Frankfurt/Main. Deutschlands Aufgebote für die Team-Europameisterschaften in Zadar (12. bis 19. Oktober) stehen fest. Die fünfköpfigen DTTB-Formationen der Damen und Herren werden bei der 44. EM-Auflage in Kroatien erstmals von Sabine Winter und Benedikt Duda angeführt. Die Damen, bei denen die lange verletzte Nina Mittelham ins Team zurückkehrt, gehen als Titelverteidigerinnen an den Start. Die Herren hatten bei der letzten Team-EM vor zwei Jahren in Malmö die Silbermedaille hinter Gastgeber Schweden gewonnen.
Sabine Winter ist die Nummer eins der Damen-Mannschaft
In Zadar kämpfen bei den Damen die in der ITTF-Notierung deutlich vorgerückte und nun erstmals als deutsche Nummer eins fungierende Weltranglisten-27. Sabine Winter (Dachau), die Team-Olympia-Vierte Yuan Wan (Weinheim), U19-Weltmeisterin Annett Kaufmann (Kolbermoor), die nach langer Bandscheibenproblematik wieder nominierte EM-Dritte Nina Mittelham (Berlin) sowie die U19-WM-Dritte Mia Griesel (Berlin), die 2024 in Linz ihr EM-Debüt gab, um die erfolgreiche Titelverteidigung.
Benedikt Duda führt das Team als Spitzenspieler in die EM
Bei den Herren führt der rasant unter die Top Ten aufgestiegene Weltranglistenachte und EM-Zweite Benedikt Duda (Bergneustadt) erstmals das deutsche Team als Spitzenspieler in eine Europameisterschaft. Zur Mannschaft gehören außerdem Ex-Europameister Dang Qiu (Düsseldorf), der Weltranglisten-17. Patrick Franziska (Saarbrücken), Ricardo Walther (Grünwettersbach) und der letztjährige EM-Debütant Andre Bertelsmeier (Bad Königshofen).
Wettkampfpausen für die Leistungsträger Ovtcharov und Han
Bei den durch die Bundestrainer Jörg Roßkopf (Herren) und Tamara Boros (Damen) gemeinsam mit DTTB-Sportvorstand Richard Prause vorgenommenen Nominierungen gönnt der DTTB dem zweimaligen Einzel-Olympiadritten Dimitrij Ovtcharov und der Europe-Top-16-Siegerin Ying Han, zwei renommierten Leistungsträgern des Teams, eine Wettkampfpause. Prause erläutert: „Die Belastung für die Athleten ist durch die vielen Termine sehr hoch. Dima und Ying konzentrieren sich auf eine intensivere Trainingsphase in Deutschland und aktive Erholung. Nach der EM steigen sie auf der WTT-Tour wieder ein.“
Sportvorstand Prause: „Bei der Titelvergabe ein Wort mitreden“
Für die deutschen Mannschaften sind die kontinentalen Titelkämpfe in Kroatien eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg zu den Team-Weltmeisterschaften im Mai. Die deutschen Damen und Herren zählen als jeweils neunmalige Titelträger sowie aufgrund ihrer individuellen Klasse auch diesmal zum allerengsten Favoritenkreis. Sportvorstand Richard Prause blickt voraus: „Unsere Nominierung verfolgt das Ziel, mit beiden Teams bei der Titel- und Medaillenvergabe ein Wort mitzureden und unsere Mannschaften für London in Stellung zu bringen. Wir schenken Mia Griesel und Andre Bertelsmeier bewusst auch in den Teamwettbewerben das Vertrauen. Wir müssen unseren Nachwuchs frühzeitig einbinden.“
Prause: „Die Konkurrenz ist sehr stark bei dieser EM.“
Das maximal Mögliche ist in Zadar nicht nur für die deutschen Teams das Ziel. Prause macht keinen Hehl daraus, dass der Kreis der Anwärter auf Gold größer geworden ist: „Schwedens von Truls Möregardh angeführte Triumphe bei der letzten Team-EM und bei Olympia ebenso wie Frankreichs durch die Lebrun-Brüder ermöglichte dritte Plätze bei der letzten WM und bei Olympia versetzen bei dieser EM unser starkes Herren-Team in die Rolle des Jägers. Nicht vergessen sollte man auch das Team Dänemarks, das mit Anders Lind und Jonathan Groth zwei herausragende Einzelspieler hat. Auch Gastgeber Kroatien und Rumänien machen sich Hoffnungen auf Edelmetall. Bei den Damen denke ich, dass unser Team zusammen mit dem Dauerrivalen und European-Games-Sieger Rumänien wieder um den Titel kämpfen wird. Aber auch der WM-Dritte Frankreich stellt eine Mannschaft, für die vieles möglich ist. Nicht vergessen sollte man auch Schweden. Die Konkurrenz ist insgesamt sehr stark bei dieser EM.“
EM-Turnier mit 24 Teams: Sechs Siege bis zum Titelgewinn
Der Weg zum Titel führt für den späteren Sieger und den Zweitplatzierten über insgesamt sechs Begegnungen. Nach zwei Vorrundenspielen qualifizieren sich die Erst- und Zweitplatzierten der acht Gruppen für das Achtelfinale. Von dort werden im K.-o.-System die Europameister ermittelt.
Tamara Boros: „Bei der EM auch die WM schon im Visier“
Deutschlands Damen treffen als Titelverteidigerinnen in Gruppe B deutlich favorisiert auf Serbien und Slowenien. Bundestrainerin Tamara Boros geht optimistisch in das Turnier: „Wir werden in Zadar natürlich alles daran setzen, unseren Titel zu verteidigen. Wichtig ist es für das Team, aber besonders auch für Nina nach ihrer langen Pause, wieder Spielpraxis zu gewinnen. Selbstverständlich haben wir für das kommende Jahr auch die WM in London schon mit im Visier.“
Jörg Roßkopf: „Es werden spannende Europameisterschaften“
Deutschlands Herren spielen in der Vorrunde gegen Serbien sowie die Ukraine um den Einzug ins Achtelfinale und sind in der Gruppe C klarer Favorit. Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf blickt dem Turnier nach dem Gewinn von Silber 2023 mit Spannung entgegen: „Wir haben ein Team, das jeden schlagen kann. Aber wir sind mittlerweile durch die sehr stark gewordenen Mannschaften Frankreichs und Schwedens, die zuletzt erfolgreicher als wir waren, einer unter mehreren Favoriten. Vielleicht werden es die spannendsten Europameisterschaften seit vielen Jahren.“
Das EM-Aufgebot des DTTB in Zadar
Herren
Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt, Weltrangliste vom 16.09.2025: 8)
Dang Qiu (Borussia Düsseldorf, WR: 16)
Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken-TT: 17)
Ricardo Walther (ASV Grünwettersbach, WR: 37)
Andre Bertelsmeier (TSV Bad Königshofen, WR: 82)
Damen
Sabine Winter (TSV Dachau, Weltrangliste vom 16.09.2025: 27)
Yuan Wan (TTC Weinheim, WR: 63)
Annett Kaufmann (SV DJK Kolbermoor, WR: 66)
Nina Mittelham (ttc berlin eastside, WR: 77)
Mia Griesel (ttc berlin eastside, WR: 211)
Die Vorrundengruppen der Herren
A: Schweden, Tschechien, Türkei
B: Frankreich, Ungarn, Spanien
C: Deutschland, Serbien, Ukraine
D: Portugal, England, Griechenland
E: Dänemark, Slowenien, Italien
F: Rumänien, Slowakei, Niederlande
G: Kroatien, Österreich, Moldawien
H: Belgien, Polen, Finnland
Die Vorrundengruppen der Damen
A: Rumänien, Luxemburg, Wales
B: Deutschland, Serbien, Slowenien
C: Frankreich, Spanien Niederlande
D: Portugal, Tschechien, Belgien
E: Schweden, Österreich, Griechenland
F: Polen, Ungarn, Bulgarien
G: Kroatien, Italien, England
H: Ukraine, Slowakei, Türkei
Links