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Ist gegen die Abwehr von Ying Han zum vierten Mal kein Durchkommen? (Foto: MS)
9 deutsche Starter / DTTB-Herren-Quartett chancenreich / Debüt für Annett Kaufmann

Europe Top 16 Cup: Han zum Vierten oder Winter zum Ersten?

MS 03.02.2026

Montreux. Wenn Europas Tischtennis-Elite vom 5. bis 8. Februar beim prestigeträchtigen Europe Top 16 Cup in Montreux an den Tisch geht, kämpfen die besten Athletinnen und Athleten um ein Gesamtpreisgeld von 125.000 Euro. Die Halbfinalistinnen und Halbfinalisten erhalten außerdem direkte Tickets für den World Cup in Macau (30. März bis 5. April). Den am Freitag beginnenden Hauptfeldern mit jeweils 16 Damen und Herren ist am Donnerstag ein Qualifikationsturnier vorgeschaltet, bei dem die beiden letzten Plätze im Starterfeld vergeben werden. Beim Europe Top 16 Cup ist Deutschland mit insgesamt neun Athletinnen und Athleten vertreten. Die DTTB-Asse zählen in beiden Konkurrenzen zum engsten Kreis der Titelanwärter. Die Auslosung für die Qualifikation erfolgt am Mittwoch um 19 Uhr, die Achtelfinalansetzungen werden Donnerstag um 20 Uhr ermittelt.

Herren: Alle DTTB-Asse liebäugeln mit einem Podestplatz

Bei den Herren stellt Deutschland im Achtelfinale vier aussichtsreiche Kandidaten. Zwei der vier deutschen Starter konnten sich bei dem Prestigeturnier bereits in die Siegerliste eintragen. Der Vorjahresdritte Patrick Franziska siegte im Herbst 2021 als letzter Deutscher und reist entspannt in die Schweiz: „Ich schaue wie immer einfach von Runde zu Runde. Ich fühle mich in Montreux beim Europe Top 16 immer sehr wohl und will dieses Feeling einfach genießen.“ Dimitrij Ovtcharov gewann den Titel sogar bereits fünfmal, zuletzt im Jahr 2019. Der ehemalige Weltranglistenerste zeigte in den vergangenen Wochen eine starke Form: „Ich will versuchen, den positiven Schwung aus den Januar-Turnieren mit ins Top 16 zu nehmen. Mein Ziel ist es, meine Setzung auf den Positionen fünf bis acht zu erfüllen, um dann im Viertelfinale die Topgesetzten anzugreifen. In der Schweiz ist das Turnier stets hervorragend organisiert, und ich hoffe, eine Medaille mit nach Hause nehmen zu können.“

Vor den beiden ehemaligen Gewinnern zählen Dang Qiu, der bei seinem Debüt im Jahr 2023 auf Anhieb Finalist des Turniers war, und der seit Herbst 2024 endgültig im engen Kreis der absoluten Weltspitze etablierte Benedikt Duda zum Kreis der Titelanwärter. Der Düsseldorfer und der Bergneustädter, der im Vorjahr erstmals im Elitefeld des Europe Top 16 stand, sind auf den Plätzen elf und 14 aktuell die am höchsten in der Weltrangliste eingestuften Deutschen und reisen mit viel Selbstvertrauen nach Montreux. „Das Europe Top 16 ist ein Prestigeturnier, das ich natürlich gerne gewinnen würde. Allerdings sind in Montreux mindestens zehn Spieler am Start, die auch das Zeug dazu haben“, sagt Duda. Dang Qiu würde ebenfalls gerne im Titelrennen mitmischen: „Das Europe Top 16 ist ein äußerst hartes Prestigeturnier. Es zählt zu meinen Zielen, noch einmal das Finale zu erreichen und das Turnier vielleicht auch zu gewinnen. Europa ist 2023 noch stärker geworden, aber ich bin in guter Form – und abhängig von der Tagesform ist alles möglich.“

Die Liste der Titeljäger verteilt sich zudem auf die Schultern von Vorjahressieger und Europameister Alexis Lebrun sowie dessen Bruder Félix (Frankreich), des Weltranglistenvierten und Olympiazweiten Truls Möregardh (Schweden) und des Gewinners der Jahre 2022 bis 2024, Darko Jorgic (Slowenien).

Damen: Deutsche Titelhoffnungen und starke Konkurrenz

Im Damenfeld richten sich nahezu alle Blicke auf Deutschland. Nimmt man die Notierung des Weltverbands ITTF als Indikator, so führt auf dem Weg zum Titelgewinn kaum ein Weg an Sabine Winter und Ying Han vorbei. Als Nummern 17 und 19 reisen die deutschen Stars als die am höchsten in der Weltrangliste eingestuften europäischen Spielerinnen nach Montreux.

Ying Han, die Siegerin der Jahre 2022, 2023 und 2025, arbeitet sich seit ihrer zwölfmonatigen Verletzungspause im Jahr 2024 Schritt für Schritt in die Weltspitze zurück. Mit ihrem ersten Halbfinaleinzug bei einem WTT-Champions-Turnier setzte die Defensivstrategin im Januar in Doha ein Zeichen und besiegte dort sogar die Weltranglistenzweite Wang Manyu aus China. Han sagt: „Natürlich würde ich mich freuen, den Titel ein viertes Mal zu gewinnen. Ich gehe jedoch ganz entspannt ins Europe Top 16, werde von Runde zu Runde mein Bestes geben und das Turnier genießen. Wir sind mit fünf deutschen Spielerinnen vertreten – und meine Kolleginnen zählen für mich auch zu den schwierigsten Gegnerinnen.“

Sabine Winter, die 2017 und 2025 Dritte beim Europe Top 16 wurde, katapultierte sich seit ihrer Material- und Systemumstellung im Dezember 2024 unter anderem mit dem Finaleinzug beim WTT Champions Montreux an die Spitze Europas und geht aufgrund ihrer konstant starken Leistungen erstmals als Topfavoritin an den Start. „Gerne hätte ich den Titelgewinn als Ziel ausgegeben. In den vergangenen Wochen kamen jedoch mehrere muskuläre Probleme zusammen, sodass ich bislang nicht so viel trainieren konnte. Mein Ziel ist es nun, bis zum Turnierbeginn fit zu werden und den Fans Top-Tischtennis zu bieten.“

Gespannt sein darf man auch auf die Vorstellung von Nina Mittelham. Die Siegerin des Jahres 2021 hat sich nach Bandscheibenproblemen in den Jahren 2024 und 2025 wieder stabilisiert. Die Berlinerin ist bei kontinentalen Turnieren immer für Spitzenplätze gut, wie sie unter anderem mit dem Einzug ins EM-Finale 2022 und Platz drei bei der EM 2024 unter Beweis stellte. Auch Mittelhams Vereinskollegin Xiaona Shan ist eine starke Turnierspielerin und sicherte sich 2025 in Montreux die Bronzemedaille. Shan weiß: „Ein Sieg zum Auftakt im Achtelfinale ist am wichtigsten. Wenn ich diese Hürde nehme, kann es vielleicht auch noch weiter nach vorne gehen.“

Als fünfte deutsche Spielerin geht Annett Kaufmann an den Start. Die 19-jährige U19-Weltmeisterin von 2024 feiert allerdings zunächst im Qualifikationsturnier ihr Europe-Top-16-Debüt und kämpft am Donnerstag um die beiden freien Plätze im Hauptfeld. Kaufmann zeigt sich vor dem Start pragmatisch: „Ich gehe es Schritt für Schritt an. Mein Ziel ist es erst einmal, den Sprung aus der Qualifikation zu schaffen. Im Hauptfeld hängt dann vieles von der Auslosung ab: Einige Spielerinnen liegen mir mehr, andere weniger.“

Die zweimalige Europameisterin Sofia Polcanova (Österreich), European-Games-Gewinnerin Bernadette Szöcs (Rumänien), Siegerin des Jahres 2024 Jia Nan Yuan (Frankreich) und Vorjahresfinalistin Elizabeta Samara (Rumänien) sind auf dem Papier die gefährlichsten Kontrahentinnen der DTTB-Asse.

Links

Das Hauptfeld der Herren
Truls Möregardh SWE
Alexis Lebrun FRA
Félix Lebrun FRA
Darko Jorgic SLO
Benedikt Duda GER
Patrick Franziska GER
Dang Qiu GER
Dimitrij Ovtcharov GER

Anton Källberg SWE
Anders Lind DEN
Simon Gauzy FRA
Jonathan Groth DEN
Marcos Freitas POR
Eduard Ionescu ROU
Qualifikant 1
Qualifikant 2

Die Teilnehmer am Qualifikationsturnier
Alvaro Robles ESP
Andrej Gacina CRO
Milosz Redzimski POL
Kristian Karlsson SWE
Daniel Habesohn AUT
Joao Geraldo POR
Pedro Osiro SUI

Das Hauptfeld der Damen
Sabine Winter GER

Sofia Polcanova AUT
Bernadette Szöcs ROU
Ying Han GER
Jia Nan Yuan FRA
Elizabeta Samara ROU
Prithika Pavade FRA
Jieni Shao POR
Nina Mittelham GER
Linda Bergström SWE
Fu Yu POR
Maria Xiao ESP
Natalia Bajor POL
Xiaona Shan GER
Qualifikantin 1
Qualifikantin 2

Die Teilnehmerinnen am Qualifikationsturnier
Anna Hursey WAL
Annett Kaufmann
Charlotte Lutz FRA
Andreea Dragoman ROU
Izabela Lupulesku SRB
Lea Rakovac CRO
Georgina Pota HUN
Rachel Moret SUI

Das Aufgebot des DTTB beim Europe Top 16 Cup

Herren
Dang Qiu (Borussia Düsseldorf), Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken-TT), Dimitrij Ovtcharov (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell) 
Damen
Sabine Winter (TSV Dachau), Ying Han (KTS Tarnobrzeg, Polen), Nina Mittelham (ttc berlin eastside), Xiaona Shan (ttc berlin eastside), Annett Kaufmann (SV DJK Kolbermoor)
Trainer
Tamaro Boros (Damen-Bundestrainerin), Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer), Zoltan Batorfi (Assistenz-Bundestrainer Damen)
Physiotherapeutinnen
Birgit Schmidt, Annette Zischka

     

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