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Die Titelverteidiger von Thessaloniki 2021 sind auch in Montreux am Start: Patrick Franziska und Nina Mittelham (Foto: ms)
Auch Timo Boll und Han Ying am Start / Dimitrij Ovtcharov und Petrissa Solja nicht dabei

Europe Top 16: Franziska und Mittelham wollen ihre Titel in Montreux verteidigen

MS 22.02.2022

Frankfurt/Montreux. Mit seinen Topathleten Timo Boll, Patrick Franziska, Han Ying und Nina Mittelham visiert der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) am Wochenende (26./27. Februar) in Montreux seinen vierten Doppel-Erfolg bei Damen und Herren in Folge an.

Titelverteidiger nur als Nachrücker im Feld

Deutschlands Stars dominieren mit ihren Triumphen seit Jahren das Europe Top 16. Beim dem Traditionsturnier, das nach einer pandemiebedingten Verlagerung nach Griechenland im Vorjahr an diesem Samstag und Sonntag wieder wie vorgesehen in die Schweiz zurückkehrt, spielt die Stärke in der Breite eine untergeordnete Rolle. Die Begrenzung auf zwei Spieler pro Nation hätte um ein Haar zu dem Kuriosum geführt, dass die Sieger von Thessaloniki nicht beim Europe Top 16 hatten antreten dürfen.

Patrick Franziska und Nina Mittelham, an den Positionen 14 und 25 des globalen ITTF-Rankings gelistet, zählen zwar uneingeschränkt zur absoluten europäischen Spitze. In Deutschland sind die Titelverteidiger des kontinentalen Ranglistenturniers jedoch nur die Nummer drei. Damit waren sie zunächst nicht startberechtigt. Erst durch Absagen von Nationalmannschaftskollegen rückten der Saarbrücker und die Berlinerin ins Feld.

Dimitrij Ovtcharov vor mehrwöchiger Pause

Europameisterin Petrissa Solja (Langstadt), die Gewinnerin von 2019 und 2020, hatte das Europe Top 16 nicht in ihrer Saisonplanung und gab ihren Startplatz frühzeitig zurück. Die zweimalige WM-Dritte im Mixed bereitet sich stattdessen gezielt auf die WTT-Grand-Smash-Premiere in Singapur im März vor und beabsichtigt auch die Teilnahme am anschließenden Star-Contender in Katar. Der Weltranglistensechste und fünfmalige Gewinner Dimitrij Ovtcharov (Orenburg, Russland) cancelte kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen seine Starts sowohl in Montreux als auch beim hochdotierten Grand Smash. Der Olympiadritte, den eine Fußverletzung Ende 2021 unter anderem zum Verzicht auf die WM in Houston gezwungen hatte, erlitt nach zwischenzeitlichen Wiedereinstieg einen Rückschlag in seinem Heilungsprozess und gab am Dienstag eine mehrwöchige Trainingspause bekannt.

Titelverteidiger reisen ambitioniert nach Montreux

Wie schon in Thessaloniki wollen nun Franziska und Mittelham die Gunst der Stunde erneut nutzen. Die Titelverteidiger treten die Reise an den Genfer See selbstbewusst an. Der an Position drei gesetzte Mannschafts-Europameister Patrick Franziska verrät: “Ich rechne mir durchaus Chancen auf den erneuten Sieg aus und mit diesem Anspruch trete ich auch an. Aber das wird natürlich sehr schwierig, auch weil diesmal Timo wieder mit dabei ist. Sicherlich wird bereits die erste Runde schwer. Ich halte es wie immer mit meinem Prinzip, nur von Runde zu Runde zu schauen. Aber ich bin fit, fühle mich gut und freue mich auf das Turnier.” Franziskas schärfste Konkurrenten im Titelrennen sind der siebenfache Gewinner Timo Boll (Düsseldorf) und Schwedens Doppel-Weltmeister Mattias Falck, die Nummern acht und 15 der Weltrangliste. Auch sein unberechenbarer Saarbrücker Vereinskollege Darko Jorgic zählt zum engsten Kreis der Favoriten. Der ebenfalls hoch gehandelte Weltranglisten-13., Liam Pitchford, hat seine Teilnahme kurzfristig wegen einer Sehnenentzündung im linken Knie abgesagt.

Auch Timo Boll und Han Ying favorisiert

Mixed- und Mannschafts-Europameisterin Nina Mittelham schätzt ihre Form aktuell nicht als die beste ein. Unterschätzen sollte man die eher zum Understatement neigende Berlinerin aber auf keinen Fall. Das betont sie diesmal sogar selbst und erinnert an Thessaloniki: “Vor dem Turnier in Griechenland war es ähnlich. Ich wusste nicht so genau, wo ich mit mit meiner Form wirklich stehe. Ich brauche immer etwas Zeit, mich in ein Turnier hineinzufinden. Deshalb wird das erste Spiel sehr wichtig.” Die Deutsche Meisterin verrät: “Es wäre schön, wenn ich meinen Titel verteidigen könnte.” Sie fügt lächelnd hinzu: “Und irgendwie ist es auch mein Ziel.”

Favoritinnen sind in Montreux Europas Nummer zwei Sofia Polcanova (Österreich) und Mittelhams Nationalmannschaftskollegin Han Ying, in der Weltrangliste an 18 und 20 notiert. Das für den polnischen Dauermeister Tarnobrzeg spielende, in Düsseldorf beheimatete Abwehrass Han reist ohne konkrete Zielsetzung in die Schweiz: “Wir waren zuletzt sehr viel unterwegs mit dem Verein. Ich fühle mich aber nun nach einem langen Wochenende gut erholt und kann mich in dieser Woche auf das Europe Top 16 vorbereiten. Ich hoffe einfach, dass ich gut spielen werde und wünsche mir natürlich auch, möglichst weit zu kommen.”

Zehn Deutsche trugen sich bisher in die Siegerliste ein

Das kontinentale Ranglistenturnier wurde erstmals 1971 und mehr als drei Jahrzehnte unter dem Namen Europe Top 12 ausgetragen. Drei deutsche Männer sind bislang in der Liste der Sieger zu finden, die zusammen 13 Erfolge sammelten: Siebenmal Timo Boll (2002, 2003, 2006, 2009, 2010, 2018, 2020), fünfmal Dimitrij Ovtcharov (2012, 2015, 2016, 2017, 2019) und bei seiner bislang einzigen Teilnahme Patrick Franziska (2021). Rekordhalter sind Timo Boll und Schwedens Genie Jan-Ove Waldner, der ebenfalls sieben Titel gewann.

Bei den Damen gab es für Deutschland bisher sieben Siegerinnen und insgesamt zehn Titel: Jeweils zweimal Petrissa Solja (2019, 2020), Jie Schöpp (1994, 2003) und Qianhong Gotsch (1999, 2000) sowie jeweils einmal Olga Nemes (1989), Nicole Struse (2004), Wu Jiaduo (2012) und im Vorjahr Nina Mittelham (2021). Rekordgewinnerinnen sind die Ungarin Beatrix Kishazi und Lia Jiao aus den Niederlanden mit jeweils vier Erfolgen.

Zuschauer in Montreux zugelassen

Nach der pandemiebedingten Absage im Jahr 2021 sind diesmal auch wieder Zuschauer beim Europe Top 16 zugelassen. Mit Datum vom 17. Februar hat die Schweiz nahezu alle Einschränkungen für Bürger und Touristen fallengelassen.

Gespielt wird bei Damen und Herren von Beginn am im K.-o.-System. Am Samstag werden das Achtel- und das Viertelfinale, am Sonntag das Halbfinale und das Endspiel ausgetragen.

Weitere Informationen auf der Webseite der ETTU

Weitere Informationen auf der Turnier-Webseite des Veranstalters

Der allgemeine Zeitplan des Turniers


Die Setzung für das Europe Top 16 in der Übersicht
(Maximal 2 Spieler und Spielerinnen pro Nation sind startberechtigt. Die Setzung erfolgt auf Basis der Weltrangliste vom 22. Februar 2022)

Herren

  1. Timo Boll GER (Weltranglistenposition 6)
  2. Patrick Franziska (WR 14)
  3. Mattias Falck SWE (WR 13)
  4. Darko Jorgic SLO (WR 17)
  5. Simon Gauzy FRA (WR 20)
  6. Robert Gardos AUT (WR 27)
  7. Kristian Karlsson SWE (WR 28)
  8. Yang Wang SVK (WR 35)
  9. Emmanuel Lebesson FRA (WR 36)
  10. Jonathan Groth DEN (WR 38)
  11. Tomislav Pucar CRO (WR 39)
  12. Daniel Habesohn AUT (WR 44)
  13. Kirill Skachkov RUS (WR 46)
  14. Andrej Gacina CRO (WR 47)
  15. Panagiotis Gionis GRE (WR 49)
  16. Barish Moullet SUI (WR 1581)


Damen

  1. Sofia Polcanova AUT (Weltranglistenpositon 18)
  2. Han Ying GER (WR 20)
  3. Bernadette Szocs ROU (WR 23)
  4. Nina Mittelham GER (WR 25)
  5. Margaryta Pesotska UKR (WR 27)
  6. Hana Matelova CZE (WR 29)
  7. Elizabeta Samara ROU (WR 30)
  8. Britt Eerland NED (WR 33)
  9. Ni Xia Lian LUX (WR 36)
  10. Yu Fu POR (WR 38)
  11. Barbora Balazova SVK (WR 43)
  12. Polina Mikhailova RUS (WR 48)
  13. Georgina Pota HUN (WR 52)
  14. Yana Noskova RUS (WR 55)
  15. Shao Jieni POR (WR 58)
  16. Rachel Moret SUI (WR 86)
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