Shan Xiaona löst ihr Ticket fürs Hauptfeld (Foto: MS)
Shan Xiaona, Benedikt Duda und Dang Qiu überzeugen in der Qualifikation und treffen am Donnerstag auf die Weltklasse

DTTB-Trio belohnt sich durch starke Leistungen mit dem Einzug in das Hauptfeld

Marco Steinbrenner 29.01.2020

Magdeburg. Mit einem Damen-Trio und Herren-Quintett ist der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) am dritten Tag der German Open in Magdeburg noch in den Einzel-Konkurrenzen vertreten. Han Ying, Petrissa Solja, Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Patrick Franziska hatten einen Platz in der ersten Hauptrunde bereits sicher. Aus der Qualifikation schafften Shan Xiaona, Benedikt Duda und Dang Qiu den Sprung in die 32-köpfigen Hauptfelder.

Dang Qiu zum ersten Mal im Hauptfeld eines Platinum-Turniers

Die rechte Faust vor Freude geballt und den Arm in die Höhe gestreckt: Überglücklich zeigte sich Dang Qiu nach seinem 4:1-Sieg gegen Doppel-Europameister Robert Gardos (Österreich). Und das hatte seinen Grund, denn zum ersten Mal überhaupt gelang es dem 23-Jährigen, sich bei einem Platinum-Turnier für das Hauptfeld zu qualifizieren: „Ich bin überglücklich und froh über den Sieg.“ Qiu sei vom ersten Ballwechsel an „heiß“ gewesen und mutmaßte nach seinem Erfolg, „dass ich vielleicht noch ein wenig mehr Kraft hatte als mein Gegner.“ Auch beim zuvor eingefahrenen Sechs-Satz-Erfolg gegen den Schweden Jon Persson präsentierte sich Dang Qiu in einer exzellenten Form. Dank fehlender Verpflichtungen zum Jahresauftakt in der Bundesliga und auf internationalem Parkett habe der Penholderspieler vor dem Start in Magdeburg „zwei Wochen sehr viel und gut in Düsseldorf trainieren können“. Mit dem Weltranglistendritten und amtierenden Olympiasieger Ma Long aus China wartet nun am Donnerstag allerdings ein ganz dicker Brocken auf den Grünwettersbacher.

Benedikt Duda stand seinem Doppelpartner Dang Qiu in nichts nach und begeisterte die Zuschauer in der GETEC-Arena ebenfalls mit sehr starken Leistungen. Nachdem zunächst Khalid Assar (Ägypten) im Eiltempo mit 4:0 besiegt wurde, setzte sich der Linkshänder gegen Zhai Yujia (Dänemark) durch. Der gebürtige Chinese hatte zuvor für Schlagzeilen gesorgt und den in der Qualifikation an Position eins gesetzten Weltranglisten-19. Wong Chun Ting (Hongkong) aus dem Turnier geworfen. „Ich habe mich viel besser bewegt als noch am ersten Tag und war im Kopf sehr fokussiert“, verriet Duda. „Außerdem habe ich diesmal nicht so viele Aufschlagfehler produziert wie noch zwei Runden zuvor.“ In der ersten Hauptrunde kommt es für den Bergneustädter zum TTBL-Duell mit dem für Werder Bremen spielenden Vize-Weltmeister Mattias Falck aus Schweden.

Ricardo Walther zeigt sich enttäuscht und einsichtig

Ein Sieg fehlte dem Düsseldorfer Ricardo Walther, und auch der Weltranglisten-66. wäre am dritten Tag noch im Einzel-Wettbewerb vertreten gewesen. Nach dem mühelosen 4:1-Erfolg am Mittag gegen den Kasachen Kirill Gerassimenko befand sich der 28-Jährige auch gegen Taiwans langjährigen Top-Ten-Spieler Chuang Chih-Yuan bereits auf der Siegerstraße. Mit 11:8 und 12:10 gewann Walther die ersten zwei Durchgänge. „Ich hatte das Spiel im Griff. Anschließend wurde mein Gegner immer besser und sicherer.“ Die nachfolgenden Durchgänge gingen mit 8:11, 13:15, 8:11 sowie 6:11 an Chuang. Im vierten Abschnitt holte Walther einen 6:10-Rückstand auf, ließ in der Verlängerung jedoch zwei Satzbälle liegen. „Ich habe es nicht geschafft, den Sack zuzumachen. Mit der Niederlage muss ich leben.“

Der Däne Anders Lind entpuppte sich in Magdeburg als Deutschland-Schreck. Nach dem Erfolg gegen Tobias Hippler (Celle) schaltete der linkshänder auch in Qualifikationsrunde drei den favorsierten Bastian Steger (Bad Köngishofen) mit 4:1 aus. „Lind ist ein unangenehmer Gegner, der über gute Aufschläge verfügt“, berichtete Steger, und ergänzt: "Ich habe erst im dritten Satz besser zu meinem Spiel gefunden."

Das gesetzte deutsche Spitzentrio mit Rekord-Europameister Timo Boll, Europe-Top-16-Sieger Dimitrij Ovtcharov und dem EM-Dritten Patrick Franziska bestreitet seine ersten Einzel am Donnerstag gegen Qualifikanten. Afrikameister Quadri Aruna (Nigeria) fordert Boll heraus, während Ovtcharov auf Lim Jonghoon trifft. Der Südkoreaner hatte in der Qualifikation Kilian Ort ausgeschaltet und die entscheidende Partie zum Einzug in die Hauptrunde gegen Panagiotis Gionis (Griechenland) mit 4:1 gewonnen. Auf den Saarbrücker Patrick Franziska wartet mit dem stark aufspielenden Japaner Mizuki Oikawa (TSV Bad Königshofen) ein bekanntes Gesicht aus der Bundesliga.

Shan Xiaona ist im Turnier angekommen

Nach ihrem Triumph vor sechs Jahren in der GETEC-Arena hat es Shan Xiaona auch 2020 erneut geschafft, sich für die Hauptrunde zu qualifizieren. Allerdings war dazu ein hartes Stück Arbeit erforderlich, denn in der zweiten Qualifikationsrunde besiegte die Berlinerin Yana Noskova (Russland) erst im siebten Durchgang noch nervenstark mit 11:9, nachdem sie beim Stand von 8:8 einen Fehlaufschlag produziert hatte. „Am Anfang war ich zu hektisch. Danach hätte ich das Spiel eigentlich schon aufgrund einer 8:6-Führung im sechsten Satz entscheiden müssen.“ Mit ihrer kämpferischen Leistung zeigte sich die 37-Jährige aber zufrieden. Spielerisch überzeugte die EM-Finalistin von 2013 dann eine Runde später bei ihrem 4:1-Sieg gegen Soo Wai Yam Minni aus Hongkong. Bundestrainerin Jie Schöpp sah eine deutliche Leistungssteigerung ihres Schützlings. „Shan ist nun im Turnier drin und hat ihr Gefühl wiedergefunden.“ Mit der Chinesin Liu Shiwen wartet am Donnerstag im Hauptfeld in Runde eins nun allerdings die amtierende Weltmeisterin und fünffache World Cup-Gewinnerin.

Für Sabine Winter und Nina Mittelham stehen in Magdeburg dagegen keine weiteren Einzel mehr auf dem Spielplan. Mittelham unterlag in der zweiten Qualifikationsrunde Laura Gasnier (Frankreich) mit 3:4. „Ich habe mein Bestes probiert. Aber es hat heute nicht gereicht.“ Die Bundesligaspielerin aus Berlin zeigte sich nach dem Ausscheiden selbstkritisch. „Die Niederlage ist verdient, weil ich zu viele Fehler gemacht habe.“ Ein rundum zufriedenes Gesicht machte Sabine Winter. Und das, obwohl die 27-Jährige nach dem 4:2-Erfolg gegen Hana Matelova (Tschechien) gegen die Chinesin Wang Yidi beim 0:4 ohne jegliche Chance war. „Spielerisch bin ich schon zufrieden. Meine Gegnerin war einfach ein ganzes Stück besser als ich, das muss ich anerkennen.“

Vor einer von der Papierform lösbaren Aufgabe steht zum Start der Hauptrunde Petrissa Solja, die als Weltranglisten-20. auf die 80 Positionen hinter ihr zu findenden Zeng Jian (Singapur) trifft. Abwehrspielerin Han Ying misst sich mit der Japanerin Saki Shibata, die ebenso wie Zeng den Weg aus der Qualifikation unter die letzten 32 schaffte.

Die Einzel mit DTTB-Beteiligung

Herren-Einzel, Beste 32
17.30 Uhr, Tisch 1: Dimitrij Ovtcharov - Lim Jonghoon KOR
20.00 Uhr, Tisch 1: Dang Qiu - Ma Long CHN
20.00 Uhr, Tisch 2: Benedikt Duda - Mattias Falck SWE
20.50 Uhr, Tisch 2: Patrick Franziska - Mizuki Oikawa JPN
20.50 Uhr, Tisch 1: Timo Boll - Quadri Aruna NGR

Herren-Einzel, Qualifikation, Runde 4 (32er-Feld)         
Benedikt Duda – Zhai Yujia DEN 4:1 (12,6,8,-13,7)
Dang Qiu – Robert Gardos AUT 4:1 (9,5,-8,9,7)
Ricardo Walther – Chuang Chih-Yuan TPE 2:4 (8,10,-8,-13,-8,-6) 

Herren-Einzel, Qualifikation, Runde 3 (64er-Feld)
Benedikt Duda - Khalid Assar EGY 4:0 (7,4,4,2)
Dang Qiu - Jon Persson SWE 4:2 (8,-9,5,-12,5,10)
Bastian Steger - Anders Lind DEN 1:4 (-5,-9,10,-11,-6)
Ricardo Walther - Kirill Gerassimenko KAZ 4:1 (8,-8,7,3,7)

Herren-Einzel, Qualifikation, Runde 2 (128er-Feld)
Benedikt Duda – Kim Minhyeok KOR 4:3 (-8,-10,6,8,9,-5,13)
Gerrit Engemann – Joao Monteiro POR 0:4 (-10,-5,-11,-5)
Dang Qiu – Feng Yi-Hsin TPE 4:1 (7,8,3,-9,10)
Steffen Mengel – Robert Gardos AUT 2:4 (10,-1,-8,-7,5,-7)
Meng Fanbo – Panagiotis Gionis GRE 2:4 (7,-7,-3,-5,11,-7)
Kilian Ort – Lim Jonghoon KOR 1:4 (-7,5,-3,-4,-0)
Tobias Hippler – Anders Lind DEN 2:4 (-8,9,9,-2,-5,-6)
Ricardo Walther – Joao Geraldo POR 4:2 (9,9,-7,8,-9,3)
Bastian Steger – Marcello Aguirre PAR 4:0 (13,5,6,4)
Dennis Klein – Yukiya Uda JPN 1:4 (-4,10,-8,-7,-9)

Herren-Einzel, Qualifikation, Runde 1 (256er-Feld)
Cedric Meissner – Rares Sipos ROU 2:4 (-10,-6,-7,6,8,-11)
Steffen Mengel – Hiroto Shunozuka JPN 4:3 (11,4,-11,11,-9,-7,4)
Nils Hohmeier – Alexandre Cassin FRA 3:4 (-6,-6,7,8,-4,6,-9)
Benno Oehme – Kwan Man Ho HKG 2:4 (-10,-9,8,-9,5,-11)
Fanbo Meng – Nicolas Burgos CHI 4:3 (-8,2,10,-10,6,-9,7)
Kilian Ort – Aleksa Gacev SRB 4:0 (6,10,9,2)
Dennis Klein – Daniel Gonzalez PUR 4:1 (5,10,-6,9,5)
Bastian Steger – Francisco Sanchi ARG 4:0 (3,4,8,4)
Kirill Fadeev – Kakeru Sone JPN 0:4 (-6,-7,-4,-9)

Damen-Einzel, Beste 32
15:00 Uhr, Tisch 1:   Shan Xiaona - Liu Shiwen CHN
18:20 Uhr, Tisch 2:   Petrissa Solja - Zeng Jian SGP
19:10 Uhr, Tisch 2:   Han Ying - Saki Shibata JPN

Damen-Einzel, Qualifikation, Runde 3 (32er-Feld)
Sabine Winter – Wang Yidi CHN 0:4 (-7,-9,-6,-5)
Shan Xiaona – Soo Wai Yam Minnie HKG 4:1 (9,-7,5,2,5)

Damen-Einzel, Qualifikation, Runde 2 (64er-Feld)
Nina Mittelham - Laura Gasnier FRA 3:4 (4,-5,-9,-7,9,4,-3)
Sabine Winter - Hana Matelova CZE 4:2 (6,-7,5,-6,3,7)
Shan Xiaona - Yana Noskova RUS 4:3 (-9,6,5,-9,0,-12,9)

Damen-Einzel, Qualifikation, Runde 1 (128er-Feld)
Nina Mittelham – Giorgina Piccolin ITA 4:1 (-11,6,4,9,10)
Yuan Wan – Yu Mengyu SGP 2:4 (6,-6,-6,-6,3,-7)
Franziska Schreiner – Laura Gasnier FRA 0:4 (-5,-4,-10,-9)
Sophia Klee – Rachel Moret SUI 1:4 (-9,-9,-5,8,-6)
Sabine Winter – Sabina Surjan SRB 4:1 (7,7,-6,4,5)
Yuki Tsutsui – Stephanie Loeuilette FRA 1:4 (-6,-3,-6,9,-10)
Laura Tiefenbrunner – Amelie Solja AUT 2:4 (-4,-8,-8,5,8,-5)
Shan Xiaona – Camila Arguelles ARG 4:0 (2,5,5,5)
Chantal Mantz – Yana Noskova RUS 0:4 (-10,-9,-4,-10)

Zu den Ergebnissen auf der ITTF-Webseite

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