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Erlösender Punkt: Sabine Winter macht das Viertelfinale klar (Foto: MS)
WM-Quali geschafft: Deutschland gewinnt das zweite und letzte Gruppenspiel und zieht ins Viertelfinale von Cluj-Napoca ein

Nervenkitzel beim Gruppensieg der DTTB-Damen

SH / MS 30.09.2021

Cluj-Napoca. In der Dramatik erinnerte das zweite und letzte Gruppenspiel der deutschen Damen bei den Europameisterschaften in Cluj-Napoca so ein bisschen an die nervenaufreibenden Partien bei den Olympischen Spielen in Tokio. Mit einem 3:1-Sieg über Spanien, der viel enger war, als es das bloße Ergebnis vermuten lässt, ist die topgesetzte Mannschaft von Bundestrainerin Tamara Boros ins Viertelfinale eingezogen und hat damit die Qualifikation für die Team-Weltmeisterschaften im chinesischen Chengdu im kommenden Jahr geschafft. In der über zweieinhalb Stunden dauernden Partie hatte es nicht immer nach einem Sieg der Favoritinnen ausgesehen.

Rein rechnerisch wäre die Sache in der EM-Gruppe A eindeutig gewesen: Die Slowakei schlägt am Dienstag Spanien mit 3:1, Deutschland besiegt am Mittwoch die Slowakei mit 3:0 – wie wird die Partie Deutschland gegen Spanien am Donnerstag dann ausgehen? Dass es gegen die Nummer 15 der Setzliste bei der Mannschafts-EM in Rumänien nicht einfach würde, hatte Nina Mittelham schon am Vorabend prognostiziert. Das bekam die Europe-Top-16-Gewinnerin gleich im ersten Spiel zu spüren. Spaniens Coach, die gebürtige Serbin Silvija Erdelji, als Spielerin unter anderem zweifache EM-Bronzemedaillengewinnerin von 2003, hatte alles auf eine Karte setzen müssen, denn schon bei nur einem Einzelsieg der deutschen Damen würden diese ins Viertelfinale einziehen, und Spanien wäre wie die Slowakei ausgeschieden.

Starke Sabine Winter behält die Nerven

So kam es zum Auftakt gleich zum Einser-Duell zwischen Mittelham und Spaniens Bester, der 27-jährigen Maria Xiao. Nach verlorenem ersten Satz hatte die Deutsche Einzel-Meisterin die Partie lange Zeit im Griff. Bis ihr in Durchgang vier und einer 9:4-Führung völlig der Faden riss. Zwar hatte sie beim Stand von 11:10 noch einen Matchball, verlor dann allerdings diesen Satz und anschließend das Spiel.
Die immer noch erkältete Sabine Winter behielt gegen die nominelle Nummer drei der Spanierinnen, Sofia-Xuan Zhang, trotz des Verlusts des ersten Satzes die Nerven und sicherte ihrer Mannschaft schließlich mit 3:1 den erlösenden Punkt. Die Schwabhauserin sagte nach dem Match: „Wir waren natürlich sehr froh, diesen Punkt gemacht zu haben und am Ende auch das Spiel gewonnen zu haben. Wir gehen nun sehr motiviert in das Viertelfinale."

Chantal Mantz löste ihre Aufgabe beim Kaltstart in ihrem EM-Debüt gegen Galia Dvorak mit Bravour. Die U21-Eruopameisterin von 2017 brachte Deutschland mit 2:1 in Führung und war zufrieden mit ihrem ersten EM-Auftritt: „Auch wenn ich gut in Form bin, war ich natürlich schon froh, dass Sabine vorher ihr Spiel gewonnen hat. Bei 0:2 wäre der Druck in meinem Match höher gewesen.“ Nachdem gestern gegen die Slowakei die 15 Jahre alte U15-Europameisterin Annett Kaufmann (Böblingen) von der Bundestrainerin ins kalte EM-Wasser geworfen wurde, entschied sich Bundestrainerin Tamara Boros heute für den Einsatz der Langstädterin Chantal Mantz in der dritten Position: „Alle Spielerinnen genießen mein Vertrauen. Es war mir wichtig, dass vor dem Viertelfinale alle vier Spielerinnen schon einmal gespielt haben.“

Europe-Top-Gewinnerin Nina Mittelham, die nach 0:2-Satzrückstand und 6:9 gegen Sofia-Xuan Zhang das Spiel im fünften Durchgang noch umbiegen konnte, war es vergönnt, den letzten Punkt zu setzen. Sonst hätte die 15-jährige Annett Kaufmann erneut bereitgestanden, um Maria Xiao im letzten Spiel zu testen. Trotz eines schweren Matches: Bundestrainerin Boros war zufrieden, mit zwei Erfolgen in das Viertelfinale eingezogen zu sein: „Wir haben unsere Gruppe ungeschlagen gewonnen, das ist gut. Wir wussten, dass Spanien eine gute Mannschaft hat es heute ein sehr schweres Match wird. Es war sehr starke Leistung von Sabine, dass sie in der schwierigen Situation den wichtigen 1:1-Ausgleich geschafft hat. Sie gibt immer 200 Prozent, darauf kann man sich verlassen. Wir schauen nun einmal, was morgen im Viertelfinale möglich ist. Schade, dass Nina ihr Auftaktmatch nicht gewonnen hat, da war plötzlich ein Bruch im Spiel da."

Der Viertelfinalgegner der deutschen Damen steht noch nicht fest. Die Runde der besten Acht im K.-o.-System beginnt am Freitag.

DTTB-Herren um 18 Uhr gegen Belarus

Für die DTTB-Herren geht es am Donnerstagabend um 18 Uhr MESZ im zweiten und letzten Spiel der Gruppe A gegen Belarus weiter. Spitzenspieler auf Seiten der Gegner ist die Nummer 131 der Weltrangliste, Pavel Platonov. Ex-Europameister Vladimir Samsonov hatte seine Karriere im Nationalteam kurz vor den Olympischen Spielen in Tokio beendet.

Deutschland - Spanien 3:1
Nina Mittelham - Maria Xiao 2:3 (-11,6,2,-11,-8)
Sabine Winter - Sofia-Xuan Zhang 3:1 (-10,4,13,8)
Chantal Mantz - Galia Dvorak 3:0 (5,6,8)
Mittelham - Zhang 3:2 (-11,-9,9,4,6)
Annett Kaufmann - Xiao (kam nicht mehr zur Austragung)

Alle Begegnungen werden auf drei Gewinnsätze gespielt. Vor Beginn des dritten Einzels dürfen die Trainer die Nummer eins oder zwei gegen eine vierte Spielerin austauschen. So hätte Tamara Boros erneut Annett Kaufmann ins Spiel gebracht, wäre es zu einem fünften Match gekommen.

Die Aufgebote

Damen: Deutschland

  • Nina Mittelham (ttc berlin eastside, WR: 33)
  • Sabine Winter (TSV Schwabhausen, WR: 117)
  • Chantal Mantz (TSV 1909 Langstadt, WR: 198)
  • Annett Kaufmann (SV Böblingen, WR: 1038 / WR U15: 2)

Spanien

  • Maria Xiao (WR: 70)
  • Galia Dvorak (78)
  • Sofia-Xuan Zhang (126)
  • Ainhoa Cristobal (1121)

Herren: Deutschland

  • Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT, WR: 15)
  • Ruwen Filus (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, WR: 36)
  • Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt, WR: 42)
  • Dang Qiu (Borussia Düsseldorf, WR: 52)
  • Kay Stumper (TTC Neu-Ulm, WR: 669, WR 19: 2)
  • Trainer-Team: Jörg Roßkopf, Lars Hielscher

Belarus

  • Pavel Platonov (WR: 131)
  • Aleksandr Khanin (152)
  • Vladislav Rukletsov / ITTF-Transkription: Uladzislau Rukliatsou (348)
  • Gleb Shamruk (465)

Rumänien liegt in der Zone mit osteuropäischer Sommerzeit und ist Deutschland eine Stunde voraus. Alle hier angegebenen Zeiten entsprechen der mitteleuropäischen Sommerzeit.

Dienstag, 28. September
1. Gruppenspiel Damen und Herren
Damen, Gruppe A: Spanien – Slowakei 1:3
Maria Xiao - Tatiana Kukulkova 3:0 (11,8,4)
Galia Dvorak - Barbora Balazova 0:3 (-5,-7,-2)
Sofia-Xuan Zhang - Ema Labosova 0:3 (-7,-11,-8)
Maria Xiao - Barbora Balazova 1:3 (-10,4,-6,-5)

Herren, Gruppe A: Belarus – Ukraine 2:3
Pavel Platonov - Yevhen Pryshchepa 3:1 (7,9,-8,6)
Aleksandr Khanin - Yaroslav Zhmudenko 0:3 (-7,-4,-9)
Gleb Shamruk - Anton Limonov 3:2 (-7,10,-2,5,9)
Aleksandr Khanin - Yevhen Pryshchepa 2:3 (8,-7,6,-4,-3)
Pavel Platonov - Yaroslav Zhmudenko 2:3 (-4,5,-9,13,-8)


Mittwoch, 29. September
2. Gruppenspiel Damen und Herren
Damen: Deutschland – Slowakei 3:0
Nina Mittelham - Tatiana Kukulkova 3:1 (7,-9,9,4)
Sabine Winter - Barbora Balazova 3:0 (3,8,3)
Annett Kaufmann - Ema Labosova 3:0 (8,11,3)

Herren: Deutschland – Ukraine 3:0
Patrick Franziska – Yaroslav Zhmudenko 3:0 (8,7,9)
Benedikt Duda – Yevhen Pryshchepa 3:0 (5,9,7)
Dang Qiu – Anton Limonov 3:0 (3,2,3)

Donnerstag, 30. September
3. Gruppenspiel Damen und Herren
Deutschland - Spanien 3:1
Nina Mittelham - Maria Xiao 2:3 (-11,6,2,-11,-8)
Sabine Winter - Sofia-Xuan Zhang 3:1 (-10,4,13,8)
Chantal Mantz - Galia Dvorak 3:0 (5,6,8)
Mittelham - Zhang 3:2 (-11,-9,9,4,6)

Deutschland - Belarus 3:0
Dang Qiu - Pavel Platonov 3:1 (9,-8,2,7)
Patrick Franziska - Vladislav Rukletsov (7,7,6)
Ruwen Filus - Gleb Shamruk 3:0 (2,6,8)

Freitag, 1. Oktober
Viertelfinale Damen ab 9, 12 und 17.30 Uhr
Viertelfinale Herren ab 9, 15 und 17.30 Uhr

Samstag, 2. Oktober
Halbfinale Damen ab 9 und 15 Uhr
Halbfinale Herren ab 12 und 18 Uhr

Sonntag, 3. Oktober
Finale Damen, 12 Uhr
Finale Herren, 15.30 Uhr

Gruppeneinteilungen

Damen
Gruppe A:
Deutschland, Spanien, Slowakei
Gruppe B: Rumänien, Italien, Belgien
Gruppe C: Österreich, Belarus, Serbien
Gruppe D: Ukraine, Tschechien, Slowenien
Gruppe E: Ungarn, Portugal, Kroatien
Gruppe F: Polen, Schweden, England
Gruppe G: Russland, Luxemburg, Griechenland
Gruppe H: Niederlande, Frankreich, Türkei

Herren, Gruppe A: Deutschland, Belarus, Ukraine Gruppe B: Schweden, Belgien, Griechenland Gruppe C: England, Slowakei, Serbien Gruppe D: Österreich, Polen, Spanien Gruppe E: Portugal, Dänemark, Türkei Gruppe F: Frankreich, Russland, Niederlande Gruppe G: Kroatien, Tschechien, Italien, Ungarn Gruppe H: Slowenien, Rumänien, Luxemburg, Finnland

Und so wird gespielt

Modus
Die Endrunde dieser EM wird mit 24 Damen- und 26 Herren-Teams mit einer Gruppenphase, gefolgt von der K.-o.-Runde ausgetragen. Bei den Damen sind es acht Dreier-Gruppen, bei den Herren sechs Dreier- und zwei Vierer-Gruppen. Nur die jeweiligen Gruppensieger erreichen die Hauptrunde, die mit dem Viertelfinale beginnt. Bis zum Titelgewinn muss eine Mannschaft also fünf Spiele absolvieren, davon zwei in der Gruppe. Die Mannschaften in den Herren-Gruppen G und H sogar eines mehr.
 
Deutschlands Herren sind Titelverteidiger und als höchste europäische Mannschaft in der Weltrangliste der Kalenderwoche 35 (Ende August) als Kopf der Gruppe A gesetzt, deren Sieger im Viertelfinale Position eins einnehmen wird. An Position acht, ans andere Ende des Hauptfeldes, kommt der Gewinner der Gruppe B. Die DTTB-Damen sind als Topgesetzte ebenfalls der Kopf der Gruppe A.
 
Spielsystem
Gespielt wird im Mannschaftswettbewerb mit maximal fünf Einzeln bis zum dritten Gewinnpunkt eines Teams (Spielreihenfolge: A1 – B2, A2 – B1, A3 – B3, A1 – B1, A2 – B2). Alle Begegnungen werden auf drei Gewinnsätze gespielt. Vor Beginn des dritten Einzels darf der Mannschaftskapitän/Trainer seine Nummer eins oder zwei gegen einen vierten Spieler austauschen.

Das Aufgebot des DTTB

Herren

  • Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT, WR: 15)
  • Ruwen Filus (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, WR: 36)
  • Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt, WR: 42)
  • Dang Qiu (Borussia Düsseldorf, WR: 52)
  • Kay Stumper (TTC Neu-Ulm, WR: 669, WR 19: 2)

Damen

  • Nina Mittelham (ttc berlin eastside, WR: 33)
  • Sabine Winter (TSV Schwabhausen, WR: 117)
  • Chantal Mantz (TSV 1909 Langstadt, WR: 198)
  • Annett Kaufmann (SV Böblingen, WR: 1038 / WR U15: 2)

Sportliche Leitung / Trainer-Team

  • Richard Prause (Sportdirektor)
  • Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer)
  • Tamara Boros (Damen-Bundestrainerin)
  • Lars Hielscher (Bundesstützpunkttrainer, Assistenztrainer Herren)
  • Wan Guohui (Trainer Deutsches Tischtennis-Internat)
  • Sascha Nimtz (Wissenschaftliche Betreuung, IAT Leipzig)

Medizinische Abteilung

  • Dr. Thomas Garn (Mannschaftsarzt, Düsseldorf)
  • Joachim Först (Physiotherapeut)
  • Annette Zischka (Physiotherapeutin, Olympiastützpunkt Hessen)

Organisatorische Leitung 
Kolja Rottmann 

Schiedsrichter 
Gert Selig (Waldalgesheim)

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