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Timo Boll und Shan Xiaona auf dem Weg nach Tokio (Fotos: Instagram-Accounts Boll/Shan)
Erstes Training für Ovtcharov, Solja und Co. / Mit den am Dienstag angekommenen Boll und Shan ist die DTTB-Delegation komplett

Roßkopf: "Es kann losgehen!"

SH 20.07.2021

Tokio. Deutschlands Tischtennisasse bei den Sommerspielen in Tokio sind jetzt komplett. Gegen Dienstagmittag deutscher Zeit kamen Timo Boll und Shan Xiaona im Olympischen Dorf an und wurden von Sportdirektor Richard Prause in Empfang genommen.

Ihre Teamkollegen und -kolleginnen hatten da schon die erste Trainingseinheit in den "heiligen Hallen" absolviert, wo zumindest Deutschlands Herren im November 2019 den World Team Cup als ersten Olympia-Test gespielt hatten. Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf gefiel am heutigen Dienstag, was er im Tokyo Metropolitan Gymnasium im westlichen Zentrum von Japans Hauptstadt im Stadtteil Sendagaya vorfand. „Die Trainingseindrücke waren gut. Es ist schön, in der Haupthalle zu spielen. Die Vorfreude auf das Turnier steigt dann noch mehr“, sagt Roßkopf. Knapp eineinhalb Stunden haben Dimitrij Ovtcharov, Patrick Franziska, Benedikt Duda, Petrissa Solja, Han Ying und Nina Mittelham trainiert – an zwei Tischen in der Haupthalle und zweien in der Trainingshalle. Nach dem Einzeltraining unter anderem mit der Mann-gegen-Frau-Kombination Benedikt Duda und Han Ying, bei dem jeder Mal Centercourt-Luft schnuppern konnte, stand für Franziska/Solja Mixed-Training auf dem Programm, das am Samstag mit dem Achtelfinale beginnt.

„Keiner ist verletzt, alle sind gut drauf, alle haben gut trainiert“

„Die Jungs haben sich gefreut, endlich trainieren zu können“, sagt Deutschlands Rekord-Nationalspieler nach dem gestrigen ersten Tag zur Akklimatisierung. Wichtigste Information von Jörg Roßkopf auf sportlicher Seite: „Keiner ist verletzt, alle sind gut drauf, alle haben gut trainiert. Morgen kommt noch die Auslosung, dann wissen wir mehr. Es kann losgehen!“

Am Dienstagmorgen war erst einmal Ausschlafen für alle angesagt, um die sieben Stunden Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Japan so gut wie möglich abzuschütteln. Geschlafen haben Aktive und die Mitglieder des Betreuer-Teams gut, wie Richard Prause mitteilt. „Ich habe bisher keine Beschwerden gehört – ganz im Gegenteil. Alle haben im Großen und Ganzen gut geschlafen, was mit Jetlag ja nicht einfach ist“, so Prause. „Wir haben noch vier Tage, bevor es am 24. ins Wettkampfgeschehen geht. Dadurch, dass die Spielerinnen und Spieler viele Asien-Aufenthalte gehabt haben, sind sie das Akklimatisieren insgesamt gewöhnt.“

"Ein bisschen müssen wir uns noch einleben", ergänzt Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp. "Die Damen versuchen, einen möglichst normalen Tag zu verbringen. Wir stehen nicht zu spät auf, heute morgen ging es direkt ins 'Gym', und mittags haben eine Laufrunde zur Dorf-Poststelle gemacht."

Nachhaltige Betten für alle, eigenes Fitnessstudio für DOSB-Team Deutschland

Mit besonderen Betten im Olympischen Dorf verfolgt Japans Nationales Olympisches Komitee einen nachhalten Ansatz. Bettrahmen und Matratzenrost sind aus Karton hergestellt. Für die Matratzen, die es in unterschiedlichen Härtegraden gibt, wurden weitgehend recyclingfähige Materialien eingesetzt. Der Bau ist flexibel: Für hochgewachsene Mitglieder der Delegation gibt es Bettverlängerungen. Die benötigt von den Tischtennis-Leuten nur Mannschaftsarzt Dr. Toni Kass. Der Orthopäde aus Düsseldorf und ehemalige Volleyball-Nationalspieler ist ein Zwei-Meter-Mann. Nach Olympia und Paralympics sollen die Betten des Olympischen Dorfs gemeinnützigen Organisationen gestiftet oder recycelt werden.

Der Rundgang, den Tischtennis-Teilmannschaftsleiter Richard Prause, der am Sonntag als Erster der DTTB-Delegation vor Ort war, mit seinem Team machte, führte durch alle wichtigen Stationen im Dorf, von der Busstation über die Wäscherei bis zu den Krafträumen. Neben den länderübergreifenden Fitness- und Athletik-Sälen gibt es im „deutschen“ Hochhaus Nummer 20 zwei vom DOSB zur Verfügung gestellte eigene Bereiche für Team Deutschland, für die die Aktiven mit der Team-Deutschland-App täglich ihre Zeiten buchen können. So stand für alle am Montagabend noch eine Stunde Kraft- bzw. Cardio-Training auf dem Programm. Den Morgen begannen Ovtcharov, Solja und Co. wahlweise mit einer Cardio-, Fahrrad- oder Jogging-Einheit nach einem kleinen Frühstück.

Apropos Essen: „An Mahlzeiten bekommt man fast alles, was das Herz begehrt“, berichtet Richard Prause über die „Main Dining Hall“, die fast durchgehend geöffnet ist. Von vegetarischen Gerichten über Fast Food, Barbecue, Pizza bis Sushi. Vor allem die Schlangen an den Sushi-Stationen seien lang.

Nun fiebern alle der Auslosung entgegen, die am Mittwoch um 18 Uhr Ortszeit, um 11 Uhr in Deutschland, auf dem Programm steht. Zuvor ist für Team Deutschland Training angesagt: Von 13 bis 14:50 Uhr haben die Deutschen erneut Trainingstische zugewiesen bekommen. Dann werden erstmals auch Timo Boll und Shan Xiaona in Tokio zum Schläger greifen.

Herren-Team: Dimitrij Ovtcharov (Fakel Gazprom Orenburg, Russland), Timo Boll (Borussia Düsseldorf), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT), Ergänzungsspieler: Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt)
Damen-Team: Petrissa Solja (TSV Langstadt), Han Ying (KTS Enea Siarka Tarnobrzeg, Polen), Shan Xiaona (ttc berlin eastside), Ergänzungsspielerin: Nina Mittelham (ttc berlin eastside)
Herren-Einzel: Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll
Damen-Einzel: Petrissa Solja, Han Ying
Gemischtes Doppel: Patrick Franziska/Petrissa Solja
Teilmannschaftsleiter: Richard Prause (Sportdirektor)
Trainer-Team: Jörg Roßkopf (Bundestrainer Herren), Jie Schöpp (Bundestrainerin Damen), Lars Hielscher (Assistenztrainer)
Physiotherapeut: Peter Heckert (OSP Hessen)
Arzt: Dr. Antonius Kass (Düsseldorf)
Schiedsrichterin: Anja Gersdorf (Düsseldorf)
Öffentlichkeitsarbeit: Benedikt Probst (Frankfurt/Main)

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