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Bärenstarke Vorstellung: Dimitrij Ovtcharov (Foto: MS)
Timo Boll macht gegen Anton Källberg eines seiner besten Spiele, Ovtcharov liefert Krimi

EM: Ovtcharov und Boll lassen deutsches Finale näher rücken

MS 26.06.2021

Warschau. Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov sind bei den Europameisterschaften in Warschau in das Halbfinale eingezogen. Boll rückte durch einen glanzvollen Sieg über seinen schwedischen Vereinskollegen Anton Källberg seinem achten Einzel-Europameistertitel einen Schritt näher, Dimitrij Ovtcharov winkt im Erfolgsfall in Polen der dritte Titelgewinn nach 2013 und 2015.

Ovtcharov gewinnt Siebensatz-Krimi

Der Weltranglistenneunte Dimitrij Ovtcharov machte es am Samstag für seine Fans überaus spannend. Dem starken Auftritt im Achtelfinale gegen den Schweden Kristian Karlsson (4:2) ließ er wenige Stunden später beim Kampf um den Einzug in die Vorschlussrunde einen Krimi gegen den Tschechen Lubomir Jancarik folgen, diesmal über sieben Sätze. Nach einer klaren 3:0-Satzführung musste der World-Cup-Sieger von 2017 noch den Ausgleich hinnehmen, nachdem er zuvor in Satz vier eine 8:5-Führung ungenutzt gelassen hatte. Im entscheidenden siebten Durchgang setzte er sich nach anfänglichem 1:5-Rückstand noch mit 11:8 durch.

Unmittelbar nach dem Spiel sagte Dimitrij Ovtcharov: "Ich habe gut gespielt, das Match aber selbst noch einmal spannend gemacht, als ich meine Führung im vierten Satz nicht zum Sieg genutzt habe. Auch in den Folgesätzen hatte ich noch gute Chancen, aber ich bin froh, dass ich das Spiel am Ende dann nach Hause gebracht habe." Ovtcharov präsentiert sich bislang in der Torwar Arena in bestechender Form und spielt nun morgen um 13 Uhr gegen Marcos Freitas um den Einzug in das Finale, das ein deutsches werden könnte. Freitas besiegte für den Einzug in die Runde der besten Vier Franziska-Bezwinger Ovidiu Ionescu, den EM-Zweiten von 2018 aus Rumänien.

Timo Boll: "Ich habe Anton etwas überraschen können"

Nach seinem 4:3-Achtelfinal-Erfolg im deutschen Duell mit Benedikt Duda bezwang Timo Boll am Samstagabend seinen Düsseldorfer Vereinskollegen Anton Källberg. Als erfolgreichster Akteur der Bundesliga und der Champions League wurde der Schwede nicht von wenigen als ein Geheimtipp für die EM gehandelt. Rekordeuropameister Timo Boll verhinderte jedoch den ersten Einzug des 23-Jährigen in ein EM-Halbfinale. Der zweimalige World-Cup-Sieger setzte sich nach einer Glanzleistung mit 4:1 durch und sah vor allem den Gewinn des ersten Durchgangs nach 2:7-Rückstand als vorentscheidend an: "Das war sicherlich eine meiner besten Leistungen in den letzten ein bis zwei Jahren. Die war allerdings auch nötig, denn Anton hat losgelegt wie die Feuerwehr. Deshalb war es auch sehr wichtig, dass ich mir noch irgendwie den ersten Satz geschnappt habe. Danach war jeder Satz eine enge Kiste, aber ich habe ein paar gute Ideen gehabt und auch sehr präzise gespielt. Ich habe ganz kompakt gestanden und konnte auch auf seine schnellen Bälle direkt am Tisch ganz gut gegenhalten. Damit habe ich ihn ein bisschen verunsichert, denn das habe ich die letzten Monate im Training nicht so geschafft. Er war sicherlich überrascht, dass ich sein Tempo so mitgehen konnte. Ich habe mich da schon extrem gequält und wurde zum Glück auch dafür belohnt."

Nächster Gegner von Timo Boll ist der an Position eins gesetzte Schwede Mattias Falck. Der Weltranglistenachte und WM-Finalist von 2019 spielte sich mit einem 4:0 über seinen Landsmann Jon Persson in das Halbfinale (Sonntag 12.10 Uhr). Timo Boll mag noch nicht an seinen achten Titel denken, er beschäftigt sich lieber mit seinem nächsten Kontrahenten: "Das nächste Spiel gegen Mattias Falck kann in alle Richtungen gehen. Früher habe ich immer ganz gut gegen ihn gespielt, das letzte Mal aber habe ich von ihm ganz schön mit 3:0 auf die Mütze bekommen in der Liga. Er ist so eine richtige Wundertüte: Hier quält er sich in der ersten Runde gegen Platanov mit 11:9 im Siebten, bei anderer Gelegenheit kommt er dann ins WM-Finale. Wichtig wird es sein, gleich gut gegen ihn zu starten und voll da zu sein."

Herren-Einzel, Viertelfinale
Mattias Falck SWE - Jon Persson SWE 4:0 (2,7,10,6)
Timo Boll - Anton Källberg SWE 4:1 (10,-15,8,8,14)
Marco Freitas POR - Ovidiu Ionescu ROU 4:1 (-5,5,5,9,6)
Dimitrij Ovtcharov - Lubomir Jancarik CZE 4:3 (7,7,9,-9,-7,-9,8)

Halbfinale am Sonntag
12.10 Uhr: Timo Boll - Mattias Falck SWE
13 Uhr: Dimitrij Ovtcharov - Marcos Freitas POR

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