,9)

Damen-Einzel, Qualifikation, Runde 1 (128er-Feld)
Nina Mittelham – Giorgina Piccolin ITA 4:1 (-11,6,4,9,10)
Yuan Wan – Yu Mengyu SGP 2:4 (6,-6,-6,-6,3,-7)
Franziska Schreiner – Laura Gasnier FRA 0:4 (-5,-4,-10,-9)
Sophia Klee – Rachel Moret SUI 1:4 (-9,-9,-5,8,-6)
Sabine Winter – Sabina Surjan SRB 4:1 (7,7,-6,4,5)
Yuki Tsutsui – Stephanie Loeuilette FRA 1:4 (-6,-3,-6,9,-10)
Laura Tiefenbrunner – Amelie Solja AUT 2:4 (-4,-8,-8,5,8,-5)
Shan Xiaona – Camila Arguelles ARG 4:0 (2,5,5,5)
Chantal Mantz – Yana Noskova RUS 0:4 (-10,-9,-4,-10)

Zu den Ergebnissen auf der ITTF-Webseite

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